Das Burgbauprojekt Guédelon: Wissensaneignung und -vermittlung bei öffentlich zugänglicher Experimenteller Archäologie

 
 
Diplomica Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Dezember 2015
  • |
  • 96 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95934-286-5 (ISBN)
 
Der Bau einer echten Burg im 21. Jahrhundert mit den Mitteln und Techniken des 13. Jahrhunderts - das ist keine utopische Idee eines realitätsfernen Träumers. Dieses Projekt gibt es wirklich: Guédelon.
Seit über 15 Jahren wird mitten in einem Wald des Burgunds an einer mittelalterlichen Burg gebaut. Wirklich jeder kann auf die Baustelle und mithelfen oder nur zuschauen. Hier sollen sich Wissenschaft und Öffentlichkeit auf gleicher Augenhöhe begegnen und den Bau so authentisch wie möglich vorantreiben.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob es sich schlichtweg um ein abenteuerliches Projekt handelt, welches viele Mittelalterbegeisterte anlockt oder ob der intensive Einbezug von Laien eine neue Form erlebbarer Wissenschaft sein kann. Ist das Projekt eventuell ein Charakteristikum unserer Zeit, wie wir mit Vergangenheit umgehen, so dass es mehr über die Gegenwart aussagt als über das 13. Jahrhundert? Ist man sich auf der Baustelle der Verantwortung und Symbolhaftigkeit des Burgenbaus gegenüber der Öffentlichkeit bewusst?
Es ist Halbzeit auf Guédelon und daher ein guter Zeitpunkt, um eine Einschätzung zur bisherigen Tätigkeit und weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 9 Abb.
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  • 9 Abb.
  • 12,32 MB
978-3-95934-286-5 (9783959342865)
3959342861 (3959342861)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Veruschka-Meike Jähnert schloss ihr Studium der Volkskunde/Kulturgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Jahr 2013 mit dem akademischen Grad der Master of Arts erfolgreich ab. Fasziniert von der Mittelalterbegeisterung in der heutigen Zeit, handelte ihre Bachelorarbeit (2010) von Mittelaltermärkten und deren Akteuren. Als sie vom "authentischen" Bau einer Burg aus dem 13. Jahrhundert erfuhr, entschloss sie sich, dieses einzigartige Projekt in Hinsicht auf museologische Fragestellungen und in Bezug auf die Aneignung und Vermittlung von historischem Wissen zu untersuchen.
1 - Das Burgbauprojekt Guédelon - Wissensaneignung und -vermittlung bei öffentlich zugänglicher Experimenteller Archäologie [Seite 1]
1.1 - Inhaltsverzeichnis [Seite 3]
1.2 - Einleitung [Seite 5]
1.3 - 1. Das Experiment Burgenbau im 20. und 21. Jahrhundert [Seite 11]
1.3.1 - 1.1 Von der Idee zum Projekt Guédelon [Seite 11]
1.3.2 - 1.2 Ein Anziehungspunkt für Touristen, Schüler und Wissenschaftler [Seite 14]
1.4 - 2. Die Wissensaneignung und -vermittlung [Seite 17]
1.4.1 - 2.1 Die Wissensaneignung mit Experimenteller Archäologie [Seite 17]
1.4.1.1 - 2.1.1 Die Definition von Experimenteller Archäologie [Seite 17]
1.4.1.2 - 2.1.2 Die Geschichte der Experimentellen Archäologie [Seite 19]
1.4.1.3 - 2.1.3 Die Anwendung der Experimentellen Archäologie [Seite 21]
1.4.2 - 2.2 Die Vermittlung an die Öffentlichkeit [Seite 25]
1.4.2.1 - 2.2.1 Die Experimentelle Archäologie und die Öffentlichkeit [Seite 26]
1.4.2.2 - 2.2.2 Die pädagogische Vorgehensweise [Seite 28]
1.5 - 3. Die Umsetzung des Projekts Burgenbau in Guédelon [Seite 37]
1.5.1 - 3.1 Die Finanzen und andere wirtschaftliche Fakten [Seite 37]
1.5.2 - 3.2 Die konstruierte Geschichte um die Burg [Seite 39]
1.5.3 - 3.3 Die Baustelle [Seite 41]
1.5.3.1 - 3.3.1 Ein kurzer Rundgang [Seite 41]
1.5.3.2 - 3.3.2 Eine Auswahl der bisherigen Herausforderungen und ihrer Bewältigung [Seite 42]
1.5.4 - 3.4 Die Arbeitskräfte [Seite 44]
1.5.5 - 3.5 Kleidung, Sicherheit, Werkzeug und Material [Seite 47]
1.5.6 - 3.6 Die bisherigen Gebäude und weitere Pläne [Seite 49]
1.5.7 - 3.7 Die Wissensaneignung und -vermittlung auf Guédelon [Seite 51]
1.5.7.1 - 3.7.1 Die Experimentelle Archäologie und die Öffentlichkeit [Seite 51]
1.5.7.2 - 3.7.2 Die Museumspädagogik [Seite 56]
1.5.7.3 - 3.7.3 Die Archäotechnik [Seite 59]
1.5.7.4 - 3.7.4 Living History [Seite 61]
1.6 - 4. Faszination lebendiges Mittelalter [Seite 63]
1.7 - 5. L'esprit en France [Seite 67]
1.8 - Fazit [Seite 71]
1.9 - Anhang [Seite 77]
1.10 - Literaturverzeichnis [Seite 85]
1.10.1 - Internetpublikationen [Seite 91]
1.10.2 - Quellenverzeichnis [Seite 92]
1.11 - Abbildungsverzeichnis [Seite 93]
Textprobe:

Kapitel 2.2.1, Die Experimentelle Archäologie und die Öffentlichkeit:

Die Experimentelle Archäologie hat es ohnehin schon schwer, sich in den eigenen wissenschaftlichen Kreisen zu behaupten. Geht es jedoch zudem noch um die Präsentation vor der Öffentlichkeit oder gar ihrer Einbindung, wird Kritik noch lauter. Die Gefahr ist schlichtweg zu groß, dass aktiv falsche Bilder von der Vergangenheit evoziert werden oder noch schlimmer, dass die Wissenschaftlichkeit generell in Frage gestellt werden muss, wenn beispielsweise durchweg auf Klischees zurückgegriffen wird. Andererseits steckt in der Einbeziehung von Besuchern auch eine Chance, die vielleicht nicht direkte Folgen für die Experimentelle Archäologie besitzt, jedoch Personen außerhalb des universitären Lebens die Möglichkeit gibt, Geschichte besser erfahrbar zu machen und bei einzigartigen Erlebnissen dabei zu sein. Es lassen sich verschiedene Methoden aufzählen, um Menschen, die nicht mit einem Projekt betraut sind, einen Einblick in die Arbeit der Experimentellen Archäologie zu bieten. Jaroslav Malina unterschied dazu vier Konzepte:

1. Klassische Museen, die mit Freilichtmuseen verbunden sind,
2. saisonale Expeditionen, um an geeigneten natürlichen Orten diverse Technikenund Arten der Verpflegung zu erproben,
3. dauerhafte Zentren der Experimentellen Archäologie, welche sich mit Problemen der Konversion und der Vernichtung von archäologischen Belegen auseinandersetzen sowie,
4. dauerhafte Zentren der Experimentellen Archäologie, die das Leben früherer Kulturen und deren Lebensweisen wiedergeben.
Wichtig ist in jedem Falle, dem Besucher zu erklären, dass es sich bei jeglichem Experiment nur um ein so-hätte-es-sein-können handelt und nicht um die tatsächliche Darstellung einer vergangenen Lebensweise. Kulturelle, zeitliche und ökologische Unterschiede zur Gegenwart werden die Distanz zur Vergangenheit immer aufrechterhalten und sollten den Zuschauern bewusst gemacht werden. Ob die umgesetzte Tätigkeit, Planung oder Struktur wirklich so war, wird so l

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