Down and out am Arsch der Welt

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. September 2020
  • |
  • 334 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-5087-7 (ISBN)
 
Die Welt ist scheiße, so wie sie ist und man sollte tun, was möglich ist, um sie zu ändern.
Sie besser zu machen.
Das ist die Auffassung von James Bokowski, betrunkener Freizeitphilosoph und Privatdetektiv in Castrop-Rauxel.
Er ist sich auch nicht zu schade, seine Meinung in der Art und Weise kund zu tun, dass er dafür ordentlich auf die Fresse bekommt.
Sein Ankerpunkt - seine Clique
Sein Handicap - seine Exfreundin
Seine Zukunftsaussichten - eher bescheiden
3. Auflage
  • Deutsch
  • 0,51 MB
978-3-7526-5087-7 (9783752650877)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Chris Jacobsen, geborener Flensburger, freier Autor, Texter und Musiker, lebt in Halle an der Saale.

Veröffentlichungen bei BoD
Down and out am Arsch der Welt - ein Roman
L...wie
#Jetzt aber


In Vorbereitung sind weitere Romane, die noch dieses Jahr erscheinen werden.

"Ich bin´s, mach bitte auf", es war Lilly und das hörte sich nicht gut an. Ich eilte zur Tür und öffnete sie. Als ich die Tür öffnete, saß Lilly in einem ihrer schwarzen Kleider an der gegenüberliegenden Wand auf dem Boden. Ihre Harre

waren zerwühlt, sie trug eine Sonnenbrille und wie immer ihre Docs.

"Na Jimmyboy", sagte sie und sie wusste, wie sehr ich es hasste so genannt zu werden," allet paletti Alta?" "Was ist los, Kleine, bereitest du deinen Umzug nach Berlin vor und übst schon mal den Dialekt?"

"Ne mein Besta, ik hab mia übalegt, ach komma rüba und hilf mir hoch. Ik schaff dat nich alleene."

Kein Wunder, jetzt sah ich, dass sie einen vollgepackten Rucksack auf ihrem Rücken trug.

Ich half ihr auf und bevor sie meine Wohnung betrat, sah ich in die schwarzen Gläser ihrer Brille und sagte: "Ab hier meine Teure, ist wieder Hochdeutschland, alles klar?"

Das schien ihr nicht zu gefallen, denn augenblicklich zog sie ihre Mundwinkel nach unten, wie sie es immer tat, wenn sie wieder einmal Frau Merkel nachahmte, nickte, und ich ließ sie vorbei, wie ein Grenzer, der einem die Durchfahrt in sein Land gewährt.

Unter einem leisen Stöhnen hob sie den prallen Rucksack von ihrem Rücken und stellte ihn auf den Boden. Voller Begeisterung darüber, dass es um diese Zeit schon Kaffee gab, nahm sie sich eine Tasse, spülte sie noch einmal aus und goss sich ihren Schwarzen ein. Sie hielt die Tasse in beiden Händen, als müsste sie sie wärmen und roch an ihm.

"Du bist mein Retter", flüsterte sie.

"Ich weiß, ich weiß das Lilly", antwortete ich breitbeinig vor ihr stehend und setzte mir meine Sonnenbrille auf. Entgeistert sah sie mich an und fauchte: "Dich meine ich ja nun mal gar nicht James Bond".

"Ich danke Ihnen Frau von Malefitz, aber abgesehen von meiner Unfähigkeit, Ihnen zu helfen, was treibt sie mit ihrem halben Hausstand durch die Stadt in meine Kemenate?"

"Das ist nicht mein Hausstand, sondern mein Einkauf und weil ich dachte, dass es bei Dir sowieso nichts zum Frühstück gibt, habe ich dir ein paar Sachen mitgebracht."

Sie war einfach nicht zu übertreffen, diese kleine Frau, die oft so missmutig erschien, aber ein Herz hatte, das so offen war wie ein Schleusentor im Panamakanal.

Sie packte den Einkauf für mich auf den Tisch, Wurst, Käse, Milch, zwei Flaschen Wein und noch ein paar Gewürze. "Wenn ich dich schon besuche und die Zeit mit Dir verbringe, möchte ich auch etwas Vernünftiges zwischen den Zähnen haben und nicht nur immer dieses Mundwasser, das du Whiskey nennst. Also Bo, was liegt an?"

Haarklein schilderte ich ihr die Geschehnisse meiner letzten Nacht und wie ich es nicht anders erwartet hatte, war sie sofort Feuer und Flamme und begeistert von der Idee, nicht nur einem anderen zu helfen, sondern, dass eben auch auf kreative Art und Weise zu können.

Aufgeregt wie ein kleines Kind kurz vor der weihnachtlichen Bescherung wippte sie unruhig auf ihrem Stuhl. Sie griff nach dem Block und dem Stift, den ich mir eigentlich zurechtgelegt hatte und wollte gerade etwas beginnen zu schreiben, als eine unbekannte Macht sie scheinbar davon abhielt und sie den Stift wieder auf den Block legte, mich ansah und mir mit ihrem breiten Lächeln den Block quer über den Tisch schob.

"Du hast doch schon was im Kopf, also leg los, schreibe du und ich sag nur, ob ich es gut finde, oder nicht, oder was ich anders machen würde."

Wir begannen unsere Ideen zusammenzuwerfen und bald waren mehrere Seiten meines Blockes vollgeschrieben.

"Wir müssen das sortieren und einen guten Plan entwickeln", stellte Lilly fest und dann sagte sie etwas, was mich sehr erstaunte, "hast du mal einen Schluck von deinem Unkrautvernichter. Darauf müssen wir doch einen trinken".

Und das taten wir. Nicht nur einen. Und trotz steigendem, Alkoholpegels bekamen wir es doch noch auf die Reihe unsere Gedanken zu ordnen und zu sortieren. Für meine Verhältnisse war ich verdammt früh aufgestanden und wunderte mich über Lilly, die überhaupt nicht aufhören wollte zu reden. Sie ließ in ihrer Aktivität nicht ein bisschen nach.

"Sag mal Lilly, hast du irgendwas genommen, was dich so auf Trapp hält?"

"Quatsch, du Idiot, du weißt genau, dass ich keinen Mist schlucke, oder rauche, es reicht, wenn ich ab und zu zu viel trinke. Nein, mir geht´s gut, ich habe nun mal einfach zu viel Energie, und jetzt kann ich sie endlich raus lassen. Gleich rufe ich die Anderen an und heute Abend statten wir dem Hype mal einen Besuch ab."

Lilly trommelte den Rest der Mannschaft zusammen und ich begann unsere Ideen zu sortieren. Währenddessen tranken wir weiter, prosteten uns zu und fühlten uns beide, als würden wir eine neue Art Weltausstellung, etwas Großes und die Welt Veränderndes organisieren. Wir hatten scheinbar wirklich zu wenige Gründe, um auf unser Leben stolz zu sein, ansonsten konnte ich mir die Euphorie für unser neues Projekt nicht erklären. Zu wenig Abwechslung, zu wenig Anspruch, zu selten eine Herausforderung. Nur unsere Promillegrenze zu erhöhen war mittlerweile keine große Sache mehr. Wir blieben an meinem Tisch in der Küche, tranken, lachten und planten.

Es war ein wirklich schöner Tag mit Lilly, bis wir dann irgendwann losgingen, um die anderen im Hype zu treffen.

Dort offenbarte Lilly wieder eine ihrer schlimmsten Arten, die sie besaß und auch nicht unter Kontrolle zu bekommen schien. Sie redete und redete, ließ weder Fragen noch Zwischenbemerkungen zu. Das kam bei Stefan nicht wirklich gut an und wirkte für ihn fast wie eine Art feindliche Übernahme.

"Nun zieh mal langsam die Handbremse", sagte Joe und sah Lilly ziemlich genervt an, "Du redest und redest und lässt hier überhaupt nichts an Einwänden oder Gedanken zu. Wenn du unsere Hilfe willst, rede mit uns, wenn du mit dir reden willst, stell dich vor deinen Schminkspiegel, aber klau uns nicht unsere Zeit. Echt nicht." Alle, auch ich, konnten sehen, wie Lilly das Blut in den Kopf schoss. Es war einfach nicht die Art, mit ihr zu reden. Warum das so war, hätte niemand aus unserer Truppe sagen können, es hatte sich so entwickelt, aber Joe schien hier, an diesem Abend, ihren Sonderstatus beenden zu wollen.

Lillys Kopf schien kurz vorm Zerbersten zu stehen. Ich konnte regelrechte Dampfwolken aus ihren Ohren und Nasenlöchern entweichen sehen und erwartete, wie alle anderen, einen totalen Wutausbruch, eine Art verbale Supernova. Doch sie zog nur ihre Augenbrauen nach oben, legte ihren Kopf leicht nach hinten, verschränkte ihre Arme und sagte leise: "Ach ja? Na dann, mach du doch."

Die beiden sahen sich tief in die Augen. Jetzt fehlte nur noch der obligatorische Klavierspieler, der sich von seinem total verstimmten Klimperkasten in eine der hinteren Ecken des Saloons rettete. Aber hier gab es keinen Saloon und keinen Klavierspieler, sondern nur einen Stefan, der zwischen den beiden saß und beiden beruhigend seine Hände auf ihre Schultern legte.

"Hey ihr zwei Knallköpfe. Nun versaut euch mal nicht mit Anlauf eure Freundschaft wegen meiner Kneipe. Das kriegen wir doch auch ohne Streit hin, ansonsten brauchen wir gar nicht anfangen. Die Ideen sind toll und wir müssen doch einfach nur sehen, wie wir sie umsetzen. Und das eben so kostengünstig wie es geht, also lasst uns das zusammen erledigen, oder gar nicht."

"Du warst mal Lehrer, oder?" fragte Kahlil durch seine Vermummung, die er wieder über seinem Kopf trug.

"Nein Saddam, ich bin einfach ein Teamplayer, mehr nicht", dann legte er seinen Zeigefinger langsam in die Richtung unseres verhinderten Bombenattentäters, macht eine wippende Bewegung mit ihm und fügte hinzu, "wäre doch ein Ding, wenn ihr das auch wärt. Ich meine, wenn ihr euch alle zusammen in die Luft sprengen würdet."

Alle am Tisch konnten sich ein Lachen nur schwer verkneifen, da wir wussten, wie ernst Kahlil seine Rolle nahm. Doch noch nie hatte jemand so befreit aus dieser Clique genau das ausgesprochen, was wir insgeheim dachten. Wir blickten auf Kalli, wie wir ihn spöttisch, aber respektvoll nannten. Der atmete tief ein, richtete sich auf seinem Stuhl auf und steckte seine beiden Daumen links und rechts in seinen Gürtel.

"Hör mal Ungläubiger, wenn du denkst, dass es eine gute Idee wäre, dein Lokal zu sprengen, bevor es richtig anfängt zu laufen, mach nur weiter. Jedenfalls habe ich nicht vor, mich oder irgendjemanden zu töten. Das sind doch nur genau diese Vorurteile, die ihr von eurer imperialistischen Presse eingeredet bekommt. Nicht jeder mit islamischem Glauben ist ein hirnloser Killer, nicht jeder Ami ist ein schießwütiger Spinner und nicht jeder Deutsche ist ein Nazi. Lass also bitte diese Sprüche und bring uns lieber was zu trinken, dann funktionieren wir hier nämlich alle tadellos und können dir vielleicht wirklich helfen." Sichtlich beeindruckt von diesen Worten zog Stefan seine Stirn in Falten, schob seinen Stuhl zurück und stand auf, um etwas für uns alle einen gewaltfreien Drink zu besorgen.

An diesem Abend saß ich neben Kalli. Ich legte meine Hand auf seine Schulter, beugte mich zu ihm und sagte leise in sein Ohr: "Cool, du warst echt cool Alter". Dann setzte ich mich wieder gerade auf meinen Stuhl und konnte ein leichtes...

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