Guardians of Eternity - Finstere Versuchung

 
 
Diana Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Oktober 2013
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-13129-6 (ISBN)
 
Levet, der Gargyle, muss seinen ärgsten Feind bezwingen. In der schönen Nymphe Valla und dem Vampir Elijah findet er Verbündete. Während sich Levet in immer größere Gefahr begibt, stellen sich Valla und Elijah den Dämonen der Vergangenheit, die ihre tiefe Liebe zu zerstören drohen .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Diana
  • 0,71 MB
978-3-641-13129-6 (9783641131296)
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KAPITEL 1

Mitternacht in Paris

Levet marschierte durch die dunklen Schatten unter dem Eiffelturm und wich so den menschlichen Touristen aus, die den Gehsteig entlangschlenderten, um die ausgelassene Stimmung zu genießen, die trotz der späten Stunde in den Straßen herrschte.

Irgendetwas in seinem Inneren schien zu erblühen, als er genüsslich den Anblick und die Geräuschkulisse in sich aufnahm, die ihm so lange verwehrt geblieben waren.

Er liebte Paris, seine Geburtsstadt.

Die Stadt, in der er zum ersten Mal die Flügel ausgebreitet und sich in den Nachthimmel emporgeschwungen hatte. Wo er zum ersten Mal sein Herz an eine unanständige Koboldin verloren hatte, die ihn von der damals noch kleinen Stadt fortgelockt und ihn gelehrt hatte, wie man einer Frau Vergnügen bereitete.

Und die Stadt, in der seine größten Feinde lebten.

Feinde, bei denen es sich zufällig um seine Familie handelte.

Sein Gefühl der Heimkehr löste sich so plötzlich in Luft auf wie eine platzende Seifenblase.

Anders zu sein wurde bei den Gargylen nicht sonderlich geschätzt. Und als man zu dem Schluss gekommen war, dass die Statur des neunzig Zentimeter großen Winzlings niemals stattlicher werden würde und dass seine Flügel, die blau, rot und golden schimmerten, so zart wie die einer Tauelfe bleiben würden, hatte man sich seiner entledigt wie Abfall.

Nein. Er verzog sein hässliches graues Gesicht zu einer Grimasse, und sein langer Schwanz zuckte bei diesen unwillkommenen Erinnerungen.

Es war mehr, als einfach fortgeworfen zu werden. Er war verbannt worden. Verstoßen von seinem eigenen Volk.

Mit einiger Anstrengung verdrängte er die schmerzlichen Erinnerungen und rief sich ins Gedächtnis, dass er nicht länger das verängstigte enfant von damals war.

Er war weit davon entfernt.

Vor nur wenigen Wochen war er dem Bösesten der Bösen mutig gegenübergetreten.

Er, Levet, der Gargyle, zeitloser Held, hatte den Fürsten der Finsternis und seine Horde von Lakaien besiegt.

Einsatz der anschwellenden Musik.

Nun ja, vielleicht hatten ihm auch einige wenige Vampire und Werwölfe geholfen, diesen Mistkerl zu vernichten. Und Abby war auch da gewesen, die derzeitige Göttin des Lichtes. Oh, und ein Sylvermyst oder zwei. Und Wolfstölen .

Aber er war derjenige, der ihm den Todesstoß versetzt hatte.

Unmittelbar bevor der Fürst der Finsternis ihn mit einem Blitzschlag durchbohrt hatte, der sich geradewegs durch seine Brust und in sein Herz gebrannt hatte. Wenn Yannah nicht so rasch gehandelt hätte, wäre er jetzt nicht mehr als Toast.

Äußerst knuspriger Toast.

Levet stieß einen wehmütigen Seufzer aus. Er war nicht ganz so dankbar, wie er es eigentlich sein sollte.

Die hübsche, flatterhafte, tödlich gefährliche Dämonin würde jedem armen Mann den Kopf schwirren lassen.

Wochenlang hatte sie ihn an der Nase herumgeführt, indem sie immer wieder verschwunden und dann wieder aufgetaucht war. Indem sie ihn erst geküsst und ihm dann einen harten Schlag gegen das Kinn verpasst hatte.

Das war . zum Verzweifeln gewesen. Aber auch aufregend.

Welcher Mann liebte nicht den danse de l'amour?

Aber nachdem er von ihr aus dem Kellergeschoss des Lagerhauses gerettet worden war, in dem er die drohende Apokalypse aufgehalten hatte, hatte sie ihn in ihr gemütliches kleines Heim gebracht.

In der Hölle.

Buchstäblich.

Dort gab es Feuer. Schwefel. Ghule.

Und einen reinblütigen Dschinn direkt nebenan.

Das war nicht unbedingt der behaglichste Ort für einen Gargylen, der nie glücklicher war, als wenn er über einen mit Sternen übersäten Himmel glitt.

Und dann gab es da auch noch Yannah.

Diese Frau brachte ihn noch zum Aufdrehen.

Oder sagte man »zum Durchdrehen«?

Wie auch immer.

Sie hatte sich von einer charmanten, schwer zu fassenden neckischen Frau in eine Person verwandelt, die entschlossen war, ihn mit ihrem Bemuttern und ihrer ständigen unnötigen Aufregung zu ersticken. Sacrebleu. Seine Wunden waren vollständig verheilt. Nun, abgesehen von dem Stück verkohlter Haut mitten auf seiner Brust. Es war lästig, verhätschelt zu werden wie ein hilfloses bébé.

Schließlich hatte es ihm gereicht.

Er benötigte Raum zum Atmen.

Und darüber hinaus hatte er einige Geister der Vergangenheit zur letzten Ruhe zu betten.

Da er gerade beim Thema »Geister der Vergangenheit« war .

Levet blieb direkt hinter dem Eiffelturm stehen und murmelte einen Fluch, als ihm der Geruch muffigen Granits in die Nase stieg. Er hatte gewusst, dass es nicht lange dauern würde, bis seinen Brüdern die Gerüchte über seine Ankunft zu Ohren kamen.

Es gab keine schlimmeren Klatschmäuler als eine Gruppe von Gargylen.

Dennoch hatte er gehofft, zumindest das Versteck seiner Mutter zu erreichen, bevor er angegriffen wurde.

Zwei Gargylen, einer männlich, der andere weiblich, landeten mit so viel Wucht, dass winzige Erdbeben die Straße erschütterten, und wirkten einen Illusionszauber, der sie den Blicken der sterblichen Passanten entzog.

Levet schnitt eine Grimasse. Diese beiden waren alles, was er selbst nicht war.

Sie ragten einen Meter achtzig hoch auf und waren mit lederartigen Flügeln ausgestattet, die sie eng an ihre massiven Körper gezogen hatten. Kreaturen, die selbst in der Dämonenwelt Albträume verursachten.

Ihre graue Haut besaß die Struktur von Elefantenhaut und absorbierte das Mondlicht. Ihre Hörner waren imstande, Stahl zu zerschmettern, und ihre langen Reißzähne konnten mit Leichtigkeit Panzer durchbohren. Aber es waren vor allem ihre brutalen Gesichtszüge, die ihre grausame Veranlagung deutlich widerspiegelten.

Sie waren gefühllos, skrupellos, bösartig und unversöhnlich.

»Soso«, sagte die Frau gedehnt, und in ihren grauen Augen war eine grausame Belustigung zu erkennen, die Levet einen kalten Schauder über den Rücken jagte. »Wenn das nicht mein verlorener Bruder ist.«

Auf den ersten Blick konnte man unmöglich vermuten, dass die drei Gargylen miteinander verwandt waren. Claudine war Levets ältere Schwester, Ian ein Vetter ersten Grades.

Allerdings unterschieden sie sich nicht nur hinsichtlich ihrer äußeren Erscheinungsform, tröstete sich Levet. Seine Verwandten waren Monster mit einem scheußlichen Temperament, die niedere Dämonen mit hämischem Vergnügen terrorisierten.

Oh, und außerdem besaßen sie absolut keinen Sinn für Humor. Was bedeutete, dass Levet nicht widerstehen konnte, sie an ihren hässlichen Schnauzen herumzuführen.

»Fred, Wilma«, erwiderte er. »Wo ist Dino?«

Der männliche Dämon, der vom seichten Ende des Genpools stammte, furchte verwirrt seine massige Stirn.

»Non. Du irrst dich. Ich heiße Ian, nicht Fred.«

»Er kennt deinen Namen, imbécile«, fauchte Claudine und versetzte ihrem Begleiter einen Hieb gegen den Hinterkopf. »Wie üblich hält er sich für amüsant.« Sie wandte sich wieder Levet zu, um ihn anzustarren. »Was tust du hier in Paris?«

»Ich habe gehört, dass Marcel Marceau seine Pantomimennummer wieder auf die Bühne bringen will.« Levet ließ ein unschuldiges Lächeln aufblitzen. »Ich wollte die Eröffnungsvorstellung nicht verpassen.«

Ian sah verwirrt aus. »Aber ist er nicht tot?«

»Halt den Mund.« Claudine versetzte Ian noch einen Schlag, während sie den Blick auf Levet gerichtet hielt. »Du weißt, dass du in der Stadt nicht geduldet bist. Die Gilde hat dich hinausgeworfen, und Mutter hat dich verbannt.«

»Ah, die liebste maman, wie geht es der abscheulichen alten Fledermaus?«, fragte Levet gedehnt und verschränkte die Arme vor der Brust. Wenn er schon wie ein Käfer zerquetscht werden würde, hatte er zumindest nicht die Absicht, Claudine die Genugtuung zu gönnen, sie seine Angst spüren zu lassen. »Verspeist sie noch immer Kinder zum Frühstück?«

»In letzter Zeit quält sie Langeweile, nachdem sie ihren letzten Liebhaber töten ließ.« Claudines Lächeln war kalt und drohend. »Vielleicht wird es ihre Stimmung heben, dabei zuzusehen, wie ihr deformierter Sohn zum Übungsschießen benutzt wird.«

Daran hatte Levet keinen Zweifel. Seine Mutter besaß eine besondere Vorliebe für Gewalt.

»Vielleicht sollte ich dich in kleine Stücke hacken und überall in der Stadt verstreuen, chère soeur. Dann könnte maman das nächste Jahrhundert mit dem Versuch verbringen, dich wieder zusammenzusetzen.«

»So ein großes Maul für eine so winzige Kreatur«, knurrte Claudine und richtete eine Klaue auf ihn. »Es ist an der Zeit, dass dir jemand Manieren beibringt.«

»Ah.« Levet klimperte mit den Wimpern. »Wenn ich doch nur einen Euro für jedes Mal bekäme, wenn ich diese Drohung höre .«

Der weibliche Gargyle knurrte wie ein tollwütiger Werwolf - was bei einem Gargylen so ganz und gar nicht attraktiv wirkte.

Und sie fragte sich tatsächlich, warum sie keinen Gefährten finden konnte?

»Ian, pack ihn.«

Als Ian schwerfällig einen Schritt auf ihn zuging, hob Levet die...

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