ARES Security - Kill without Shame

 
 
Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Dezember 2017
  • |
  • 444 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-4608-4 (ISBN)
 
Ein Mann wird in der Nähe der Büros von ARES Security ermordet. In seiner Tasche: Name und Adresse von Lucas St. Clair - Diplomatensohn und Verhandlungsexperte bei ARES. Als die Polizei bei dem Exsoldaten aufschlägt, bringt sie schockierende Nachrichten: Der Tote trug ein Foto von Mia Ramon bei sich; die Frau, die Lucas seit fünfzehn Jahren nicht vergessen kann. Nun scheint es an der Zeit für ein Wiedersehen, denn Lucas und seine Kollegen werden nicht zulassen, dass Mia etwas zustößt...

"Kill without Shame" ist der zweite Band der spektakulären neuen Serie der Spiegel-Bestseller-Autorin Alexandra Ivy um die fünf Jungs von ARES Security. Alle Teile sind unabhängig von einander lesbar. EBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Unter dem Pseudonym Alexandra Ivy hat die bekannte Regency-Liebesroman-Autorin Deborah Raleigh diverse Romane veröffentlicht. Mit ihrer international erfolgreichen Guardians-of-Eternity-Reihe stand sie regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und hat sich eine treue Leserschaft aufgebaut. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Missouri, USA. "ARES Security" ist eine neue Serie um die fünf Spezialeinsatzkräfte Rafe, Hauk, Teagan, Lucas und Max.

Kapitel eins


The Saloon gehörte zu der Sorte Bar, wie sie die Bewohner des ruhigen Vororts von Houston mochten. Das Lokal war klein, mit viel Holz und poliertem Messing. Eine abgehängte Holzdecke und die schummrige Beleuchtung sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. An den Wochenenden spielte eine Jazzband auf der kleinen Bühne dezente Hintergrundmusik.

Lucas war oft dort; im hinteren Teil der Bar war freitagabends inoffiziell ein Tisch für die fünf Mitarbeiter von ARES Security reserviert. Er und seine Freunde schätzten das entspannte Ambiente, die allgemeine Auffassung, dass sich jeder um seinen eigenen Kram kümmern sollte, und die Tatsache, dass der Tisch in eine Ecke gerückt war und sich so niemand von hinten anschleichen konnte.

Ausgebildete Soldaten mochten keine Überraschungen.

An diesem grau verregneten Mittwochabend war die Bar fast leer. Das lag nicht nur am Wetter, es war auch die erste Dezemberwoche - und der vorweihnachtliche Kaufrausch hatte alle gepackt. Vollkommen normale Menschen drehten nun durch, rannten von Geschäft zu Geschäft, um sich gegenseitig mit der spektakulärsten, megamäßigsten Geschenkidee zu übertrumpfen. Es war wie Thunderdome ohne Tina Turner.

Lucas und Teagan teilten sich aktuell die Bar mit einem jungen Paar, das in der Nähe des Erkerfensters im vorderen Teil saß und nur Augen füreinander hatte. Außerdem war neben der leeren Bühne ein Tisch mit Studentinnen. Schon leicht angeschickert vom Alkohol warfen sie Lucas verstohlene Blicke zu. Wenn sie nicht gerade Teagan anschmachteten.

Das war nichts Besonderes.

Die beiden Männer waren weibliche Bewunderung gewöhnt.

Teagan war groß und muskelbepackt, mit toffeebrauner Haut und goldgesprenkelten Augen, die er von seiner polynesischen Mutter geerbt hatte. Sein Haar war kurz rasiert, und er trug wie üblich Tarnhose und lederne Armeestiefel. Ein körperbetontes Muskelshirt, das zahllose Tattoos auf seinen nackten Armen enthüllte, unterstrich sein provozierendes Äußeres.

Lucas wiederum steckte in einem maßgeschneiderten Tausend-Dollar-Anzug, der seinen schlanken Körper perfekt zur Geltung brachte. Sein glänzendes schwarzes Haar war streng aus dem markant geschnittenen Gesicht gekämmt. Mit diesem Aussehen das bekam er häufiger zu hören könnte er es spielend leicht auf die Titelseiten von Modemagazinen schaffen. Als wenn er darauf irgendetwas gegeben hätte.

Seine Augen waren dunkel, fast schwarz. Doch wenn Sonnenlicht auf seine Iris fiel, schimmerte sie in einem tiefen Indigoblau.

Die meisten hielten ihn für weniger gefährlich als Teagan. Doch das war ein gewaltiger Irrtum.

Obwohl die Flirtversuche zunehmend mutiger wurden, hatten die beiden Männer keinen Blick für die Mädchen. Teagan hatte sowieso schon einen ganzen Harem, darunter Supermodels und zwei berühmte Schauspielerinnen. Und Lucas . Er verzog das Gesicht. Er hatte offen gestanden keine Ahnung, warum er sich nicht auf einen kleinen Flirt einließ. Sein Interesse diesbezüglich hatte schwer nachgelassen, seit er der Hölle in Afghanistan entkommen war. Zumal er in Gefangenschaft ständig an eine ganz bestimmte Frau hatte denken müssen.

Die Eine, die er verlassen hatte.

Lucas schüttelte den Kopf und griff nach seinem Glas. Der Tequila lief wie flüssiges Feuer durch seine Kehle und brannte die Vergangenheit weg. Ein zwölf Jahre alter Tequila war eben immer noch das beste Mittel gegen Kummer und Schmerz.

Lucas nickte zu dem leeren Glas seines Freundes. »Willst du noch einen?«

»Klar.« Teagan wartete, dass Lucas dem Barkeeper, der Gläser spülte und gleichzeitig die wenigen Gäste aufmerksam im Auge behielt, ein Zeichen gab. »Ich geh mal davon aus, dass die Runde auf dich geht?«

Lucas zog eine Augenbraue hoch. »Wieso muss eigentlich immer ich zahlen?«

»Du bist der mit dem Treuhandvermögen, Amigo, nicht ich«, meinte Teagan schulterzuckend. »Ich habe nicht mehr von meinem Alten mitgekriegt als eine Gehirnerschütterung und fundierte Kenntnisse des texanischen Rechtssystems.«

Lucas schnaubte abfällig. Seine Freunde wussten, dass er eher auf der Straße betteln würde, als auch nur einen Cent des St. Clair Vermögens anzurühren. Sie wussten auch, dass Teagan die traumatischen Erfahrungen von häuslicher Gewalt und Jugendknast hinter sich gelassen hatte und ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden war. Der jüngere Mann war an ARES beteiligt, und ihm gehörte eine Autowerkstatt für Nobelkunden mit mehr Geld als Verstand, wenn es um ihre kostbaren Sportwagen ging.

»Mir kommen gleich die Tränen. Als wenn ich nicht wüsste, dass du die ganz große Kohle mit deinem Laden machst«, stichelte Lucas, gerade als der Barkeeper die frisch gefüllten Schnapsgläser vor sie stellte.

»Von wegen ganz große Kohle.« Teagan stürzte seinen Tequila in einem Schluck herunter, dann griff er nach seinem Bier und seufzte wenig überzeugend. »Ich hab einen Haufen Kosten, ganz zu schweigen davon, dass ich meinen Cousins das Doppelte von dem an Gehalt zahle, was sie wert sind. Ich kann dich nur warnen, Amigo. Lass dich nie auf Geschäfte mit deiner Familie ein.«

»Zu spät«, murmelte Lucas. Für ihn waren die Männer, mit denen er aus dem Taliban-Gefängnis geflohen war, seine Brüder. Und die einzige Familie, die wichtig war.

»Das ist wahr.« Teagan nickte nachdenklich und hielt sein beschlagenes Glas hoch. »Auf ARES.«

Lucas ließ sein Glas an Teagans klirren, dankbar für die Bande, die sie geknüpft hatten. »Auf ARES.« Er trank seinen Tequila in einem Schluck und stellte das leere Glas beiseite. Schweigen folgte, bevor Teagan aussprach, was ihm wahrscheinlich auf der Zunge brannte, seit er in die Bar gekommen war. »Kannst du mir mal verraten, warum du mich hier treffen wolltest?«

Lucas lehnte sich im Stuhl zurück und zog die Augenbrauen hoch. »Vielleicht einfach deswegen, weil ich deine schillernde Persönlichkeit mag?«

Teagan schnaubte. »Wenn ich gewusst hätte, dass das hier ein Date ist, hätte ich mein Glückshemd angezogen.«

»Du brauchst ein Glückshemd, um flachgelegt zu werden?«

»Eigentlich nicht.« Teagan warf seinem Freund ein spöttisches Grinsen zu. »Allerdings hab ich gehört, dass du gern so tust, als wärst du schwer zu kriegen.«

Lucas verzog das Gesicht. Volltreffer. Na gut. Schwer zu kriegen. So konnte man es auch umschreiben.

»Ich wollte mit dir über Hauk reden«, lenkte er ab, denn sein nicht vorhandenes Sexleben ging niemanden etwas an.

Teagan beugte sich vor und verschränkte die Arme auf dem Tisch. »Hast du inzwischen neue Infos von deinen Übersee-Kontakten?«

Lucas verkniff sich die Frage, woher sein Begleiter wusste, dass er heimlich seine Informanten im diplomatischen Dienst anzapfte, um den Typen zu finden, der Hauk stalkte. Sie alle nutzten ihre spezifischen Kenntnisse, um den Verfasser dieser Nachrichten aufzuspüren, die zunehmend härtere Drohungen enthielten.

»Ja, hab ich.« Er hatte am Vormittag einen aktualisierten Bericht bekommen. »Ich hab nichts gefunden, das Hauk oder unsere Flucht aus Afghanistan thematisiert hätte.«

Teagan nickte. Jeder von ihnen hatte sich während der Militärzeit im Mittleren Osten Feinde gemacht. So läuft das im Krieg. Aber Hauk war Scharfschütze und hatte in einem publikumswirksamen Festakt die Ehrenmedaille verliehen bekommen, weil er bei seinen Einsätzen drei mächtige Terroristenführer ausgeschaltet hatte. So was kam nicht bei jedem gut an.

»Also steckt keine organisierte Zelle dahinter?«

»Nein.« Lucas schüttelte heftig den Kopf. Er hatte jeden kontaktiert, den er kannte, auch seine Leute im Ministerium für Nationale Sicherheit. Wäre der Name Hauk als potenzielle Zielscheibe im Gespräch gewesen, hätte er davon erfahren. »Wahrscheinlicher ist ein durchgeknallter Einzeltäter.«

Teagans Kieferpartie spannte sich an. »Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder enttäuscht sein soll. Wenn es eine Zelle wäre, könnten wir sie im Auge behalten, aber wie zum Teufel sollen wir irgendeinen durchgeknallten Spinner finden?«

»Ich habe überall deutlich gemacht, dass ich über jeden informiert werden will, der ein Interesse an Hauk bekundet hat.« Lucas musterte das grimmige Gesicht seines Begleiters. »Was ist mit dir?«

»Ich habe eine Computersuche gestartet, die jeden erfasst, der mit Hauk im Mittleren Osten gedient hat und der in den letzten sechs Monaten aus der Armee ausgeschieden ist.«

Lucas nickte langsam. Teagan war genial. Mit Sicherheit einer der besten Hacker überhaupt. Trotzdem konnte er keine Wunder vollbringen. »Das ist eine verdammt lange Liste.«

»Es wird eine Weile dauern, bis die Suche fertig ist«, räumte Teagan ein. Er trank einen großen Schluck Bier.

»Shit. Ich hasse dieses Warten«, knurrte Lucas. Der Gedanke, dass irgendein Phantom Hauk nachstellte, machte sie alle nervös. »Was ist mit Max?«

»Er ist .« Teagan ließ langsam sein Bierglas sinken, seine Augen wurden schmal. »Hast du vergessen, deine Steuern zu bezahlen?«

Lucas runzelte die Stirn. »Verdammt, was laberst du da?«

Teagan wies mit dem Kinn zur anderen Seite des Raumes. »Der da drüben ist ein Mitarbeiter der Regierung. Er hat gerade seine Dienstmarke vor dem Barmann aufblitzen lassen, und jetzt kommt er in unsere Richtung.«

Lucas spähte über seine Schulter und taxierte einen Mann mittleren Alters, der in ihre Richtung schlenderte. Dessen schütteres blondes Haar sah aus, als wäre es von seiner Frau geschnitten worden. Sein Outfit hätte dringend mal gebügelt werden müssen. Er trug billige Schuhe, und sein Gesichtsausdruck erinnerte irgendwie an eine Bulldogge.

Oh ja. Definitiv ein...

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