Susan Sontag

Die frühen New Yorker Jahre
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Februar 2016
  • |
  • 394 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-154234-3 (ISBN)
 
Die US-Amerikanerin Susan Sontag (1933-2004) gilt heute als Ikone, als streitbare Intellektuelle in der Tradition Zolas und Voltaires. Doch wie wurde sie zur schillernden und ebenso umstrittenen Figur des New Yorker Kulturbetriebs? Sontags Aufstieg zur Intellektuellen ist nicht darstellbar ohne eine Rekonstruktion ihres Verhältnisses zu den sogenannten 'New Yorker Intellektuellen', einer losen Gemeinschaft von Literaturkritikern, die das New Yorker Kulturleben seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs dominierte. Sontag berauschte sich am Neuen in der Kunst, etwa an den Happenings, die in Greenwich Village aufblühten, und wollte sich doch nicht vom Alten und Seriösen lösen. Stephan Isernhagen zeigt, wie sie als junge Literaturkritikerin auf ihre Vorbilder, die New Yorker Intellektuellen, schaute, allmählich Kontakt aufnahm und doch eigene Akzente setzte und eigene Schwerpunkte bildete. Er verdeutlicht, wie nah sie der Neoavantgarde stand, jenen Künstlern in Greenwich Village, die sich vom Establishment distanzierten, und wie viel sie von deren ästhetischen Prämissen in ihre eigene Kunstkritik überführte. Deutlich wird, dass sie sich am 'neuen Menschen' der Neoavantgarde orientierte und danach strebte, die New Yorker Intellektuellen von neuer Kunst zu überzeugen. Doch das war nicht so einfach, denn die Kunst der Neoavantgarde beruhte auf einer ästhetischen Erfahrung, die auf einem antibürgerlichen und unkonventionellen Subjektbegriff fußte. Sontags Plädoyer für den ästhetischen Wert dieser Kunst war ein Plädoyer für einen alternativen, neuartigen Subjektbegriff, der wahrhaft 'freien' Entfaltung des Menschen verpflichtet. Indem sie die ästhetische Erfahrung der Neoavantgarde ernst nahm und für den ästhetischen Wert neuer Kunst stritt, kämpfte sie für die Gültigkeit alternativer Subjektkonzepte und insbesondere des 'homosexuellen Subjekts', das in der Kunst der Neoavantgarde als etwas Gewolltes und Gutes zum Ausdruck kam.
Diese Arbeit wurde 2014 mit dem Dissertationspreis der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft ausgezeichnet.
  • Deutsch
  • Tübingen
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  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 6,86 MB
978-3-16-154234-3 (9783161542343)
10.1628/978-3-16-154234-3
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Anmerkungen zur Zitierweise
  • Abkürzungen
  • 1. Einleitung
  • Susan Sontag und die New Yorker Intellektuellen: Balanceakt zwischen dem >Perversen< und dem >Ernsthaften<
  • Empfindsamkeit und Kunst und Kritik
  • Forschungs- und Quellenlage
  • Quellen
  • 2. Greenwich Village: Mekka der Aussteiger
  • Die New Yorker Intellektuellen
  • 3. Die New Yorker Intellektuellen: Juden ohne Geld
  • Partisan Review
  • Die Gemeinschaft der Kommunisten
  • Klassenkampf und Literaturkritik
  • Literarischer Nationalismus
  • Die Freiheit der Kunst
  • Die Modernen
  • »Avantgarde and Kitsch«
  • Der Zweite Weltkrieg und die Intellektuellen
  • 4. Die Verteidigung der Literatur
  • Der Mensch am Nullpunkt
  • Warum Literatur?
  • Soziale Relevanz versus strenger Formalismus
  • Antikommunistische Intellektuelle
  • Integration in die US-Gesellschaft
  • Abgrenzungsbemühungen
  • Die Konsensintellektuellen
  • Der Intellektuelle: Von der Revolution zur Reform
  • Lionel Trilling
  • Der Blick auf moderne Literatur
  • Sorge um ästhetische Erfahrung: Die Massenkultur
  • Massenkultur und Totalitarismus
  • Hannah Arendt
  • 5. Kampf der Avantgarden
  • Der >eindimensionale Mensch<
  • Der >neue Mensch<
  • Abstrakte Expressionisten
  • Der Maler als amerikanischer Held
  • Die Neoavantgarde - die Absage an das Innere
  • Die Freiheit der Musik: John Cage
  • Ginsberg, Kerouac und Burroughs: Die Beats
  • Die >neue Vision<
  • Grenzenlose Fülle
  • Jenseits des Sagbaren
  • Was ist wertvolle ästhetische Erfahrung?
  • Eine neue Sprache für eine neue Kunst
  • 6. Das Unbehagen der Susan Sontag
  • Kindheit und Jugend
  • Von Arizona nach Kalifornien
  • Aristokratie der Eunuchen?
  • Komischer Vogel
  • Berkeley
  • Die Entdeckung der Lust
  • Chicago - Rückzug in die Konvention
  • Kulturelles Kapital
  • Marcuse als Intellektueller
  • Das Ganzheitliche der Kunst
  • Literarische Gehversuche
  • Das Ende der Rieffs und der Beginn des neuen Lebens: Paris
  • Der Ehemann im alten Leben
  • Die Verwundbarkeit der Homosexuellen
  • Abseits des Normalen
  • Homosexualität als Krankheit, Sünde und Verbrechen
  • 7. Eintritt ins Niemandsland
  • Avantgarde sein!
  • Ankunft mit zwei Koffern
  • Neuinterpretation der Psychoanalyse
  • Sehnsucht nach verlorener Einheit
  • Neue Freunde - neue Kunst
  • Joseph Chaikin und das Living Theatre
  • Jasper Johns
  • Alfred Chester, Richard Howard
  • Orientierung an der Neoavantgarde
  • Pop-Art
  • >Interessante< Kunst
  • Totale Kunst
  • Lust und Schreiben
  • Zu konventionell!
  • Kunst und Leben
  • 8. Das New Yorker Establishment
  • Von »Journalisten« und »Sonntagssoziologen«
  • Sontag versus McCarthy
  • Auf Tuchfühlung mit den Etablierten
  • Die Kontaktaufnahme
  • Jenseits des öffentlichen Schlagabtauschs
  • Ausstieg aus der Wissenschaft
  • 9. Was ist und was soll Kunst?
  • Kunst und Apokalypse
  • Against Interpretation
  • Eine >Neue Sensibilität<
  • >Neue Sensibilität< versus >alte Sensibilität<
  • Das Wissen der Kunst
  • Die Wahrnehmungsrevolution
  • Das Potential des Langweiligen
  • Postmoderne Sontag?
  • Sontag als >totale Intellektuelle<
  • Über den Kunstkritiker und Schriftsteller
  • Vermarktung der >neuen Sensibilität<
  • 10. In einer Sphäre jenseits von
  • Lionel Trillings »trotziger Kern«
  • Ideen, das Komplexe und das Ernsthafte
  • 11. Die Ambivalenz des Nullzustands: Der Kampf um die homosexuelle Erfahrung
  • Die Diskreditierung der homosexuellen Erfahrung
  • Angriff der »Sozial-Exzentrischen«
  • Homophobe Intellektuelle: die Hierarchie der Erfahrungen
  • Kunst und Moral
  • Die Hoffnung der Homosexuellen
  • 12. Das Establishment schlägt zurück
  • 13. Farrar, Straus & Giroux. Der Aufbau einer Autorin
  • Farrar, Straus & Giroux
  • Die »Farrar-Straus-Familie«
  • FSG steigert die Bekanntheit Sontags
  • Sontag in Europa
  • 14. Die andere Front: Vietnam
  • Die Intellektuellen und der Krieg
  • Die Macht der Gefühle
  • Die Radikalisierung
  • Das »right here« und das »out there«
  • Sontag und der Guru
  • Reise nach Hanoi
  • Der Intellektuelle als Augenzeuge - die Lust an der Grenzüberschreitung
  • New York - Hanoi
  • Aus den üblichen Bahnen geworfen
  • Persönliches Dokument versus »Amateurdiplomatie«
  • Der Umschwung der Erfahrung
  • Die Kuba-Erfahrung
  • 15. Schluss
  • 16. Nachklang
  • 17. Anhang: Methodische Überlegungen
  • Identität und Subjektsein
  • Heterosexuelles System und Einheit des Subjekts
  • Feldanalyse
  • Der Intellektuelle
  • Quellen und Archivalien
  • Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichtenmagazine
  • Nachschlagewerke, Bibliographien und Lexika
  • Unveröffentlichte Quellen, Literatur und Gesprächsprotokolle
  • Veröffentlichte Primärtexte, Quellensammlungen, Autobiografien und Gesprächsprotokolle
  • Sekundärliteratur
  • Nachweise der unveröffentlichten Quellen
  • Personenregister
  • Sachregister

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