Ein Mann zu viel

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5895-0 (ISBN)
 
Das soll Grant Whiting sein? Die hübsche Mitzi muss sich sehr wundern. Zugegeben, er sieht gut aus, aber er ist nicht so charmant, wie ihre Freundin Kay immer erzählt. Kein Wunder - es ist ja auch gar nicht Grant, sondern dessen Zwillingsbruder! Dem "echten" Grant begegnet Mitzi erst am nächsten Tag ...

PROLOG

"Ich bitte dich doch nur um einen kleinen Gefallen", sagte Grant Whiting zu seinem Zwillingsbruder Ted. "Du gehst für mich zur Hochzeitsprobe und am nächsten Tag zur Trauung. Das ist alles."

"Tatsächlich? Ist das alles?" Ted, der sich im Sessel vor Grants Schreibtisch bequem zurückgelehnt hatte, saß plötzlich kerzengerade. In dieser Haltung sah er nun aus wie das Spiegelbild seines Bruders. "Du nennst es einen kleinen Gefallen, wenn ich für dich den Trauzeugen spiele?"

"Hey, du sollst nicht für mich zum Mond fliegen. Es ist nur eine Hochzeit."

Grant wusste, was sein Bruder dachte. Dass es nämlich gar nicht zu ihm passte, sich vor einer Verpflichtung zu drücken. Man brauchte Grant nur anzusehen, um zu wissen, dass er ein verantwortungsvoller Mensch war. Das zeigte schon seine konservative Kleidung. Trauerkleidung, wie Ted sie nannte. Dunkler Anzug, dezente Krawatte, polierte Schuhe. Während Ted heute in einem Outfit aufgetaucht war, das eher an den Strand von Waikiki passte. Weiße Shorts, Hawaiihemd und Sandalen! Ihm fehlte nur noch ein tropischer Drink mit Schirmchen.

Womöglich mixte Teds Sekretärin in dieser Sekunde einen solchen Drink im Nachbarbüro.

Die wenigen Male, wo sie die Rollen getauscht hatten, war immer Ted der Nutznießer gewesen. Sei es beim Schulfest, wo er wegen Lampenfiebers die Rolle von George Washington nicht spielen konnte. Oder weil er in Geometrie oder im Spanischunterricht nicht mitkam. Oder auch nur, weil er Mary Pepperburg nicht sagen konnte, dass er sich schon mit einem anderen Mädchen verabredet hatte. Grant war noch nie darauf angewiesen gewesen, dass sein Bruder ihn rettete.

"Ich dachte, du freust dich auf die Hochzeit", sagte Ted.

"Natürlich. Kay und Marty sind meine besten Freunde."

"Aha." Ted trommelte mit den Fingern, während er seinen Bruder eindringlich musterte. "Es ist wegen der Übernahme, stimmt's? Großer Gott, meinst du wirklich, das Geschäft kommt nicht mal einen Tag ohne dich aus?"

"Einen Abend und den nächsten Tag", verbesserte Grant ihn. "Du scheinst den Ernst der Lage noch nicht begriffen zu haben." Die beiden Zwillingsbrüder liefen Gefahr, ihre kleine Kaufhauskette zu verlieren, wenn sie nichts gegen die Übernahmepläne von Horace Moreland unternahmen. "Wir stecken in der größten Krise, seit Herman Little versucht hat, die Verkäufer gewerkschaftlich zu organisieren."

"Und was passierte damals?", fragte Ted. "Die Leute bekamen eine kleine Gehaltserhöhung, und der Fall war ausgestanden."

"Sieben Prozent nennst du eine kleine Gehaltserhöhung?"

Ted zuckte die Achseln. "Reg dich nicht auf."

"Dich ruft Moreland nicht alle zehn Minuten an. Ich sage dir, er ist fest entschlossen."

Horace Moreland vergrößerte sein Unternehmen, indem er kleinere Geschäfte verschlang wie Kinder die Süßigkeiten zu Halloween. Und er hatte für diese Woche seinen Besuch angekündigt, um nun auch Whiting's zu verschlingen. Ted und Grant waren natürlich gegen die Übernahme, konnten aber über das Schicksal der Firma nicht allein entscheiden. Zu einem Viertel war immer noch ihr Onkel Truman am Geschäft beteiligt.

Onkel Truman war ein Golfnarr, der ständig Geld brauchte, um den Verpflichtungen in seinem Club nachzukommen. Eine Schwäche, die ihn für Morelands Angebot empfänglich machte. Ein weiteres Viertel hielt ihre Stiefmutter Mona. Ted und Grants Vater war vor sieben Jahren verstorben, doch mit ihren fünfundzwanzig Prozent übte seine vierte Frau immer noch beträchtlichen Einfluss auf das Leben der Zwillingsbrüder aus. Und Mona musste zum Verkauf nicht erst überredet werden. Sie war eine Sklavin der Mode. Stets im neuesten Trend gekleidet zu sein kostete Geld. Und war Barvermögen nicht besser als eine Geschäftsbeteiligung, die sie von ökonomischen Zwängen abhängig machte? Mit anderen Worten, wenn Moreland der feindliche General war, dann waren Mona und Truman die Überläufer, die seine Panzer mit wehenden Fahnen und Konfetti begrüßten.

"Wenn ich die Katastrophe verhindern will, muss ich hier sein."

"Weißt du, was ich glaube?", fragte Ted. "Ich glaube, du willst nicht zu dieser Hochzeit, damit du nicht erinnert wirst."

"Erinnert? Woran?"

"An deine Scheidung."

Grant seufzte. "Du hast recht. Daran will ich nicht erinnert werden." Er war immer noch schockiert, dass ausgerechnet er, der seinen Vater drei Mal hatte heiraten sehen und sich geschworen hatte, es besser zu machen, nun auch geschieden war.

"Du kannst den Frauen nicht ewig aus dem Weg gehen. Warum genießt du dein neues Junggesellendasein nicht? Sei nicht so verkrampft!"

"Das hat Janice auch immer gesagt." Janice war seine Exfrau. "Sie fand mich zu spießig und zu eingefahren."

"Janice war verrückt!" Ted hatte Grants Frau nie gemocht. Aber er hatte auch eine angeborene Abneigung gegen alles, was nach Häuslichkeit roch.

"Findest du mich spießig?"

"Na ja ." Ted wand sich unbehaglich. "Vielleicht nicht direkt spießig . eher seriös. Würdevoll."

"Spießig." Grant seufzte. "Janice hat sich oft darüber beklagt, dass wir nie was spontan unternommen haben. Sie meinte, ich hätte zu viel Verantwortungsgefühl. Kann man überhaupt zu viel davon haben?"

"Janice war verrückt", wiederholte Ted.

War sie das wirklich? Grant hatte vorgeschlagen, einen Psychiater aufzusuchen. Er glaubte tatsächlich, dass Janice eine Therapie brauchte. Und er wollte dabei sein, wenn der Psychiater erklärte, dass sie nur nicht einsehen wollte, was für einen vorbildlichen Ehemann sie hatte und dass in ihrer Ehe alles stimmte, genau wie Grant es behauptete.

Aber kurz vor ihrer ersten Sitzung wachte Grant eines Morgens auf und entdeckte, dass seine Frau mit dem Kronprinz eines winzigen Ölstaates im Nahen Osten davongelaufen war.

Okay, vielleicht hatte in ihrer Ehe doch nicht alles gestimmt . Aber Janices Eskapaden katapultierten ihre Beziehungsprobleme weit über den normalen Ehealltag hinaus.

"Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie ich so blind sein konnte. Ich war der ergebene Ehemann und hoffte, dass wir bald Kinder bekommen würden. Und dabei vergnügte Janice sich längst mit Prinz Omar."

"Du hast die Nummer des nützlichen Ehemannes gespielt, während sie den Tanz mit den sieben Schleiern aufgeführt hat", bemerkte Ted.

"Wie soll ich nach diesem Betrug jemals wieder einer Frau vertrauen?"

"Vergiss das Vertrauen. Denk an die Beine", tat Ted seine Sorge ab.

Grant wünschte, er wäre ein eingefleischter Junggeselle wie sein Bruder. "Ich will nicht wieder heiraten."

"Gut!"

"Ich will nicht mal daran denken."

"Dann lass es bleiben. Such dir ein Mädchen und amüsier dich."

Teds Rat war schön und gut, aber bei dieser Trauung würde er eine lange Zeremonie durchstehen müssen. Er würde noch einmal das Versprechen hören, dass er selbst so ernsthaft einer Frau gegeben hatte, der die Worte "bis der Tod uns scheidet" offensichtlich nichts bedeuteten. Nein, dazu hatte er wenig Lust. Und dann war da auch noch die Sache mit der Trauzeugin.

"Was gibt es sonst noch für Probleme?", fragte Ted.

"Kay. Die Braut", erwiderte Grant.

"Die Frau mit dem Köter!" Ted stöhnte entsetzt.

Kay war seit der Wirtschaftsschule mit Grant befreundet und war Ted nur einmal begegnet. Einmal war auch genug gewesen. Bei einer Gartenparty hatte Kays Dackel Chester sich Teds Feindschaft zugezogen, indem er auf Teds geliebte australische Stiefel aus original Wallaby-Leder gepinkelt hatte. Mann und Hund hatten sich seitdem ewige Feindschaft geschworen.

"Es hat nichts mit ihrem Hund zu tun", versicherte ihm Grant. "Weißt du, Kay ist so ein mütterlicher Typ. Und jetzt, wo sie heiratet und ich Trauzeuge bin, drängt sie mich natürlich, auch wieder zu heiraten."

"Frauen!" Ted, der die Frauen liebte, jedenfalls die blonden mit langen Beinen, wurde aggressiv, wenn es um das Thema Ehe ging. "Sie geben nicht eher Ruhe, als bis jeder Mann auf der Welt mit einer Frau, einer Hypothek und einem Stall voll Kindern angebunden ist."

Grant nickte. "Das ist Kay, wie sie leibt und lebt."

Ted tippte mit einem Bleistift auf sein Bein. "Lass mich raten. Kay findet, dass ihre Trauzeugin wie für dich geschaffen ist." Er sah Grant fragend an.

Grant grinste. "Woher weißt du das?" Tatsächlich hatte Kay ihre Trauzeugin schon häufig erwähnt. Keine Frage, dass sie Grant mit ihr verkuppeln wollte.

"Frauen sind so leicht zu durchschauen." Ted lehnte sich zurück, steckte den Bleistift hinter sein Ohr und schüttelte abgeklärt den Kopf. "Sie inszenieren ihre Hochzeit so, dass sie eine Lawine auslösen. Wenn eine heiratet, spielt sie der Nächsten den Ball zu, und bevor der arme Trottel dies merkt, steht er schon vorm Traualtar. Und so geht es immer weiter. Wenn du nicht aufpasst, lieber Bruder, wirst du von diesem Wirbelsturm aufgesogen."

Grant lächelte reumütig. "Warum hast du mir das nicht vor fünf Jahren gesagt. Dann hätte ich Prinzessin Janice vielleicht nicht geheiratet."

Ted runzelte die Stirn. Er hatte in der Tat ein schlechtes Gewissen, weil er seinen Bruder nicht zu einem standhaften Junggesellen hatte erziehen können. Obwohl er dies mit allen Mitteln versucht hatte. Ted war auf der Hut vor dem anderen Geschlecht, seit ihr Vater zum vierten Mal...

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