Innerstaatliche Wirkungen des Vertragsverletzungsverfahrens

Die Aufsichtsklage im föderalen Gefüge der Europäischen Union
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 25. April 2016
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  • 522 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-154091-2 (ISBN)
 
Viele Versuche sind unternommen worden, um die Europäische Union zu beschreiben. Emanuel C. Ionescu will keine neue Beschreibung hinzufügen, sondern deutet die EU als föderale Ordnung und beleuchtet die rechtliche Verfassung der Binnenbeziehung zwischen Union und Mitgliedstaaten von innen heraus am Beispiel des Vertragsverletzungsverfahrens. Wie in einem Brennglas finden sich dort sowohl das föderale Postulat der Vielfalt und der Einheit als auch die ursprünglich völkerrechtliche Konstruktion. Die Untersuchung richtet den Blick darüber hinaus auf den einzelnen Unionsbürger. Dies gelingt über die rechtsvergleichende Betrachtung der Rechtskraftwirkung der Vertragsverletzungsurteile. Sie erstreckt sich nicht nur auf das Rechtsverhältnis von Union und Mitgliedstaaten, sondern erfasst auch den Einzelnen. Unter Berücksichtigung legislativer, judikativer und exekutiver Unionsrechtsverstöße werden die konkreten Folgen eines Vertragsverletzungsurteils für das innerstaatliche Recht untersucht.
  • Deutsch
  • Tübingen
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  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 6,78 MB
978-3-16-154091-2 (9783161540912)
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Geboren 1984; Studium der Rechtswissenschaft an der Universitat Konstanz; Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung; 2009 erste juristische Prufung; 2009-13 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl fur Staats- und Verwaltungsrecht, Europarecht und Rechtsvergleichung der Universitat Konstanz; 2013-15 Referendariat am OLG Karlsruhe; 2015 Promotion und zweite juristische Staatsprufung; seit 2015 Rechtsanwalt in Frankfurt a.M. bei einer internationalen Wirtschaftskanzlei.
  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Einleitung
  • A. Einführung in die Problemstellung
  • B. Gang der Untersuchung
  • C. Hinweise zur Methodik
  • I. Wertender Rechtsvergleich als Methode
  • II. Der besondere Einfluss des französischen Prozessrechts auf das Prozessrecht des Unionsrechts
  • III. Das Bundesverfassungsgericht und internationale Gerichte als Vergleichsmaßstab
  • Erster Teil: Die föderalen Rahmenbedingungen des Vertragsverletzungsverfahrens
  • 1. Kapitel: Die europäische Makrostruktur: Die Europäische Union als föderale Ordnung
  • A. Föderalismus als offenes Ordnungsprinzip
  • I. Ursprung und Begriff des Föderalismus
  • II. Prinzipielle Formenvielfalt föderaler Ordnungen
  • III. Kategorienverengung auf den Bundesstaat
  • B. Die europäische Einschränkung: Das Denken in Gegensatzpaaren
  • I. Die dichotomische Reduktion in der allgemeinen Staatslehre: Bundesstaat oder Staatenbund
  • II. Übertragung auf die Frage nach der Rechtsnatur der Europäischen Union
  • C. Die föderale Gestalt der Europäischen Union jenseits überkommener Denkmuster
  • I. Der dichotomisch-unitarische Ansatz als Verständnishürde
  • II. Das föderale System der Europäischen Union und die föderale Spannungslage zwischen der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten
  • III. Notwendigkeit einer konkreten Betrachtungsweise
  • 1. Heuristische Funktion der Bundeslehre
  • 2. Rechtsvergleich als Methode zur Annäherung an föderale Ordnungen
  • 2. Kapitel: Das Vertragsverletzungsverfahren als Ausgleichsinstrument föderaler Spannungen
  • A. Der Vollzugsföderalismus: Modus der Rechtsverwirklichung und Modell der Sicherung föderaler Vielfalt in der Europäischen Union
  • I. Vollzugsföderale Konstruktion
  • II. Reichweite des Vollzugsbegriffs
  • B. Föderale Streitschlichtung am Maßstab des Rechts als Streben nach Einheit
  • I. Die Europäische Union als Rechtsgemeinschaft
  • 1. Das Prinzip der Herrschaft des Rechts
  • 2. Wirksamkeit des Rechts als zwingende Voraussetzung
  • II. Der Vorrang des Unionsrechts als Mittel zur Sicherung der Wirksamkeit des Rechts
  • 1. Herleitung aus dem Prinzip der Wirksamkeit
  • 2. Föderale Dimension des Vorrangs des Unionsrechts
  • 3. Der Vorrang des Unionsrechts und seine verschiedenen Ausprägungen
  • a) Der Anwendungsvorrang als Vorrang im engeren Sinne
  • (i) Differenzierung zwischen den Kollisionslagen
  • (1) Direkte Kollisionen
  • (2) Indirekte Kollisionen
  • (ii) Wirkungsweise des Anwendungsvorrangs
  • b) Der Vorrang im weiteren Sinne und seine Institute
  • c) Zusammenfassende Einschätzung
  • C. Die föderale Bedeutung des Vertragsverletzungsverfahrens
  • I. Objektiv-rechtliche Natur des Vertragsverletzungsverfahrens
  • II. Prüfungsmaßstab des Europäischen Gerichtshofs
  • 1. Primärrecht
  • 2. Sekundärrecht
  • a) Verordnungen, Art. 288 Abs. 2 AEUV
  • b) Richtlinien, Art. 288 Abs. 3 AEUV
  • c) Beschlüsse, Stellungnahmen und Empfehlungen nach Art. 288 Abs. 4, 5 AEUV
  • III. Das Zusammenspiel von Kommission und Europäischem Gerichtshof im Sinne föderaler Streitschlichtung
  • 1. Die Rolle der Kommission im Vertragsverletzungsverfahren
  • a) Allgemeine Aufgabenzuweisung durch Art. 17 Abs. 1 EUV
  • b) Doppelfunktion der Kommission
  • (i) Die Kommission als Kontrollbehörde
  • (1) Die Kommission im Vorverfahren des Art. 258 AEUV
  • (2) Ermessen der Kommission zur Verfahrenseinleitung
  • (ii) Die Kommission als Initiatorin gerichtlicher Kontrolle
  • 2. Die Notwendigkeit der gerichtlichen Streitschlichtung durch den Europäischen Gerichtshof aus föderaler Perspektive
  • a) Institutionelle Auflösung föderaler Spannungen
  • b) Die Idee der pouvoir neutre und die Rolle der Gerichtsbarkeit
  • c) Der Europäische Gerichtshof als pouvoir neutre
  • 3. Kapitel: Die Binnenbeziehung zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten
  • A. Das bipolare Rechtsverhältnis zwischen der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten
  • B. Die rechtliche Ausgestaltung des Binnenverhältnisses: Föderales Binnenrecht
  • I. Das allgemeine Verhältnis des Unionsrechts zum Völkerrecht
  • 1. Die Europäische Union als besondere Rechtsordnung des Völkerrechts
  • a) Von van Gend & Loos über Costa/E.N.E.L. zu Kommission/ Luxemburg und Belgien
  • b) Autonomieanspruch des Europarechts und Einbettung in das Völkerrecht
  • c) Der Bezug zur Verfassungsdiskussion
  • (i) Überwindung der Dichotomie: Verknüpfung von Verfassung und Vertrag
  • (ii) Historische Vorbilder und deren Fortwirken im Hinblick auf die Verfassungsbetrachtung der Europäischen Union
  • d) Zwischenergebnis
  • 2. Grundsätzliche Geltung völkerrechtlicher Normen im Unionsrecht
  • 3. Verdrängung und subsidiäre Heranziehung des allgemeinen Völkerrechts
  • II. Bedeutung für das Vertragsverletzungsverfahren
  • 1. Völkerrechtlicher Ursprung des Vertragsverletzungsverfahrens
  • a) Der Mitgliedstaat als Handlungs- und Zurechnungseinheit
  • b) Kombination aus Feststellungswirkung und Urteilsbefolgungspflicht
  • 2. Anwendbarkeit der völkerrechtlichen Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit im Binnenverhältnis zwischen der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten
  • a) Grundsätzliche Geltung in der Binnenbeziehung
  • b) Normative Grundlage und allgemeiner Inhalt der Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit
  • c) Das sog. self-contained regime
  • (i) Begriffliches Vorverständnis
  • (ii) Keine absolute Abschottung vom allgemeinen Völkerrecht
  • (iii) Der Regelungsgehalt des Art. 344 AEUV
  • (1) Anwendungbereich der Norm
  • (2) Differenzierung zwischen Verfahren und Rechtsfolgen
  • d) Zwischenergebnis: Modifizierter Rückgriff auf völkerrechtliche Rechtsgrundsätze
  • 4. Kapitel: Der einzelne Unionsbürger im Spannungsfeld zwischen EU und Mitgliedstaaten
  • A. Föderale Analysemuster: Die bloße Beschreibung föderaler Strukturen
  • B. Die bisherige Betrachtung der föderalen Rechtsstellung des einzelnen Unionsbürgers in der Europäischen Union
  • C. Die Bedeutung des Vertragsverletzungsverfahrens für die Erfassung des einzelnen Unionsbürgers in föderalen Systemen
  • I. Die verfahrensrechtliche Stellung des Einzelnen
  • 1. Das außergerichtliche Vorverfahren
  • a) Kein materiell-rechtlicher Anspruch auf Verfahrenseinleitung
  • b) Prozessuale Konsequenzen für den einzelnen Unionsbürger
  • c) Das individuelle Beschwerdeverfahren als Ausgleich
  • 2. Das gerichtliche Verfahren
  • 3. Vergleichende Perspektive
  • a) Föderative Streitigkeiten vor dem Bundesverfassungsgericht
  • b) Streitigkeiten vor internationalen Gerichten des Völkerrechts
  • II. Die Wirkungen eines Urteils für den Einzelnen
  • Zweiter Teil: Der Mechanismus des Art. 260 Abs. 1 AEUV
  • 5. Kapitel: Die prozessuale Wirkungsweise des Art. 260 Abs. 1 AEUV
  • A. Inhalt der gerichtlichen Entscheidung in einem Vertragsverletzungsverfahren
  • I. Feststellung der Rechtswidrigkeit nach Art. 260 Abs. 1 Hs. 1 AEUV
  • II. Umsetzungspflicht nach Art. 260 Abs. 1 Hs. 2 AEUV
  • B. Die Bedeutung der Rechtskraftwirkung im Rechtsschutzystem des EuGH
  • I. Dogmatische Herleitung des Rechtskraftprinzips im Recht der Europäischen Union
  • 1. Primärrechtliche Ausgangslage
  • 2. Die Regelung des Art. 91 VerfO-EuGH
  • 3. Rechtskraft als allgemeiner Rechtsgrundsatz des Unionsrechts
  • II. Zielsetzungen der Rechtskraft
  • 1. Sicherung der Endgültigkeit von Streitentscheidungen
  • 2. Objektive Ausrichtung - Parallelität zum objektiven Verfahren
  • C. Formelle Rechtskraftwirkung und Endgültigkeit der Urteile
  • D. Materielle Rechtskraftwirkung
  • I. Grundverständnis der Rechtskraft
  • II. Die doppelte Rechtskraftwirkung
  • 1. Negative Wirkung
  • 2. Positive Wirkung
  • 3. Abgrenzungen und Überschneidungen zur Präjudizienbindung
  • III. Die unterschiedliche Reichweite der Rechtskraftwirkung
  • 1. Gegenständliche Reichweite
  • a) Der Streitgegenstandsbegriff des Europäischen Gerichtshofs
  • b) Die Erstreckung auf Tenor und tragende Gründe
  • 2. Zeitliche Reichweite
  • a) Feststellung des Unionsrechtsverstoßes ex tunc
  • b) Maßgeblicher Zeitpunkt für die Berücksichtigung der Sach-und Rechtslage
  • c) Durchbrechungsmöglichkeiten
  • 3. Persönliche Reichweite
  • a) Die Relativität der Rechtskraft: Rechtskraftwirkung inter partes
  • (i) Die Bindung der Europäischen Union durch das Vertragsverletzungsurteil
  • (ii) Bindung des beklagten Mitgliedstaates durch das Vertragsverletzungsurteil
  • b) Absolute Rechtskraftwirkung erga omnes
  • (i) Begründung einer erga omnes-Wirkung aufgrund der besonderen Funktion des Vertragsverletzungsverfahrens
  • (1) Nachteile für den einzelnen Unionsbürger
  • (2) Nachteile für den beklagten Mitgliedstaat
  • (3) Zwischenergebnis
  • (ii) Strukturelle Vergleichbarkeit mit der Nichtigkeitsklage nach Art. 264 AEUV
  • (iii) Der Regelungsgehalt des Art. 260 Abs. 1 AEUV
  • (1) Art. 260 Abs. 1 AEUV als besondere Rechtskraftanordnung
  • (2) Einbeziehung nur der staatlichen Organe in die besondere Rechtskraftanordnung
  • (3) Vergleich mit mitgliedstaatlichen Prozessordnungen
  • (a) Das Bundesverfassungsgericht und die Regelung des § 31 Abs. 1 BVerfGG
  • (b) Der Conseil constitutionnel und Art. 62 Abs. 3 der Französischen Verfassung der V. Republik
  • (iv) Zwischenergebnis
  • c) Quasi-absolute Rechtskraftwirkung
  • (i) Die Annahme einer präjudiziellen Wirkung trotz Ablehnung eines unmittelbaren Rechtsverhältnisses zum Einzelnen
  • (ii) Die Urteilsbefolgungspflicht des Art. 260 Abs. 1 Hs. 2 AEUV als Anknüpfungspunkt einer quasi-absoluten Rechtskraftwirkung
  • (iii) Sinn und Zweck des Vertragsverletzungsverfahrens
  • (iv) Systematischer Vergleich mit den Urteilswirkungen einer Gültigkeitsvorlage nach Art. 267 Abs. 1 AEUV
  • (1) Rechtskraftwirkung einer Vorabentscheidung
  • (2) Personelle Reichweite der Rechtskraft bei einer Gültigkeitsvorlage
  • (3) Vorbildwirkung für das Vertragsverletzungsverfahren
  • (v) Vergleich mit Urteilswirkungen internationaler Gerichte
  • (1) Die Bindungen an Urteile des Internationalen Gerichtshofs
  • (a) Rechtskraft der IGH-Urteile nach Art. 59 und Art. 60 IGH-Statut
  • (b) Einzelfallbindung an IGH-Urteile
  • (c) Auslegungsbindung an IGH-Urteile
  • (d) Normative Leitfunktion und verfassungsrechtliche Grenzen der Bindungswirkungen der IGH-Urteile
  • (e) Besonderheit der Konstellation: Notwendigkeit einer individualschützenden Norm
  • (2) Der Dispute Settlement Body der WTO und die innerstaatliche Bedeutung seiner Schiedssprüche
  • (a) Der Dispute Settlement Body als internationales Gericht und dessen funktionale Vergleichbarkeit mit dem Vertragsverletzungsverfahren
  • (b) Rechtskraftwirkungen des Dispute Settlement Body
  • (3) Die Bindungen an Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
  • (a) Formelle und materielle Rechtskraftwirkungen der Urteile des EGMR
  • (b) Keine unmittelbare erga omnes-Wirkung
  • (c) Faktische Erweiterung der Rechtskraftwirkung in persönlicher Hinsicht: Der quasi-erga omnes-Effekt
  • (d) Der Unterschied zwischen den Urteilswirkungen des EuGH und des EGMR: Keine unmittelbare innerstaatliche Wirkung durch die EMRK
  • 4. Zusammenfassung: Die prozessuale Einbeziehung des einzelnen Unionsbürgers durch Art. 260 Abs. 1 AEUV unter Berücksichtigung der Urteilswirkungen internationaler Gerichte
  • 6. Kapitel: Die materiell-rechtliche Wirkungsweise des Art. 260 Abs. 1 AEUV
  • A. Die Pflicht zur Urteilsbefolgung durch den Mitgliedstaat nach Art. 260 Abs. 1 Hs. 2 AEUV
  • I. Allgemeiner Inhalt der Urteilsbefolgungspflicht
  • II. Der Mitgliedstaat als Adressat der Handlungspflicht
  • III. Frist für die Erfüllung der Pflicht
  • B. Die zeitliche Reichweite der mitgliedstaatlichen Handlungspflicht
  • I. Der modifizierte Rückgriff auf die Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit im föderalen Binnenverhältnis
  • 1. Allgemeine Rechtsfolgen im Falle eines Völkerrechtsverstoßes nach den Grundsätzen der Staatenverantwortlichkeit
  • a) Beendigungspflicht ex nunc
  • b) Wiedergutmachungspflicht ex tunc
  • 2. Rezeption der Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit in der Unionsrechtsordnung
  • a) Der Wortlaut des Art. 260 Abs. 1 AEUV
  • b) Der Grundsatz der Organhaftung als Ausdruck völkerrechtlicher Zurechnung
  • c) Die Rechtsprechung des EuGH: Die Rechtssachen Kommission/ Italien [Rs. 39/72], Kommission/Belgien [Rs. 77/69], Kommission/ Italien [Rs. 8/70] sowie Kommission/Italien [Rs. 309/84]
  • d) Abgrenzung von der direkten Anwendung der Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit im Falle eines Systemversagens
  • 3. Der Umgang mit Handlungspflichten aufgrund eines Urteils des EGMR als Vergleichsmaßstab für das Vertragsverletzungsverfahren
  • a) Vergleichbarkeit der materiell-rechtlichen Urteilswirkungen nach Art. 260 Abs. 1 AEUV sowie nach Art. 41 und Art. 46 EMRK
  • (i) Feststellung des Konventionsverstoßes
  • (ii) Urteilsbefolgungspflicht aus Art. 46 Abs. 1 EMRK
  • b) Die Anwendung der völkerrechtlichen Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit und deren Modifikation in der Rechtsordnung der EMRK
  • (i) Beendigungspflicht als Wirkung ex nunc
  • (ii) Die Wirkung ex tunc: Pflicht zur restitutio in integrum
  • (iii) Modifikation nach Maßgabe des nationalen Rechts
  • c) Zwischenergebnis
  • II. Folgen der Anwendung der völkerrechtlichen Grundsätze der Staatenverantwortlichkeit bei Art. 260 Abs. 1 Hs. 2 AEUV
  • 1. Mögliche Rückschlüsse vom Urteilstenor auf den allgemeinen Inhalt der Befolgungspflicht
  • a) Befolgungspflicht als obligation of result
  • b) Keine Rückschlüsse von einstweiligen Anordnungen auf die Urteilswirkungen im Hauptsacheverfahren
  • 2. Staatengerichtete Beendigungspflicht: ex nunc-Wirkung
  • 3. Ausgestaltung der staatengerichteten Folgenbeseitigung: ex tunc-Wirkung
  • a) Grundsätzliche Pflicht des Staats zur Folgenbeseitigung
  • (i) Normative Verankerung der Folgenbeseitigung
  • (ii) Modifikation und Begrenzung durch den Grundsatz der nationalen Verfahrensautonomie
  • b) Bestimmung des Verfahrensgegenstands durch die Kommission in besonderen Fällen
  • III. Ergebnis
  • 7. Kapitel: Art. 260 Abs. 1 AEUV in der Gesamtbetrachung - Einordnung als Erweiterungsnorm
  • A. Das föderale Vertikalverhältnis zwischen Europäischer Union und Mitgliedstaaten in der Binnenbeziehung
  • B. Transformation des Rechtsverhältnisses durch den erga omnes-Effekt: Erweiterung durch die Einbeziehung des einzelnen Unionsbürgers
  • Dritter Teil: Die innerstaatlichen Auswirkungen eines Vertragsverletzungsurteils
  • 8. Kapitel: Unionsrechtsverstoß durch die Legislative
  • A. Aktivierung des Anwendungsvorrangs durch Art. 260 Abs. 1 Hs. 2 AEUV
  • I. Grundlage: Wirkungsweise des Unionsrechts im nationalen Recht
  • 1. Unmittelbare Geltung
  • 2. Unmittelbare Anwendbarkeit
  • a) Scharnierfunktion der unmittelbaren Anwendbarkeit
  • b) Bedeutung der unmittelbaren Anwendbarkeit für den Einzelnen
  • II. Voraussetzungen des Vorrangs im engeren Sinne
  • 1. Unmittelbare Anwendbarkeit als zwingende Voraussetzung
  • a) Das Unionsrecht als Maßstabsnorm
  • b) Das Vertragsverletzungsurteil als Ausnahme vom Erfordernis unmittelbarer Anwendbarkeit
  • c) Unmittelbare Wirkung des Vertragsverletzungsurteils selbst
  • d) Zwischenergebnis
  • 2. Wirksamkeit und Kollisionslage als weitere Voraussetzungen
  • III. Folgen des Anwendungsvorrangs
  • 1. Normverdrängung: Pflicht zur Nichtanwendung der Norm
  • a) Durch den Richter
  • (i) Keine Vorlagepflicht nach Art. 100 Abs. 1 GG
  • (ii) Das Vorabentscheidungsverfahren als vergleichbares Instrument
  • b) Durch die Verwaltungsbehörden
  • (i) Behördliche Verwerfungspflicht im Falle eines Verstoßes gegen nationales Recht
  • (ii) Unionsrechtliche Verwerfungspflicht
  • c) Mögliche Grenzen der Nichtanwendungspflicht
  • (i) Inakzeptable Regelungslücken als Begrenzung des Anwendungsvorrangs
  • (1) Der Rechtsgedanke des Art. 264 Abs. 2 AEUV
  • (2) Vergleich mit der Weitergeltungsanordnung des Bundesverfassungsgerichts
  • (3) Prinzip der Rechtssicherheit
  • (ii) Der Telos des Art. 264 Abs. 2 AEUV und die Nichtübertragbarkeit auf das Verhältnis zwischen Unionsrecht und nationalem Recht
  • (iii) Fehlende Anhaltspunkte in der Rechtsprechung des EuGH
  • (iv) Art. 260 Abs. 1 AEUV und die sofortige Befolgungspflicht
  • (v) Suspendierung des unionsrechtlichen Vorrangs nur durch den EuGH: Rechtssache Winner Wetten-GmbH/ Stadt Bergheim
  • (vi) Zwischenergebnis
  • 2. Normsubstitution
  • 3. Gesetzgeberische Pflicht zur Gesetzesänderung
  • a) Unionsrechtliche Anforderungen an den Gesetzgeber
  • b) Abgrenzung zu den Urteilswirkungen des EGMR
  • c) Kein korrespondierender unionsrechtlicher Anspruch auf Normenerlass
  • B. Der Vorrang im weiteren Sinne am Beispiel der unionsrechtskonformen Auslegung
  • C. Ansprüche des Einzelnen aus Staatshaftung
  • I. Grundlage eines unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruchs
  • 1. Anerkennung des unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruchs
  • 2. Das Verhältnis des Staatshaftungsanspruchs zum Vertragsverletzungsverfahren
  • a) Keine Grundlage eines Anspruchs in Art. 260 Abs. 1 AEUV
  • b) Die Bedeutung der mittelbaren erga omnes-Rechtskraftwirkung eines Vertragsverletzungsurteils für den einzelnen Unionsbürger
  • II. Doppelter Telos der unionsrechtlichen Staatshaftung
  • 1. Schutz des Einzelnen
  • 2. Volle Wirksamkeit des Unionsrechts
  • III. Ansiedlung des Anspruchs im nationalen Haftungsrecht
  • IV. Voraussetzungen im Einzelnen
  • 1. Haftung für Rechtssetzungsverstöße
  • 2. Verstoß gegen eine individualschützende Norm
  • 3. Normatives Korrektiv
  • a) Erfordernis eines hinreichend qualifizierten Rechtsverstoßes
  • b) Indizwirkung des Vertragsverletzungsverfahrens in bestimmten Konstellationen
  • 4. Kausalzusammenhang
  • 9. Kapitel: Unionsrechtsverstoß durch die Judikative
  • A. Die Möglichkeit der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens bei Unionsrechtsverstößen der Judikative
  • I. Grundsätzliche Zulässigkeit des Vorgehens gegen Verstöße der Judikative
  • II. Bildung von möglichen Verstoßkategorien
  • III. Bedenken gegen eine Zulässigkeit des Verfahrens und Auseinandersetzung
  • 1. Die Gefährdung des Kooperationsverhältnisses zwischen EuGH und nationalen Gerichten und der Eingriff in die richterliche Unabhängigkeit
  • 2. Das Primat des EuGH: Letztentscheidungsmacht über Vertragsverletzungen
  • IV. Bisherige Haltung der Kommission: ultima ratio
  • V. Weiterentwicklung der Verfahrenspolitik der Kommission
  • 1. Rechtssache Kommission/Italien [Rs. C-129/00]
  • a) Gesetzgeberisches Unterlassen als primärer Anknüpfungspunkt
  • b) Mittelbare Einbeziehung des judikativen Unionsrechtsverstoßes
  • c) Deutungsversuche für den Umweg der Kommission und das Selbstverständnis des Europäischen Gerichtshofs
  • 2. Das Verfahren gegen Schweden: KOM (2003) 2161
  • VI. Zwischenergebnis
  • B. Das Prinzip der Rechtskraft und nationale Reaktionsmöglichkeiten
  • I. Spannungsverhältnis zwischen Rechtskraft und einheitlicher Geltung des Unionsrechts
  • II. Reaktionsmöglichkeiten hinsichtlich zukünftiger Urteile
  • III. Aufhebung des rechtskräftig ergangenen Urteils
  • 1. Wiederaufnahme des gerichtlichen Verfahrens
  • a) Normative Grundlage für die Wiederaufnahme des gerichtlichen Verfahrens
  • (i) Analoge oder unionsrechtsorientierte Anwendung des § 580 Nr. 6 ZPO
  • (ii) Möglichkeit der Anwendung des § 359 Nr. 6 StPO bzw. § 580 Nr. 8 ZPO
  • b) Übertragung der Kühne & Heitz-Grundsätze des EuGH
  • (i) Rechtssache Kapferer/Schlank und Schick GmbH
  • (ii) Nationale Durchbrechungsmöglichkeiten als Mindestbedingung
  • (iii) Rechtssache Lucchini
  • (iv) Rechtssache Fallimento Olimpiclub
  • 2. Missbrauch von Vollstreckungstiteln (§ 826 BGB)
  • 3. Verfassungsbeschwerde wegen Verletzung von Art. 101 Abs. 1 S. 2 GG
  • a) Der Prüfungsmaßstab des Bundesverfassungsgerichts: Willkürkontrolle
  • b) Fehlender Gleichlauf mit den Maßstäben des Europäischen Gerichtshofs
  • c) Keine Angleichung der unterschiedlichen Maßstäbe
  • 4. Zwischenergebnis
  • IV. Wiederaufnahme des zugrunde liegenden Verwaltungsverfahrens
  • 1. Rechtssache Kühne & Heitz
  • a) Durchbrechung der Bestandskraft beim Vorliegen besonderer Umstände
  • b) Keine Durchbrechung der Rechtskraft neben der Durchbrechung der Bestandskraft
  • c) Umsetzung der Aufhebung des Verwaltungsakts nach nationalen Regelungen
  • (i) Rücknahme des rechtswidrigen Verwaltungsakts nach § 48 Abs. 1 S. 1 VwVfG
  • (ii) Wiederaufgreifen des Verwaltungsverfahrens
  • d) Zwischenergebnis
  • 2. Rechtssache Willy Kempter KG/Hauptzollamt Hamburg-Jonas
  • V. Sekundärrechtliche Möglichkeiten des einzelnen Unionsbürgers
  • 1. Staatshaftungsanspruch nach den Grundätzen der Köbler-Rechtsprechung
  • a) Haftungsvoraussetzungen
  • b) Qualifizierendes Erfordernis des Doppelverstoßes
  • c) Bedeutung eines vorherigen Vertragsverletzungsverfahrens
  • (i) Indizwirkung eines Vertragsverletzungsurteils
  • (ii) Präzisierung durch die Rechtssache Traghetti del Mediterraneo
  • d) Bedenken gegen die Gewährung eines Staatshaftungsanspruchs
  • (i) Beeinträchtigung der Unabhängigkeit und der Autorität der Gerichte
  • (ii) Beeinträchtigung der Rechtskraft eines nationalen Urteils
  • 2. Vorrang des Primärrechtsschutzes
  • 3. Fazit: Stärkung der Position des einzelnen Unionsbürgers im Falle eines Vertragsverletzungsurteils auch auf der Sekundärebene
  • 10. Kapitel: Unionsrechtsverstoß durch die Exekutive
  • A. Gesetzmäßigkeit der Verwaltung und die Forderung nach Rechtssicherheit
  • B. Nichtigkeit des Verwaltungsakts
  • C. Grundsätzliche Möglichkeit einer erneuten Entscheidung über den unionsrechtswidrigen Verwaltungsakt
  • I. Wiederaufgreifen des Verfahrens im engeren Sinne
  • 1. § 51 Abs. 1 Nr. 1 VwVfG: Änderung der Rechtslage durch ein Vertragsverletzungsurteil?
  • 2. § 51 Abs. 1 Nr. 3 VwVfG: Geltung der Wiederaufnahmegründe des § 580 Nr. 8 ZPO im Falle eines Vertragsverletzungsurteils?
  • 3. Zwischenergebnis: Keine Möglichkeit eines Wiederaufgreifens im engeren Sinne nach § 51 Abs. 1 VwVfG
  • II. Wiederaufgreifen des Verfahrens im weiteren Sinne
  • D. Unionsrechtliche Pflicht einer erneuten Entscheidung nach Art. 4 Abs. 3 EUV
  • I. Anforderungen des deutschen Verwaltungsrechts an eine Rücknahmepflicht
  • II. Überformung nationalen Verwaltungsrechts durch die Rechtsprechung des EuGH
  • 1. Rechtssache Kühne & Heitz
  • 2. Rechtssache i-21 Germany und Arcor
  • a) Abgrenzung zur Rechtssache Kühne & Heitz
  • b) Prüfung am Maßstab des Effektivitäts- und Äquivalenzprinzips
  • (i) Kein vorheriger Rechtsbehelf
  • (ii) Vorliegen einer indirekten Kollision
  • (1) Der Effektivitätsgrundsatz als Maßstab
  • (2) Der Äquivalenzgrundsatz als Maßstab
  • (a) Das Merkmal der offensichtlichen Rechtswidrigkeit
  • (b) Die Bedeutung eines Vertragsverletzungsurteils
  • III. Pflicht zur erneuten Überprüfung oder Pflicht zur Rücknahme?
  • E. Möglichkeit der Staatshaftung
  • Schluss und zusammenfassende Betrachtung
  • Literaturverzeichnis
  • Sachregister

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