Die Chocolaterie der Träume

Roman
 
 
Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Januar 2018
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-21111-0 (ISBN)
 
Willkommen in der Valerie Lane - der romantischsten Straße der Welt!

Keira liebt das, was sie tut, über alles: In ihrer kleinen Chocolaterie in der Valerie Lane stellt sie Confiserie in sorgfältiger Handarbeit her - ihre selbstgemachten Pralinen, Kekse und schokolierten Früchte sind bei Jung und Alt beliebt. Bei all den leckeren Sachen kann Keira oft selbst nicht widerstehen. Aber was macht das schon? Sie steht zu ihrer Leidenschaft und zu ihren Kurven. Doch ihr Freund Jordan, mit dem es ohnehin kriselt, sieht das leider etwas anders. Zum Glück stehen Keira ihre Freundinnen immer zur Seite - und dann gibt es noch diesen einen charmanten Kunden, der in letzter Zeit häufiger bei Keira's Chocolates einkauft .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Blanvalet
  • 0,99 MB
978-3-641-21111-0 (9783641211110)
3641211115 (3641211115)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Manuela Inusa wurde 1981 in Hamburg geboren und wollte schon als Kind Autorin werden. Kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag sagte die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin sich: »Jetzt oder nie«! Nach einigen Erfolgen im Selfpublishing erscheinen ihre aktuellen Romane bei Blanvalet und verzaubern ihre Leser. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in einem idyllischen Haus auf dem Land. In ihrer Freizeit liest sie am liebsten Thriller und reist gerne, vorzugsweise nach England und in die USA. Sie hat eine Vorliebe für englische Popmusik, Crime-Serien, Duftkerzen und Tee.

KAPITEL 1

Keira betrat ihren Laden - Keira's Chocolates - und eilte zur Heizung, um diese anzustellen. Es war eiskalt draußen. Natürlich musste sie darauf achtgeben, die Räume nicht zu überheizen, damit die Pralinen nicht schmolzen, jedoch konnte sie es ihren Kunden nicht zumuten, sich in dieser Kälte aufzuhalten. Und sie selbst zitterte natürlich auch nicht gerne.

Im letzten Monat war die Heizung wegen eingefrorener Rohre einmal ausgefallen, und es hatte sich gleich bemerkbar gemacht: Die Kunden waren nicht lange geblieben, hatten keine Zeit für ein Schwätzchen gehabt und waren auch nicht neugierig auf die allerneuesten Köstlichkeiten gewesen, die Keira in liebevoller Handarbeit selbst herstellte. Sie waren geflüchtet, so schnell sie konnten, um sich in einem der großen Geschäfte in der Cornmarket Street aufzuwärmen. Und das, wo die umsatzstarken Läden der Hauptgeschäftsstraße den fünf Frauen der Valerie Lane, die von Monat zu Monat zu überleben versuchten, eh schon ein Dorn im Auge waren. Die Konkurrenz war groß, doch zum Glück gab es treue Kunden, die ebendiese persönliche Note schätzten, welche die Valerie Lane ausmachte. Hier wurde man noch beraten, hier wurde man auf ein nettes Gespräch eingeladen, hier wusste man, was man bekam - und Keira war dankbar für jeden einzelnen Kunden, der es ihr ermöglichte, ihre Chocolaterie am Laufen zu halten.

Die Neunundzwanzigjährige nahm die Mütze vom Kopf und fuhr sich durchs schulterlange braune Haar, das sie heute offen trug. Dann rieb sie die Hände aneinander und pustete in die Luft, um zu sehen, ob ihr Atem in der Kälte noch zu erkennen war. Ein wenig, ja, aber es wurde von Minute zu Minute wärmer. Sie trat ans Fenster, von wo aus sie ihre Freundin Orchid erblickte, die schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite ihr Schaufenster neu herrichtete. Noch kein Kunde war zu sehen. Keira ging ihre überwiegend weißen Regale entlang, in denen sie die verschiedenen Kekssorten - in Schachteln, hübschen Dosen und in kleinen Zellophantütchen - aufgereiht hatte. Hier und da hatte sie ein wenig dekoriert, nicht zu viel, denn ihre Produkte sollten im Vordergrund stehen. Jedoch fand sie in Orchids Geschenkartikelladen ständig irgendein neues bezauberndes Accessoire, das perfekt passte und ihre Süßigkeiten noch ein wenig mehr hervorhob. So stand neben den schlichten weißen Schachteln voll Kokosplätzchen eine blassrosa Vase mit einem Strauß dunkelrosa und weißer Rosen, die so echt aussahen, dass niemand je bemerkt hätte, dass sie aus Seide waren. Die kleinen Metalldosen mit den Pfefferminzplätzchen waren in einem Regalfach aufgetürmt, das einer dieser knallpinken Schwäne zierte, die im letzten Jahr der absolute Renner bei Orchid gewesen waren.

Keira hatte im ganzen Laden, der sich in zwei ineinander übergehende offene Räume aufteilte, an genau den richtigen Stellen kleine Akzente gesetzt. Meist in Rosa oder femininen Farben, um ihr Hauptpublikum anzusprechen; es gab jedoch auch eine Ecke extra für Kinder mit Schokoteddys und kunterbuntem Süßkram und eine für die männliche Kundschaft, wo sie dunkle Herrenschokolade und Cognacpralinen anbot, Bourbon-Täfelchen aus Kanada, Marzipan aus Deutschland und Schokolade in Zigarrenform aus Frankreich. Diesen Bereich hatte sie mit einer alten hölzernen Zigarrenkiste und einer goldenen Taschenuhr ausgestattet, die sie sich aus dem Antiquitätenladen ihrer Freundin Ruby ausgeliehen hatte. Sie war sehr stolz auf ihre große internationale Auswahl, am stolzesten aber war sie immer noch auf ihre selbst hergestellten Pralinen und Trüffeln, die sich auch am besten verkauften. Das war seit jeher so gewesen.

Ja, in der Valerie Lane legte man noch Wert auf Handarbeit, auf mit Liebe hergestellte Waren. Laurie mischte viele Teesorten für ihre Tea Corner selbst, Susan verkaufte im Wool Paradise neben jeder nur erdenklichen Art von Wolle auch Selbstgestricktes und -gehäkeltes, und Orchid hatte handgemachte Kerzen im Sortiment. Und Ruby aus dem Antiquitätenladen durchstöberte beinahe jedes Wochenende eigens die Flohmärkte der Stadt und suchte mit viel Liebe neues Altes für ihre Kunden zusammen.

In dem leerstehenden Laden zwischen Susan's Wool Paradise und Orchid's Gift Shop war bis vor einem Dreivierteljahr noch selbst gemachtes Eis verkauft worden. Die frühere Besitzerin von Donna's Ice Cream Parlour jedoch hatte das Geschäft geschlossen, um mit ihrer großen Liebe nach Holland zu gehen, und seitdem stand der Laden leer. Keira war sich aber sicher, dass dort ganz bald wieder jemand Neues einziehen und der Valerie Lane alle Ehre machen würde. Mr. Spacey, der Verwalter, würde schon mit Bedacht jemanden auswählen, dem er den Laden anvertraute. Ihm lag die alte Straße nämlich genauso am Herzen wie ihnen allen. Keira konnte mit Worten gar nicht ausdrücken, wie wohl sie sich in der Valerie Lane fühlte, wie sehr sie die anderen Ladenbesitzerinnen schätzte und wie froh sie jeden Morgen war, ihr Geschäft zu betreten.

»Guten Morgen, Miss Buckley«, erklang es von der Tür her. Sie hatte das Läuten der Türglocke gar nicht gehört, war sie in Gedanken doch wieder einmal ganz woanders gewesen.

»Mr. Monroe. Einen schönen guten Morgen!« Keira band sich mit dem Haargummi, das sie ums Handgelenk trug, einen hohen Pferdeschwanz und stellte sich hinter dem Verkaufstisch in Position.

Der Mann Mitte fünfzig mit dem Ziegenbart, der über Orchid's Gift Shop wohnte, lächelte sie an und trat näher an die Glasvitrine heran, in der sie ihre handgemachten Pralinen und Trüffeln ausgelegt hatte.

»Ist das wieder kalt heute.« Er zog seine ledernen Handschuhe aus und machte eine Zittergeste, um seine Worte zu unterstreichen. »Brrr.«

»Das können Sie laut sagen. Womit kann ich denn heute dienen?« Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln.

»Haben Sie noch welche von den Rumtrüffeln, die . Oh ja, da sehe ich sie!« Er freute sich richtig und sah begierig auf einen Berg voll igeliger dunkelbrauner Kugeln.

»Aber selbstverständlich. Ich habe gerade vorgestern neue gemacht.«

»Ausgezeichnet! Dann nehme ich doch gleich zweihundertfünfzig Gramm.«

»Sehr gerne.« Keira wählte eine der hübschen Schachteln aus dünner, weiß glänzender Pappe mit einer schlichten goldenen Verschnörkelung auf dem Deckel und füllte diese. Sie wog ab und griff dann mit der Zange zu einer anderen Sorte, um ein kleines Extra beizulegen. »Ich gebe Ihnen auch noch eine von den neuen Mandelkrokant-Pralinen mit, ja? Zum Probieren.«

»Sie sind ein Schatz.«

Ja, das war sie wohl. Und jeder wusste ihre Großzügigkeit zu schätzen - nun, beinahe jeder .

»Das macht zwölf Pfund siebzig, bitte.«

Mr. Monroe bezahlte und wünschte noch einen schönen Tag. Als er die Tür öffnete und sich zum Gehen wandte, drang eisige Luft herein. Keira ließ sich auf ihrem Hocker nieder. Sie starrte auf eine der blauen Blumen auf der Bluse, die sie zu ihren Lieblingsjeans trug, und seufzte.

Heute war einer dieser Tage, an denen sie sich, sosehr sie ihren kleinen Laden liebte, am liebsten zu Hause verkrochen hätte. Die Szene mit Jordan vom Vorabend steckte ihr noch in den Knochen. Es war unglaublich, wie ein paar verletzende Worte einem dermaßen die Kraft rauben konnten.

Jordan war seit acht Jahren ihr Partner, und seit fünf wohnten sie zusammen. Sie hatten sich in dem Jahr eine gemeinsame Wohnung genommen, in dem Keira die Chocolaterie eröffnet hatte. Ein gutes Jahr, es sollte das beste ihres Lebens werden. Wie gerne dachte sie an die schönen Zeiten zurück! Doch von da an war es bergab gegangen, zumindest mit Jordan, denn es lief von Jahr zu Jahr und von Monat zu Monat schlechter. Manchmal fragte sie sich, warum er überhaupt mit ihr zusammengezogen war, wenn er doch so viel an ihr auszusetzen hatte. Ständig war er am Meckern, seine Bemerkungen wurden immer fieser, und sie hatte das Gefühl, ihm überhaupt nichts mehr recht machen zu können.

Ja, sie wusste selbst, dass sie sich in den vergangenen Jahren rein optisch sehr verändert hatte. Seit sie das Schokoladengeschäft besaß, war sie öfter am Naschen als zuvor. Aber das lag hauptsächlich daran, dass sie solchen Kummer hatte. Sie war halt eine Frustesserin, und Jordan war ihrer Meinung nach selbst schuld an der Misere. Es war ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen zu geben schien.

»Mann, sitzt deine Hose eng!«, hallten seine Worte, die er ihr statt einer Begrüßung um die Ohren gehauen hatte, noch immer in ihr nach.

Der Abend zuvor. Sie kam von der Arbeit und balancierte die Boxen mit chinesischem Essen, das sie auf dem Heimweg mitgenommen hatte. Zuzüglich trug sie noch zwei Kartons voll Trockenobst, das sie schokolieren wollte.

»Nett, danke«, erwiderte sie knapp. »Könntest du mir vielleicht mal was abnehmen?«

»Schon wieder Chinesisch? Weißt du eigentlich, dass diese vielen Kohlenhydrate am Abend nicht gut sind?«

»Natürlich. Du sagst es mir ja immer wieder.«

»Du bist wie ein Kind. Man kann dir etwas hundertmal sagen, und es kommt trotzdem nicht bei dir an.«

Kinder. Ein anderes schmerzvolles Thema.

»Was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Gar nichts mehr essen?«

Jordan übertrieb, fand sie. Bei einem Meter vierundsechzig wog sie siebenundsiebzig Kilo. Okay, das war weit entfernt von schlank, aber fett? Ihre Freundinnen Laurie, Susan, Orchid und Ruby sagten ihr immer wieder, dass ihr die Extrapfunde standen, sie weiblicher machten. Jordan war da anscheinend anderer Meinung.

»Du könntest einen Salat essen.« Jordan, ein Meter dreiundachtzig groß,...

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