Depression ist heilbar

Das Sechs-Schritte-Programm ohne Medikamente
 
 
Kailash (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2013
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-11319-3 (ISBN)
 
Die neue Therapie ohne Medikamente

DEPRESSION IST DIE NEUE GEISSEL UNSERER ZEIT. Sie zählt mittlerweile zu den am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen. Auf der Suche nach einer wirksamen Therapie stieß Stephen S. Ilardi auf die erstaunliche Tatsache, dass Depressionen bei indigenen Völkern unbekannt sind. Verfügen diese über natürliche Selbstheilungskräfte, die der moderne Mensch verloren hat? Nach jahrelanger klinischer Forschung fand Ilardi schließlich die Lösung: Es ist unser westlicher Lebensstil, der uns anfällig für Depressionen macht. Zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und das irrsinnige Tempo des 21. Jahrhunderts verursachen Stress und zerstören das »psychische Abwehrsystem« des Körpers. Wenn es gelingt, unseren Lebensstil zu ändern, können wir die Depression heilen.

Die sechs Schritte des von Ilardi initiierten Therapieprogramms lauten: 1. Omega-3-Fettsäuren (Ernährung), 2. Handeln statt Grübeln, 3. Bewegung, 4. Licht, 5. soziale Beziehungen, 6. Schlaf. Anhand von Fallbeispielen und wertvollen Hintergrundinformationen erklärt der Autor Schritt für Schritt, wie wir völlig medikamentenfrei einer hochkomplexen Krankheit ein Ende setzen.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 0,86 MB
978-3-641-11319-3 (9783641113193)
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Die Epidemie und die Heilung


»Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich will nur noch die Augen schließen und nie wieder aufwachen müssen. Es ist, als würde mir mein ganzes Leben entgleiten, und ich kann nichts dagegen tun. Alle sagen mir immer wieder, ich müsse mich nur >am Riemen reißen<. Wissen die nicht, wie grausam das ist? Ich meine, glauben die vielleicht, ich will so sein? Manchmal fange ich einfach an zu weinen und weiß nicht einmal, warum. Die Leute sehen mich an, als sei ich verrückt, als würden sie denken: >Sieh dir nur diesen armen Kerl an. Diesen armen, mitleiderregenden .<« Phils Stimme verlor sich, als er auf seinem Stuhl nach vorn sackte und den Kopf mit den Händen umfasste. c Er starrte auf den Bürofußboden und flüsterte: »Es tut mir leid.« Diesen Satz wiederholte er immer wieder, wie ein Mantra.

Obwohl ich mit den verheerenden Folgen der Depression nur allzu vertraut war, fiel es mir schwer, mir Phil vor Ausbruch seiner Krankheit vor nur wenigen Monaten vorzustellen. Seine Frau, die anrief, um für ihn den ersten Termin zu vereinbaren, beschrieb Phil als »selbstbewusst und lebenslustig«. Phil leitete ein erfolgreiches Unternehmen, führte eine gute Ehe und vergötterte seine beiden Kinder. Seine Frau sagte: »Sie hätten Phil angesehen und gedacht: >Der Typ hat wirklich alles.<« Und doch saß er dort in meinem Büro, in der Blüte seines Lebens von Depressionen zu Boden gedrückt. Innerhalb von nur wenigen Monaten hatte er seine Energie, sein Erinnerungsvermögen, seine Libido, sein Selbstvertrauen, die Fähigkeit, nachts durchzuschlafen, und sein Konzentrationsvermögen eingebüßt. Er konnte nicht mehr effektiv seiner Arbeit nachgehen und hatte sich völlig von seinen Freunden und seiner Familie zurückgezogen. In jüngster Zeit hatte er sogar seinen Lebenswillen verloren.

 

Wie viele der Patienten, die ich behandele, hatte Phil, bevor er zu mir kam, einige Monate lang Antidepressiva genommen. Leider hatten die Medikamente nicht sonderlich geholfen - ein Ergebnis, das öfter vorkommt, als die meisten Menschen denken. Eine medikamentöse Behandlung ist zwar in manchen Fällen zweifellos nützlich, hilft jedoch nicht einmal bei der Hälfte der depressiven Patienten. 1 (Und viele setzen ihre Medikamente irgendwann aufgrund unangenehmer Nebenwirkungen wie einer sexuellen Funktionsstörung oder einer Gewichtszunahme ohnehin ab.)

Obwohl die Einnahme von Antidepressiva in den letzten Jahren explosiv zugenommen hat, ist der Anteil von depressiv erkrankten Menschen in der westlichen Welt nicht gesunken: Er ist gestiegen. 2 Jüngsten Forschungen zufolge erfüllt zum Beispiel etwa einer von vier Amerikanern - über siebzig Millionen Menschen - irgendwann in seinem Leben die Kriterien für eine Depression. 3 Beunruhigenderweise steigt die Depressionsrate seit Jahrzehnten. Sie ist heute etwa zehnmal so hoch wie vor zwei Generationen. 4 Wie ist es möglich, dass wir Menschen inzwischen so viel anfälliger für Depressionen sind? Was hat sich geändert?

Dies ist eindeutig keine Frage der Genetik, denn der kollektive Genpool kann sich nicht so schnell ändern. Es muss an etwas anderem liegen. Dieses andere ist, wie ich glaube, der Lebensstil. Führen wir uns einmal Folgendes vor Augen:

  • ? In meinem Kulturkreis ist mir nur eine einzige Gruppe bekannt, die nicht von der modernen Depressionsepidemie betroffen ist: die Amischen. Bei ihren Gemeinschaften, die unbeirrt an der Lebensweise des 18. Jahrhunderts festhalten, ist die Erkrankungsrate wesentlich niedriger als bei der allgemeinen Bevölkerung. 5
  • ? In Entwicklungsländern - der »Dritten Welt« - beträgt der Anteil von Depressionen an der Lebenszeit oft nur einen Bruchteil von dem im Westen beobachteten. 6 Doch in jenen Ländern, in denen sich ein Wandel von einer eher traditionellen zu einer eher amerikanisierten Lebensweise vollzieht, nimmt auch die Häufigkeit von Depressionen zu.
  • ? Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist in den vergangenen Jahren in der gesamten industrialisierten Welt unerbittlich gestiegen. 7 Depressionen sind nicht allein ein amerikanisches Phänomen.
  • ? Moderne Jäger-und-Sammler-Verbände - wie die Kaluli d im Hochland von Neuguinea - wurden von Forschern aus dem Westen auf das Vorhandensein von mentalen Krankheiten hin untersucht. Erstaunlicherweise existiert die klinische Depression so gut wie gar nicht unter solchen Gruppen, deren Lebensweise jener unserer frühen Vorfahren ähnelt. Obwohl das Leben der Kaluli sehr hart ist und sie ohne all die materiellen Annehmlichkeiten oder medizinischen Fortschritte, die wir als selbstverständlich betrachten, auskommen, sind sie weitgehend immun gegen die Seuche der Depression, die überall um uns herum Menschenleben ruiniert. (Das vielleicht aufschlussreichste Beispiel verdanken wir dem Anthropologen Edward Schieffelin, der fast ein Jahrzehnt unter den Kaluli lebte und über 2000 Männer, Frauen und Kinder eingehend hinsichtlich ihrer Erfahrungen von Leid und Depression befragte. Er fand nur einen Menschen, der annähernd alle diagnostischen Kriterien für eine Depression erfüllte. 8 )

Solche kulturübergreifenden Studien machen eines nur zu deutlich: Je »moderner« die Lebensweise einer Gesellschaft, desto höher ist ihre Depressionsrate. Das mag verblüffen, doch die Erklärung ist ganz einfach: Der menschliche Körper war nie für die moderne postindustrielle Welt bestimmt. Bis vor rund zwölftausend Jahren - als die Menschen den Ackerbau erfanden und mit der Domestizierung von Vieh begannen - lebte jeder auf diesem Planeten vom Jagen und von der Suche nach Nahrung. 9 Während des größten Teils der Menschheitsgeschichte war der Mensch Jäger und Sammler.

Und unsere Gene spiegeln noch immer diese Geschichte wider: Sie haben sich seit den Tagen unserer Jäger-und-Sammler-Vorfahren kaum verändert. 10 Unsere Gene sind noch immer wunderbar auf diese vergangenen Umweltbedingungen abgestimmt und bauen in der Tat noch immer Steinzeitkörper. Und wenn ein Steinzeitkörper auf eine moderne Umwelt trifft, können die gesundheitlichen Folgen verheerend sein.

Denken Sie nur an die außer Kontrolle geratene Epidemie der Fettleibigkeit. 11 Warum? Weil unser Appetit in der Steinzeit stecken geblieben ist. Unsere Jäger-und-Sammler-Vorfahren hatten es mit einem schwankenden, saisonalen Nahrungsmittelangebot zu tun und der stets drohenden Aussicht auf Hunger und den Hungertod. Deswegen machte es Sinn, dass sie nach süßen, stärkehaltigen und fetten Lebensmitteln lechzten - den reichsten vorhandenen Kalorienquellen - und Essgelage veranstalteten, wann immer sie diese seltenen, nährstoffreichen Nahrungsmittel zur Verfügung hatten.

Auf diese sind unsere Gehirne noch heute programmiert. Auch wir finden es praktisch unmöglich, dem Drang zu widerstehen, uns an kalorienreichen Nahrungsmitteln gütlich zu tun. Wenn wir uns zum Beispiel ein Stück Käsekuchen schmecken lassen (das zugleich süß, stärkehaltig und fett ist), registriert unser Steinzeitgehirn vergnügt die Befriedigung, viele, viele Kalorien für einen Regentag aufzunehmen, egal wie viel Energie wir vielleicht schon in unseren Fettreserven gespeichert haben.

Seit einigen Jahrzehnten stehen uns kalorienreiche Nahrungsmittel jedoch zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte rund um die Uhr zur Verfügung. Da unser Gehirn nicht dafür ausgestattet ist, unseren Appetit angesichts des ständigen Überflusses zu regulieren, ist unsere tägliche Kalorienzufuhr in die Höhe geschnellt. Wir sehen das Essen, und unser Gehirn kann einfach nicht Nein sagen. Was die Sache noch schlimmer macht: Diese Ernährungsgoldgrube fällt mit einer starken Abnahme der Kalorien zusammen, die wir täglich verbrennen, da Annehmlichkeiten wie das Auto, elektrische Geräte und der Fernseher uns nach und nach in Couch-Potatoes verwandelt haben. Das Ergebnis? Eine moderne Epidemie, die sich vollständig durch jüngste Veränderungen des Lebensstils erklären lässt.

Lassen Sie uns unsere Aufmerksamkeit noch einmal der Gruppe der Amischen zuwenden, die dafür berühmt sind, dass sie sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten jeglichen Veränderungen ihres Lebensstils widersetzt haben. Ihre Fettleibigkeitsrate? Eine neuere Studie gibt sie mit lediglich vier Prozent an. 12 Bei den heutigen Jäger-und-Sammler-Verbänden liegt die Fettleibigkeitsrate bei annähernd null.

Aber lässt sich die moderne Epidemie der Depression wie die Fettleibigkeit tatsächlich durch Veränderungen der Lebensweise erklären? Für diese Annahme spricht eine Fülle an wissenschaftlichen Beweisen, die weit über kulturübergreifende Studien hinausgehen. Wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden, haben diese Beweise wichtige Auswirkungen, die unsere Art, Depressionen zu verstehen und zu behandeln, vielleicht für immer verändern werden.

Der antidepressiv wirkende Lebensstil


In vielerlei Hinsicht sollten die Einwohner der modernen Industriestaaten eigentlich zu den glücklichsten Menschen in der Weltgeschichte gehören. Ob es sich um die Sterblichkeitsrate bei Kindern, um Hunger, die medizinische Versorgung, die Lebenserwartung oder um materielle Annehmlichkeiten handelt, den...

"Das Anti-Depressions-Programm."

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