Lean on Me

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2021
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-1329-3 (ISBN)
 

Nur mit ihr an seiner Seite kann er sein wichtigstes Spiel gewinnen

So hatte sich Ethan Kase sein Leben als Eishockey-Profi nicht vorgestellt! Nachdem er vor acht Jahren seine Heimatstadt und seine große Liebe Lilah verlassen hat, um ein erfolgreicher NHL-Spieler zu werden, ist er nun wieder zurück und hofft auf eine zweite Chance mit der Frau, die er nie vergessen konnte. Doch Lilah hat nicht vor, ihm so leicht zu verzeihen. Auch sie kann sich noch an die glückliche Zeit mit Ethan erinnern - und an die Trauer, die sie nach der Trennung empfunden hat. Ethan muss jetzt in das härteste Spiel seines Lebens einsteigen - und es geht um nicht weniger als Lilahs Herz ...

"Helena Hunting glänzt mit diesem mitreißenden Liebesroman!" PUBLISHERS WEEKLY

Band 1 der SECOND-CHANCES-Reihe von NEW-YORK-TIMES-Bestseller-Autorin Helena Hunting

Dieser Roman ist bereits unter dem Titel LOVE PLAY bei LYX.digital erschienen.

1. Aufl. 2021
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,14 MB
978-3-7363-1329-3 (9783736313293)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Helena Hunting lebt mit ihrer Familie und zwei widerspenstigen Katzen in einem Vorort von Toronto. Tagsüber führt sie ein ruhiges Leben als Englischlehrerin einer Horde Grundschüler, doch nachts verwandelt sie sich zu einer erfolgreichen Bestseller-Autorin von heißen Liebesgeschichten, die unter die Haut gehen. Weitere Informationen unter: helenahunting.com

2


Lange Nächte


Lilah

»Du kommst wieder nach Hause«, flüstere ich. Ein Strudel von Gefühlen liegt in meiner Stimme, auch Wut ist darunter.

»So ist es.«

Ich wende den Blick ab, während Ethan Jeannie in seine Arme schließt und tröstliche Worte murmelt. Er ist ihr fester Anker in einer stürmischen See voller Ungewissheit.

Ich konzentriere mich auf Martin, der ohne Bewusstsein da liegt. Ich fühle mich wie ein Eindringling in einem intimen Moment und meiner üblichen Rolle beraubt. Denn normalerweise bin ich für Jeannie die starke Schulter und sie umgekehrt für mich, aber die Tatsache, dass Ethan hier ist, ändert alles.

Jeannies Gefühlsausbruch löst sich in einem hörbaren Ausatmen. Sie ringt sich ein Lächeln ab und wendet sich mir zu. »Ich würde gerne über Nacht hierbleiben. Meinst du, die erlauben das?«

»Ich könnte -« Fast hätte ich ihr meine Gesellschaft angeboten, aber ich halte inne, dann zwinge ich mich zu etwas, das beinahe ein Lächeln ist. Wenn Ethan bei ihr bleibt, wird sie mich nicht brauchen. »Ich kann dir sicher eine Erlaubnis einholen. Ich sorge dafür, dass sie dir eine Liege reinstellen, damit du nicht auf einem dieser Stühle schlafen musst«, sage ich und zeige auf die Sitzgelegenheit neben Martins Bett.

Ethan drückt Jeannies Schulter. »Ich bleibe auch.«

Jeannie legt ihre Hand auf seine. »Das musst du nicht. Du kannst nach Hause gehen.«

»Ich lass dich doch nicht allein.«

Seine Worte schneiden wie ein Sägeblatt in mein Herz. Auch mir hat Ethan das einst versprochen, und sein Schwur bedeutete etwas - bis er ihn zurücknahm. »Eine zweite Person muss aber erst genehmigt werden. Das Krankenhaus könnte die Einwilligung verweigern.« Mein Zorn lässt meine Worte eher bissig und nicht nach einer sanften Mahnung klingen, und sogleich fühle ich mich mies. Hier geht es nicht um mich, sondern darum, dass Martin und Jeannie Unterstützung bekommen.

»Ich kann auch im Wartebereich bleiben, wenn's sein muss.« Ethan sucht meinen Blick, aber ich kann den seinen nicht ertragen, sonst würde ich womöglich zusammenbrechen.

»Ich werde tun, was möglich ist«, sage ich, an Jeannie gewandt. Sie trägt ihre Lieblingsschürze, die Ethan und ich vor fast zehn Jahren als Geschenk zum Muttertag ausgesucht haben. Ich muss unbedingt hier raus, fort von all diesen Erinnerungen, die er in mir auslöst. »Ich kann bei dir vorbeifahren und dir etwas Bequemeres zum Anziehen mitbringen.«

»Das ist lieb von dir, Lilah. Du bist immer so hilfsbereit.« Jeannie schaut an sich herunter und streicht mit den Händen über die altersmürbe, verblichene Baumwolle. Plötzlich reißt sie die Augen auf und starrt Ethan voller Panik an. »Der Pie! Ich hab ihn im Ofen vergessen!«

»Ich hab ihn rausgenommen, bevor ich gegangen bin«, beruhigt er sie.

Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass das Haus nach Äpfeln, Zimt und Butter riechen wird. Apple Pie war schon immer Ethans Leibgericht, und es ist typisch für Jeannie, ihm diesen Kuchen zu backen, wenn er zu Besuch nach Hause kommt, oder, wie es jetzt eher der Fall zu sein scheint, wieder einzieht.

»Ich könnte auch etwas zum Anziehen für dich mitbringen, Ethan, wenn du willst.« Sein Name hinterlässt einen bitteren Geschmack auf meiner Zunge.

Jeannie tätschelt ihm die Brust. »Ihr könntet auch zusammen fahren.«

»Nein!« Ich will nicht laut werden, aber ich könnte es nicht ertragen, mit Ethan allein zu sein. Eingeschlossen in einem Auto mit seinem Geruch und seiner Stimme und einer Million Erinnerungen, denen ich nicht entkommen kann. Ich räuspere mich. »Ich fände es wirklich besser, wenn du nicht allein bleibst, Jeannie.«

Ethans Miene ist gelassen. Bestimmt ist er ebenso erleichtert, dass er nicht gezwungen ist, eine wie immer geartete Zeitspanne mit mir auf engstem Raum verbringen zu müssen. »Im Schlafzimmer im Souterrain steht mein Matchsack.«

Wieder bin ich erleichtert. Bevor ich dieses Jahr in ein Reihenhaus gezogen bin, habe ich einige Monate bei Martin und Jeannie in Ethans altem Zimmer gewohnt. Mag sein, dass ich dort ein paar Dinge liegen gelassen habe, und es würde mir überhaupt nicht gefallen, wenn Ethan in der Kommode Nachtwäsche vorfände.

»Ich bring also die ganze Tasche mit.« Auf keinen Fall werde ich seine Klamotten durchwühlen. Ich schalte in einen tatkräftigen Hilfe-Modus, was mir in Stresssituationen ausgezeichnet gelingt. »Jeannie, ich bring dir deine Lieblings-Yogahose und ein Sweatshirt mit. Was kannst du sonst noch brauchen?«

»Das wäre wunderbar. Meine Reisetasche steht im Schlafzimmerschrank, und vielleicht könntest du das Kreuzworträtselheft mitbringen, nur für den Fall, dass ich nicht schlafen kann?«

»Auf deinem Nachttisch?«

»Oder im Wohnzimmer. Da, wo es immer liegt.«

»Okay. Bin gleich wieder da. Schick mir 'ne SMS, wenn dir sonst noch etwas einfällt. Ich rede mit den Leuten von der Nachtschicht, dass sie euch eine Liege reinstellen, und gebe Bescheid, dass zwei Personen über Nacht hierbleiben.« Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es kompliziert sein wird, die Erlaubnis für Ethan zu bekommen, aber mir geht's ein kleines bisschen besser, wenn ich mir vorstelle, dass er mit einem der winzigen Stühlchen im Wartebereich vorliebnehmen muss, was ziemlich schäbig von mir ist in Anbetracht von Martins Zustand.

Jeannie umarmt mich ein zweites Mal. »Bist du sicher, dass Ethan nicht mitkommen soll?«

»Ist doch besser, wenn er bei dir bleibt, meinst du nicht auch?«

Jeannie löst sich aus der Umarmung, hält mich aber noch an den Schultern fest, während sie mir besorgt ins Gesicht schaut. »Wir stehen das zusammen durch. Nichts geschieht ohne Grund, Delilah.« Sie stößt einen schmerzlichen Seufzer aus und legt eine Hand auf ihre Brust.

Ich tätschele ihre Hand und lächele, sage jedoch nichts. Ich verstehe nicht, warum an ein und demselben Tag Martin einen Schlaganfall erleiden musste, mein beinahe Ex-Mann sich als Waschlappen outet, und mein allererster Ex- und ehemals bester Freund nach Minnesota zurückkehrt - es sei denn, ich hätte eine besonders schlimme Tat begangen, um dieses höllische Karma zu verdienen. »Ich bin so schnell wie möglich zurück.«

Ich verlasse beinahe fluchtartig das Krankenzimmer und eile den Korridor entlang, lasse mit einem Atemzug die ganzen aufgestauten Gefühle aus mir heraus. Es ist wichtig, dass ich mich zusammenreiße, bis ich im Wagen sitze. Ich gehe am Stationszimmer vorbei und bitte um Polstersessel für zwei Familienmitglieder, die über Nacht bleiben. Fairview ist ein kleines Krankenhaus, die Leute kennen einander, und durch meine Beziehung zur Familie kann ich mir gewisse Freiheiten herausnehmen.

Als ich mich über die nötigen Formulare beuge, piekst Ashley mich mit ihrem Kugelschreiber. »Ich weiß ja, dass du einen heftigen Tag hattest, also werde ich dir einen kleinen Gefallen tun. Dreh dich nicht um, aber auf drei Uhr steht ein VS. Oder, halt, für mich auf drei Uhr, für dich auf neun. Guck ganz unauffällig, wenn du dich umdrehst.« Ich verdrehe die Augen und unterdrücke ein Grinsen. VS ist Ashleys Code für Vögelbare Sahneschnitte.

Sie wackelt mit den Augenbrauen. »Ich wünsch dir eine Gute Nacht.«

»Ich muss was erledigen. Bin in einer Stunde wieder da.« Ich klopfe auf den Tresen und drehe mich in die Richtung, von der ihre Augen geradezu unwiderstehlich angezogen werden.

Ich hätte wissen sollen, dass es sich bei Ashleys VS nur um Ethan handeln kann.

Er macht einen Schritt auf mich zu, hält dann inne und schiebt die Hände in die Hosentaschen. »Bist du sicher, dass ich nicht mitkommen soll?«

Ich greife mir meine Handtasche und trete vom Tresen zurück. »Hat Jeannie dich rausgeschickt, damit du noch mal fragst?«

Ich bewege mich auf den Ausgang zu, wobei ich Ashley zerstreut zuwinke. Klar, dass sie mich bei meiner Rückkehr mit Fragen überschütten wird.

Ethan schließt sich mir an. »Ich dachte mir, so könnten wir mal in Ruhe miteinander reden.«

Ich beschleunige meine Schritte in Richtung Angestelltenparkplatz. Ich muss unbedingt an die frische Luft, nach der ich so offensichtlich lechze. Das Atmen fällt mir schwer. »Wegen Martin, meinst du? Bevor er aufwacht, kann man noch gar nichts sagen. Und weitere Untersuchungen finden erst morgen statt.« Ich weiß, dass Ethan nicht darüber reden will, aber ich werde es ihm nicht leichtmachen.

Die laue Sommerluft verschafft mir keine Erleichterung; ich glühe.

»DJ, warte .«

Ich schließe die Augen und atme tief durch, damit ich nicht überschnappe. Ich bin total neben der Spur. Dieser Tag war verdammt hart, und für ein Gespräch mit Ethan fühle ich mich nicht gewappnet. Und erst recht nicht jetzt, wo die Gesundheit seines Vaters auf dem Spiel steht und wir alle auf einen möglichen Verlust vorbereitet sind. Denn egal was passiert, es besteht die Möglichkeit, dass Martin nach dem Schlaganfall nie mehr der Alte sein wird.

»Bitte, DJ.« Seine Finger umspannen mein Handgelenk und ich muss die Luft anhalten.

Ich will nicht, dass diese Berührung mich förmlich elektrisiert, kann aber nichts dagegen machen. Ich will nicht die Wärme spüren, die bei seiner fremd-vertrauten Berührung durch meine Adern strömt. Ich will nicht, dass mein Körper in irgendeiner Weise auf Ethan reagiert, aber ich habe keine Kontrolle darüber. Mein Herz erinnert sich daran, dass er es gebrochen hat, doch der Rest meines Körpers scheint es vergessen zu haben.

Ich...

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