Verführt, verlobt verliebt?

 
Kelly Hunter (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 4. September 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-742-2 (ISBN)
 
Eine Mischung aus Abenteurer, Pirat und sexy Verführer - so steht Greyson Tyler überraschend vor Charlotte. Schon auf dem Foto sah er gut aus, aber live ist er geradezu umwerfend! Am liebsten würde Charlotte vor Scham in den Boden versinken. Denn sie muss ihm gestehen, dass sie ihn frech als ihren Verlobten ausgegeben hat, während er auf einer Exkursion war. Doch Greyson überrascht sie ein zweites Mal: Mit blitzenden Augen schlägt er vor, auch in Wirklichkeit als Paar aufzutreten. Nichts als ein praktisches Arrangement - oder der Beginn einer prickelnden Affäre?
Julia Romane
Deutsch
0,43 MB
978-3-86349-742-2 (9783863497422)
3863497422 (3863497422)

1. KAPITEL

"Charlotte! Was tun Sie denn hier?" Der panische Gesichtsausdruck passte nicht zu Professor Harold Meads besänftigendem, väterlichem Tonfall. Allerdings steckte ihr Chef sowieso voller Widersprüche. Seine Version ägyptischer Frühgeschichte stand beispielsweise im krassen Gegensatz zur herkömmlichen wissenschaftlichen Meinung. Oder seine Arbeitswoche, die etwa siebzig Stunden betrug, und nicht fünfzig, wie bei den anderen Mitarbeitern.

Zugegeben, es war erst halb acht Uhr an diesem Montagmorgen. Normalerweise ließ Charlotte sich nicht so früh an ihrem Arbeitsplatz blicken, aber trotzdem . Sie war durchaus berechtigt, hier zu sein.

"Charlotte?" Er wartete auf ihre Antwort.

"Ich arbeite", erklärte sie freundlich. "Zumindest habe ich das geplant. Spricht etwas dagegen?"

"Nein, aber wir haben nicht erwartet, Sie heute hier zu sehen. Wir dachten, Sie nehmen sich einige Tage frei, um über den Verlust hinwegzukommen. Schließlich haben Sie Ihre Patentante erst gestern beerdigt."

Der Professor war auch zur Trauerfeier erschienen. Das war sehr nett von ihm, zumal er Aurora nur flüchtig gekannt hatte.

"Danke, dass Sie gekommen sind", sagte sie leise. "Es war gut, Auroras reiches Leben noch einmal Revue passieren zu lassen und sie zu feiern."

"Ja." Professor Mead musterte sie. "Wollen Sie sich nicht doch einige Tage erholen?"

"Nein. Es ist besser für mich, zu arbeiten." Sie rang sich ein Lächeln ab. "Wirklich. Und ich glaube, ich habe jetzt eine Idee, worum es sich bei den Tonscherben handelt, die wir in der Lössschicht gefunden haben."

"Das hat Zeit. Sie könnten die Arbeit auch Dr. Carlysle übertragen. Schließlich ist er bei der Ausgrabung vor Ort, und Dr. Steadfellow schätzt ihn sehr."

"Ich weiß." Steadfellow hatte in seinen Berichten regelrecht von dem Mann geschwärmt. "Aber ich möchte mich lieber selbst damit beschäftigen." Immerhin war sie diejenige gewesen, die die Lössfundstelle entdeckt hatte - zusammen mit Aurora. Und sie hatte dem Kollegen Steadfellow die Grabungsstätte nur unter der Bedingung übergeben, dass sie, Charlotte, in die Analyse miteinbezogen wurde. Seit Dr. Carlysle zum Team gestoßen war, schien Dr. Steadfellow sich nicht mehr an die Abmachung erinnern zu wollen.

"Hören Sie, Harold", sagte Charlotte aufgebracht, "ich weiß, dass die beiden Kollegen durchaus in der Lage sind, die Aufgabe zu übernehmen. Aber darum geht es gar nicht. Ich fühle mich übergangen, und so war das nicht vereinbart."

"Das ist doch Unsinn", entgegnete Professor Mead beruhigend. "Wir alle wissen, dass Sie die Finanzierung der Grabung auf die Beine gestellt haben. Natürlich steht Ihnen das Recht zu, sich in das Projekt einzubringen. Aber ist es wirklich nötig, Ihren Kollegen so etwas zu unterstellen? Sie wollen Ihnen doch nur helfen."

Charlotte hätte ihm gern geglaubt, doch sie traute Steadfellow nicht über den Weg. Ihr Urteilsvermögen war allerdings momentan getrübt, vermutlich, weil sie in der letzten Zeit einfach zu wenig Schlaf bekommen und sich in eine Traumwelt geflüchtet hatte. Vielleicht tat sie dem Kollegen ja tatsächlich unrecht. "Ich rede mit Steadfellow und Carlysle", versprach sie schließlich leise. "Wir werden uns schon einig."

"Ausgezeichnet." Der Professor strahlte. "Ich wusste, dass ich auf Ihre Großzügigkeit bauen kann. Sie haben ja auch schon viel mehr veröffentlicht als die meisten Archäologen, die mindestens dreimal so alt sind wie Sie. Eine gehobene Position ist Ihnen so gut wie sicher."

"Trotz des Eindrucks, ich ließe alles mit mir machen?", fragte sie.

Schuldbewusst senkte ihr Chef den Kopf. "Ich weiß, dass Sie durch Ihre Patentante überall auf der Welt Kontakte zu angesehenen Archäologen haben. Ihr Name steht für großzügiges Engagement zum Wohl der Gesellschaft. Ich staune immer wieder, wie einfach es für Sie ist, private Geldgeber für unsere Projekte zu gewinnen. Leider weilt Ihre Patentante nun nicht mehr unter uns, und man fragt sich, ob Auroras legendäre Kontakte mit ihr gestorben sind."

Er atmete tief durch und bedachte sie mit einem - seiner Meinung nach - herzlichen Blick. "Sie sind wirklich eine Bereicherung für unsere Abteilung, Charlotte. Trotzdem sollten Sie den Rat eines alten Mannes annehmen, sich wieder der praktischen Arbeit zu widmen und Ihre Kontakte vor Ort persönlich zu erneuern. Übernehmen Sie die Leitung Ihrer Grabungsprojekte. Damit wäre Ihre Position unantastbar. Darum geht es Ihnen doch, oder?"

Genau das war die große Frage. Charlotte war sich unsicher geworden, was die Arbeit betraf, und hatte keine Ahnung, was sie sich eigentlich erhoffte.

Leider war dem Professor ihre Verunsicherung nicht verborgen geblieben.

"Ich weiß, dass Sie im Kollegenkreis nicht gern über Ihr Privatleben reden, Charlotte. Aber ich habe gehört, was mit Ihrem Verlobten in Papua-Neuguinea passiert ist. Das ist wirklich entsetzlich!"

"Sie . haben davon gehört?" Völlig verblüfft musterte sie ihn. Thaddeus Jeremiah Gilbert Taylor existierte doch nur in ihrer Fantasie! Außer Aurora hatte sie niemandem von ihm erzählt. "Wie haben Sie davon erfahren?"

"Eine der Krankenschwestern, die sich um Ihre Patentante gekümmert haben, ist mit Thomas aus der Statistikabteilung verheiratet. Er hat uns auf dem Laufenden gehalten."

"Aha." Charlotte rang sich ein Lächeln ab. Ihre Fantasiegestalt hatte sich verselbstständigt und war in der wirklichen Welt angekommen. Verflixt! Es war dumm gewesen, Gil sterben zu lassen. Warum hatte sie nicht einfach die Verlobung mit ihrem fiktiven Bräutigam gelöst? Dann hätte er munter weiter auf dem Sepik paddeln können, und ihr selbst wäre diese Unterhaltung mit Harold Mead erspart geblieben.

"Auf den Tod Ihrer Patentante waren Sie wenigstens vorbereitet, nicht aber auf den Ihres Verlobten. Es gibt ja nicht einmal sterbliche Überreste. Lassen Sie uns nicht mehr davon sprechen, Charlotte. Ich möchte nur noch einmal betonen, dass Sie sich eine Zeitlang frei nehmen sollten."

"Ich . danke." Ihre Stimme bebte verräterisch. Entsetzt wich der Professor zurück. Weinende Frauen waren ihm offensichtlich ein Gräuel. Also riss sie sich schnell zusammen. Jahrelang hatte Aurora ihr eingebläut, Haltung zu bewahren. Kopf hoch, Charlie! Eine Greenstone lässt sich nicht unterkriegen. Lächeln! Das waren Auroras Worte gewesen.

An die hielt Charlotte sich auch jetzt. Sie straffte sich und setzte ein verhaltenes Lächeln auf. "Vielen Dank für Ihre Anteilnahme, Harold. Ich weiß Ihren Rat wirklich zu würdigen. Trotzdem möchte ich lieber weiterarbeiten. Das lenkt mich ein wenig von meinem Kummer ab."

Das Gespräch mit dem Professor hatte Charlotte eigentlich schon gereicht. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Die Kaffeepause im Aufenthaltsraum war der reinste Horror. Alle Kollegen drückten ihr Mitgefühl aus und bedauerten sehr, dass Charlotte gleich zwei geliebte Menschen verloren hatte. Ihr war das alles schrecklich unangenehm.

Fast fluchtartig verließ sie den Raum und trank ihren Kaffee in ihrem kleinen Eckbüro, wo sie sich in ihren Schreibtischsessel fallen ließ und blicklos auf den Computerbildschirm starrte. Morgen würde die Welt doch schon wieder ganz anders aussehen, oder? Irgendwann musste der Kummer über ihren Verlust und das Schuldgefühl, das sie wegen Gilbert empfand, doch vorbei sein. Vermutlich würde das aber noch einige Tage dauern. Vielleicht sollte sie ihren Verlobten einfach wiederauferstehen lassen und dann die Verlobung lösen. Oder er trennte sich von ihr. Oder sie beschlossen einvernehmlich, in Zukunft getrennte Wege zu gehen.

"Wie fühlst du dich?" Millie stand vor der offenen Tür und schaute Charlotte voller Mitgefühl an.

Die liebe Millie verdiente es nicht, belogen zu werden. "So leidlich." Charlotte lächelte wehmütig. "Mitgefühl wegen Auroras Tod kann ich ertragen, aber bei Gil sieht das ganz anders aus."

"Ich bin nicht aus Mitleid hier, sondern aus purer Neugierde." Millie setzte sich auf die Schreibtischkante. "Wir sind nun schon seit zwei Jahren befreundet, Charlie. Wieso hast du mir nicht erzählt, dass du dich verlobt hast? Und warum trägst du keinen Verlobungsring?"

"Es war eigentlich nur eine lockere Beziehung", antwortete sie ausweichend.

"Wann hast du ihn zuletzt gesehen?", wollte Millie wissen.

"Das ist schon eine ganze Weile her. Gil war sehr unabhängig und abenteuerlustig." Einen Moment lang träumte Charlotte vor sich hin. "Er war auch leidenschaftlich und zielstrebig. Voller Energie. Und sehr geduldig."

"Auch ausdauernd?"

"O ja!"

"Kein Wunder, dass du dich zu ihm hingezogen gefühlt hast. Wenn er denn mal bei dir war."

Charlotte erwachte aus ihrem Tagtraum. "Ja, das war ein echtes Problem."

"Kann es sein, dass du vielleicht sogar etwas erleichtert bist, diesen freiheitsliebenden Abenteurer los zu sein?" Millie musterte sie forschend.

"Möglicherweise", gab Charlotte leise zu. Besser konnte es doch gar nicht laufen, oder? Millie und die anderen Kollegen würden denken, sie erhole sich schnell vom Verlust ihres Verlobten. Seltsam war nur, dass...

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