(K)ein Mann für die Liebe?

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. November 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-020-1 (ISBN)
 
Sie sollte Cole Rees hassen, so wie seine Familie mit ihr umspringt! Das sagt Jolie sich immer wieder, als sie mit dem ebenso arroganten wie attraktiven Unternehmer bei einem Schneesturm in einer Gondel stecken bleibt. Doch während sie die Nacht mit ihm auf engstem Raum verbringt, kommt sie ihm unfreiwillig näher - und muss sich eingestehen, dass Cole sie fasziniert wie kein Mann zuvor. Und als die Sonne über den Bergen aufgeht, kann sie nicht anders und gibt sich ihm leidenschaftlich hin. Auch wenn sie weiß: In seiner Welt wird wohl niemals Platz für sie sein .

1. KAPITEL

Die Kiste war sperrig und ließ sich unglaublich schwer transportieren. Aber es gab keine andere Möglichkeit, und so schleppte und schob Jolie Tanner den wuchtigen Karton, bis sie ihn endlich auf dem Skibob verladen hatte und festzurren konnte. Waren Pappkartons überhaupt stabil genug für einen solchen Transport? Egal, sie hatte keine Wahl.

Es war Zeit zu gehen. Ein letztes Mal kehrte Jolie zu dem kleinen Häuschen zurück, suchte mit den dicken Profilsohlen ihrer dicken Schneeschuhe Halt auf den vereisten Stufen und blickte sich noch einmal prüfend um. Alles war aufgeräumt, sauber und seltsam unpersönlich. Sie hatte ihre Mission erfüllt. Jolie zog die Tür zu und schloss ab.

Während sie auf den Fahrersitz des Skibobs kletterte, sah sie weiter unten die wartende Gondel und überlegte, wie sie die Kiste wieder von dem Motorschlitten hinunterwuchten und in der kleinen Kabine verstauen sollte. Seufzend fuhr sie über die breite Piste und parkte den Bob schließlich an der Seite der Bergstation.

Die motorisierten Schneemobile gehörten Hare, dem Chef der Bergwacht, ebenso der gefütterte Overall, den er Jolie für die Fahrt geliehen hatte. Auch das Funkgerät in der Jackentasche war von Hare. Noch vor ein paar Minuten war es rauschend angesprungen und Hare hatte sich bei ihr gemeldet, um sie zu warnen. Es sei eine Wetterverschlechterung angekündigt, sie solle sich unbedingt beeilen, ins Tal zu kommen, hatte er gesagt.

"Die letzte Gondel geht in fünf Minuten. Und du solltest zusehen, dass du sie noch erreichst", hatte er seinen Funkspruch beendet.

Alles an seinen Platz, dieser Satz ging ihr durch den Kopf, als sie vom Bob stieg und ihn sicherte. "Alles an seinen Platz" - das war eine der wichtigsten Regeln, die Hare jedem Mitarbeiter, der für die Bergwacht arbeitete, immer wieder einschärfte. Jedes Werkzeug, jeder Rettungsgurt, wurde nach Gebrauch sofort wieder einsortiert. Wer gegen dieses eherne Gesetz verstieß, konnte sich sofort wieder von der Bergwacht in Silverlake Mountain verabschieden und sich einen neuen Job suchen in den Bars, Restaurants und Hotels von Queenstown.

"Alles erledigt?", erkundigte sich Hare, als sie in den Kontrollraum trat und die Tür hinter sich schloss.

"Ja, alles klar." Jolie hängte die Schlüssel des Skibobs an den Haken und stellte das Funkgerät in die Ladestation. Dann nahm sie den Schlüssel der Berghütte aus der Jackentasche und hielt ihn dem großen, bärenstarken Mann hin. "Mama hat mich gebeten, dir auch diesen Schlüssel zu geben."

Hare kratzte an einem nicht vorhandenen Mückenstich, statt den Schlüssel zu nehmen. Also legte Jolie ihn einfach auf den Tresen, um ihn loszuwerden. Sie konnte es Hare nicht verübeln, dass auch er ihn nicht haben wollte.

"So haben wir noch nie zusammengesessen", stellte er fest.

"Das stimmt, aber da bist du keine Ausnahme", gab sie zu. Das war die Wahrheit, und nur Hare gegenüber konnte sie so offen sprechen. Jeder andere erlebte sie schweigend, beinahe feindlich, und abweisend - ein Schutzmechanismus, den sie seit ihrer Jugendzeit pflegte. "Vielleicht wird jetzt alles anders."

Der Tod gab allen Dingen eine plötzliche Endgültigkeit.

"Wie hält sich deine Mutter?", erkundigte sich Hare. "Ist sie zur Beerdigung gegangen?"

"Nein", erwiderte Jolie zögernd. "Natürlich nicht. Sie hatte geplant, stattdessen um den Wanaka-See zu laufen. Vermutlich will sie sich auf diese Weise von ihm verabschieden."

"Arbeitet sie heute Abend in der Bar?", wollte Hare wissen.

Jolie nickte. "Sie hat mich gebeten, dir auszurichten, dass sie dich zu einem stillen Umtrunk einlädt. Eine Art Trauerfeier."

"Sie hat ihn sehr geliebt", meinte Hare gerührt. "Das wird ihr immer bleiben, auch wenn sie sonst nichts von ihm behalten kann."

"Ich weiß. Es ist nur ." Die ganze Zeit hatte Jolie versucht, gegen die Bitterkeit anzukämpfen. Aber schließlich hatte sie den gesamten Nachmittag damit verbracht, alle Spuren ihrer Mutter aus dem luxuriösen Leben von James Rees zu löschen und dabei festgestellt, wie viel ihre Mutter für diesen Mann aufgegeben hatte - und was sie andererseits dafür bekommen hatte. "Ich weiß."

Hare konnte nichts dafür. Damals, als junger Auszubildender der Bergwacht, hatte James Rees ihn beauftragt, auf Jolie aufzupassen, während ihre Mutter mit ihrem verheirateten Liebhaber mit der Gondel auf den Berggipfel fuhr. Seither hatte Jolie wie eine Klette an ihm gehangen bis zu dem Zeitpunkt, als sie beschloss, alt genug zu sein, um auf sich selbst aufzupassen.

Hare hatte ihr das Skilaufen beigebracht, ihr die Berge gezeigt und sie immer behütet. Doch vor der harten Realität konnte selbst Hare sie nicht schützen.

Jolies Leben hatte sich von Grund auf geändert, nachdem James Rees' Affäre mit Rachel Tanner ans Licht gekommen war. Ihre Freunde hatten sie fallen lassen, und es war ihr nie wirklich gelungen, neue Freundschaften zu knüpfen. Als dann die Jungen begonnen hatten, sich für sie zu interessieren - und das hatten sie wahrlich - musste Jolie erkennen, dass aus früheren Freundinnen plötzlich eifersüchtige Feindinnen werden konnten, die genau wussten, wie sie mit wenigen Worten jemanden tief verletzen konnten.

"Bleibst du länger in Queenstown?", wollte Hare wissen. "Deine Mutter kann dich jetzt sicherlich gut gebrauchen."

Jolie zuckte die Schultern. "Ein paar Wochen werde ich bleiben. Aber dann muss ich zurück nach Christchurch."

"Ich habe gehört, du arbeitest dort als Zeichnerin."

"Stimmt." Sie hatte all ihren Mut zusammengenommen und sich bei einer Produktionsfirma beworben, die an Spezialeffekten für Filme arbeitete. Ihr Talent war überzeugend gewesen, und so konnte sie bleiben. Die Bezahlung war gut - wenigstens etwas, worüber sie sich keine Sorgen machen musste.

"Könntest du nicht von hier aus arbeiten?"

"Warum sollte ich?"

"Ich weiß nicht." Hare zögerte. Verlegen kratzte er sich am Kopf und runzelte die Stirn. "Vielleicht ist es jetzt einfacher für dich, hier zu sein. Nach dem Tod von James, meine ich."

"Oh nein. Hannah ist noch hier, Cole ebenfalls. Und James' Witwe." Die eigenbrötlerische Christina Rees. "Schließlich gehört ihnen die halbe Stadt. Und sie werden niemals ein Interesse daran haben, etwas für eine Tanner einfacher zu machen."

"Es war für keinen von euch leicht", gab Hare zu bedenken. "Wäre jetzt nicht ein guter Anlass, die alte Feindschaft zu beenden?"

"Vernünftig betrachtet, hast du natürlich recht", erwiderte Jolie. "Aber die Fehde zwischen den Tanners und den Rees' hat nichts mit Vernunft zu tun."

"Das muss doch nicht so bleiben."

"Oh doch, das wird es." Offen und freundlich sah sie Hare an. Der große, oft rau wirkende Mann war immer nett zu ihr gewesen und kannte die wahre Jolie besser als die meisten anderen. "Hare, ich werde nicht nach Queenstown zurückkehren. Mein ganzes Leben bestand nur daraus, mich vor anderen Menschen zu verstecken. Nie konnte ich so sein, wie ich wollte. Für alle war ich nur die Tochter der Geliebten von James Rees. In Christchurch dagegen", Jolie suchte nach den richtigen Worten, "habe ich endlich den Mut gefunden, ich selbst zu sein. Und ich muss zugeben, dass es mir gefällt."

"Hast du schon Freunde gefunden?"

"Noch nicht wirklich." Wieder zuckte sie die Schultern. "Aber zumindest habe ich dort keine Feinde. Das ist doch auch schon etwas, oder?"

"Klar", murmelte Hare.

Nun hatte sie ihn in Verlegenheit gebracht und sich selbst bloßgestellt. Ein guter Zeitpunkt, um zu verschwinden. "Ich würde jetzt gern die letzte Gondel nehmen."

"Noch einen Moment, ich warte noch auf jemanden, der mitfahren will."

"Auf wen?" Die Piste war wegen des angesagten Unwetters bereits geschlossen. Jolie hatte geglaubt, alle Mitarbeiter und Skiläufer seien schon seit Stunden im Tal. Alle bis auf Hare, der in einer kleinen Hütte am Rande des Skigebiets lebte.

"Cole."

"Cole Wer?", fragte sie alarmiert.

Doch Hare antwortete nicht, er wagte nicht einmal, sie anzusehen.

Jolies Magen krampfte sich zusammen. "Cole Rees ist hier auf dem Berg?"

"Er ist vor ein paar Stunden gekommen und wollte auf den Gipfel."

"Was will er da?"

Hare zuckte die Schultern.

"Aber . wie kann das sein?" Um die Sachen ihrer Mutter zu packen, hatte sie extra einen Zeitpunkt gewählt, zu dem kein Rees in der Nähe war. So hatte sie zumindest geglaubt. "Warum ist er nicht auf der Beerdigung?"

"Ich habe ihn nicht gefragt. Der Mann sah nicht aus, als habe er Lust, lange mit mir zu reden."

Und gleich würde er mit ihr gemeinsam in der kleinen Gondel sitzen, um ins Tal zu fahren. Nur Cole Rees und Jolie Tanner, und zwischen sich eine Kiste mit all den Erinnerungen an die vergangenen zwölf Jahre, die ihre Mutter mit James Rees verbracht hatte. "Großartig", versetzte sie. "Ganz toll. Gibt es eine Möglichkeit, eine zweite Gondel zu aktivieren, damit Cole Rees ungestört bergab fahren kann?"

Hare schüttelte...

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