Werke

Darmstädter Ausgabe
 
 
wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Oktober 2014
  • |
  • VI, 578 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-534-73934-9 (ISBN)
 
Der geniale Forschungsreisende Alexander v. Humboldt (1769-1859) erlangte mit den Ergebnissen seiner Expeditionen Weltruhm. Neben naturwissenschaftlichen - geographischen, geologischen und biologischen - Untersuchungen erforschte Humboldt auch Herkunft, Sprache und Kultur der Völker, deren Gebiete er bereiste.
Die kommentierte Darmstädter Ausgabe umfasst die wesentlichen Schriften aus Humboldts umfangreichem Werk und wird hier in einer preisgünstigen Jubiläumsausgabe erneut aufgelegt. Die ausführlichen Einführungen und Kommentare des renommierten Humboldt-Kenners Hanno Beck reflektieren den Stand der Forschung.
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Alexander von Humboldt (1769 - 1859), Geograph und Naturforscher, kann in seinen Fachgebieten als Begründer einer modernen empirischen Wissenschaft gelten. Seine zahllosen Reisen, seine wissenschaftlichen Kontakte in alle Welt und sein umfangreiches Werk machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Berühmtheit, deren Wirkung bis heute anhält.

Alexander von Humboldt (1769 - 1859), Geograph und Naturforscher, kann in seinen Fachgebieten als Begründer einer modernen empirischen Wissenschaft gelten. Seine zahllosen Reisen, seine wissenschaftlichen Kontakte in alle Welt und sein umfangreiches Werk machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Berühmtheit, deren Wirkung bis heute anhält.
  • Front Cover
  • Titel
  • Impressum
  • Inhalt
  • A. Textteil
  • Texte zu A. v. Humboldts Physikalischer Geographie
  • I. Texte zur Geomorphographie
  • 1. A. v. Humboldts Beschreibung seines klassischen Mexico-Profils, der ersten Profil-Darstellung eines außereuropäischen Landes
  • XII. Naturgemälde [= Tableau physique] des östlichen Abfalls des Hochlandes von Anahuac
  • XIII. Naturgemälde des westlichen Abfalls des Hochlandes von Neu-Spanien
  • 2. Humboldts morphographische Diskussion der mittleren Höhe des tibetischen Plateaus
  • II. Texte zum Geomagnetismus
  • 1. "Das Gesetz der veränderlichen Intensität der tellurischen Magnetkraft
  • III. Texte zur Geoklimatologie
  • 1. Die Definition des Klimas
  • 2. Von den isothermen Linien und der Verteilung der Wärme auf dem Erdkörper
  • 3. Untersuchungen über die Ursachen der Beugung der Isothermen
  • 4. Ausschnitt aus A. v. Humboldts Diskussion der niedrigeren und höheren Lage der Schneegrenze am nördlichen beziehungsweise südlichen Abhang des Himalaja
  • IV. Texte zur Hydrographie
  • 1. A. v. Humboldt über die später, seit 1835 (besonders seit 1837), nach ihm benannte kalte Meeresströmung
  • V. Texte zur Geographie der Pflanzen
  • VI. Texte zur Geographie der Tiere
  • VII. Texte zur Geographie des Menschen
  • 1. Aus Humboldts mexicanischer Landeskunde: Geistige Kräfte kennzeichnen den Staat
  • B. Kommentar
  • Zu dieser Ausgabe der >Schriften zur Physikalischen Geographie< A. v. Humboldts
  • Erläuterungen der Texte zur Physikalischen Geographie
  • Allgemeines
  • I. Texte zur Geomorphographie
  • II. Texte zum Geomagnetismus
  • III. Texte zur Geoklimatologie
  • Die Definition des Klimas
  • >Von den isothermen Linien< (1817)
  • Verschiedene klimatologische Probleme
  • IV. Texte zur Hydrographie
  • A. v. Humboldts Abhandlung über den Perustrom
  • Zur Abhandlung über den Perustrom
  • V. Texte zur Geographie der Pflanzen
  • VI. Texte zur Geographie der Tiere
  • VII. Texte zur Geographie des Menschen
  • Aus Humboldts mexicanischer Landeskunde: Geistige Kräfte kennzeichnen den Staat
  • Einige Bemerkungen am Schluß dieses Bandes
  • Dank des Herausgebers
  • Back Cover

Erster Band


Ausführliche Analyse des [physikalisch-geographischen] Atlasses von Neu-Spanien [= Mexico] [oder Geographische Einleitung]


Indem ich den geographischen Atlas von Neu-SpanienI und Entwürfe herausgebe, welche die Unebenheiten des mexicanischen Bodens in Vertikalprojektionen darstellen, bin ich den Astronomen und GeognostenII Rechenschaft über die Materialien schuldig, welche ich zu dieser Arbeit benutzt habe. Beschränkt sich ein Schriftsteller auf das bloße Geschäft eines Kompilators und sammelt er, aus wenig bekannten Quellen schöpfend, nur das, was er in bereits gedruckten Werken oder auf schon vorhandenen Karten zerstreut findet, so kann er ein bloßes Namenverzeichnis als Analyse seines Atlasses geben. Andere Pflichten liegen dem GeographenIII ob, wenn sich sein Unternehmen auf eigene astronomische Beobachtungen oder Messungen gründet, wenn er zum Entwurf neuer Karten Pläne und handschriftliche Bemerkungen benutzte, die in Archiven aufbewahrt oder in Klöstern versteckt lagen. Im letzteren Fall (und in diesem befinde ich mich) fordert das Publikum mit Recht eine ausführliche Auseinandersetzung der Hilfsmittel, deren man sich bediente, um die Lage der wichtigsten Punkte festzusetzen. Eine solche Auseinandersetzung darlegend, werde ich sorgfältig die Resultate bloßer Kombinationen von demjenigen trennen, was unmittelbar aus astronomischen Beobachtungen oder geodätischen und barometrischen Messungen abgeleitet wird. Ich werde in dieser Einleitung versuchen, eine kurzgefaßte Analyse aller Materialien zu liefern, die mir zu Gebote standen. Alles rein Astronomische behalte ich der Sammlung von Beobachtungen und Messungen vor, die ich zu gleicher Zeit in Verbindung mit Hrn. OltmannsIV herausgebe. Auf diese Weise werden die verschiedenen Abteilungen meines Werkes, die Statistik von Mexico, der historische Bericht der Reise nach den Wendekreisen und der astronomische Teil in die genaueste Verbindung miteinander treten. Alle werden wenigstens dafür zeugen, daß Streben nach Genauigkeit und Liebe zur Wahrheit mich während der Ausführung meiner Unternehmungen leiteten. Mögen meine schwachen Bemühungen einigermaßen das Dunkel aufhellen, welches seit Jahrhunderten über der Geographie eines der schönsten Erdstriche schwebt!

I. Karte des Königreichs Neu-Spanien


Ich habe diese Karte 1803 kurz vor meiner Abreise aus der Stadt México in der königlichen Bergakademie (Real Seminario de Minéria) entworfen und selbst gezeichnet. Don Fausto de Elhuyar, der Vorsteher dieser Schule, hatte seit langer Zeit Nachrichten über die Lage der Bergwerke von Neu-Spanien und über die Grenzen der 37 Bezirke gesammelt, welche jene Bergwerke unter dem Namen Deputaciones de Minas in sich begreifen. Er wünschte, für das oberste Bergkollegium (Tribunal de Minéria) eine ausführliche Karte verfertigen zu lassen, auf welcher die wichtigsten Hüttenwerke und Gruben angedeutet wären. Eine Arbeit dieser Art war in der Tat sehr notwendig, sowohl zur Verwaltung dieses Landes als zur Kenntnis des Gewerbefleißes seiner Bewohner. Vergebens sucht man auf den meisten in Europa herausgekommenen Karten den Namen der Stadt Guanajuato, welche 70.000 Einwohner zählt, vergebens den Namen der berühmten Bergwerke von Bolaños, von Sombrerete, von Batopilas und von Zimapán. Auf keiner der bis jetzt erschienenen Karten ist die Lage von Real de Catorce in der Intendancia von San Luis Potosí dargestellt, eines Bergwerkes, welches eine jährliche Ausbeute von beinahe 4.000.000 PiasterV liefert und wegen seiner Nähe am Río Grande del Norte bereits die Lüsternheit der neuen Ansiedler in Louisiana aufgeregt zu haben scheint. Indem ich anfing, meine astronomischen Beobachtungen zu berechnen, um feste Anhaltspunkte zu gewinnen, als ich eine beträchtliche Anzahl handschriftlicher Karten zu meinem Gebrauch vor mir sah, wurde ich nach und nach verleitet, meinen anfänglichen Plan zu erweitern. Statt in meiner Karte bloß die Namen von 300 wegen ihrer beträchtlichen Ausbeute bekannten Gruben einzutragen, beschloß ich alle Materialien, die ich mir verschaffen konnte, zusammenzustellen und die Verschiedenheiten der Ortsbestimmungen, welche diese ungleichartigen Materialien darboten, genau zu untersuchen. Wie darf man über die in der Geographie von Mexico herrschende Unbestimmtheit erstaunen, wenn man die Hindernisse erwägt, welche von jeher den Fortschritten wissenschaftlicher Kultur nicht allein in den spanischen Kolonien, sondern selbst im europäischen Mutterland im Weg standen; ja, wenn man vollends an den langen Frieden zurückdenkt, dessen sich diese Gegenden seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts erfreuen? In Hindostan trugen die Kriege mit Hyder Ally [Haider Ali Khan 1722-1782] und Tippoo-Sultan [Tippu-Sahib 1753-1799], die immerwährenden Durchzüge von Heeren und die dadurch verursachte Notwendigkeit, die möglichste Kürze der Verbindungen aufzusuchen, vorzüglich dazu bei, die Geographie dieses Landes aufzuklären. Und doch reicht die genauere Kenntnis von Hindostan, eines Erdstrichs, der von dem betriebsamsten Volk Europas nach allen Richtungen durchstrichen worden ist, nicht über 30 oder 40 Jahre hinauf. Trotz meiner Bemühungen konnte ich voraussehen, daß bei einer angestrengten Arbeit von drei bis vier Monaten ich doch nur eine sehr unvollkommne Karte des Königreichs Neu-Spanien liefern würde, eine Karte, die sich nicht mit denen messen darf, welche wir von den lange zivilisierten Regionen unseres Weltteiles besitzen. Dieser Gedanke hat mich indes nicht mutlos gemacht. Denn bei der Betrachtung der Vorteile, die mir meine individuelle Lage darbot, konnte ich mir schmeicheln, daß meine Arbeit, ungeachtet aller bedeutenden Mängel, die sie entstellen, dennoch vollkommener als alles sein müsse, was bisher über die Geographie von Neu-Spanien bekannt gemacht worden ist.

Vielleicht, wird man mir einwenden, sei es noch nicht Zeit, die General-Karte eines Königreiches zu entwerfen, über dessen Ausdehnung es uns an genaueren Nachrichten fehlt. Allein aus demselben Grund müßte man mit Ausnahme der Provinz Quito und der Vereinigten Staaten auch noch keine Karte vom Inneren des amerikanischen Kontinents, keine von mehreren Teilen Europas herausgeben, zum Beispiel von Spanien oder Polen - Länder, in denen man auf einer Oberfläche von mehr als 800 Quadratmeilen nicht einen einzigen Ort findet, dessen Lage durch astronomische Mittel bestimmt ist. Noch sind nicht fünfzehn Jahre verflossen, als in der Mitte von Deutschland kaum 20 Orte zu nennen waren, deren Länge man bis auf den 6. oder 8. Teil eines Grades kannte!

Nördlich vom Parallelkreis von 24°, in dem Teil Neu-Spaniens, der die Provincias internas in sich begreift (in Neu-Mexico, im Gouvernement von Cohahuila, und in der Intendancia von Neu-Biscaya), ist der Geograph darauf beschränkt, seine Kombinationen auf bloße Reisejournale zu gründen. Wegen der beträchtlichen Entfernung des Meeres von dem bewohntesten Teil dieser Länder bleibt ihm kein Mittel übrig, die im Inneren eines weitausgedehnten Kontinents liegenden Orte mit den etwas mehr bekannten Küstenpunkten zu verbinden. Jenseits der Stadt Durango, weiter gegen Chihuahua zu, irrt man sozusagen in einer Wüste. Mitten unter dem Vorrat unzusammenhängender handschriftlicher Nachrichten fand ich über jene nördlichen Erdstriche nicht mehr sichere Hilfsmittel, als dem Major Renneil beim Entwurf seiner Karten des Inneren von Afrika zu Gebote standen. Mit dieser geographischen Wüste kontrastiert der Teil von Mexico, welcher zwischen den Häfen von Acapulco und Veracruz, zwischen der Hauptstadt Mexico und dem Real1 von Guanajuato liegt. In dieser Gegend, der angebautesten und bewohntesten des Königreiches, welche ich vom Monat März 1803 bis in den Februar 1804 durchreiste, findet man eine beträchtliche Anzahl von Orten, deren Lage astronomisch bestimmt ist. - Um die Geographie dieser Länder gleichmäßig zu vervollkommnen, müßte ein im Beobachten geübter Reisender, mit einem hadleyschen Sextanten oder einem kleinen bordaischen Wiederholungskreis, einer Längenuhr, einem achromatischen Fernrohr und einem tragbaren Barometer zur Höhemessung der Gebirge versehen, den Norden des Königreiches Neu-Spanien in drei verschiedenen Richtungen durchwandern; sein Lauf müßte sich richten: 1. von der Stadt Guanajuato bis zum Presidio von Santa-Fé oder bis zum Dorf Taos in Neu-Mexico; 2. von der Mündung des Río Grande del Norte, welcher sich in den mexicanischen Meerbusen ergießt, bis zum Meer von Cortés (Golfo de California)2, vorzüglich bis zum Zusammenfluß des Río Colorado und des Río Gila; und 3. von der Stadt Mazatlán in der Provinz Sinaloa bis zur Stadt Altamira, am linken Ufer des Río de Pánuco.

Die erste dieser drei Reisen würde die wichtigste und zugleich diejenige sein, bei welcher der Chronometer dem geringsten Temperaturwechsel ausgesetzt wäre. Dennoch wäre es ratsam, sich nicht auf den Transport der Zeit allein zu verlassen, sondern zu Bestimmung der Längen Jupitertrabanten, Okkultationen der Gestirne und vorzüglich Monddistanzen zu beobachten,...

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