Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen analysieren und fördern

Zur Vorbereitung "Geprüfte/r kaufmännische/r Fachwirt/in nach der Handwerksordnung
 
 
Holzmann Medien (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. September 2017
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7783-1174-5 (ISBN)
 
Geprüfte kaufmännische Fachwirte nach der Handwerksordnung und ihre Kolleginnen übernehmen als "rechte Hand" der handwerklichen Unternehmer und Unternehmerinnen die kaufmännische Leitung eines Unternehmens oder werden für die Leitung einer Filiale eingesetzt. Als "engste Mitarbeiter" müssen sie über fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen und soziale Kompetenz verfügen.
Das vorliegende Lehrbuch soll dabei helfen, dieses Fachwissen zu erwerben, zu vertiefen und zu erweitern. Es ist als Begleitmaterial zu den Weiterbildungslehrgängen sowie zum ergänzenden und vertiefenden Selbstlernen konzipiert und inhaltlich eng an den Vorgaben des bundeseinheitlichen Rahmenlehrplans zum Handlungsbereich 1 "Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen analysieren und fördern" ausgerichtet.
Der Aufbau dieses Lehrbuchs entspricht den für dieses Fachgebiet vorgegebenen sechs Lerneinheiten, in denen schwerpunktmäßig die Handlungsgebiete Volkswirtschaft, Unternehmensziele, betriebliche Funktionen, Kooperationen und Unternehmensrecht angesprochen werden.
Zahlreiche praktische Beispiele und Handlungssituationen stammen dazu aus Handwerksbetrieben. "Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen analysieren und fördern" kann jedoch auch jederzeit in anderen Wirtschaftsbereichen eingesetzt werden.
Perfekte Abstimmung auf die Lehrgänge: Exakt nach den Vorgaben des neuen, bundeseinheitlichen Rahmenlehrplans.
Handlungsorientierte Wissensvermittlung: für jeden Handlungsbereich genau ein Lehrbuch.
Prüfungsorientierte Unterrichtsgestaltung: mit zahlreichen Fallbeispielen sowie Übungs- und Wiederholungsfragen.
2017
  • Deutsch
  • Bad Wörishofen
  • |
  • Deutschland
  • 7,59 MB
978-3-7783-1174-5 (9783778311745)
3778311743 (3778311743)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Inhaltsverzeichnis Vorwort der Herausgeber 5 Vorwort der Autoren 7 1. Bedeutung von Unternehmen in der volkswirtschaftlichen Leistungserstellung berücksichtigen 13 1.1 Wertschöpfungsprozesse 13 1.1.1 Aufgaben und Ziele von Unternehmen 18 1.1.2 Aufgaben und Ziele der Unternehmensführung 20 1.2 Verfl echtungen des Unternehmens auf Märkten 23 1.2.1 Absatzmarkt 25 1.2.2 Beschaffungsmarkt 26 1.2.3 Arbeitsmarkt 27 1.2.4 Kapitalmarkt 28 1.3 Ziele und Zielkonfl ikte der Interessengruppen 31 2. Volkswirtschaftliche Zusammenhänge beurteilen und deren Einfl uss auf die Unternehmensziele bewerten 43 2.1 Ökonomische Einfl ussgrößen 43 2.1.1 Konjunktur 43 2.1.2 Preisniveau, Infl ation 52 2.1.3 Zinsniveau 55 2.2 Politische Entscheidungsfelder 57 2.2.1 Arbeitsmarktpolitik 58 2.2.2 Sozialpolitik 60 2.2.3 Wirtschaftspolitik 61 2.2.4 Fiskalpolitik 68 10 Inhaltsverzeichnis 3. Entwicklung und Umsetzung strategischer Unternehmensziele unterstützen 75 3.1 SWOT-Analyse 75 3.1.1 Umweltanalyse 80 3.1.2 Marktanalyse 81 3.1.3 Branchenstrukturanalyse 84 3.1.4 Stärken- und Schwächen-Analyse 87 3.2 Wettbewerbsvorteile: Qualitätsführer vs. Preisführer 91 3.3 Anforderungen an Zielformulierungen 94 3.4 Balanced Scorecard 106 3.5 Typische Messgrößen 114 4. Betriebliche Funktionen bewerten und deren Zusammenwirken im Kontext der Unternehmensziele interpretieren 125 4.1 Betriebliche Funktionen 125 4.1.1 Beschaffung 127 4.1.2 Produktion 131 4.1.3 Logistik 136 4.1.4 Vertrieb/Service 140 4.1.5 Finanzierung 147 4.1.6 Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen 153 4.2 Zielkonfl ikte zwischen betrieblichen Funktionen 157 4.3 Interdependenzen und Abhängigkeiten betrieblicher Funktionen 160 5. Unternehmensgründungen und verschiedene Formen der Kooperation unterstützen sowie Unternehmensrechtsformen bei der Weiterentwicklung des Unternehmens berücksichtigen 163 5.1 Betriebliche Organisationsstrukturen 163 5.2 Bereiche für betriebliche Kooperationen, insbesondere Einkauf, Logistik, Vertrieb 172 5.3 Rechtsformen von Unternehmen 178 Inhaltsverzeichnis 11 6. Rechtsvorschriften des bürgerlichen Rechts, des Gewerbe- und Handwerksrechts, des Handelsund Wettbewerbsrechts im Unternehmen und in den Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sowie Grundzüge des Steuerrechts beachten und anwenden 187 6.1 Bürgerliches Recht 187 6.1.1 Einführung in das Bürgerliche Recht 187 6.1.2 Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches 190 6.1.3 Recht der Schuldverhältnisse 205 6.1.4 Mahn- und Klageverfahren 233 6.1.5 Zwangsvollstreckung 240 6.2 Gewerbe- und Handwerksrecht 242 6.2.1 Grundsätze des Gewerberechts 242 6.2.2 Handwerksrecht 244 6.3 Handels- und Gesellschaftsrecht 254 6.3.1 Kaufmannseigenschaft 254 6.3.2 Handelsregister 255 6.3.3 Firma 256 6.3.4 Handelsgeschäfte 257 6.4 Wettbewerbsrecht 259 6.4.1 Unlauterer Wettbewerb 259 6.4.2 Preisangabepfl icht 263 6.5 Steuerrecht 265 6.5.1 Allgemeines zum Steuerrecht 265 6.5.2 Die Einkommensteuer 266 6.5.3 Die Körperschaftsteuer 277 6.5.4 Gewerbesteuer 281 6.5.5 Umsatzsteuer 286 6.6 Rechtliche Regelungen bei Ausschreibungen 290 6.6.1 Gesetzliche Regelungen und EU-Schwellenwerte 291 6.6.2 Vergabeverfahren 292 6.6.3 Rechtsschutz 294 Die Autoren 295 Literaturverzeichnis 297 Stichwortverzeichnis 303

2.1 Ökonomische Einflussgrößen


2.1.1 Konjunktur


Die Konjunktur ist ein Begriff, der verwendet wird, um die Gesamtlage einer Volkswirtschaft, die sich aus dem Zusammenwirken der einzelnen ökonomischen Größen wie Bruttoinlandsprodukt, Konsum, Investition, Staatsverbrauch und Außenbeitrag ergibt, zu beurteilen. Erfasst werden mit der Konjunktur zyklische Schwankungen einer Wirtschaft, die vor allem durch die Höhe und die Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes charakterisiert werden.

Die Bezeichnung zyklisch weist darauf hin, dass sich der Verlauf entlang der Zeitachse, unabhängig von konkreten Werten, in Art und Richtung wiederholt. Man spricht von den Konjunkturphasen und in deren Gesamtheit als zeitliche Abfolge vom Konjunkturzyklus.

Der Konjunkturzyklus

Die Phasen des Konjunkturzyklus

Der Konjunkturzyklus wird in die folgenden vier Phasen eingeteilt:

  1. Aufschwung/Expansion
    Die Produktion, die Beschäftigung, das Einkommen, die Nachfrage und die Geldmenge nehmen langsam zu. Die Produktionsfaktoren werden zunehmend ausgelastet. Die Preise steigen nur langsam, da das Angebot relativ elastisch ist. Die Stimmung ist optimistisch, und die Investitionen nehmen zu. Man spricht hier von einer Mengenkonjunktur.
  2. Hochkonjunktur/Boom
    Die Nachfrage übersteigt allmählich das Angebot. Die gute Wirtschaftslage führt zu einer expansiven Lohnpolitik. Beides heizt die Inflation an (dieser Vorgang wird auch Preiskonjunktur genannt). Da die Kapazitätsgrenze erreicht ist, steigt das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur gering. Die Stimmung und die Investitionstätigkeit in der Wirtschaft sinken.
  3. Abschwung/Rezession
    Der Investitionsrückgang führt zu Entlassungen und zur Arbeitslosigkeit. Die Einkommen der privaten Haushalte gehen zurück, in der Folge sinkt die Konsumgüternachfrage und mit ihr die Konsumausgaben. Dies erhöht die Arbeitslosigkeit weiter. Die Gewinne und die Zuwachsraten der Löhne sinken. Die Preise werden wieder stabiler. Die Arbeitslosenquote steigt. Die Stimmung ist pessimistisch.
  4. Tiefstand/Depression
    Die Auslastung des Produktionspotenzials hat den Tiefpunkt erreicht, da die Investitionsgüter- und die Konsumgüternachfrage sehr gering sind. Die Arbeitslosenquote ist auf dem Höchststand. Die Banken haben eine hohe Liquiditätsreserve. Die Stimmung ist depressiv.

Ein Konjunkturzyklus hat im Ideal folgendes Aussehen:

Idealer Konjunkturzyklus

In der Abbildung bezeichnet "a" die Amplitude (Ausschlag der Schwingung), während "b" die Länge eines Zyklus (Zyklendauer) angibt.

Betrachtet man gleichzeitig zwei oder mehrere ökonomische Variablen, dann kommt als drittes Charakteristikum der "time-lag" hinzu; er zeigt an, mit welchem Zeitverzug diese Variablen den Konjunkturzyklus durchlaufen: ? t.

Um die Einflüsse der Konjunktur auf die Unternehmensentwicklung beurteilen zu können, sollte man zunächst untersuchen, von welchen Faktoren die Konjunkturentwicklung selbst beeinflusst wird. Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen, die sich in den Zeitreihen der wirtschaftlichen Dynamik - den Konjunkturtheorien - widerspiegeln.

Konjunkturtheorien beschäftigen sich mit

  • der Messung von Konjunkturschwankungen,
  • der theoretischen Erklärung ihres Zustandekommens,
  • daraus abgeleitet mit der Prognose der zukünftigen konjunkturellen Entwicklungen sowie
  • mit der Ableitung der Möglichkeiten, diese Entwicklungen zu beeinflussen.

Bisher haben wir von Konjunktur und Konjunkturbewegung gesprochen, ohne festzulegen, wie man Konjunktur misst, welche ökonomischen Variablen also die Konjunktur am besten repräsentieren. Sie werden als Konjunkturindikatoren bezeichnet und lassen sich folgendermaßen unterscheiden:

a) ein- und mehrdimensionale Indikatoren

Eindimensional bedeutet dabei, dass das zu beschreibende Phänomen (hier die Konjunktur) nur durch eine einzige ökonomische Größe (z. B. die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes) erfasst wird.

Der Vorteil der eindimensionalen Indikatoren liegt in ihrer Einfachheit, ihr Nachteil in der meist unzulänglichen Erfassung des zu beschreibenden Tatbestandes.

Entsprechend bedeutet mehrdimensional, dass mehrere Größen zu einem Indikator zusammengefasst werden.

Konjunktur ist jedoch wesentlich ein mehrdimensionales Phänomen, sodass neben dem Sozialprodukt noch weitere konjunkturrelevante Variablen wie etwa der Konsum, die Investitionen und Zinssätze analysiert werden sollten. Damit wird auf Faktoren aufmerksam gemacht, über welche die Konjunktur auch die Unternehmensziele beeinflusst. Dabei geht es hier ausschließlich um diese einzelnen ergänzenden Faktoren und nicht um die Ermittlung eines mehrdimensionalen Konjunkturindikators.

b) vorlaufende (= Früh-) und gleich- sowie nachlaufende Indikatoren

Es gibt Indikatoren, die dem zu beschreibenden Phänomen Konjunktur

  • vorauslaufen (z. B. der Auftragseingang),
  • gleichlaufen (z. B. das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes) und
  • nachlaufen (z. B. die Beschäftigung).

Da die Effizienz der Konjunkturpolitik in entscheidendem Maße von der Qualität der Konjunkturdiagnose abhängt, insbesondere vom rechtzeitigen Erkennen konjunktureller Umschwungtendenzen, ermöglicht eine frühzeitige und eindeutige Diagnose eine Verkürzung des Erkennungs- und Entscheidungszeitraumes, gestattet einen sparsameren Mitteleinsatz und erhöht damit die politische Durchsetzbarkeit eines konjunkturpolitischen Programms. Indikatoren, insbesondere Frühindikatoren, für die Konjunkturpolitik herauszuarbeiten gehört daher zu den wichtigsten Aufgabenbereichen der empirischen Wirtschaftsforschung.

Konjunkturrelevante Variablen können aufgrund von statistischen Erhebungen oder Unternehmensbefragungen gewonnen werden. So liefert das Statistische Bundesamt z. B. Angaben zu Produktion, Nachfrage, Preisen, Gewinnen und Löhnen, während Befragungen zur Konjunktursituation meist von wirtschaftswissenschaftlichen Instituten wie dem Ifo-Institut in München durchgeführt werden. Befragungen haben den Vorteil, dass sie

  • Erhebungen über die Zukunft erlauben und
  • Tatbestände erfragen, die aus der amtlichen Statistik nicht erhältlich sind wie etwa umgesetzte und beabsichtigte Unternehmensstrategien.

Befragungen haben aber den Nachteil, dass antwortende Unternehmen

  • häufig nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit (= alle Unternehmen) sind.
  • nicht wahrheitsgemäß, sondern strategisch auf die gestellten Fragen eingehen.

Verlauf wichtiger ökonomischer Variablen im Konjunkturverlauf

Die Verbindung von Time-lags mit den Konjunkturphasen führt uns zu der folgenden Übersicht:

Situationsbezogene Aufgabe

Beurteilen Sie anhand der o. g. Konjunkturindikatoren die Situation Ihres Branchenmarktes und dessen Entwicklungstendenzen. Vergleichen Sie Ihre Bewertung mit dem entsprechenden Geschäftsklimaindex und ziehen Sie anschließend Schlussfolgerungen für Ihre eigenen Unternehmensziele.

Im Zusammenspiel der Konjunkturindikatoren und der jeweiligen Reaktionen der Wirtschaftssubjekte ist eine Reihe von Time-lags (= Zeitverschiebungen) zu beobachten, die für die Entscheidungen zur Konjunktursteuerung relevant sind:

[1] Produktions-lag: Die Produktion hinkt der Entwicklung des Auftragsvolumens, der Nachfrage hinterher.

Technische Ursachen: lange Fertigungsdauer.

Konjunkturelle Ursachen: In der Hochkonjunktur Produktionsengpässe; im beginnenden Aufschwung Zweifel an der Nachfragebelebung und daher Erfüllung zusätzlicher Aufträge aus den Lagerbeständen.

[2] Lohn-lag: Die Lohnentwicklung hinkt der Produktivitätsentwicklung hinterher und folgt einer Veränderung der Marktbedingungen nur verzögert.

Institutionelle Ursachen: langfristige Tarifverträge.

Folge: Überraschungsgewinne der Unternehmen im Aufschwung, im Abschwung wird der Lohnkostendruck verstärkt, was zur Verstärkung der Mengenschwankungen führt.

[3] Preis-lag: Die Preise hinken der Nachfrage- und Angebotsentwicklung hinterher. Sie werden erst angepasst, wenn eine Veränderung der Nachfrage als längerfristig erkannt ist.

[4] Wirkungs-lag: Die konjunkturpolitischen Maßnahmen werden gegenüber der realen Entwicklung mit Verzögerung ergriffen. Er beinhaltet auch einen Informationslag, Entscheidungs-lag und Ausführungs-lag, da mehrere Wirtschaftssubjekte an der Einleitung entsprechender Reaktionen beteiligt sind. Er umfasst deshalb auch die Zeitspanne, in der...

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