Unheimliche Gruselgeschichten - Teil I -

 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. November 2018
  • |
  • 244 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-2047-6 (ISBN)
 
Das vorliegende Taschenbuch, enthält eine große Auswahl von spannenden Gruselgeschichten.

Ein packender Gruselroman der Extra-Klasse.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,52 MB
978-3-7407-2047-6 (9783740720476)
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Über den Autor:

Sandro Hübner, geboren am 07. August 1991 in Görlitz. Besuchte erfolgreich die Schule und widmete sich mit 10 Jahren Kurzgeschichten, Gedichten und Vorträgen die sehr umfangreich verfasst waren. Als er 17 Jahre alt war und sich als Schriftsteller die Zeit, für seinen Ersten Roman: SAD SONG - Trauriges Lied - nahm, machte ihm das Schreiben sehr großen Spaß. Sandro Hübner lebt in Berlin und arbeitet bereits an seinem nächsten Roman.

Vom Autor bereits erschienen: www.sandrohuebner.de

Gestrandet


Als Schiffsmaat Wilson zu sich kam, wurde sein Körper von Meerwasser umspült. Sein Gesicht lag zur Hälfte im Sand und einige winzige Krabben und Krebse knabberten an seinen Füßen. Es zwickte ihn unangenehm, so dass er schnell versuchte sich von ihnen zu befreien. Er strich und schubste sie mit wischenden Handbewegungen von seinem Körper, "Ich bin noch nicht gestorben. Sucht euch gefälligst anderes totes Fleisch."

Eine der Krabben verstand wohl seine Gesten nicht ganz so recht und wehrte sich unaufhörlich gegen die fremden Attacken. Sie wollte sich nicht von ihrem Platz vertreiben lassen und so beschloss sie, sich hartnäckig mit ihren Scheren an seinem kleinen Zeh zu heften. Ein lauter Schrei entfuhr seinem schmerzverzerrten Gesicht. Einen Moment lang wusste er nicht so wirklich wie er sich verhalten sollte und entschloss sich, ganz ruhig sitzen zu bleiben, was ihm nur mittelmäßig gelang. Deswegen entschied er sich für eine aggressivere Vorgehensweise. Er schaute nach etwas, was ihn von dem mickrigen Quälgeist befreien sollte, er fand einen Stein und die Krabbe kein glückliches Ende.

Nachdem er befreit war und das Stechen nachließ, begutachtete er die Hinterlassenschaften seiner glorreichen Schlacht und befand, dass der Schmerz größer war als der angerichtete Schaden.

Danach sondierte er erneut seine Lage und dieses Mal im weiterreichenden Sinn. Zuerst versuchte er sich an die letzten Stunden zu erinnern. Er war auf einem Schiff gewesen; einer dreimastigen Fregatte auf dem Weg von Spanien nach Asien. Sie sollten neues Land entdecken. Kurz vor ihrem Ziel, einer kleineren Inselgruppe in den Philippinen, gerieten sie in einen heftigen Sturm, der sich zu einem überdimensionalen Orkan aufbauschte. Die Wellenberge wuchsen immens an, bis sie über ihren höchsten Mast reichten. Ihr Boot wurde zum Spielball der Fluten; den Männern stand die Angst in ihre Gesichter geschrieben und sie ahnten, dass sie keine Chance hatten. Wer konnte, stieß ein letztes Gebet zu seinen Ahnen. Denn vor ihnen tat sich einer dieser Kaventsmänner auf, welchen bis dahin keiner von ihnen jemals zu Gesicht bekommen hatte; wie Wilson vermutete. Und falls doch, sicher nicht überlebt hatte. Dieser Wellenberg brach über ihrem Gefährt und riss sie mit sich in die Tiefe.

Seine letzte Erinnerung danach war, wie er unter Wasser, zu seiner Überraschung und Freude, eine Blanke zu greifen bekam, an welcher er sich festklammerte, als ob sein Leben davon abhing. Das Stück Holz gab ihm Auftrieb, während alles andere nach unten driftete. Ob es noch jemand schaffte, konnte er nicht mit Bestimmtheit sagen. Denn nachdem er die Oberfläche erreichte und auf das Brett geklettert war, verlor er das Bewusstsein. Danach war er hier. Nur wo konnte dies sein? Er blickte sich um, sah das Stückchen Rest vom Baum, das ihm das Leben gerettet hat und ansonsten nichts, außer Sand.

Er befand sich an einem Strand, einen schönen wie er fand, mit sehr viel von diesem weißen, weichen Sand. Die Wellen brachen sich in der Brandung und das marine-türkis blaue Wasser strahlte vor Reinheit. Wäre er nicht so besorgt über seinen Aufenthaltsort gewesen, wäre er sicher gern eine Runde Schwimmen gegangen. Er dachte angestrengt zurück. Die letzte ihm bekannte Position war einige hundert Meilen vor der Küste des nächsten Kontinents, inmitten der Philippinen. Er würde mit Sicherheit nicht die Landmasse Asiens erreicht haben. Das heißt, er wird auf irgendeiner - zu seinem Glück- noch nicht erforschten oder kartographierten Insel gestrandet sein, an welcher sicher nicht so schnell jemand vorbeikommen würde, da er fernab jeglicher ihm bekannten Handelsrouten Schiffsbruch erlitten haben musste. Es lief ihm kalt den Rücken runter. Er erhob sich und ihm wurde klar, dass wenn dem so ist, dies bedeuten konnte, dass es Jahre, Jahrzehnte oder sogar niemals sein kann, dass hier jemals wieder jemand vorbeikommen würde.

Es schauderte ihm; er wollte nach Hause in seine geliebte und gewohnte Heimat; er sackte zusammen auf seine Knie, er war gewiss froh, noch zu existieren. Doch wünschte er sich grade unter diesen Umständen, vielleicht doch lieber mit den anderen Seefahrern auf dem Grund des Meeres zu sein.

Er war so hoffnungslos und verweilte eine halbe Ewigkeit in dieser kauernden Stellung, bis er Hunger und Durst verspürte. Eine weitere winzige Krabbe kreuzte seinen Weg, dies jedoch zum letzten Mal. Er erschlug sie nicht, weil er hoffte sich von ihr ernähren zu können. Sie war nicht größer als ein Fingernagel, es war eher, weil sein verletzter Zeh ihm grad kurz zwackte und er an diese fiese, kleine Sau denken musste, welche ihm das angetan hatte. Dafür sollten auch seine Brüder büßen. Eigentlich schwappte da auch ein wenig Frustration über seine eigene aussichtslose Situation mit.

Er rappelte sich auf und begann sich umzuschauen. Nach ein paar Stunden fand er einen schmalen Fluss; auch Kokosnüsse hatte er gefunden. Jedoch nix, womit er die harte Schale hätte öffnen können. So begnügte er sich mit dem frischen, klaren Wasser und trank es hastig. Mit gestärktem Gefühl erkundete er weiter die Gegend und fand schnell heraus, dass das Eiland recht groß war und eine üppige Vegetation vorzuweisen hatte; auch einige Früchte an welchen er sich fürs Erste sättigen konnte. Allerdings gab es kaum andere Lebewesen, außer einigen Vögeln, Insekten und kleinen Nagern. Er vermutete, dass er in absehbarer Zeit kaum mehr Fleisch zu essen bekommen würde. Die Dunkelheit kletterte über die fernen, mittelgroßen Hügel; größere Berge gab es nicht.

In der Nähe des Strandes bereitete er sich aus einigen Pflanzen, Blättern und etwas Moos ein Nachtlager zu. Fürs Erste müsste es reichen.

Am nächsten Tag suchte er sich eine günstige Stelle auf einer der kleineren Anhöhen von welcher aus er eine gute Sicht über einen Großteil der Bucht und das weite Meer hatte. Mit nur wenigen Schritten war er am Gipfel, von welchem er gut über den Rest des Gebietes schauen konnte. Er fand eine Stelle, die durch ein Waldstück gut geschützt war. Ein kleiner Bach floss nicht weit entfernt. Es war der ideale Platz, an dem er sich eine feste Behausung aufbauen konnte. Aus scharfen Steinen und Ästen bastelte er sich profanes Werkzeug so gut es eben unter diesen Umständen ging. Damit schaffte er es, sich aus umliegenden Baumstämmen einen einfachen Unterstand zu bauen, welcher ihn für die nächste Zeit einen Unterschlupf bieten sollte. Es gelang ihm, mit diversen Utensilien sogar Feuer zu entfachen und ab und an konnte er mit einem kleinen, selbst gefertigten Speer Fische fangen. Diese waren jedoch sehr mager und nicht besonders groß; viel dran war dementsprechend auch nicht. Es hatte den Anschein als ob nicht sehr viele Fische hier in die Umgebung des vorgelagerten Riffes kamen. Es gab einige dieser miesen Krabben, mit denen er schon Bekanntschaft geschlossen hatte; den ein oder anderen marginalen Krebs und anderes krabbelndes Getier. Nichts was es die Mühe oder den Aufwand wert gewesen wäre es zu jagen.

So ernährte er sich nun hauptsächlich von den Früchten, die ihm die Fauna zur Verfügung stellte. Er hatte überlegt, sich ein Floß zu zimmern. Jedoch wusste er nicht, in welche Richtung er fahren müsste; wie lange er unterwegs wäre und was er an Nahrung mitnehmen sollte. Da er befürchtete, dass ihm das Obst während der Reise zu schnell verfaulen würden; und etwas zum Räuchern hatte er auch nicht. Er überlegte sehr lang. Er war ein einfacher Matrose, unterwegs zu seiner ersten großen Fahrt. Die hohe Kunst des Navigierens hatte er noch nicht erlernt. Somit entschied er sich vorerst hier zu bleiben und begnügte sich mit dem, was zum Überleben ausreichte.

Während der kommenden Wochen magerte er sichtlich ab und sorgte sich, wie lange er es wohl so überstehen könnte. Als eines Tages Fremde auftauchten, freute er sich und erachtete sich so gut wie gerettet. Dennoch entschied er sich dafür, die Ankömmlinge und deren Treiben zuerst einmal aus der Ferne zu beobachten, was ihm mit Sicherheit seine eigene Existenz sicherte. Ihm war der Anblick jener, die da kamen, nicht ganz geheuer. Er kannte ihre Sprache nicht, was ihn nicht weiter störte; war er doch zuvor schon mit seinen Seeleuten in neu entdeckte und noch nicht gänzlich bis zuletzt erforschte Gebiete vorgestoßen, in denen sich die Bewohner auf vielen verschiedenen Arten von befremdlichen Dialekten unterhielten und ihnen trotz dessen recht freundlich entgegentraten. Gleichwohl deren Zivilisation sich auf einem sehr viel niedrigeren Niveau -als das seiner eigenen Gesellschaft- befand. Auch das Aussehen machte ihn nicht nervös. Er war darauf vorbereitet, sich den - in seinen Augen - primitiveren Völkern gegenüber zu stellen, da er es nun schon gewohnt war, in unbekannte Gefilde zu segeln, deren Einheimischen zu begegnen und mit ihnen neue Handelsbeziehungen zu knüpfen. Was ihn beunruhigte, war ihr Gebaren und, dass sie einen Gefangenen dabeihatten; einen ihnen ähnlich sehenden, dennoch etwas leicht anders wirkendenden Eingeborenen, welcher an den...

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