Erobert durch eine sinnliche Liebeslist?

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. September 2020
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-4868-5 (ISBN)
 
Lady Phoebe Batten ist jung, bezaubernd - und mit einem grausamen Schicksal geschlagen: Sie ist blind. Weder Ball noch Tanz gibt es für sie. Dass ihr besorgter Bruder auf einem Leibwächter besteht und den höchst einsilbigen Captain James Trevillion einstellt, ist für die lebenslustige Schönheit ein ständiges Ärgernis. Doch als auf sie ein mysteriöser Entführungsversuch verübt wird, rettet der Captain sie. Plötzlich nimmt Phoebe seine männliche Nähe erregend anders wahr! Verwegen beschließt sie: Auch wenn sie blind ist, hat sie Hände, Arme und einen süßen Mund, um James zu verführen. Aber noch immer lauern ihre Feinde im Dunkeln ...
Elizabeth Hoyt zählt zu den US-amerikanischen Bestseller-Autoren der New York Times für historische Romane. Ihren ersten Roman der Princess-Trilogie "Die Schöne mit der Maske" veröffentlichte sie im Jahr 2006, seitdem folgten zwölf weitere Romane. Gern versetzt die erfolgreiche Schriftstellerin ihre Romanfiguren in das georgianische Zeitalter. Nachdem ihre beiden Kinder zum Kindergarten gingen, begann sie mit dem Schreiben ihres ersten Romans. Während ihrer Jugend verbrachte sie viel Zeit mit ihrer Familie im Ausland, längere Zeit lebte die Familie in Großbritannien in Oxford sowie in St. Andrews. Belgien, Deutschland und Frankreich kennt sie ebenfalls durch ihre vielen Reisen, als Austauschstudentin verbrachte sie einen Sommer in Kawasaki in Japan. Die Reisen mit der Familie enden häufig an einem archäologischen Ausgrabungsort. Ihre Freizeit verbringt sie im Garten, die begeisterte Hobbygärtnerin besitzt 26 Varianten der Taglilie sowie viele Sorten Funkien.

1. KAPITEL

Nun, es war einmal ein König, der lebte am Meer. Er hatte drei Söhne und der jüngste hieß Corineus .

Aus: Die Kelpie

Juni 1741

London, England

Captain James Trevillion, ehemals vom 4. Dragonerregiment, war gefährliche Orte gewöhnt. Er hatte Straßenräuber in den Hurenvierteln von St. Giles gejagt, Schmuggler an den Kliffen von Dover verhaftet und die Galgen in Tyburn mitten in einem Aufruhr bewacht. Bis jetzt hätte er allerdings niemals die Bond Street dazugerechnet.

Es war ein sonniger Mittwochnachmittag und die mondäne Gesellschaft Londons war vielzählig versammelt, fest entschlossen ihren Reichtum für Firlefanz auszugeben, wobei man sich offenbar gänzlich in Sicherheit wähnte.

Genau wie auch Trevillions Schützling.

"Haben Sie das Paket von Furtleby's?", fragte Lady Phoebe Batten.

Lady Phoebe, die Schwester des Duke of Wakefield, war üppig, so schön, dass es ihn ablenkte, und zu beinahe jedem außer ihm nett. Sie war auch blind, daher lag ihre Hand auf Trevillions linkem Unterarm, und das war auch der Grund, warum Trevillion überhaupt hier war: Er war ihr Leibwächter.

"Nein, Mylady", antwortete er geistesabwesend, während er einen - nein, drei - Grobiane beobachtete, die auf sie zukamen und sich von der buntgekleideten Menge abhoben. Einer hatte eine hässliche Narbe auf der Wange, ein anderer war ein massiger Rothaariger und der Dritte schien keine Stirn zu haben. Sie sahen bedrohlich fehl am Platz aus in ihrer Arbeiterkleidung. Ihre Blicke waren entschlossen auf seinen Schützling gerichtet.

Interessant. Bis jetzt hatten sich seine Pflichten als Leibwächter darauf beschränkt, sicherzustellen, dass Lady Phoebe nicht in einer Menschenmenge verloren ging. Es hatte nie eine besondere Bedrohung ihrer Person gegeben.

Trevillion lehnte sich schwer auf den Stock in seiner rechten Hand und drehte sich um, um hinter sich zu blicken. Wunderbar. Ein vierter Mann.

Er spürte, wie sich seine Brust mit grimmiger Entschlossenheit zusammenzog.

"Weil die Spitze so besonders zart war", fuhr Lady Phoebe fort, "und auch zu einem günstigen Preis, den ich so schnell sicher nicht wieder finden werde, und wenn ich sie in einem der Läden, in denen wir bereits waren, vergessen habe, werde ich sehr verärgert sein."

"Werden Sie das?"

Der Schläger, der am nächsten war - der ohne Stirn - hielt etwas neben sich an der Seite - ein Messer? Eine Pistole? Trevillion nahm den Stock in die linke Hand und ergriff seine Pistole, eine von zweien, die in den zwei schwarzen Lederholstern steckten, die kreuzweise vor seine Brust geschnallt waren. Sein rechtes Bein protestierte angesichts des plötzlichen Verlusts der Stütze.

Zwei Schüsse, vier Männer. Die Chancen standen nicht besonders gut.

"Ja", erwiderte Lady Phoebe. "Und Mr. Furtleby hat mir erzählt, dass die Spitze von der Isle of Man stammt. Sehr exklusiv."

"Ich höre Ihnen zu, Mylady", murmelte Trevillion, während der erste Schläger einen ältlichen Dandy mit einer weißen Allongeperücke beiseiteschubste. Der Dandy fluchte und schüttelte eine welke Faust.

Der Schläger wandte nicht einmal den Kopf.

"Tun Sie das?", fragte sie süßlich. "Denn ."

Der Kerl hob die Hand und richtete eine Pistole auf Phoebe, und Trevillion schoss ihm in die Brust.

Lady Phoebe umklammerte seinen Arm. "Was .?"

Zwei Frauen - und der Dandy - schrien.

Die drei anderen Männer rannten los. Auf sie zu.

"Lassen Sie mich nicht los", befahl Trevillion und sah sich rasch um. Er konnte nicht gegen drei Männer kämpfen, wenn er nur noch einen Schuss hatte.

"Wieso um alles in der Welt sollte ich Sie loslassen?", fragte Phoebe recht ungehalten.

Aus dem Augenwinkel sah er, dass ihre Unterlippe wie die eines kleinen Kindes nach vorne geschoben war. Beinahe musste er lächeln. Beinahe. "Nach links. Sofort!"

Er drängte sie in diese Richtung, und sein rechtes Bein schmerzte höllisch. Das verdammte Ding gab besser nicht unter ihm nach - nicht jetzt. Er steckte die erste Pistole ins Holster und zog die zweite.

"Haben Sie da hinten jemanden erschossen?", fragte Lady Phoebe, als eine kreischende Matrone sie unsanft streifte. Lady Phoebe stolperte und fiel gegen ihn. Er legte ihr den linken Arm um die schmalen Schultern und zog sie eng an seine Seite. Die verängstigte Menge drängte um sie herum und machte ihnen das Vorankommen schwerer.

"Ja, Mylady."

Dort. Ein paar Schritte entfernt in der Straße hielt ein kleiner Junge die Zügel eines hochgewachsenen, rotbraunen Wallachs. Die Augen des Pferds zeigten angesichts des Aufruhrs etwas vom Weiß, aber es war beim Schuss nicht durchgegangen. Das war ein gutes Zeichen.

"Warum?" Sie hatte das Gesicht ihm zugewandt, und ihr warmer Atem strich ihm übers Kinn.

"Es schien mir eine gute Idee zu sein", antwortete Trevillion grimmig.

Er blickte zurück. Zwei ihrer Angreifer, der Narbige und ein anderer, waren von einer Horde kreischender Damen der Gesellschaft aufgehalten worden. Aber der Rothaarige bahnte sich mit den Ellbogen entschlossen einen Weg durch die Menge - geradewegs in ihre Richtung.

Sie sollten verdammt sein. Er würde sie nicht in ihre Nähe lassen.

Nicht während er Wache hielt.

Nicht dieses Mal.

"Haben Sie ihn getötet?", fragte Lady Phoebe interessiert.

"Vielleicht." Sie waren beim Pferd und dem Jungen. Das Pferd drehte den Kopf, als Trevillion den Steigbügel nahm, blieb aber ruhig. Guter Junge. "Hinauf. Sofort!"

"Wo hinauf?"

"Pferd", zischte Trevillion und klatschte ihre Hand auf den Sattel des Pferds.

"Hey!", rief der Junge.

Lady Phoebe war ein kluges Mädchen. Sie tastete hinunter zum Steigbügel und stellte ihren Fuß hinein. Trevillion legte ihr die Hand direkt auf ihren üppigen Hintern und schob sie kräftig auf das Tier.

"Uff." Sie klammerte sich an den Hals des Pferds, sah aber kein bisschen verängstigt aus.

"Danke", sagte Trevillion zu dem Jungen, der ihn jetzt mit großen Augen ansah, nachdem er die Pistole in seiner anderen Hand gesehen hatte.

Er ließ seinen Stock fallen und kletterte unelegant hinter Lady Phoebe in den Sattel. Er riss dem Jungen die Zügel aus der Hand. Mit der Pistole in der rechten Hand schlang er ihr den linken Arm um die Taille und zog sie fest an seine Brust. Dabei hielt er immer noch die Zügel.

Der Rothaarige erreichte das Pferd und griff nach der Trense, eine hässliche Grimasse schneidend.

Trevillion schoss ihm direkt ins Gesicht.

Ein Schrei ertönte in der Menge.

Das Pferd bäumte sich leicht auf und warf Lady Phoebe in das V von Trevillions Schenkeln, aber er zwang das Pferd mit festem Druck seiner Knie in einen leichten Galopp, während er die leere Pistole in das Holster steckte.

Er mochte an Land ein Krüppel sein, aber bei Gott, im Sattel war er ein Dämon.

"Haben Sie den getötet?", rief Lady Phoebe, als sie einem Karren auswichen. Ihr Hut war heruntergefallen. Hellbraune Locken wehten ihm ins Gesicht.

Er hatte sie. Sie war in Sicherheit, und das war alles, was zählte.

"Ja, Mylady", flüsterte er ihr ausdruckslos, beinahe gleichgültig ins Ohr. Auf gar keinen Fall durfte sie etwas von den Gefühlen merken, die ihn erfüllten, jetzt, da er sie im Arm hielt.

"Oh, gut."

Er lehnte sich nach vorne, sog den süßen Duft von Rosen in ihrem Haar ein - unschuldig und verboten - und trieb das Pferd mitten im Herzen Londons zu einem Galopp an.

Und als er das tat, warf Lady Phoebe den Kopf zurück und lachte in den Wind.

Phoebe ließ den Kopf - recht ungehörig - auf Captain Trevillions Schulter fallen und spürte den Wind in ihrem Gesicht, während das Pferd unter ihnen voranpreschte. Sie bemerkte nicht einmal, dass sie lachte, bis der Laut freudig und frei zurück an ihr Ohr drang.

"Sie lachen über den Tod, Mylady?" Die mürrischen Worte ihres Leibwächters reichten aus, um dem fröhlichsten Gemüt einen Dämpfer zu versetzen, aber Phoebe hatte sich in den letzten sechs Monaten an Captain Trevillions düstere Stimme gewöhnt. Sie hatte gelernt, sie und ihn zu ignorieren.

Nun ja, mehr oder weniger.

"Ich lache, weil ich seit Jahren nicht mehr geritten bin", antwortete sie nur ein bisschen vorwurfsvoll. Schließlich war sie auch nur ein Mensch. "Und ich lasse mir das von Ihnen nicht durch ein falsches Schuldgefühl verderben - schließlich waren Sie derjenige, der den armen Mann getötet hat, nicht ich."

Er fluchte leise, als das Pferd um eine Ecke galoppierte und ihre Körper sich wie einer zur Seite neigten. Hinter sich spürte sie seine Brust breit und stark, und die Pistolen im Holster in ihrem Rücken waren harte Erinnerungsstücke an die Gewalt, die auszuüben er fähig war. Sie hörte einen entrüsteten Schrei, als sie vorbeifegten und unterdrückte den Drang zu kichern. Seltsam. Sie mochte den Mann lästig finden, aber sie hatte niemals irgendwelche Zweifel gehabt, dass sie bei Captain Trevillion in Sicherheit war.

Auch wenn er sie nicht besonders mochte.

"Er wollte Ihnen etwas antun, Mylady",...

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