Conan der Legendäre

Rote Nägel
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Mai 2020
  • |
  • 120 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-2585-3 (ISBN)
 
"Rote Nägel" ist eine der seltsamsten Geschichten, die je geschrieben wurden - die Geschichte eines barbarischen Abenteurers, einer Piratenfrau und einer verschollenen unheimlichen Stadt, die von dem eigentümlichsten Volk der Menschheit bewohnt wurde ... Es ist die letzte der originalen Geschichten über Conan den Legendären Kimmerier, die der amerikanische Autor Robert E. Howard geschrieben hat. Sie wurde zuerst von Juli bis Oktober 1936 in der Zeitschrift Weird Tales veröffentlicht. Aufgrund ihrer dunklen Themen wie Verfall und Tod gilt die Geschichte als ein Klassiker der Conan-Legende, und wird von Howard-Forschern als eine seiner besten Geschichten zitiert.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 1,03 MB
978-3-7519-2585-3 (9783751925853)
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Der US-amerikanische Autor Robert Ervin Howard schrieb Fantasy-, Abenteuer- und Horrorgeschichten sowie mehrerer Westernromane. Bekannt geworden durch seine Figur Conan der legendäre Barbar gilt er als Vater des Subgenres Schwert und Magie und als prominenter Vertreter der Low Fantasy. 1973 erhielt er postum den British Fantasy Award für Marches of Valhalla als Spezialpreis.

1. Der Schädel auf dem Felsen.


Die Frau auf dem Pferd zügelte ihr müdes Ross. Es stand mit weit gespreizten Beinen und hängendem Kopf, als ob es selbst das Gewicht des goldbeschlagenen, rotledernen Zaumzeugs zu schwer fände. Die Frau zog einen gestiefelten Fuß aus dem silbernen Steigbügel und schwang sich vom vergoldeten Sattel herunter. Sie befestigte die Zügel an der Gabel eines Schösslings und drehte sich um, die Hände auf den Hüften, um ihre Umgebung zu beobachten.

Sie war nicht gerade einladend. Riesige Bäume säumten den kleinen Teich, in dem ihr Pferd gerade getrunken hatte. Büschel von Unterholz schränkten die Sicht ein, die in der düsteren Dämmerung der hohen Bögen, die von ineinander greifenden Zweigen gebildet wurden. Die Frau schüttelte sich mit einem leichten Zucken ihrer prächtigen Schultern und fluchte dann.

Sie war groß, vollbusig und großgliedrig, mit kompakten Schulterpartien. Ihre ganze Gestalt spiegelte eine ungewöhnliche Stärke wider, ohne die Weiblichkeit ihrer Erscheinung zu schmälern. Sie war ganz Frau, trotz ihrer Haltung und ihrer Kleidung. Letztere war angesichts ihrer gegenwärtigen Umgebung unpassend. Statt eines Rockes trug sie eine kurze, weitbeinige Seidenreithose, die eine Handbreit vor den Knien endete und von einer breiten, als Gürtel getragenen Seidenschärpe gehalten wurde. Weite Stiefel aus weichem Leder reichten ihr fast bis zu den Knien, und ein tief dekolletiertes, weites Seidenhemd mit weitem Kragen und weiten Ärmeln vervollständigte ihr Kostüm. An der einen formschönen Hüfte trug sie ein gerades, zweischneidiges Schwert, an der anderen einen langen Dolch. Ihr widerspenstiges goldenes Haar, das an den Schultern gerade geschnitten war, wurde von einem Band aus karmesinrotem Satin eingefasst.

Vor dem Hintergrund eines düsteren, primitiven Waldes posierte sie in einer unbewussten, bizarren und deplazierten Weise. Sie hätte vor einem Hintergrund aus Seewolken, gemalten Masten und fliegenden Möwen posieren sollen. In ihren weiten Augen war die Farbe des Meeres zu sehen. Und so sollte es auch sein, denn das war Valeria von der Roten Bruderschaft, deren Taten überall dort, wo sich Seeleute versammeln, mit Liedern und Balladen gefeiert wurden.

Sie bemühte sich, das grämliche grüne Dach der gewölbten Äste zu durchbohren und den Himmel zu sehen, der vermutlich darüber lag, gab es aber gleich mit einem gemurmelten Fluch auf.

Sie ließ ihr Pferd angebunden zurück und ging nach Osten, wobei sie von Zeit zu Zeit zum Teich zurückblickte, um ihre Strecke in Gedanken festzuhalten. Die Stille des Waldes bedrückte sie. Keine Vögel sangen in den hohen Ästen, und auch kein Rascheln in den Büschen deutete auf die Anwesenheit von Kleintieren hin. Sie war eine Zeit lang in einem Reich der brütenden Stille unterwegs gewesen, die nur durch die Geräusche ihrer Flucht durchbrochen wurde.

Sie hatte ihren Durst am Teich gestillt, aber sie spürte die Qualen des Hungers und begann, nach Früchten zu suchen, von denen sie sich seit der Erschöpfung der in ihren Satteltaschen mitgebrachten Nahrung ernährt hatte.

Vor ihr sah sie einen dunklen, feuersteinartigen Felsen, der sich nach oben neigte und wie ein schroffer Fels zwischen den Bäumen auftauchte. Sein Gipfel war inmitten einer umhüllenden Laubwolke nicht zu sehen. Vielleicht erhob sich seine Spitze über die Baumwipfel, und von dort aus konnte sie sehen, was jenseits von diesem scheinbar grenzenlosen Wald, durch den sie so viele Tage geritten war, lag, wenn überhaupt etwas dahinter lag.

Ein schmaler Grat bildete eine natürliche Rampe, der über die Steilwand hinaufführte. Nachdem sie etwa fünfzig Fuß hochgekommen war, kam sie zu dem Blattgürtel, der den Fels umgab. Die Stämme der Bäume drängten sich nicht in der Nähe des Felsens, sondern die Enden ihrer unteren Äste reichten um den Fels herum und verhüllten ihn mit ihrem Laub. Sie tappte in der Dunkelheit des Blattwerks weiter und konnte weder über noch unter sich sehen, aber bald erblickte sie den blauen Himmel, und einen Augenblick später kam sie im klaren, heißen Sonnenlicht heraus und sah das Walddach unter ihren Füßen liegen.

Sie stand auf einem breiten Plateau, das ungefähr auf gleicher Höhe mit den Baumkronen lag, und von dort erhob sich ein turmartiger Vorsprung, der der ultimative Gipfel des Felsens war, den sie erklommen hatte. Aber etwas anderes erregte in diesem Moment ihre Aufmerksamkeit. Ihr Fuß hatte etwas in dem Haufen verwehter toter Blätter getroffen, die das Gesims mit einem Teppich überzogen. Sie kickte sie beiseite und starrte auf das Skelett eines Mannes. Sie streifte mit einem erfahrenen Auge über den gebleichten Skelettrahmen, sah aber keine Knochenbrüche oder Anzeichen von Gewalt. Der Mann muss eines natürlichen Todes gestorben sein; warum er zum Sterben auf einen hohen Fels kletterte, konnte sie sich allerdings nicht vorstellen.

Sie kletterte auf den Gipfel des Turms und schaute in Richtung des Horizonts. Das Walddach - das von ihrem Aussichtspunkt aus wie ein Fußboden aussah - war genauso undurchdringlich wie von unten. Sie konnte nicht einmal den Teich sehen, an dem sie ihr Pferd zurückgelassen hatte. Sie blickte nach Norden, in die Richtung, aus der sie gekommen war. Sie sah nur den welligen grünen Ozean, der sich immer weiter ausdehnte, mit nur einer vagen blauen Linie in der Ferne, um die Hügelkette zu erahnen, die sie Tage zuvor überquert hatte, um sich in diese grüne Wüste zu stürzen.

Im Westen und Osten war der Blick derselbe; allerdings fehlte die blaue Hügellinie in diesen Richtungen. Aber als sie ihre Augen nach Süden richtete, wurde sie steif und holte Luft. Eine Meile weiter in diese Richtung lichtete sich der Wald und hörte abrupt auf, um einer kaktusbewachsenen Ebene Platz zu machen. Und inmitten dieser Ebene erhoben sich die Mauern und Türme einer Stadt. Valeria fluchte erstaunt. Das war nicht zu glauben. Es hätte sie nicht überrascht, wenn sie menschliche Behausungen einer anderen Art gesehen hätte - die bienenstockförmigen Hütten der Schwarzen oder die Felsenbehausungen des geheimnisvollen braunen Volkes, von denen die Legenden behaupten, dass sie in einem Land dieser unerforschten Region ansässig seien. Aber es war ein verblüffendes Erlebnis, hier auf eine von einer Mauer umgebene Stadt zu stoßen, die so viele Wochen von den nächstgelegenen Außenposten jeder Art von Zivilisation entfernt ist.

"In der Überzeugung, dass sein Tod bevorstand, handelte
der Kimmerier instinktiv."

Ihre Hände wurden müde vom Festhalten an der turmartigen Spitze, sie ließ sich auf dem Gesims nieder und runzelte die Stirn in ihrer Unentschlossenheit. Sie war fern vom Lager der Söldner bei der Grenzstadt Sukhmet inmitten des ebenen Graslandes gelandet, wo verzweifelte Abenteurer vieler Volksgruppen die stygische Grenze gegen die Überfälle bewachen, die wie eine rote Welle aus Darfar heraufkommen. Ihre Flucht war blind gewesen, in ein Land, von dem sie nichts wusste. Und nun schwankte sie zwischen dem Drang, direkt in diese Stadt in der Ebene zu reiten, und ihrer instinktiven Vorsicht, die sie dazu veranlasste, die Stadt weit zu umgehen und ihre einsame Flucht fortzusetzen.

Ihre Gedanken wurden durch das Rascheln der Blätter unter ihr zerstreut. Sie fuhr katzenartig herum, schnappte nach ihrem Schwert; und dann verharrte sie regungslos und starrte den Mann vor ihr mit großen Augen an.

Er war fast ein Riese in der Gestalt, die Muskeln wanden sich glatt unter seiner Haut, die die Sonne braun gebrannt hatte. Sein Gewand war dem ihren ähnlich, nur dass er statt eines Miedergürtels einen breiten Ledergürtel trug. An diesem Gürtel hingen Breitschwert und Dolch.

"Conan, der Kimmerier!" jubelte die Frau. "Was machst du auf meiner Spur?"

Er grinste kaum, und seine grimmig-blauen Augen brannten in einem Licht, das jede Frau verstehen konnte, als diese über ihre prächtige Gestalt flogen und auf der Schwellung ihrer prächtigen Brüste unter dem hellen Hemd und dem klaren, weißen Körper zwischen Reithosen und Stiefelspitzen verweilten.

"Weißt du es nicht?", lachte er. "Habe ich meine Bewunderung für dich nicht deutlich gemacht, seit ich dich zum ersten Mal sah?"

"Ein Hengst hätte es nicht schlichter ausdrücken können", antwortete sie verächtlich. "Aber ich hätte nie erwartet, dir so weit weg von den Bierfässern und Fleischtöpfen des Sukhmet zu begegnen. Bist du mir wirklich aus Zarallos Lager gefolgt, oder wurdest du als Halunke ausgepeitscht?"

Er lachte über ihre Unverschämtheit und beugte seinen mächtigen Bizeps.

"Du weißt, dass Zarallo nicht genug Schurken hat, um mich aus dem Lager zu peitschen", grinste er. "Natürlich bin ich dir gefolgt. Du hast auch Glück gehabt, Weib! Als du diesen stygischen Offizier erstochen hast, hast du Zarallos Gunst und Schutz verwirkt und dich selbst bei den Stygiern für geächtet erklärt.

"Das weiß ich", antwortete sie mürrisch. "Aber was sollte ich sonst tun?...

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