Karte und Gebiet

Roman
 
 
DuMont Buchverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. März 2011
  • |
  • 416 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8321-8549-7 (ISBN)
 
Michel Houellebecq, Enfant terrible der Literaturszene, hat das Buch geschrieben, das niemand erwartet hätte. >Karte und Gebiet< ist ein großer Wurf: ein doppelbödiges, selbstironisches Vexierspiel, ein gewichtiger Roman, der zugleich wie schwerelos wirkt. Houellebecq erweist sich darin als begnadeter Erzähler, der alle Spekulationen ins Leere laufen lässt. Jed Martin ist Künstler. In seinen ersten Arbeiten stellt er Straßenkarten und Satellitenbilder gegenüber, zum Durchbruch verhelfen ihm jedoch Porträts. Einer der Porträtierten: 'Michel Houellebecq, Schriftsteller'. Doch dann geschieht ein grausames Verbrechen: ein Doppelmord, verübt auf so bestialische Weise, dass selbst die hartgesottenen Einsatzkräfte schockiert sind. Die Kunst, das Geld, die Arbeit. Die Liebe, das Leben, der Tod: Davon handelt dieser altmeisterliche Roman, der auch hierzulande bereits als literarische Sensation gefeiert wird. Michel Houellebecqs neustes Werk ist ein vollendeter Geniestreich von überraschender Zartheit. Der einstige Agent provocateur erscheint darin gereift und auf so humorvolle Weise melancholisch wie nie. >Karte und Gebiet< wird nicht nur die Freunde Houellebecqs begeistern, sondern auch manchen seiner Feinde.
  • Deutsch
  • 2,42 MB
978-3-8321-8549-7 (9783832185497)
3832185496 (3832185496)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, seine Bücher werden in über vierzig Ländern veröffentlicht. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. Zuletzt erschienen der mit dem renommiertesten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnete Roman 'Karte und Gebiet' (2011), der Gedichtband 'Gestalt des letzten Ufers' (2014) sowie sein Roman 'Unterwerfung' (2015).
Uli Wittmann, geboren 1948, überträgt englische und französische Literatur ins Deutsche, u. a. Philippe Djian, J.M.G. Le Clézio, Noëlle Châtelet und Michel Houellebecq. Er lebt in Paris.
V (S. 248-249)

AM NÄCHSTEN TAG GING ER zu Fuß zu seiner Dienststelle, bog in die Rue des Fossés-Saint-Bernard ein und schlenderte dann am Ufer der Seine entlang. Er blieb lange auf dem Pont de l’Archevêché stehen: Von dort aus hatte man, wie er fand, den schönsten Blick auf Notre-Dame. Es war ein prächtiger Oktobermorgen, die Luft war frisch und klar.

Anschließend blieb er noch eine Weile auf dem Square Jean-XXIII stehen, beobachtete die Touristen und die Homosexuellen, die meist zu zweit dort spazieren gingen, sich küssten oder Hand in Hand liefen. Ferber kam fast zur gleichen Zeit wie er in der Dienststelle an und holte ihn auf der Treppe vor dem Kontrollposten im dritten Stock ein. Es würde im Quai des Orfèvres niemals einen Fahrstuhl geben, sagte er sich resigniert und bemerkte, dass Ferber den Schritt verlangsamt hatte, um ihn nicht auf dem letzten Treppenabschnitt zu überholen. Lartigue kam als Erster zu ihnen in das Büro, das dem ganzen Team zur Verfügung stand.

Er schien ziemlich deprimiert, sein glattes Gesicht mit dem dunklen Teint eines Südfranzosen war angespannt und sorgenvoll, obwohl er normalerweise ein recht fröhlicher Mensch war. Ferber hatte ihn beauftragt, vor Ort Zeugenaussagen aufzunehmen. »Totaler Flop«, verkündete er sofort. »Ich habe nichts erfahren. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Und in den letzten Wochen hat nicht mal jemand ein auswärtiges Fahrzeug im Dorf bemerkt.« Messier traf ein paar Minuten später ein, grüßte sie und legte den Rucksack, den er lässig über der rechten Schulter hängen hatte, auf seinen Schreibtisch.

Er war erst dreiundzwanzig und seit sechs Monaten im Kriminaldezernat. Der Jüngste in ihrem Team. Ferber mochte ihn gern und sah über seine zwanglose Kleidung hinweg, die im Allgemeinen aus Trainingshose, Sweatshirt und Segeltuchjacke bestand und im Übrigen schlecht zu seinem kantigen, strengen Gesicht passte, über das nur selten ein Lächeln glitt; wenn er ihm manchmal nahelegte, seinen Bekleidungsstil zu ändern, war das eher ein freundschaftlicher Rat.

Messier holte sich eine Flasche Cola light aus dem Getränkeautomaten, ehe er ihnen die Ergebnisse seiner Ermittlungen mitteilte. Seine Züge waren noch angespannter als gewöhnlich, er sah aus, als habe er die ganze Nacht nicht geschlafen. »Mit dem Handy gab’s kein Problem«, sagte er, »das hatte nicht mal einen PIN-Code. Aber dabei kam auch nichts Interessantes heraus. Gespräche mit seiner Verlegerin, mit dem Typen, der ihm Heizöl liefern, und mit einem anderen, der in seinem Haus Wärmedämmverglasung einsetzen sollte … Also nur praktische oder berufliche Gespräche. Dieser Typ scheint überhaupt kein Privatleben gehabt zu haben.«

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