Alex Rider 5: Scorpia

 
 
Ravensburger Buchverlag
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Juli 2011
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-473-38467-9 (ISBN)
 
»ACTION WIE IM KINO!« THE TIMES
»JAMES BOND FÜR JUNGE LESER« THE GUARDIAN

"Geh nach Venedig. Suche nach Scorpia. Dort findest du dein Schicksal..."

Für MI6-Agent Alex Rider bricht eine Welt zusammen, als er erfährt, dass sein Vater ein hochbezahlter Killer gewesen sein soll, der vom MI6 ermordet wurde. Um die Wahrheit über sich und seine Vergangenheit herauszufinden, fährt Alex nach Venedig. Dort begibt er sich auf die gefährliche Suche nach Scorpia, einer international operierenden Terrororganisation, die in John Riders mysteriösen Tod verwickelt zu sein scheint .
Aufl.
  • Deutsch
  • Ravensburg
  • |
  • Deutschland
  • 4,07 MB
978-3-473-38467-9 (9783473384679)
3473384674 (3473384674)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • [Cover]
  • Impressum
  • Mehrarbeit
  • Der Witwenpalast
  • Das unsichtbare Schwert
  • Nur für geladene Gäste
  • Hochwasser
  • Eine unerwartete Begegnung
  • Consanto
  • Candle-Light-Dinner
  • Albert Bridge
  • Wie man tötet
  • Der Glockenturm
  • Scorpias Handschrift
  • Pizzadienst
  • Cobra
  • Tod per Knopfdruck
  • Die Stunde der Entscheidung
  • Kirche der Vergessenen Heiligen
  • Höhenflug
  • Und alles ist Legende
  • Die Hand einer Mutter

Der Witwenpalast

Dieses Gebäude hier ist der Palazzo Contarini del Bovolo«, erklärte MrGrey. »Bovolo nennt man in Venedig ein Schneckenhaus, und wie ihr seht, erinnert die Form dieser wunderbaren Treppe tatsächlich ein wenig daran.«

Tom unterdrückte ein Gähnen. »Noch ein einziges Museum, noch ein einziger Palast oder Kanal«, knurrte er, »und ich werfe mich unter den nächsten Bus.«

»In Venedig gibt es keine Busse«, erinnerte ihn Alex.

»Dann eben vor einen Wasserbus. Wenn er mich nicht überfährt, hab ich ja vielleicht Glück und ertrinke.« Tom stöhnte. »Weißt du, was das Blöde ist an dieser Stadt? Die ist wie ein Museum. Ein einziges riesiges Museum. Kommt mir vor, als wäre ich schon mein halbes Leben lang hier.«

»Morgen geht's ja wieder nach Hause.«

»Keinen Tag zu früh, Alex.«

Alex sah das anders. An einem Ort wie Venedig war er vorher noch nie gewesen, und es gab nichts auf der Welt, was sich mit dieser Stadt vergleichen lassen konnte: dieses komplizierte Gewirr aus engen Gassen und Kanälen, diese unzähligen prachtvollen Gebäude, eines spektakulärer als das andere. Ein kleiner Spaziergang führte einen durch vier Jahrhunderte, hinter jeder Ecke wartete eine Überraschung: ein Markt am Rand eines Kanals, auf den Verkaufstischen große Fleischstücke und Fische, deren Blut auf die Pflastersteine tropfte; oder eine Kirche, die wie ein Schiff mitten im Wasser stand; ein vornehmes Hotel oder ein winziges Restaurant. Sogar die Geschäfte waren kleine Kunstwerke- in den Schaufenstern exotische Masken, grellbunte Glasvasen, köstliche Pasta und Antiquitäten. Die Stadt mochte tatsächlich ein Museum sein, aber ein sehr lebendiges.

Trotzdem konnte Alex Tom verstehen. Nach vier Tagen hatte auch er das Gefühl, genug gesehen zu haben. Genug Statuen, genug Kirchen, genug Mosaiken. Und genug Touristen, die sich unter der sengenden Septembersonne durch die Stadt schoben. Wie Tom fühlte er sich allmählich etwas übersättigt.

Und was war mit Scorpia?

Das Ärgerliche war, dass er absolut keine Ahnung hatte, was Yassen Gregorovich mit seinen letzten ominösen Worten gemeint haben konnte. War Scorpia vielleicht eine bestimmte Person? Alex hatte im Telefonbuch nachgesehen und nicht weniger als vierzehn Leute mit diesem Namen gefunden, die in und um Venedig lebten. Es könnte aber auch der Name einer Firma sein. Oder der eines Gebäudes. Scuole waren Häuser, in denen Arme wohnten. La Scala war ein Opernhaus in Mailand. Aber Scorpia konnte alles Mögliche sein. Keine Schilder wiesen darauf hin; keine Straßen waren danach benannt.

Erst jetzt, fast schon am Ende der Reise, sah Alex ein, dass es von Anfang an hoffnungslos gewesen war. Wenn Yassen ihm die Wahrheit gesagt hatte, waren die beiden Männer- er selbst und John Rider- bezahlte Killer gewesen. Hatten sie für Scorpia gearbeitet? Falls ja, musste Scorpia sich irgendwo im Verborgenen aufhalten. vielleicht in einem dieser alten Paläste. Alex betrachtete noch einmal die Treppe, die MrGrey ihnen erklärte. Wie konnte er wissen, ob diese Treppe nicht direkt zu Scorpia führte? Scorpia konnte überall sein. Buchstäblich überall. Und Alex war nach vier Tagen in Venedig immer noch nirgendwo.

»Wir gehen jetzt die Frezzeria hinunter zum Markusplatz«, verkündete MrGrey. »Dort können wir unsere Sandwiches essen, und anschließend besichtigen wir die Basilika St.Markus.«

»Toll!«, rief Tom. »Noch eine Kirche!«

Sie brachen auf, ein Dutzend englische Schulkinder, angeführt von MrGrey und Miss Bedfordshire, die sich angeregt miteinander unterhielten. Alex und Tom trödelten hinterher, beide schlecht gelaunt. Nur noch ein Tag war übrig, und das war, wie Tom gesagt hatte, ein Tag zu viel. Tom hatte von Kultur die Nase voll, aber er würde nicht mit den anderen nach London zurückfahren. Sein älterer Bruder lebte in Neapel, und er würde die letzten Tage der Sommerferien bei ihm verbringen. Für Alex bedeutete die Abreise morgen, dass er versagt hatte. Er würde nach Hause fahren, dann würde das neue Schuljahr beginnen, und.

Und dann sah er es. Einen Sonnenreflex, der silberhell am Rand seines Blickfeldes aufblitzte. Er drehte sich um, aber nichts. Nur ein Kanal. Und ein zweiter Kanal, der den ersten kreuzte. Ein Motorboot, das unter einer Brücke hindurchfuhr. Die üblichen alten Fassaden, braune Mauern mit Fensterläden. Die Kuppel einer Kirche über den roten Dächern. Wahrscheinlich hatte er sich das nur eingebildet.

Aber dann wendete das Motorboot, und jetzt sah er es wieder und wusste, dass es wirklich da war: ein silberner Skorpion an der Seite des Boots, vorn am Bug. Das Boot bog gerade in den anderen Kanal ein, und Alex starrte ihm nach. Es war keine Gondel oder ein tuckernder Wasserbus, sondern ein elegantes Sportboot. Glänzendes Teakholz, Vorhänge an den Fenstern, Ledersitze. Zwei Mann Besatzung in tadellosen weißen Jacken und Shorts. Einer stand am Steuer, der andere servierte dem Passagier an Bord gerade einen Drink.

Der Passagier war eine Frau. Sie saß kerzengerade und blickte starr nach vorn. Alex konnte gerade noch ihre schwarzen Haare, eine Stupsnase und ein ausdrucksloses Gesicht erkennen. Und dann war das Boot auch schon außer Sicht.

Ein Skorpion am Bug eines Motorboots.

Scorpia.

Der Zusammenhang war äußerst dürftig, aber plötzlich war Alex entschlossen, herauszufinden, wohin dieses Boot fuhr. Fast kam es ihm so vor, als habe man den silbernen Skorpion geschickt, um ihn zu irgendeinem bestimmten Ort zu führen.

Und da war noch etwas. Wie unbewegt diese Frau dagesessen hatte. Wie konnte man sich durch diese unglaubliche Stadt kutschieren lassen, ohne in irgendeiner Weise darauf zu reagieren, ohne auch nur wenigstens einmal den Kopf nach links oder rechts zu drehen? Alex musste unwillkürlich an Yassen Gregorovich denken. Der hätte sich genauso verhalten. Er und diese Frau waren dieselbe Sorte Mensch.

Alex wandte sich an Tom. »Du musst mir helfen!«

»Was ist denn?«, fragte Tom.

»Sag ihnen, ich hab mich nicht gut gefühlt. Sag, ich bin schon ins Hotel gegangen.«

»Wo willst du denn hin?«

»Erzähl ich dir später.«

Und damit verschwand Alex in einer schmalen Gasse und lief in die Richtung, in die das Boot gefahren war.

Aber dann erkannte er, dass er ein Problem hatte. Venedig war auf über hundert Inseln gebaut. Das hatte ihnen MrGrey gleich am ersten Tag erzählt. Im Mittelalter war das ganze Gebiet praktisch nur ein Sumpf gewesen. Deswegen gab es hier keine festen Straßen- nur Wasserstraßen und seltsam geformte Stückchen Land, die durch Brücken miteinander verbunden waren. Die Frau fuhr auf dem Wasser; Alex lief auf festem Boden. Ihr nachzulaufen war ungefähr so unmöglich, als befänden sie sich beide in einem Labyrinth, dessen Gänge sich an keiner Stelle kreuzten.

Schon hatte er sie aus den Augen verloren. Die Gasse, in die er gelaufen war, hätte geradeaus weiterführen müssen, schwenkte aber plötzlich in weitem Bogen um einen Häuserblock. Er lief um die Ecke, beobachtet von zwei Italienerinnen in schwarzen Kleidern, die vor einer Haustür auf Schemeln saßen. Dann stand er wieder vor einem Kanal, aber da war niemand. Eine Steintreppe führte ins trübe Wasser hinab, doch dort ging es nicht weiter. es sei denn, er wollte schwimmen.

Als er allerdings nach links blickte, erspähte er gerade noch das schäumende Kielwasser des Motorboots, das an einigen Gondeln vorbeiraste, die an einem modrigen Steg festgemacht waren. Die Frau saß immer noch bewegungslos am Heck, jetzt mit einem Glas Wein in der Hand. Das Boot schoss haarscharf unter einer niedrigen Brücke hindurch.

Alex blieb nur eines. Er rannte, so schnell er konnte, den Weg zurück, den er gekommen war. Vorbei an den zwei Frauen, die missbilligend den Kopf schüttelten. Erst jetzt merkte er, wie warm es war. Die engen Straßen waren von der Sonne aufgeheizt, und selbst im Schatten war es brütend heiß.

Schweißgebadet kam er wieder an der Straße an, von der er losgelaufen war. MrGrey und die anderen waren zum Glück schon weitergezogen.

Wohin jetzt?

Plötzlich sahen alle Straßen und Gassen gleich aus. Alex verließ sich auf seinen Orientierungssinn und wandte sich nach links, rannte an einem Obstladen vorbei, einem Kerzengeschäft und einem Restaurant, vor dem die Kellner draußen schon die Tische fürs Mittagessen deckten. Er bog um eine Ecke und gelangte auf eine Brücke- so klein, dass er mit fünf Schritten auf der anderen Seite gewesen wäre. Er blieb jedoch in der Mitte stehen und spähte den schmalen Kanal entlang. Der Gestank von abgestandenem Wasser stach ihm in die Nase. Nichts zu sehen. Das Boot war weg.

Aber Alex wusste, in welche Richtung es sich bewegte. Noch war es...

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