Die Nichtigkeit des Menschen und die Übermacht Gottes

Studien zur Gottes- und Selbsterkenntnis bei Paulus, Philo und in der Stoa
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Juni 2017
  • |
  • 471 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-155009-6 (ISBN)
 
Die Sorge um das Selbst ist in jüngerer Vergangenheit als eines der zentralen Themen der hellenistischen Philosophie wiederentdeckt worden. Gudrun Holtz zeigt am Beispiel vor allem des jüdischen Theologen Philo von Alexandrien, aber auch des Apostels Paulus, wie theologische Anthropologie im Gegenüber zu zeitgenössischen philosophischen Konzeptionen des Selbst, insbesondere in der Stoa, entwickelt wird. Im Horizont theologischen Nachdenkens über die Souveränität Gottes erscheint die philosophische Sorge um das Selbst als eine Gestalt der Selbsterhebung des Menschen über Gott, die für Paulus unter das Verdikt des Selbstruhmes fällt und von Philo als missbräuchliche Verabsolutierung von Vernunft und sinnlicher Wahrnehmung kritisiert wird. Stellt Philo jeder Form von Selbstverabsolutierung die Alleinursächlichkeit und Gnadenmacht Gottes gegenüber, die allein dem Menschen die Überwindung der eigenen Nichtigkeit ermöglicht, so ist es bei Paulus die Erkenntnis des Handelns Gottes im Gekreuzigten, die sowohl die Nichtigkeit des Menschen als auch die machtvolle Gnade Gottes an den Tag bringt. Die theologisch-anthropologische Konzeption beider Autoren ist in ihrem gemeinsamen Kern auf die Formel 'nicht aus Menschen, sondern aus Gott' zu bringen. Die paulinische Rechtfertigungslehre erweist sich als eine Konkretion dieses gemeinsamen Kerns. Anders als zuletzt mehrfach vermutet, kann die stoische Gottesvorstellung nicht als eine Begrenzung der philosophischen Ansprüche des Selbst in Anschlag gebracht werden.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • 5,77 MB
978-3-16-155009-6 (9783161550096)
3161550099 (3161550099)
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungen
  • Kapitel 1: Einleitung
  • Teil 1: Nicht aus Menschen, sondern aus Gott.Die theologisch zentrierte Anthropologie bei Paulusund Philo im Spiegel griechisch-römischerund biblisch-jüdischer Traditionsbildung
  • Kapitel 2: Paulus - "Nicht über das hinaus, was geschrieben steht" (1Kor 4,6). Die Erkenntnis Gottes im Gekreuzigten als Grund für die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterhebung
  • 2.1 Theologische Grundlegung (1Kor 1,18-2,16)
  • 2.1.1 Die Erkenntnis Gottes im Gekreuzigten (1Kor 1,18-25
  • 2,6-16)
  • 2.1.2 Die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterhebung angesichts der Selbstoffenbarung Gottes im Gekreuzigten (1Kor 1,26-2,5)
  • 2.1.3 Traditionsgeschichtliche Erwägungen zu 1Kor 1,26-31
  • 2.2 Das Verhalten der sich weise dünkenden Korinther im Licht der Selbstoffenbarung Gottes im Gekreuzigten (1Kor 3f.)
  • 2.2.1 Die Nichtigkeit der Verkündiger des Evangeliums angesichts der Wirkmacht Gottes (1Kor 3,5-9)
  • 2.2.2 Die Herrschaft Christi über alle als Grund für die Unmöglichkeit, sich mit Menschen zu rühmen (1Kor 3,18-23)
  • 2.2.3 "Nicht über das hinaus, was geschrieben steht". Kein sich-Rühmen des vermeintlich Eigenen (1Kor 4,6-13)
  • 2.3 Paulus und die gegnerischen Apostel im Licht der Selbstoffenbarung Gottes im Gekreuzigten (2Kor 10-13)
  • 2.3.1 Die Selbsterhebung der Gegner über den Apostel als Ausdruck einer verfehlten Gotteserkenntnis (2Kor 10,1-6)
  • 2.3.2 Legitimes und illegitimes Rühmen
  • 2.3.2.1 Der maßlose Selbstruhm der Gegner und das an dem von Gott zugeteilten Maß orientierte .sich-Rühmen des Apostels (2Kor 10,12-18)
  • 2.3.2.2 Vom rhetorisch legitimen, theologisch aber illegitimen sich-Rühmen zum christusgemäßen sich-Rühmen (2Kor 11,16-12,13)
  • 2.3.2.3 Traditionsgeschichtliche Erwägungen zu 2Kor 10-13 .
  • 2.4 Fazit
  • Kapitel 3: Philo - Das Übermaß der Größe Gottes und die Nichtigkeit des Menschen als Grund für die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterhebung
  • 3.1 Die Verabsolutierung von Vernunft und sinnlicher Wahrnehmung
  • 3.1.1 Die Selbstverabsolutierung des Menschen und die Erkenntnis Gottes
  • 3.1.1.1 f??a?t?a als Verabsolutierung von Vernunft und sinnlicher Wahrnehmung
  • 3.1.1.2 Gotteserkenntnis bei Philo
  • 3.1.1.2.1 Die Gotteserkenntnis Abrahams
  • 3.1.1.2.2 Natürliche Gotteserkenntnis und Offenbarungserkenntnis als die beiden möglichen Gestalten jüdischer Gotteserkenntnis
  • 3.1.1.2.3 Voraussetzungen der Gotteserkenntnis
  • 3.1.1.2.4 Fazit
  • 3.1.1.3 Gotteserkenntnis bei Philo und Paulus im Vergleich
  • 3.1.2 Scheinweisheit und wahre Weisheit
  • 3.1.3 f??a?t?a als Abkehr von Gott
  • 3.2 f??a?t?a als willentliche Abwendung von Gott versus Gottesliebe als Suche des Seienden
  • 3.3 f??a?t?a als Illusion angesichts der Wirklichkeit von Gott und Mensch
  • 3.3.1 f??a?t?a als Ausdruck knechtischen Bewusstseins und als Selbstbetrug angesichts der passiven Natur des Menschen und der puren Aktivität Gottes
  • 3.3.2 Die Nichtigkeit des Menschen und die Gnadenmacht des fürsorgenden Gottes als Grund für die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterhebung
  • 3.3.2.1 Die Gottes- und Selbsterfahrung Abrahams im Gegensatz zum kainitischen Lebensentwurf
  • 3.3.2.2 Gott als Ruhm des Menschen als Alternative zum menschlichen Hochmut
  • 3.4 Gott als die alleinige Ursache aller menschlichen Güter
  • 3.4.1 Die f??a?t?a als Infragestellung der Alleinursächlichkeit Gottes im Horizont von Dtn 8 und 9
  • 3.4.2 Leben aus dem Empfangen
  • 3.5 Zur Herkunft der Niedrigkeitsanthropologie Philos
  • Kapitel 4: Nicht aus Menschen, sondern aus Gott - Literarisch-theologische, religionsgeschichtliche und historische Perspektiven auf den philonisch-paulinischen Kern und seine Entfaltung
  • 4.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Der literarisch-theologische Befund
  • 4.2 Der philonisch-paulinische Kern und seine Entfaltung im Horizont religionsgeschichtlicher Modelle
  • 4.2.1 Religionsgeschichtliche Modelle zur Erklärung von Gemeinsamkeiten zwischen Philo und Paulus. Eine Forschungsskizze
  • 4.2.2 Der philonisch-paulinische Motivkomplex im Spiegel der religionsgeschichtlichen Erklärungsmodelle
  • 4.3 Der Philo und Paulus gemeinsame Kern als Spezifikum im Kontext der frühjüdischen Literatur
  • 4.4 Von Alexandrien nach Jerusalem. Überlegungen zur Vermittlung des Philo und Paulus gemeinsamen Kerns
  • 4.4.1 Zur Verbreitung philonischen Denkens in Alexandrien und Jerusalem
  • 4.4.2 Jerusalem als potentieller Ort der Vermittlung alexandrinisch-philonischer Tradition an Paulus
  • 4.5 Fazit
  • Kapitel 5: Der Philo und der Korintherkorrespondenz gemeinsame Kern und die paulinische Rechtfertigungslehre
  • 5.1 Zur Bestimmung des Zentrums der Rechtfertigungslehre in der neutestamentlichen Wissenschaft
  • 5.2 Das Zentrum der Rechtfertigungslehre und seine Anklänge in den frühpaulinischen Briefen
  • 5.2.1 1Kor 1f und die Rechtfertigungslehre
  • 5.2.2 1Thess und die Rechtfertigungslehre
  • 5.3 Der Philo und Paulus gemeinsame Kern und die Rezeption der Rechtfertigungslehre in Eph 2,8-10
  • 5.4 Der Philo und Paulus gemeinsame Kern und die Entstehung der Rechtfertigungslehre
  • 5.4.1 Die Entstehung der Rechtfertigungslehre. Ein Forschungsüberblick
  • 5.4.2 Überlegungen zur Entstehung der Rechtfertigungslehre. Ein Alternativvorschlag
  • Teil 2: Zum Verständnis von Gott und Selbstbei Philo und Paulusim Horizont der kaiserzeitlichen Stoa
  • Einführung
  • Kapitel 6: Das Selbst und die Sorge um das Selbst als Gegenstand der Philosophie in der kaiserzeitlichen Stoa - Eine Skizze
  • Kapitel 7: Rezeption und Abweisung stoischer Vorstellungen vom Selbst bei Philo in Leg 3,1-48
  • 7.1 Das Beispiel Moses (Leg 3,11-14)
  • 7.1.1 Der Text (Leg 3,11-14)
  • 7.1.2 Der Argumentationsgang
  • 7.1.3 Zum Verständnis des Rückzugs (??a???e??) in Leg 3,12-14 und in der stoischen Tradition
  • 7.1.4 Zum Verständnis der 'beurteilenden Betrachtung' (???s??)
  • 7.1.5 Flucht und Anachorese
  • 7.1.6 Gott als oberster Lenker der Seelentätigkeit als philonisches Spezifikum
  • 7.2 Das Beispiel Jakobs (Leg 3,15-27)
  • 7.2.1 Der Text
  • 7.2.2 Der Argumentationsgang
  • 7.2.3 Die Übung (?s??s?? und µe??t?)
  • 7.2.4 Vorstellung (fa?tas?a) und Antrieb (??µ?)
  • 7.2.5 Die Erlangung der Freiheit durch den rechten Gebrauch der Vorstellungen
  • 7.2.6 Das Handeln Gottes im Kontext des Gebrauchs der Vorstellungen und der Überwindung der Leidenschaften als philonisches Spezifikum
  • 7.3 Zuflucht zu Gott oder zum Selbst. Die philonische Alternative (Leg 3,28-31)
  • Kapitel 8: Zum Gottesverständnis in der Stoa
  • 8.1 Zwei forschungsgeschichtliche Deutungsansätze
  • 8.2 Zum Verhältnis pan(en)theistischer und personal-theistischer Gottesaussagen bei Seneca
  • 8.3 Zum Verhältnis personal-theistischer und pan(en)theistischer Gottesaussagen bei Epiktet
  • 8.4 Fazit
  • Kapitel 9: Paulus und die Frage nach dem Selbst
  • Kapitel 10: Ergebnisse und Perspektiven
  • Literatur
  • 1. Quellen: Textausgaben und Übersetzungen
  • 2. Hilfsmittel
  • 3. Sekundärliteratur
  • Stellenregister
  • Autorenregister
  • Namensregister
  • Sachregister

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