Rau ist die See ...

Mystery Thriller Band 192
 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-642-5 (ISBN)
 
Wind, Wellen - und Mord? Der perfekte Ferienjob für Jade: Animateurin auf einem Kreuzfahrtschiff nach Norwegen! Aber es scheint auf der MS Kyrene nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Der Stuart benimmt sich höchst sonderbar. Und was ist eigentlich mit Jades Vorgängerin Ann geschehen? Anscheinend ist sie spurlos von Bord verschwunden ... Als Jade in ihrer Kabine Anns Videotagebuch findet, ahnt sie: Ein Verbrechen ist geschehen! Dann beobachtet sie eines Nachts eine unheimliche Gestalt, ganz in Schwarz gekleidet. Jade schleicht hinter ihr her und gelangt in die Tiefen des Schiffs ...
  • Deutsch
  • 0,26 MB
978-3-86349-642-5 (9783863496425)
3863496426 (3863496426)

1. KAPITEL

Jade Walker stand vor der Gangway und blickte an der schneeweißen Bordwand der MS Kyrene hoch.

Es kam ihr immer noch seltsam unwirklich vor, dass sie jetzt im Hafen von Oslo war und gleich an Bord des Kreuzfahrtschiffes gehen würde. Noch am Morgen hatte sie in London vor ihrem Tee gegähnt und ernsthaft darüber nachgedacht, einen mies bezahlten Job als Kellnerin anzunehmen. Dann war der Anruf gekommen, sie hatte sofort die Reise nach Norwegen organisiert und war nun vor wenigen Augenblicken aus dem Taxi gestiegen.

Nervös blickte Jade auf die Uhr. Wenn sie nicht zu spät kommen wollte, musste sie jetzt an Bord gehen. Sie hatte schließlich einen Termin mit dem Kapitän.

Aber irgendwie scheute sie sich davor, dieses Schiff zu betreten. Dabei war Jade eigentlich nicht schüchtern. Sonst wäre Touristik auch nie das Richtige für sie gewesen - und in dem Job als Animateurin wäre sie eine totale Fehlbesetzung. Doch die MS Kyrene wirkte bedrohlich, auch wenn Jade nicht benennen konnte, woran es lag, der Anblick des Kreuzfahrtschiffs flößte ihr Angst ein. Oder lag es an den düsteren Wolken, die sich über den Bergen am Oslo-Fjord ballten?

Ärgerlich presste Jade die Lippen aufeinander. Anstatt sich über diese Riesenchance ein Loch in den Bauch zu freuen, zögerte und zauderte sie wie eine Nichtschwimmerin, die vom Zehn-Meter-Brett springen sollte. Kopfschüttelnd hob sie ihre Reisetasche hoch. Dann stapfte Jade entschlossen die Gangway hinauf.

Ein Matrose in blauer Uniform sowie ein Steward, der eine weiße gebügelte Jacke trug, begrüßten sie.

"Guten Tag, Miss." Der junge Steward hob den Kopf und lächelte sie freundlich an.

"Hallo! . Ich bin keine Passagierin", sagte Jade, bevor sie nach einem Ticket oder einer Buchung gefragt werden konnte. "Ich bin Jade Walker und soll hier als Animateurin anheuern. Kapitän Granger erwartet mich."

Der Matrose nickte nur und hakte auf einer Clipboard-Liste etwas ab. Doch der Steward starrte ihr ins Gesicht, als ob er einen Geist gesehen hätte. Unwillkürlich fragte Jade sich, ob ihre Wimpertusche verwischt war. Oder war der Typ von ihrer Schönheit geblendet? Wohl eher nicht. Jade fand sich zwar nicht gerade hässlich, aber sie gehörte zum sportlich-natürlichen Typ. Bisher hatte sie die Erfahrung gemacht, dass Männer meistens stark geschminkten Tussis hinterherglotzten. Aber vielleicht stand dieser Steward ja gerade auf Frauen, die sich dezenter in Szene setzen konnten? Andererseits - er schien nicht unbedingt fasziniert zu sein, vielmehr irritiert.

"Kennen wir uns?", fragte Jade ihn direkt. Sie sah ihn an und entdeckte, dass er sofort rote Ohren bekam.

"Nein, äh, ich bin Henry. Henry Glover. Ich arbeite hier an Bord als Kabinensteward. Und ich bringe dich gern zum Kapitän."

"Das ist wirklich besser", kommentierte der Matrose. "Allein findet Miss Walker bestimmt nicht zum Captain's Office."

Jade runzelte die Stirn. Hielt dieser Matrose sie für blöd? Um keinen schlechten ersten Eindruck zu hinterlassen und um nicht zu spät zu kommen, ging sie nicht weiter auf seine Bemerkung ein, sondern folgte dem Steward. Im Stillen beglückwünschte sie sich dafür bereits wenige Augenblicke später. Denn nachdem sie durch einige Salons geeilt waren und etliche Gänge hinter sich gelassen hatten, musste Jade dem Matrosen recht geben. Die MS Kyrene glich wirklich einem luxuriösen Labyrinth. Auf diesem Dampfer konnte man sich hoffnungslos verlaufen.

Der Steward ging schweigend voraus. Er hatte die ganze Zeit kein einziges Wort mehr über die Lippen gebracht. Extrem verschlossener Typ, dachte Jade. Sie hatte viel mit Menschen zu tun und täuschte sich nur selten. Dieser Henry benahm sich jedenfalls seltsam. Seit er sie gesehen hatte, schien er durcheinander zu sein . Jade nahm sich vor, ihn später darauf anzusprechen. Erst einmal musste sie sich auf das bevorstehende Gespräch mit dem Kapitän konzentrieren. Er sollte sie für kompetent und belastbar halten - nicht dass er in ein paar Tagen auf die Idee kam, ihr zu kündigen und im nächsten Hafen jemand anders einzustellen.

Jade war auf das Geld dringend angewiesen. Sie musste ihr Touristik-Studium finanzieren, denn ihre Eltern weigerten sich, sie bei der Verwirklichung ihres Traums zu unterstützen. In ihren Augen war ein Job in der Tourismusbranche nichts, wofür man einen Beruf brauchte. Wäre es nach ihnen gegangen, hätte Jade Jura studieren müssen. Das hielt ihr Vater, der selbst ein kleiner Beamter bei der Justizbehörde war, für etwas "Solides". Aber Tourismus - damit verbanden Jades Eltern nur Sonne, Strand und ewige Party.

Gedankenverloren war Jade hinter Henry hergegangen, als er plötzlich stehen blieb und an eine Tür klopfte.

"Herein!", rief ein Mann von drinnen.

Henry öffnete und ließ Jade den Vortritt. Sie hatte plötzlich starkes Herzklopfen, als sie das Captain's Office betrat. Auf den ersten Blick unterschied es sich nicht von einem modernen Büroraum, wie Jade ihn kannte. Nur die Bullaugen verrieten, dass sie sich auf einem Schiff befanden.

Der Kapitän trug eine dunkelblaue Uniform, in der er sehr elegant wirkte. Er war trotzdem etwas hager, hatte eine Adlernase und stahlblaue Augen. Sein Gesicht war tief gebräunt und wettergegerbt. Schwungvoll stand er auf und begrüßte Jade mit einem kräftigen Händedruck. "Sie müssen Miss Walker sein. Ich bin Kapitän Granger - und ich danke Ihnen im Namen der gesamten Besatzung der MS Kyrene dafür, dass Sie so schnell kommen konnten. Nehmen Sie doch bitte Platz!"

Er deutete auf einen Lehnstuhl, der vor seinem Schreibtisch stand. Dann bat er Henry, einstweilen vor der Tür zu warten.

Sobald die Tür wieder ins Schloss gefallen war, erwiderte Jade: "Ich freue mich darauf, hier tätig zu werden, Sir. Die Semesterferien haben gerade begonnen, und ich muss wieder einige Monate arbeiten, um mir das nächste Studienjahr leisten zu können. Da kam mir der Anruf von der Arbeitsvermittlung sehr gelegen." Granger sollte sie nicht für schüchtern halten.

Als hätte er alle Zeit der Welt, blätterte er in seinen Unterlagen. "Ich sehe, dass Sie viel Erfahrung als Animateurin haben, Miss Walker, obwohl Sie noch sehr jung sind."

"Ja, ich beherrsche verschiedene Sportarten von Tennis bis Judo. Meine Spezialität ist das Organisieren von Wettkämpfen und das Veranstalten von Kostümpartys, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Für Frauen biete ich Power Fitness an, ich kann aber auch Malkurse geben."

Bevor Jade noch mehr erzählten konnte, hob Kapitän Granger lächelnd die Hand. "Das klingt alles sehr vielversprechend. Ich hoffe, Sie passen gut zu uns. Wir sind hier an Bord ein internationales Team, auch wenn die MS Kyrene unter britischer Flagge fährt. Jetzt führt uns unsere Fahrt hinauf zum Nordkap, wo die Walpurgisnacht am Polarkreis den Höhepunkt der Kreuzfahrt darstellen wird . Wie gesagt, Ihre Referenzen sind wirklich gut. Aber Sie haben noch nie an Bord eines Schiffes gearbeitet?"

"Nein, Sir. Bisher war ich nur in Ferienclubs in Cornwall und auf Teneriffa als Animateurin engagiert."

"Ist das ein Problem?", fügte sie hinzu, weil ihr nicht entgangen war, dass sich die Miene des Kapitäns verdüstert hatte.

"Eigentlich nicht, Miss Walker. Sie machen einen guten Eindruck auf mich. Aber ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht. Es ist nämlich so, dass die Unzuverlässigkeit Ihrer Vorgängerin uns in Schwierigkeiten gebracht hat."

"Wieso, Sir?"

"Ann Brockwell hat es nicht für nötig befunden zu kündigen. Sie ist einfach an Land gegangen, ohne sich um ihre Aufgaben zu kümmern. Hier in Oslo. Zum Glück hat die Stadt genug Unterhaltung zu bieten, damit bei unseren Passagieren keine Langeweile aufkommt. Aber es wäre Miss Brockwells Aufgabe gewesen, einen geführten Landgang für unsere Reisenden zu organisieren."

"Aber - kann ihr nicht auch etwas zugestoßen sein? Ich meine, Oslo hat keine besonders hohe Kriminalitätsquote, soweit ich weiß ." Jade presste die Lippen aufeinander und hoffte, dass sie mit dieser Bemerkung nicht den Eindruck hinterließ, dass sie ängstlich wäre. Aber wenn jemand so einen tollen Job hatte, verschwand er doch nicht einfach so, oder?

"Sicher, daran haben wir auch gedacht, Miss Walker. Doch es deutet nichts auf ein Verbrechen hin. Ann Brockwell hat ihre Kabine ordentlich verlassen, ihre sämtlichen Kleider und sonstigen persönlichen Gegenstände mitgenommen. Trotzdem - wir haben sämtliche Krankenhäuser Oslos abtelefoniert. Doch dort wurde niemand eingeliefert, auf den Ann Brockwells Beschreibung passt. Für mich steht fest, dass diese junge Lady plötzlich die Lust an ihrem Job verloren hat. Sie werden ja wissen, dass manche Leute sonderbare Vorstellungen von dieser Arbeit haben. Ein Animateur ist in den Augen vieler jemand, der ständig Urlaub macht." Er stieß einen abfälligen Laut aus.

Jade zuckte die Schultern. Sie wusste, was er meinte. In Wirklichkeit war das, was sie und ihre Kollegen auf die Beine stellten, reinste Knochenarbeit. Man musste nicht nur ständig gut drauf sein und freundlich bleiben, sondern die Feriengäste mit Sport und Spiel fast rund um die Uhr unterhalten. Wer das mit Faulenzen am Pool verwechselte, hatte wirklich keine Ahnung, was Sache war.

Dennoch fand sie Kapitän Grangers Urteil über Ann...

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