Ethik - reformiert!

Studien zur reformierten Reformation und ihrer Rezeption im 20. Jahrhundert
 
 
Vandenhoeck & Ruprecht (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. September 2017
  • |
  • 423 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7887-3150-2 (ISBN)
 
Den reformierten Reformatoren war es ein besonderes Anliegen, nicht nur die Reformation der Lehre festzuhalten. Auch die Folgen der Wiederentdeckung des befreienden Wortes Gottes für die Lebens- und Weltgestaltung wollten sie klären. Fragestellungen der Ethik traten damit ins Zentrum ihres Interesses. Reformation bedarf der Ethik, aber Ethik bedarf auch der Reformation, so lässt sich ihre Überzeugung formelhaft zuspitzen. Dem Wort Gottes wurde zugetraut, reformierend zu wirken und zwar auf den diversen Betätigungsfeldern von Kirche, Staat und Gesellschaft, etwa in Kultur, Wirtschaft und Politik. Dieses für reformierte Theologie zentrale Zutrauen verbindet die Reformationszeit mit der sogenannten Wort-Gottes-Theologie des 20. Jahrhunderts. Die vorliegenden ethikgeschichtlichen Studien greifen diese Verklammerung auf und fragen nach der Relevanz reformiert-reformatorischer Theologie für ethische Urteilsbildung.
Aufl.
  • Deutsch
  • Gottingen
  • |
  • Deutschland
mit 6 Grafiken
  • 4,32 MB
978-3-7887-3150-2 (9783788731502)
3788731508 (3788731508)
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  • Table of Contents
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  • Einleitung: Ethik - reformiert!
  • 1. "Pass on" oder: Die Unumgehbarkeit der Tradition Theologische Ethik und der Vorgang der "traditio"
  • 2. Ethica semper reformanda Die Erneuerung der Ethik durch das Wort Gottes
  • 3. Wirkungs-Geschichte Die Prägekraft des reformierten Protestantismus
  • 4. Konnektierte Wort-Gottes-Theologie Zur Rezeption reformierter Ethik im 20. Jahrhundert und zur Disposition des vorliegenden Bandes
  • A. Studien zur Grundlegung der Ethik
  • I. Mit der Tradition zum Aufbruch Die konstitutive Bedeutung der Schrift für die reformierten Bekenntnisse
  • 1. Einleitende Bemerkungen zum "Verlust des Bekenntnisses" und zum "Kanon" reformierter Bekenntnisschriften
  • 2. Die Autorität des Bekenntnisses Ein konfessioneller Vergleich zur Bestimmung des Zusammenhangs von Schrift und Bekenntnis nach den lutherischen und reformierten Bekenntnisschriften
  • 2.1 Gemeinsamkeiten
  • 2.2 Unterschiede
  • 3. Charakteristika des Schriftverständnisses nach den reformierten Bekenntnisschriften
  • 3.1 Ein besonderer reformierter Akzent: Der Vorbehalt besserer Einsicht in die Heilige Schrift oder: Die prinzipielle Überbietbarkeit reformierter Bekenntnisaussagen
  • 3.2 Text und Kontext nach reformiertem Bekenntnis-verständnis
  • 3.3 Die Bekenntnisökumenizität oder: Die Partikularität in der Universalität des schriftgebundenen Bekenntnisses
  • 3.4 Konfessorische Existenz heute oder: "Hervorhebung des Bekennens gegenüber dem Bekenntnis"
  • 3.5 Der eine Gottesbund und die Wertschätzung des Alten Testaments
  • 4. Fazit
  • II. Wie neue Menschen leben Ansätze zu einer Ethik der Identität im Heidelberger Katechismus
  • 1. Einleitung: Mit dem Ende anfangen .
  • 2. Eine Ethik der Dankbarkeit? Zur Frage nach dem Ansatz des Heidelberger Katechismus
  • 3. Die Ethik des Heidelberger Katechismus als Ethik des neuen Menschen
  • 4. Die Menschwerdung des Menschen als moralische Subjektwerdung
  • 5. Heiligung: Das "mehr und mehr" Vom Partialaspekt des progressus
  • 6. Der identitätsethische Ansatz des Heidelberger Katechismus
  • III. "Nicht den Pflug vor die Ochsen spannen" Tugendethische Ansätze bei Johannes Calvin. Ein Beitrag zur ethischen Grundlagendiskussion
  • 1. Einleitung: Die Renaissance der Tugendethik
  • 2. Calvin und die Tugend
  • 2.1 Why "Calvin on virtue"? Eine forschungsgeschichtliche Begründung
  • 2.2 Calvins Rezeption der antiken Tugendtradition unter formalen Gesichtspunkten
  • 2.2.1 Calvins Verzicht auf eine Systematisierung und Katalogisierung der Tugenden
  • 2.2.2 Eine höchste Tugend? Calvins Eklektik bei der Hierarchisierung und Kanonisierung von Tugenden
  • 3. Die Rede von Tugenden bei Calvin Eine Spurensuche in den Gattungen seines OEuvres
  • 3.1 Traktate und Gelegenheitsschriften Calvins
  • 3.2 Briefe Calvins
  • 4. Ansätze zu einer Tugendlehre in Calvins "Institutio" (1559) und seinen Bibelkommentaren
  • 4.1 Anthropologische Grundlagen der Tugendlehre
  • 4.2 Die teleologische Perspektive Calvins: Die Finalität des Menschen
  • 4.3 Das christliche Leben (vita christiana) als tugendhaftes Leben bei Calvin
  • 4.3.1 "Gott ähnlich werden". Die Wiedergeburt als Grundlegung des christlichen, tugendhaften Lebens
  • 4.3.2 Die unio cum Christo und die Heilsökonomie der Tugendvermittlung
  • 4.3.3 Das tugendvermittelnde Werk des Heiligen Geistes
  • 4.4 Das christliche Leben als tugendhaftes Leben? Calvins Replik auf Einwände
  • 5. Fazit: Wiederkehr der Tugendethik - bei Calvin?
  • IV. Freiheit zur Nachahmung Problemorientierte Bemerkungen zu einem vernachlässigten Aspekt reformatorischer Ethik
  • 1. Welche Freiheit? Einleitende Bemerkung zum theologischen Gebrauch eines schillernden Begriffs
  • 2. "Von der Freiheit eines Christenmenschen" Die Dialektik des Freiheitsbegriffs Luthers und der vernachlässigte Aspekt der Nachahmung Christi
  • 2.1 Die Doppelthese der "Freiheitsschrift" Luthers
  • 2.2 Das Leben in der Freiheit als Leben "in Christus" und "im Nächsten"
  • 2.3 Das Beispiel (exemplum) Christi bei Luther - oder: Die Freiheit eines Christenmenschen als mimetische Praxis des Lebens mit Gott
  • 3. "Von der Freiheit Gebrauch machen" Das Beispiel (exemplum) Christi in der Theologie Huldrych Zwinglis
  • 3.1 "Von der freien Wahl der Speisen" Das initium der Theologie Zwinglis
  • 3.2 "Freiheit von ." - "Freiheit zu ." Zwinglis beidseitig gemünztes Freiheitsverständnis
  • 3.3 Das Vorbild Christi nach Zwingli
  • 3.4 "Die Doppelheit der Bedeutung Christi für uns" Die elliptische Soteriologie Zwinglis
  • 4. "Wenn wir Gottes Kinder sind, müssen wir auch seine Nachahmer sein" Die imitatio Christi bei Johannes Calvin
  • 5. "Das Geschenk der Freiheit" Ein Ausblick in die Neuzeit unter besonderer Berück-sichtigung von Karl Barth
  • 5.1 Das Schicksal von sacramentum et exemplum in der Neuzeit
  • 5.2 "Kommunikative Freiheit" Karl Barth und die Neuzeit
  • 5.3 Schlussbemerkung
  • B. Studien zur Wirtschaftsethik
  • V. Ethik der Erinnerung oder: "Von göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit" Der Einfluss der Sozialethik Huldrych Zwinglis auf Arthur Richs "Wirtschaftsethik"
  • 1. Einleitung: Ethik der Erinnerung und Arthur Richs Vergegenwärtigung von Zwinglis Leitdifferenz
  • 2. Der dialektisch-dynamische Zusammenhang "Von göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit" bei Zwingli
  • 3. Arthur Richs Zwingli-Interpretation im Kontext seiner Sozialethik
  • 4. Der Einfluss der Sozialethik Huldrych Zwinglis auf Arthur Richs "Wirtschaftsethik"
  • 5. Fazit: Ethik als Reich-Gottes-Erinnerung
  • VI. Ein "Vaterschaftstest" Die Weber-These und der sog. "urchristliche Kommunismus" bei Johannes Calvin
  • 1. Einleitung: Calvin, Calvinismus und die sog. Weber-These
  • 2. Die lukanischen Summarien von der Gütergemeinschaft der Urgemeinde
  • 3. Zwischen den Extremen Calvins Beurteilung des Eigentumverkaufs und der Gütergemeinschaft der Urgemeinde
  • 4. Calvins projektierte "Ordnung" der "offenen Hand" für die Notleidenden
  • 5. Calvins Abgrenzung gegenüber Wiedertäufern bzw. Libertines
  • 6. "Haben als hätte man nicht" Der Umgang mit Eigentum nach Calvin
  • 7. Gemeindediakonie Impulse Calvins
  • 8. Schlussbemerkung
  • VII. Processus und/oder status confessionis? Oder: Kann die Struktur der globalen Ökonomie Anlass eines Bekenntnisses sein?
  • 1. Einleitung: Streit um den status confessionis
  • 2. Die Möller-Duchrow-Kontroverse im Zusammenhang der Accra-Erklärung (2004)
  • 3. "Sorget nicht!" Die Accra-Erklärung, der Mammondienst, Gottes Ökonomie und die theologische Wirtschaftsethik
  • 4. Fazit: Die viatorische Pointe der Rede vom processus confessionis
  • C. Studien zur politischen Ethik
  • VIII. Friedenstheologie treiben, als wäre nichts geschehen? Resonanzen reformierter Friedensethik nach dem Ersten Weltkrieg
  • 1. Einführung
  • 2. "Ordnungsrufe" Über die Formierung reformierter Friedensethik nach dem Ersten Weltkrieg
  • 2.1 "Deichbewachung" Emil Brunners Friedensethik im Bann der Ordnungen
  • 2.2 Frieden, Recht und Schöpfungsordnung Karl Barths "Münsteraner Ethik" auf Entdeckungsreise
  • 2.3 Reinhold Niebuhrs "Christian Realism" in einer entzauberten Welt torquierter Moral
  • 3. Fazit: Resonanzen hinkender Friedensethik "after World War 1"
  • 3.1 Nachhinkende Formierung der Friedensethik, wurzelnd in einer erschütterten Theologie
  • 3.2 Die Entdeckung der Friedensethik als Themenfeld der Sozialethik
  • 3.3 Das Auffinden des (Völker-)Rechtsbezugs der Friedensethik
  • 3.4 Konzeptionelle Ingebrauchnahme der Schöpfungsordnung
  • 3.5 "Pazifistische" Zielsetzung der friedensethischen Ausführungen
  • IX. Platzanweisung Reinhold Niebuhrs Umgang mit dem Friedenszeugnis der Historischen Friedenskirchen
  • 1. Einführung: Zur Frage nach dem Umgang mit den Historischen Friedenskirchen
  • 2. Entwicklungslinien im Denken Niebuhrs: Vom liberalen Pazifismus zum christlichen Realismus
  • 3. Christologische Prämissen der politischen Ethik R. Niebuhrs
  • 4. "Rest upon illusions about the goodness of man" Niebuhrs Klassifikation von Pazifismus-Typen
  • 5. Normkritik Die normative Funktion des Liebesgebotes Jesu und die internationale Politik als tragischer Handlungskontext
  • 6. Selbst- oder Fremdghettoisierung? R. Niebuhr und das Sektenethos der Gewaltlosigkeit
  • 7. "Is there or isn't there a place?" Zur "Würdigung" des Friedenszeugnisses der Historischen Friedenskirchen bei R. Niebuhr
  • 8. Abschließende Beurteilung von Niebuhrs Umgang mit dem Friedenszeugnis der Historischen Friedenskirchen: Sic et non
  • X. De munere prophetico Variationen reformierter Auslegung des prophetischen Amtes Zur theologiegeschichtlichen Entwicklung eines dogmati-schen Topos vor der "Lessingzeit" (von Zwingli bis Lampe)
  • 1. Einleitung
  • 2. Das prophetische Amt in der Zürcher Tradition
  • 3. Lösungsmodelle
  • 3.1 Das Genfer bzw. "altreformierte" Modell Johannes Calvins (1509-1564): Selbständige kirchliche Ordnungen zur Entflechtung von Kirche und Staat
  • 3.2 Abraham Kuypers (1837-1920) neocalvinistisches Modell der Sphärensouveränität: Die christliche Durchdringung des Staates
  • 3.3 Das Modell "Christengemeinde und Bürger-gemeinde": Karl Barths (1886-1968) säkulares Staatsverständnis
  • 4. Schlussbemerkung
  • D. Ausblick
  • XII. Post Barth locutum Reformierte Ethik und ihre Rezeption reformiert-reformatorischer Grundentscheidungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
  • 1. Einführung: Reformierte Ethik als Ethik der Erinnerung
  • 2. "Jesus Christus als das eine Gebot Gottes" Die Rezeption der reformiert-reformatorischen Tradition in Walter Krecks "Grundfragen christlicher Ethik"
  • 2.1 Indikativ und Imperativ
  • 2.2 Rechtfertigung und Heiligung
  • 2.3 Lehre von der Königsherrschaft Christi
  • 3. Reich-Gottes-Ethik Die Rezeption der reformiert-reformatorischen Tradition in Jürgen Moltmanns "Ethik der Hoffnung"
  • 3.1 Ethik der Hoffnung als politische Reich-Gottes- Theologie
  • 3.2 Historische Perspektivierung reformierter Reich-Gottes-Theologie
  • 3.3 J. Moltmanns Theokratieverständnis
  • 4. "Von göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit" Arthur Richs Rezeption der reformiert-reformatorischen Tradition in seiner "Wirtschaftsethik"
  • 4.1 A. Richs Ansatz und Orientierung
  • 4.2 Zwinglis Dialektik von "göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit" nach A. Rich
  • 4.3 Die Prägekraft der Zwinglischen Dialektik von "göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit" für den Gang von A. Richs wirtschaftsethischer Untersuchung
  • 5. Fazit: Reformierte Ethik - post Barth locutum
  • Nachweis der Erstveröffentlichungen
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Personenregister
  • Bibelstellenregister
  • Sachregister

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