Watersong - Wiegenlied

Band 2
 
 
cbj (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. August 2013
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10345-3 (ISBN)
 
Der Fluch der Sirenen kennt keine Erlösung

Sie sind schön. Sie sind stark. Und gefährlich ... Penn, Lexi und Thea ziehen alle Blicke auf sich - sie aber haben nur Augen für Gemma. Immer tiefer ziehen die geheimnisvollen Fremden Gemma in ihren betörenden Bann. Doch dahinter lauert eine Welt, die faszinierender, abgründiger und tödlicher ist als alles, was Gemma je erlebt hat ...

Gemma hat sich den verführerischen Sirenen angeschlossen - und ist nun selbst eine von ihnen. Verzweifelt wehrt sie sich gegen ihre dunkle Seite, ihren tödlichen Hunger, den Sog des Meeres. Aber je länger sie mit ihren neuen »Schwestern« zusammenlebt, desto schwerer fällt es ihr, dieser faszinierenden, abgründigen Welt zu widerstehen. Als es Harper, Daniel und ihrer großen Liebe Alex gelingt, Gemma aufzuspüren, entscheidet sie sich zur gemeinsamen Flucht. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Lexi, Thea und Penn sie finden werden. Und wenn Gemma es bis dahin nicht geschafft hat, den Fluch der Sirenen zu brechen, erwartet sie bittere Rache ...

  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
  • 0,92 MB
978-3-641-10345-3 (9783641103453)
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EINS

Nachspiel

Harper erwachte, als die Sonne gerade aufging, und blinzelte in das matte orangefarbene Licht, das durch ihre Vorhänge strömte. Einen Moment lang, einen kurzen, wundervollen Moment, hatte sie die Nacht zuvor vergessen, die Nacht, in der ihre kleine Schwester angegriffen worden war, bevor sie sich dann in eine Art Meerjungfrau verwandelt hatte und im Ozean verschwunden war.

Nun kam alles wieder zurück. Harpers Kopf pochte bei der Erinnerung und sie kniff die Augen zusammen.

Nachdem Gemma davongeschwommen und Harper allein an der Mole von Bernies Insel zurückgeblieben war, hatte Daniel sich um Alex gekümmert, der bewusstlos in der Hütte am Boden lag. Harper hatte zwar nicht miterlebt, was mit ihm geschehen war, konnte es sich aber ungefähr vorstellen.

Als sie das Haus auf der Insel erreicht hatten, beugte sich gerade ein schreckliches Vogelmonster über ihn, das Maul voller rasiermesserscharfer Zähne und mit riesigen schwarzen Flügeln am Rücken. Dann hatte es seine Gestalt verändert und sich in eine andere Art von Monster verwandelt - in die wunderschöne Penn.

Harper fiel es selbst schwer, das alles richtig zu begreifen. Nachdem Alex wieder zu sich gekommen war, hatte er felsenfest geglaubt, seine Erinnerungen wären nur ein bizarrer Traum gewesen, verursacht durch einen Schlag auf den Kopf. Doch Harper und Daniel hatten ihm mitteilen müssen, dass das alles wirklich passiert war: Die Monster waren echt und Gemma war verschwunden.

Und als all das vorbei und Harper wieder zu Hause war, musste sie auch noch ihrem Vater erklären, was mit Gemma passiert war, obwohl sie es doch selbst nicht verstand. Natürlich konnte sie ihm nicht die Wahrheit sagen - kein vernünftiger Mensch würde ihr glauben, ohne es selbst gesehen zu haben.

Und so hatte Harper ihrem Vater Brian erzählt, Gemma sei mit Penn und ihren Freundinnen weggelaufen. Das kam der Wahrheit wenigstens ein bisschen nahe, doch selbst das war für ihn nur schwer zu verstehen. Harper hatte den ganzen Vormittag damit verbracht, ihren Vater davon zu überzeugen, dass Gemma nicht mehr nach Hause kommen würde. Das war so ziemlich das Schwerste gewesen, was sie in ihrem Leben jemals hatte tun müssen.

Dabei war ihr bewusst, dass alles noch viel schwieriger werden würde. Sie hatte keine Ahnung, was für Wesen Penn und die anderen Mädchen waren, ganz zu schweigen davon, wie man sie aufhalten oder Gemma zurückholen könnte.

Den ganzen Tag im Bett zu liegen brachte sie der Lösung allerdings auch nicht näher. Harper drehte sich zur Seite und nahm ihr Handy vom Nachttisch. Eigentlich wollte sie nur nach der Uhrzeit schauen, doch dann stellte sie fest, dass sie zwei verpasste Anrufe von einer fremden Nummer hatte. Gemma hatte ihr Handy zurückgelassen - wenn sie also anrief, würde eine unbekannte Nummer angezeigt werden.

Harper rutschte das Herz in die Hose. Sie war so todmüde gewesen, dass sie das Handyklingeln gar nicht gehört hatte. Hastig wählte sie die Nummer ihrer Mobilbox.

»Sie haben eine neue Nachricht«, erklärte ihr die automatische Stimme. Harper fluchte leise. Sollte sie einen Anruf von ihrer Schwester verpasst haben, würde sie sich das nie verzeihen.

»Hi, Harper, Daniel hier«, drang seine tiefe Stimme durch das Handy.

»Daniel«, flüsterte Harper, legte die Hand an die Stirn und lauschte seiner Nachricht.

»Ich habe deine Nummer von dem mürrischen Mädchen in der Bücherei bekommen. Ich wollte mich vergewissern, dass du gut nach Hause gekommen bist, und mal nachfragen, wie es dir geht . Du weißt schon, nach allem, was letzte Nacht passiert ist. Ich habe nach Gemma gesucht, wie ich es dir versprochen habe. Aber als ich vorhin mit dem Boot raus bin, hab ich sie nicht gesehen. Ich werde weiter nach ihr suchen, und wenn ich was finde, melde ich mich. Also, ruf mich bitte später mal zurück.« Er verstummte. »Ich hoffe, dir geht's einigermaßen.«

Nach seiner Nachricht hielt sie das Handy noch eine Weile gegen das Ohr gedrückt, selbst als die automatische Stimme ihr versicherte, sie habe keine weiteren Nachrichten mehr.

Es war sehr nett von Daniel, anzurufen und sich nach ihr zu erkundigen, aber Harper brachte es nicht über sich, ihn zurückzurufen. Sie musste diese merkwürdige Flirterei zwischen ihnen aus ihrem Kopf verbannen. Wenn er etwas Neues über Gemma erfuhr, würde er es sie wissen lassen, und darüber hinaus durfte sie nichts mit ihm zu tun haben. Gemma kam an erster Stelle. Sie musste sich erst um ihre Schwester kümmern, bevor sie an andere Dinge denken konnte.

Harper hatte in ihren Kleidern geschlafen, die nach Meer und Schweiß rochen. Jetzt nahm sie ein paar frische Klamotten und schlich über den Flur ins Bad, für den Fall, dass ihr Vater zu Hause war. Mittlerweile hatte sie ihm zwar alles über Gemmas Verschwinden erzählt, was sie erzählen konnte, aber Brian würde die Sache trotzdem immer wieder mit ihr durchkauen wollen, bis er es wirklich begriffen hatte.

Sie duschte kurz und zog sich an. Auf dem Rückweg durch den Flur fiel ihr Blick auf Gemmas Tür. Der Anblick des abgedunkelten Zimmers brach ihr das Herz. Harper blieb stehen und fragte sich, ob Gemma wohl jemals wieder hier leben würde.

Sie schluckte den Klumpen in ihrem Hals hinunter und schüttelte energisch den Kopf, um dieses Gefühl zu vertreiben. Natürlich würde ihre Schwester eines Tages wieder hier leben. Harper würde erst aufhören zu suchen, wenn sie Gemma gefunden und zurückgeholt hatte.

Als Harper zu ihrem eigenen Zimmer kam, hätte sie fast aufgeschrien vor Schreck. Auf ihrem Bett saß Alex. Er starrte auf den Boden und wirkte sehr verzweifelt.

»Alex?«, stieß sie hervor, als ihr Herz wieder langsamer schlug. »Was machst du denn hier?«

»Oh, tut mir leid.« Er hob den Kopf und deutete auf die Treppe. »Dein Vater hat mich reingelassen. Ich wollte mit dir reden.«

Sie blickte rasch über ihre Schulter, um sich zu vergewissern, dass Brian nicht im Flur stand und lauschte, dann schloss sie die Zimmertür.

»Was macht mein Dad für einen Eindruck auf dich?«, fragte Harper.

»Ganz okay«, sagte Alex achselzuckend. Er hatte einen tiefen Kratzer an der Stirn, vermutlich von dem Schlag, der ihn letzte Nacht niedergestreckt hatte. »Etwas traurig und verwirrt. Er hat mich nach Gemma gefragt, aber ich habe gesagt, ich wüsste nicht, wo sie ist.«

Sie hatte Alex eigentlich anrufen wollen, damit sie ihre Aussagen über Gemmas Verbleib aufeinander abstimmen konnten. Doch die Wahrheit war nun mal, dass sie nicht wussten, wo sie war, und mehr gab es dazu im Grunde nicht zu sagen.

»Also, was zum Teufel ist letzte Nacht eigentlich passiert?«, fragte Alex ganz direkt.

»Ich habe keine Ahnung.« Harper setzte sich kopfschüttelnd auf ihren Schreibtischstuhl. »Ich weiß nicht mal, was das für . für Monster waren.«

»Ich erinnere mich kaum noch daran, wie sie aussahen.« Er überlegte mit gerunzelter Stirn. »Die letzte Nacht ist voll von seltsamen verschwommenen Bildern, die ich nicht kapiere.«

»Das liegt vermutlich daran, dass du dir den Kopf gestoßen hast«, meinte Harper.

Alex dachte nach und erwiderte dann: »Nein, das glaube ich nicht. Ich kann mich an alles genau erinnern, bis wir zu der Schmugglerbucht kamen und dieses Lied anfing.«

Das Lied! Harper hatte es völlig vergessen. Sie versuchte, es sich in Erinnerung zu rufen, aber die Worte fielen ihr nicht mehr ein. Nur die Melodie zog wieder durch ihren Kopf wie ein halb vergessener Traum.

Auch sie konnte sich an einige Momente in der Schmugglerbucht nicht mehr erinnern. Die Ereignisse waren wie in einen Dunstschleier gehüllt, sie konnte sich nur an eine tiefe Sehnsucht entsinnen und daran, von diesem geisterhaften Lied gerufen zu werden. Daniel hatte sie davon abgehalten, sich wie Alex in die Fluten zu stürzen - mehr wusste sie nicht mehr. Ihre Erinnerung setzte erst wieder ein, als sie wieder auf dem Boot war.

»Bist du zu der Insel geschwommen?«, fragte Harper. Im gleichen Moment wusste sie, dass es so gewesen sein musste.

»Ich glaube schon.« Er schüttelte wieder den Kopf. »Ich erinnere mich nicht genau. Da war dieses Lied, dann bin ich durchs Meer geschwommen, und plötzlich war ich auf der Insel. Da waren diese hübschen Mädchen und . und Gemma. Sie hat mich geküsst .« Er schluckte schwer.

»Erinnerst du dich an das Wesen, diesen Vogel?«, fragte Harper.

»War es das?«, erwiderte Alex. »Ein riesiger Vogel?«

»Eher ein Vogelmonster«, versuchte Harper zu erklären. »Und dann hat es sich langsam in Penn verwandelt.«

»Sind diese hübschen Mädchen so was wie Gestaltwandler?«, fragte Alex. »Sie haben sich doch auch in Fische verwandelt, oder? Sind Gemma und die Mädchen nicht zu Fischen geworden und davongeschwommen?«

»Zu Meerjungfrauen«, klärte Harper ihn auf.

»Das ist doch total verrückt«, murmelte Alex, wie zu sich selbst, dann richteten sich seine braunen Augen mit ernstem Blick auf sie. »Die Frage ist blöd, ich weiß, aber ich muss sie trotzdem stellen. Gemma war nicht etwa schon immer eine . eine Meerjungfrau, oder? Ich...

"Ein spannender, aufwühlender zweiter Band voller Sirenenmagie."
 
"Wow, was für eine Fortsetzung! Was für eine Geschichte!"
 
"Ein Must-Read für Amanda-Hocking-Fans."
 
"Für Fans von Band 1 ein absolutes Muss, aber auch für alle, die auf der Suche nach einer düsteren Fantasystory sind."
 
"Mit Wiegenlied konnte Amanda Hocking das Niveau der Watersong-Reihe durchaus steigern. (...) Ein Must-Read für Fans des ersten Bandes."

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