Biokraftstoffe zwischen Sackgasse und Energiewende

Sozial-ökologische und transnationale Perspektiven
 
 
oekom verlag
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 1. Oktober 2014
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  • 272 Seiten
 
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978-3-86581-883-6 (ISBN)
 
Die kontroversen Debatten zum Thema Biokraftstoffe reißen nicht ab. Einst gefeiert als Allheilmittel gegen Klimawandel, Ölabhängigkeit sowie für die Entwicklung ländlicher Regionen, werden potenziell positive Wirkungen der Biokraftstoffe zunehmend infrage gestellt. Dennoch werden Biokraftstoffeweltweit politisch gefördert. Diese widersprüchliche Entwicklung wirft die Frage auf, welche Rolle sie für eine sozial-ökologische Transformation der Energiesysteme (noch) spielen können. Im vorliegenden Buch werden die Folgen und Entwicklungen der Biokraftstoffförderung und -nutzung in und zwischen verschiedenen Weltregionen (Europa, Asien, Afrika, Südamerika), ihre politische Regulierung und diskursive Legitimierung analysiert. Die Beiträge im Buch belegen, dass Biokraftstoffe nie der alleinige Auslöser von Verdrängung, Entwaldung oder Hunger sind. Unter den gegebenen Umständen der transnationalen Verflechtung und mangelnden Regulierung tragen sie jedoch oftmals stärker zu Problemen bei, als dass sie diese entschärfen.
  • Deutsch
  • Berlin
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  • Deutschland
  • 1,62 MB
978-3-86581-883-6 (9783865818836)
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Prof. Dr. Bernd Hirschl ist Leiter des Forschungsfelds "Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz" am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin sowie Professor für "Management regionaler Energieversorgungsstrukturen an der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU).

Dr. Kristina Dietz, Politikwissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerika Institut der FU Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die internationale Klima- und Energiepolitik, Konflikte um Naturressourcen, Raumtheorie, Demokratie, Entwicklung und Gesellschaftliche Naturverhältnisse.

Michael Brüntrup ist Agraringenieur und hat seine Doktorarbeit über in Agrarökonomie geschrieben. Seit 2003 ist er am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), wo er sich allgemein mit Fragen der Agrarpolitik und Ernährungssicherheit in Subsahara-Afrika beschäftigt

Maria Backhouse ist Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerika-Institut der FU Berlin. Ihre Forschungsinteressen sind Politische Ökologie, Ressourcenkonflikte und grüne Landnahmen.

Raoul Herrmann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Nachhaltige Wirtschafts- und Sozialentwicklung des Deutschen Instituts für Entwicklungszusammenarbeit (DIE) und zudem externer Doktorand am Institut für Umweltökonomik und Welthandel der Leibniz Universität Hannover.

Elisa Dunkelberg ist promovierte Ingenieurin für Technischen Umweltschutz. Sie forscht am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung zu den Themen Bioenergie, Energieeffizienz und Umweltbewertung.

Thomas Vogelpohl, Politologe, arbeitet am Institut für ökologische Wirtschaftsfor-schung (IÖW). Sein Schwerpunkt ist die Umwelt-, und Klimapolitikanalyse mit einem Fokus auf erneuerbare Energien.
1 - Biokraftstoffe zwischen Sackgasse und Energiewende [Seite 1]
1.1 - Inhalt [Seite 7]
1.2 - Einleitung [Seite 9]
1.3 - I Politik, Akteure und Diskurse [Seite 15]
1.3.1 - Thomas Vogelpohl "Das ist Wettbewerb. Und das ist normaler Strukturwandel." Die Neoliberalisierung der deutschen Biokraftstoffpolitik [Seite 17]
1.3.1.1 - 1 Einleitung [Seite 17]
1.3.1.2 - 2 Analytisch-konzeptioneller Rahmen und methodisches Vorgehen [Seite 18]
1.3.1.2.1 - 2.1 Neoliberalismus und die Neoliberalisierung der Umwelt [Seite 18]
1.3.1.2.2 - 2.2 Eine diskursanalytische Perspektive auf Neoliberalisierungsprozesse [Seite 19]
1.3.1.3 - 3 Entwicklung der deutschen Biokraftstoffpolitik [Seite 21]
1.3.1.3.1 - 3.1 Von den Anfängen bis zur Steuerbefreiung im Jahr 2002 [Seite 21]
1.3.1.3.2 - 3.2 Der Politikwechsel von 2006 und seine Folgen [Seite 24]
1.3.1.4 - 4 Die Entwicklung des "Win-win"-Narrativs und ihre politischen Folgen [Seite 28]
1.3.1.4.1 - 4.1 Etablierung des "Win-win"-Narrativs [Seite 29]
1.3.1.4.2 - 4.2 Neoliberalisierung des "Win-win"-Narrativs [Seite 30]
1.3.1.5 - 5 Zusammenfassung und Fazit [Seite 35]
1.3.1.6 - 6 Literatur [Seite 37]
1.3.2 - Fabian Huebner Die EU-Agrarkraftstoffpolitik als Hegemonieprojekt - Akteure und Akteurinnen und ihre Strategien am Beispiel der ILUC-Kontroverse [Seite 43]
1.3.2.1 - 1 Einleitung [Seite 43]
1.3.2.2 - 2 Neogramscianische Theorie und das Konzept der Hegemonie [Seite 45]
1.3.2.3 - 3 Agrarkraftstoffe in der EU: Ein Streit um Hegemonie [Seite 47]
1.3.2.3.1 - 3.1 Historische Entwicklung der Agrarkraftstoffpolitik in Europa [Seite 47]
1.3.2.3.2 - 3.2 Akteure und Akteurinnen und ihre Argumente und Strategien am Beispiel der ILUC-Kontroverse [Seite 51]
1.3.2.4 - 4 Zusammenfassung und Fazit [Seite 57]
1.3.2.5 - 5 Literatur [Seite 59]
1.3.3 - Aaron Leopold Agrarkraftstoffe in den USA - Diskurse, Macht, Politik [Seite 65]
1.3.3.1 - 1 Einleitung [Seite 65]
1.3.3.2 - 2 Struktur, Akteurshandeln und Agrarkraftstoffe: ein neogramscianischer Analyserahmen [Seite 66]
1.3.3.3 - 3 ADM und der Aufstieg der Agrarkraftstoffe in den USA [Seite 68]
1.3.3.4 - 4 Agrarkraftstoffe zu Beginn des 21. Jahrhunderts: der Tank-versus-Teller-Konflikt [Seite 72]
1.3.3.5 - 5 Agrarkraftstoffe und die Finanzialisierung der Landwirtschaft [Seite 76]
1.3.3.6 - 6 Fazit [Seite 79]
1.3.3.7 - 7 Literatur [Seite 80]
1.3.4 - Kristina Dietz Handelsbeziehungen, globale Produktionsnetzwerke und Finanzmärkte: die transnationalen Dynamiken der Agrarkraftstoffe [Seite 85]
1.3.4.1 - 1 Einleitung [Seite 85]
1.3.4.2 - 2 Raumtheoretische Perspektiven auf Agrarkraftstoffe [Seite 87]
1.3.4.3 - 3 Die globale Geografie der Agrarkraftstoffe: raum-zeitliche Verteilung von Produktion, Konsum und Handel [Seite 89]
1.3.4.4 - 4 Agrarkraftstoffhandel [Seite 93]
1.3.4.5 - 5 Globale Produktionsnetzwerke [Seite 97]
1.3.4.6 - 6 Schlussfolgerungen [Seite 101]
1.3.4.7 - 7 Literatur [Seite 103]
1.4 - II Sozial-ökologische Wirkungen und Konflikte [Seite 111]
1.4.1 - Maria Backhouse Biodiesel aus Amazonien - Verdrängung statt Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft [Seite 113]
1.4.1.1 - 1 Einleitung [Seite 113]
1.4.1.2 - 2 Palmöl in Pará/Amazonien [Seite 115]
1.4.1.3 - 3 Die Neuordnung der Kontrolle über Landzugang und -nutzung [Seite 117]
1.4.1.3.1 - 3.1 Verdrängungen durch Landspekulation [Seite 118]
1.4.1.3.2 - 3.2 Verdrängungen durch die vertragslandwirtschaftliche Inklusion [Seite 119]
1.4.1.4 - 4 Trotz sozial-ökologischer Konfliktkonstellationen kein Widerspruch - Legitimationsstrategien für eine "grüne" Landnahme [Seite 122]
1.4.1.4.1 - 4.1 Gesellschaftliche Marginalisierung [Seite 123]
1.4.1.4.2 - 4.2 Das Narrativ der degradierten Flächen [Seite 124]
1.4.1.5 - 5 Agrarkraftstoffe für wen? Grüne Landnahmen in Pará [Seite 127]
1.4.1.6 - 6 Literatur [Seite 129]
1.4.2 - Raoul Herrmann Ländliche Armutsreduzierung durch großflächige Biokraftstoffinvestitionen? Eine Synthese von Fallstudien zu Zuckerrohr-basierten Investitionen in Malawi und Tansania [Seite 135]
1.4.2.1 - 1 Einleitung [Seite 135]
1.4.2.2 - 2 Mögliche Entwicklungswirkungen Zuckerrohr-basierter Agroindustrien [Seite 138]
1.4.2.3 - 3 Die Bedeutung von Ethanol und Zuckerrohr-basierten Industrien in Malawi und Tansania [Seite 140]
1.4.2.4 - 4 Diskussion der Ergebnisse der Länderfallstudien [Seite 143]
1.4.2.4.1 - 4.1 Direkte Wohlfahrts- und Verteilungseffekte [Seite 145]
1.4.2.4.2 - 4.2 Landkonflikte [Seite 147]
1.4.2.4.3 - 4.3 Konflikte innerhalb der Zulieferketten [Seite 147]
1.4.2.5 - 5 Schlussfolgerungen [Seite 148]
1.4.2.6 - 6 Literatur [Seite 150]
1.4.3 - Oliver Pye Wie nachhaltig ist der Roundtable on Sustainable Palmoil (RSPO)? [Seite 155]
1.4.3.1 - 1 Einleitung [Seite 155]
1.4.3.2 - 2 Die Erfolgsgeschichte des RSPO [Seite 157]
1.4.3.3 - 3 RSPO im Praxistest [Seite 163]
1.4.3.4 - 4 Macht und "Scale" [Seite 171]
1.4.3.5 - 5 Schlussfolgerungen [Seite 175]
1.4.3.6 - 6 Literatur [Seite 177]
1.5 - III Indirekte Landnutzungsänderungen [Seite 185]
1.5.1 - Thomas Vogelpohl, Elisa Dunkelberg, Matthieu Mondou ILUC, das "Science-Policy Interface" und die Biokraftstoffpolitik der Europäischen Union [Seite 187]
1.5.1.1 - 1 Einleitung [Seite 187]
1.5.1.2 - 2 Was ist ILUC? [Seite 190]
1.5.1.3 - 3 Analytischer Rahmen [Seite 192]
1.5.1.4 - 4 Das ILUC-'Science-Policy Interface' [Seite 195]
1.5.1.4.1 - 4.1 Verengte Problemrahmung [Seite 195]
1.5.1.4.2 - 4.2 Institutionalisierte Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik und das "boundary object" [Seite 197]
1.5.1.5 - 5 ILUC und die Depolitisierung der Biokraftstoffpolitik [Seite 200]
1.5.1.6 - 6 Zusammenfassung und Fazit [Seite 203]
1.5.1.7 - 7 Literatur [Seite 204]
1.5.2 - Elisa Dunkelberg ILUC - Ein fallstudienbasierter Ansatz zur ILUC-Quantifizierung und Identifikation von Vermeidungsmaßnahmen [Seite 209]
1.5.2.1 - 1 Fallstudien-Ansatz zur Quantifizierung von ILUC [Seite 211]
1.5.2.2 - 2 Fallstudienergebnisse [Seite 215]
1.5.2.2.1 - 2.1 Zuckerrohr-Ethanolproduktion in Malawi [Seite 215]
1.5.2.2.2 - 2.2 Zuckerrohr-Ethanolproduktion in Brasilien [Seite 220]
1.5.2.2.3 - 2.3 Getreide-Ethanolproduktion in Deutschland [Seite 222]
1.5.2.2.4 - 2.4 Zusammenführung der Ergebnisse [Seite 225]
1.5.2.3 - 3 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen [Seite 226]
1.5.2.4 - 4 Literatur [Seite 228]
1.5.3 - Horst Fehrenbach ILUC und Nachhaltigkeitszertifizierung - (Un-)Vereinbarkeit, bleibende Lücken, Chancen [Seite 231]
1.5.3.1 - 1 Auslöser - plötzlich war ILUC in der Tagespresse [Seite 231]
1.5.3.2 - 2 Das Problem mit der Verantwortlichkeit [Seite 232]
1.5.3.3 - 3 Zertifizierung als Regulierungsoption? [Seite 235]
1.5.3.3.1 - 3.1 Typ 1: ILUC-Faktor [Seite 236]
1.5.3.3.2 - 3.2 Typ 2: ILUC-Risikobewertung [Seite 237]
1.5.3.4 - 4 Beispiel Holz - die etwas andere Problemlage [Seite 239]
1.5.3.5 - 5 Zusammenfassung und Ausblick - worum wird es künftig gehen? [Seite 241]
1.5.3.6 - 6 Literatur [Seite 242]
1.6 - IV Fazit und Ausblick: Biokraftstoffe und Energiewende [Seite 247]
1.6.1 - Bernd Hirschl Fazit und Ausblick [Seite 249]
1.6.2 - Biokraftstoffe - ein immer noch wachsendes Konfliktfeld [Seite 249]
1.6.3 - Dominanz großer, transnationaler Agrar- und Mineralölkonzerne - begünstigt durch neoliberale Diskursmacht und Instrumentierung [Seite 251]
1.6.4 - Nationalstaatliche Ebene weiter in der Verantwortung - auch für sozial-ökologische Probleme [Seite 254]
1.6.5 - Ambivalente Befunde sozial-ökologischer Wirkungen - übergreifende Problematik des "land grabbing" [Seite 255]
1.6.6 - Die Schwierigkeit der Regulierung ökologischer Wirkungen - Problematik der Teilmärkte und ILUC [Seite 256]
1.6.7 - Einordnung der Ergebnisse und (gesellschafts)politische Implikationen [Seite 258]
1.6.8 - Literatur [Seite 263]
1.7 - Anhang [Seite 265]
1.7.1 - Zu den Herausgebern und Herausgeberinnen und Autoren und Autorinnen [Seite 267]
1.7.2 - Zu den weiteren Autoren [Seite 269]

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