Crystal Hearts

 
 
Forever (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 290 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95818-244-8 (ISBN)
 

Sie glaubt sich am Ziel ihrer Träume - da entdeckt Max, dass mit ihr gespielt wird

Max wurde im Leben noch nie etwas geschenkt, sie hat sich alles hart erkämpft. Als ihr dann angeboten wird, die Geschäftsführung der eleganten Crystal Bar zu übernehmen, sieht sie die Chance ihrer Karriere gekommen. Doch da tun sich Abgründe auf, die sie nie erahnt hätte …

Ben dachte, er könnte sein altes Leben hinter sich lassen. Sein neuer Job als Türsteher soll alles ändern. Aber während er seiner neuen Chefin Max immer näher kommt, holt seine Vergangenheit ihn wieder ein. Kann Max ihm noch vertrauen oder ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt?

  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,88 MB
978-3-95818-244-8 (9783958182448)
3958182445 (3958182445)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Lucy Hillermann ist das Pseudonym einer Autorin, die schon als Kind gerne abenteuerliche Geschichten erfand und damit ihre Freunde amüsierte. Sie findet, dass eine Geschichte auf geheimnisvolle Art zum Leben erwacht, sobald der erste Leser sich darüber freut. Diese Momente will sie nicht mehr missen. Lucy lebt und schreibt in einem Wohnhaus aus der Biedermeierzeit, wo sie sich mit der lebensnotwendigen Dosis von Kitsch und Rosenmustern umgibt. Ihre liebste Jahreszeit ist der Herbst.

II.


MAX


»Wohin?«, fragte der Taxifahrer.

Max hatte zwei Taschen mit Flyern, Adresskärtchen und Last-Minute-Deko auf den Rücksitz des Taxis geschoben und sich dann selbst in den Wagen geschwungen. Der Saum ihres schwarzen, knielangen Kleides knarzte bedenklich - sie hatte fast vergessen, wie unpraktisch ein enges Kleid war. Gut, dass ich die High Heels zu dem kleinen Schwarzen noch nicht angezogen habe.

»Zur Crystal Bar«, sagte sie und lehnte sich zurück. Ein wenig Aufregung machte sich in ihr breit.

»Die Bar im Stadtpalais?« Der Fahrer suchte im Rückspiegel ihren Blick. »Sorry, Lady, die gibt's nicht mehr.«

»Seit heute Abend schon. Wir eröffnen neu.«

»Was Sie nicht sagen.« Der Mann gab Gas und fuhr los. »Dann wünsche ich viel Glück. Arbeiten Sie dort?«

Max nickte und lächelte ein wenig gezwungen. Sie hatte keine Lust, das Gespräch fortzusetzen; sie war einfach nur geschafft. Die letzten vier Wochen waren anstrengender gewesen, als sie erwartet hatte. Als sie sich entschieden hatte, Hofers Angebot anzunehmen, war sie erst einmal ein paar Tage wie in Trance gewesen - zu glücklich und aufgeregt, um sich auf irgendetwas richtig konzentrieren zu können. Aber dann war die Frage immer dringlicher geworden, was denn aus dem Come In werden sollte. Weder Lisa noch Dani wollten die Geschäftsführung übernehmen, weil beide Mädels nebenher studierten und nicht Vollzeit arbeiten konnten. Schließlich hatte Hofer einen Nachfolger für Max gefunden, und es brach ihr das Herz, einem Neuen, einem Fremden die Abläufe im Club zu erklären. Es hatte sich ein bisschen wie Verrat angefühlt, als ob sie ihr Baby im Stich lassen würde. Und nicht nur der Club würde ihr fehlen, sondern vor allem die Kolleginnen. Max war bewusst geworden, wie sehr Lisa und Dani ihr ans Herz gewachsen waren. So viele Stunden, die sie miteinander gearbeitet hatten - das schweißte zusammen, ob man wollte oder nicht.

Max blickte aus dem Fenster und ließ die Straßen an sich vorbeiziehen.

Ja, es waren ungewöhnliche vier Wochen gewesen.

Vier Wochen mit einem unsichtbaren Mitbewohner.

Ben wohnte noch immer in Max' Abstellkammer, entgegen seinen Beteuerungen, dass er nach spätestens zwei Wochen wieder ausziehen würde. Es machte ihr auch gar nichts aus - abgesehen davon, dass die Sache sich ein wenig merkwürdig entwickelt hatte.

Nicht, dass Ben irgendwie unangenehm auffiel, ganz im Gegenteil.

Wenn Max seine Anwesenheit in ihrer Wohnung überhaupt wahrgenommen hatte, war es durchaus positiv gewesen: Einmal war sie aufgewacht und hatte in einem Säckchen an der Wohnzimmertür frisches Gebäck vorgefunden. Ein paar Mal hatte Ben unaufgefordert die Küche geputzt, obwohl er sie eigentlich nicht nutzte. Einmal hatte er verschiedene Varianten von Zimtschnecken vorbeigebracht, weil Max nebenher erwähnt hatte, dass sie Zimtschnecken gerne aß. Und einmal hatte Ben merkwürdigerweise eine neue Packung ihres Duschgels besorgt, die jetzt neben seinem eigenen im Badezimmer stand. Nur wirklich zusammengetroffen war sie mit ihrem Mitbewohner höchst selten; sie kommunizierten die meiste Zeit mit Zetteln an der Tür. (Stört es dich, wenn ich nachts die Tür offen lasse? Es wird so stickig im Zimmer. - Danke für den Eintopf, war lecker! - Brauchst du frisches Bettzeug? Ich wasche morgen.)

Zuerst hatte Max vermutet, dass Ben so schnell wie möglich aus der schäbigen Rumpelkammer wegwollte und versuchte, peinliche Diskussionen mit ihr zu vermeiden. Aber nach der ersten Woche hatte Ben ihr strahlend ein Bündel Geldscheine in die Hand gedrückt, mit der Erklärung, er habe in verschiedenen Clubs gejobbt und könne nun Miete zahlen - Widerspruch zwecklos. Ob er noch bis zum Ablauf der nächsten Woche bleiben dürfe? Max hatte eine Nacht darüber geschlafen und ihm dann den Ersatzschlüssel für die Wohnung gegeben. Warum auch nicht, Ben verhielt sich immer anständig. (Und ihr Schlafzimmer blieb weiterhin nachts versperrt.)

Am Ende der zweiten Woche hatte sich Max gefragt, ob Ben nun ausziehen würde, aber er war wieder mit einem Packen Geldscheine aufgetaucht und hatte erklärt, dass es noch eine Weile dauern würde, bis er etwas fand. Und nach der dritten Woche dasselbe Spiel.

Aber so merkwürdig es klang, Max fühlte sich wohl dabei, Ben in der Wohnung zu haben.

Er war nicht der Mitbewohner ihrer Träume (er hatte jedenfalls noch nie ihre Topfpflanzen gegossen), aber es gab ihr ein gutes Gefühl, dass jemand da war - selbst wenn dieser Jemand die meiste Zeit für sie unsichtbar blieb. Wenn sie dann hin und wieder ein Post-it von Ben auf dem Küchentisch fand, freute sie sich immer darüber.

»Ich fahre über die Donaubrücke«, sagte der Taxifahrer. »Sie sehen ja, dass es sich hier staut.«

Max blinzelte. Richtig, der Verkehr stockte seit geraumer Zeit. »In Ordnung«, sagte sie, »ich bin früh genug dran.«

Es war noch hell, sie würde mehrere Stunden vor der tatsächlichen Eröffnung im Lokal sein, um für alle Eventualitäten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen. Die Jazzband, die Kellner, die Küchenbrigade, die Techniker, die Garderobe - alles war unter Dach und Fach, aber Max wusste, dass an einem wichtigen Abend immer etwas Unvorhergesehenes passieren konnte. Das lag in der Natur der Sache. Und wäre das Leben nicht langweilig ohne kleinere Krisen?

Sie stellte sich vor, wie die Bar heute Abend mit den zusätzlichen Stehtischen aussehen würde, und versuchte sich zu vergegenwärtigen, ob sie etwas vergessen oder übersehen hatte. Hofer hatte die Crystal Bar im Inneren völlig entkernen lassen und statt der futuristischen Designerausstattung aus den Achtzigern auf ein elegantes Interieur im Stil einer klassischen American Bar gesetzt: dunkles Holz, große antike Ledersessel aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren und Deko-Gegenstände wie ein altes Grammophon, an dem Ernest Hemingway seine Freude gehabt hätte. Für die Eröffnung waren die Tische etwas anders platziert worden als sonst, um für die Jazzband Platz zu schaffen - eine zusätzliche Erschwernis für das junge Kellnerteam. Zusätzlich waren im Vorraum Stehtische aufgebaut worden, die von fliegenden Kellnern mit Snacks und Getränken versorgt wurden. Zweihundert geladene Gäste - Max atmete tief durch. Es wird schon alles gut gehen.

»Soll ich vor dem Lokal parken oder beim Hintereingang?«

Die Stimme des Taxifahrers riss Max aus ihren Gedanken. »Vorne bitte«, sagte sie. »Sie kennen sich aber gut aus.«

Er lachte grummelnd. »Wissen Sie, Lady, die Crystal war vor Jahren eine Institution. Aber da waren Sie wohl noch gar nicht geboren.«

BEN


Ben checkte sein Handy: Halb sieben.

Er stand vor dem Spiegel in der Herrentoilette der Crystal Bar und zog zum dritten Mal sein Sakko aus, um den Sitz seines weißen Hemdes zu kontrollieren. Es sah noch immer so gut aus wie vor einer Viertelstunde, keine Falten, keine lockeren Knöpfe. Er drehte sich vor dem Spiegel um und überprüfte den Sitz seiner Hose, den Hosenbund, die senkrechten Bügelfalten. Alles in Ordnung, bis hinunter zu den Socken und Schuhen. Aber solange er das Sakko nicht anhatte, konnte er noch einmal die Haare kämmen. Noch ein klein wenig Haargel, um die Frisur zu fixieren. Er verteilte etwas Gel auf seinem Kamm, so wie der türkische Friseur es gemacht hatte, und kämmte die Haare hinter die Ohren zurück. Ben gefiel sich ganz gut in diesem Look - sein dunkles Haar legte sich von selbst in schwungvolle Wellen und er sah - na ja - er sah attraktiv aus mit dieser Frisur. Vielleicht nicht hundertprozentig wie er selbst, aber das war ja nicht so schlimm. Schließlich gibt es an mir eine Menge zu verbessern.

Aber für solche Gedanken hatte er heute keine Zeit, er wollte am ersten Tag in der Crystal Bar einen guten Job machen und dabei perfekt aussehen.

Perfekt aussehen?

Er zog die Augenbrauen hoch und beobachtete im Spiegel, wie er dabei wirkte.

Hatte er sich jemals so viele Gedanken über sein Aussehen gemacht? Ben konnte sich tatsächlich nicht daran erinnern, dass er schon einmal vor dem Spiegel gestanden und darüber nachgedacht hätte, ob er attraktiv aussah.

Er zog das Sakko an und betrachtete sich noch einmal prüfend. Keine Flusen, keine Schüppchen auf den Schultern. Der Krawattenknoten saß auch noch immer gut.

Ben atmete tief durch. Eine Feier für reiche, ältere Leute - was sollte da schon groß passieren?

MAX


»Max? Hast du einen Moment für mich Zeit?«

Max wandte sich um und strahlte ihren Chef an. Sie hatte gerade den letzten Rundgang durch die Bar gemacht - es war alles tipptopp für den Empfang der Gäste vorbereitet. Im Eingangsbereich hatte die Band mit ihrem Soundcheck begonnen, und Fetzen von Jazzstandards waberten durchs Lokal und sorgten für einen ersten Eindruck von Glamour. »Wenn du irgendwo ein Fleckchen Staub oder einen fehlenden Stuhl bemerkt hast, bekommst du von mir eine Kiste Bier!«, sagte sie. »Aber ich fürchte, Carlo, heute Abend nähern wir uns der Perfektion.«

Hofer lachte. »Das glaube ich dir, bella. Sei mir nicht böse, wenn ich in letzter Sekunde mit einem Anliegen komme.« Er schob einen jungen Mann nach vorn, der etwas schüchtern hinter ihm gewartet hatte. »Das ist Mario, der Sohn eines Bekannten. Er hat seine Kochlehre abgebrochen und sucht dringend einen Job als...

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