Die Macht des Menschen

Evolution und Manipulation
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 4. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Juli 2019
  • |
  • 140 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7494-2609-6 (ISBN)
 
Wenn man sich heute mit Manipulation beschäftigt, kommt man schnell zu dem Schluss, dass man nut evolutionäre Prozesse und Verhaltensweisen manipulieren kann. Gäbe es eine klare und eindeutige Zuordnung von Ursache und Wirkung, wären Änderungen jedweder Art ausgeschlossen und das System wäre perfekt.
Perfektion und Evolution schließen sich aber gegenseitig aus. Die Frage, ob ein Prozess evolutionär oder fundamental ist, lässt sich somit dadurch beantworten, ob der Prozess manipulierbar ist oder nicht. Wir kennen eine kulturelle und biologische Evolution und wissen auch, dass Verhalten und Genetik manipulierbar sind.
Wenn man wissen möchte, ob physikalische Gesetze fundamental oder evolutionär sind, muss man folglich nur herausfinden, ob und wie physikalische Prozesse manipulierbar sind. Das Ergebnis mag überraschend sein, eröffnet aber einen ganz neuen Blick auf unseren Kosmos und die Kosmologie.
4. Auflage
  • Deutsch
  • 0,82 MB
978-3-7494-2609-6 (9783749426096)
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Günter Hiller, Dipl.-Phys.
Several years of experience in Geophysics, Measurement and control and Animal husbandry lead to the development of a general principle of evolution that was published in several books and essays.

2. Das Prinzip der Evolution


Abb. 1 Allgemeines Evolutionsprinzip

Evolution basiert auf einer endlichen Lebensdauer seiner Entitäten oder Strukturen. Diese endliche Lebensdauer erfordert für den Erhalt des Systems eine Reproduktion der Strukturen, da ansonsten dieses System aussterben würde. Diese Lebensdauer setzt bereits eine Form von Zeit oder Dauer voraus, in dem Fall sogar eine ganz spezifische Zeit, die nur für diese Struktur zutrifft.

Diese Reproduktion, die Erschaffung von Kopien, muss sehr genau sein, sonst könnte man nicht von Kopien sprechen, sie darf aber auch nicht exakt 100% sein, denn dann wäre sie perfekt. Daraus ergibt sich die enorm wichtige Aussage:

Evolution und Perfektion schließen einander aus!

Wären alle Kopien zu 100% perfekt, gäbe es keine qualitative Entwicklung, sondern nur eine rein quantitative Entwicklung, abhängig vom Wert der Reproduktionsrate R.

Unser Universum verändert sich, qualitativ. Sonnen, Fixsterne entstehen und vergehen, mit ihrer Energieabstrahlung verändert sich ihre Masse und damit auch die Umlaufbahnen möglicher Planeten. Alles verändert sich und alles hängt mit allem zusammen, es gibt keine Perfektion, kein absolut Richtig und kein absolut Falsch.

Man bekommt ein gutes Verständnis der Zusammenhänge, wenn man die Welt, unser Universum komplementär betrachtet, aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, die sich nicht durch den jeweils anderen erklären lassen. Niels Bohr hat das Komplementaritätsprinzip 1927 ursprünglich für den Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts formuliert, aber seine Gültigkeit scheint nicht darauf begrenzt zu sein!

Das allgemeine Evolutionsprinzip lässt sich nur unter Einbeziehung der Komplementarität verstehen, beispielsweise zwischen Kooperation (miteinander) und Wettbewerb (gegeneinander). Kooperation versucht alles (Chaos) und der Wettbewerb belohnt Vorteile (Ordnung). Kooperation hat keinen Plan und kann daher auch nicht irren (kein Irrtum), versucht aber alles Mögliche. Kurz gefasst kann man Evolution mit Versuch und Vorteil beschreiben.

Die einfachsten Elemente der Evolution müssen eine endliche Lebensdauer haben und werden von mir als Ereignisse (in der Zeit) bezeichnet. Wenn mehrere Ereignisse gleichzeitig auftreten, aber unterscheidbar sein sollen, müssen sie mit einem weiteren Parameter versehen werden, der historisch als Raum bezeichnet wird. Raum lässt sich als ein Parameter in der Gleichzeitigkeit interpretieren. Bezeichnet man das kleinste Element des Raums als Punkt (wertfrei) und ein Ereignis an einem Punkt als Quant, dann repräsentieren Quanten die Grundelemente der Evolution.

Durch Kooperationen bilden Ereignisse (Quanten in der Zeit) Prozesse und Punkte (Quanten im Raum) Strukturen. Prozesse und Strukturen haben eine endliche Lebensdauer. Je komplexer diese Prozesse und Strukturen werden, desto länger dauert deren Erstellung. Damit Prozesse und Strukturen erhalten bleiben, müssen sie sich mindestens einmal während ihrer Lebensdauer reproduzieren. Folglich muss die Lebensdauer von Prozessen und Strukturen mit ihrer Komplexität zunehmen.

Da Mutationen (Kopierfehler) nur bei der Reproduktion erzeugt werden, ist die Reproduktionsrate ein gutes Maß für die Evolutionsgeschwindigkeit. Das ist insofern bemerkenswert, da das theoretisch Evolutionsgeschwindigkeiten von fast Null (0) bis fast Unendlich (8) zulässt. Beide Grenzwerte (0,8) sind irrelevant, da sie keine wirksame Evolution repräsentieren. Welche Evolutionsgeschwindigkeiten wir tatsächlich wahrnehmen und beobachten können, hängt von unseren Beobachtungs- und Messmethoden ab. Insbesondere werden extrem langsame Evolutionsgeschwindigkeiten von uns Menschen als konstant erachtet, was auch in erster Näherung für uns Menschen auf der Erde durchaus zulässig ist, wenn wir uns bewusst sind, dass es sich tatsächlich nur um eine Näherung handelt.

Vergleichsweise langsame Evolutionsformen werden erst als solche bemerkbar, wenn man entsprechend lange Zeiträume überblicken kann. Das erklärt z.B. die späte Entdeckung (19. Jahrhundert) der biologischen Evolution und die Vorstellung, dass es sich bei unserem Universum um ein abgeschlossenes System handeln könnte (mit einem endlichen und konstanten Energieinhalt).

Warum Strukturen komplexer werden, habe ich hinreichend in meinem Buch Die recycelte Zeit ausgeführt. Evolution basiert auf einem Vorteilsprinzip und Vorteile lassen sich nur im Wettbewerb ermitteln. Ein Vorteil per se ist ein leerer Begriff und macht erst Sinn, wenn man ein 'wofür?' und ein 'gegenüber wem oder was?' einbezieht.

In der Evolution dreht sich alles um Reproduktion und für diese gibt es unterschiedliche Möglichkeiten oder Prozesse, die miteinander im Wettbewerb stehen. Dabei geht es nicht un ein Alles-oder-Nichts-Prinzip, sondern um Vorteile, die sich in einer statistischen Wahrscheinlichkeit ausdrücken lassen. Diese Wahrscheinlichkeiten werden umso aussagekräftiger, je mehr Prozesse für mehr Reproduktionsformen bereitstehen. Das kann aber nur erreicht werden, wenn nichts ausgeschlossen wird! Evolution kennt kein entweder-oder, sondern ein nach Vorteilen gewichtetes sowohl-als-auch.

Ein wichtiger Vorteil ist allein die Vermeidung unvorteilhafter Prozesse oder Strukturen und dafür ist Gedächtnis, Informationsspeicher, notwendig. Wenn ein größerer Informationsspeicher Vorteile bietet und mit mehr Komplexität erreicht werden kann, dann ist die Richtung vom Einfachen zum Komplexen vorgegeben. Da aber auch Ordnung den Informationsspeicher vergrößert (Ordnung macht Quanten unterscheidbar), unterstützt der Wettbewerb den Aufbau von geordneten Strukturen. Damit lässt sich Evolution als Entwicklung vom Einfachen zu komplexen geordneten Strukturen verstehen.

Die Erzeugung von Ordnung in der Evolution ist als Idee so brisant, dass sie die gesamte klassische Physik, Astrophysik und Kosmologie auf den Kopf stellt und unausweichlich Physik und Biologie zusammenführt zu einer Evolutionswissenschaft, die fakultätsübergreifend Kultur, Biologie, Physik und Kosmologie behandeln kann.

Auch hier kommt die Komplementarität der Blickrichtungen zu Tage. Bei einem vereinfachenden Allgemeinblick erscheinen die verschiedenen Evolutionsformen gleich oder ähnlich, bei einem differenzierenden Detailblick dagegen sehr unterschiedlich und diese Unterschiede wachsen, je spezialisierter und differenzierter sich die einzelnen Wissenschaftssparten entwickeln.

Wenn wir zukünftig nur noch Spezialisten ohne hinreichende Allgemeinbildung heranziehen, wird ein Überblick möglicherweise bald verloren gehen. Die Maxime, die auf dem Grabstein von T.H. Huxley eingraviert ist, sollte auch für alle zukünftigen Generationen Besatand haben:

Try to learn something about everything
and everything about something.

Nur diese Maxime verhindert einen Tunnelblick, denn es ist schier unmöglich Alles von Allem zu lernen. Neben einer guten Allgemeinbildung (Halbwissen) ist es absolut notwendig, auf einem speziellen Teilgebiet so weit vorzudringen, bis das eigene Verständnis versagt. Wenn man dann noch versteht, dass dasselbe auch auf jedem anderen Teilgebiet passieren wird, kommt man einen Schritt weiter.

Wenn man es schafft, auf verschiedenen Teilgebieten in die Tiefe zu gehen, stößt man plötzlich auf faszinierende Ähnlichkeiten und es wird plötzlich spannender Gemeinsamkeiten zu suchen als Unterschiede. Die Unterschiede sind meist offensichtlich, die Gemeinsamkeiten muss man dagegen oft mit der Lupe suchen.

Evolutionsformen

Evolution und Perfektion schließen einander aus!

Inzwischen erkennen wir, dass sich alles um uns herum verändert, teilweise so langsam, dass wir es kaum bemerken können. Die Erdrotation verlangsamt sich, höchstens um Sekunden in 10.000 Jahren. Die Sonnenmasse verringert sich durch Energieabstrahlung kaum merklich, verändert aber die Zyklen in unserem Planetensystem. Es gibt Evolutionsgeschwindigkeiten, die so langsam sind, dass sie mit unseren angeborenen Zeitvorstellungen, ein Leben dauert vielleicht 80 Jahre, nicht fassbar sind.

Lebensdauer kann völlig unterschiedliche Werte haben, um etliche Zehnerpotenzen variieren, vom Neutron mit einigen Sekunden bis zu unserem Sonnensystem mit mehreren Milliarden Jahren und das ist nur ein kleiner Ausschnitt der gesamten Palette. Daher ist die Annahme, dass alle Strukturen im Universum, außer vielleicht dem Universum selbst, eine endliche Lebensdauer haben zwar nicht zu beweisen, stellt aber einen vernünftigen Ansatz dar. Dann sollten auch alle bekannten Strukturen letztlich einem Evolutionsprinzip genügen.

Eine einfache Unterteilung der Evolution in unterschiedliche Evolutionsformen kann nach ihren Evolutionsgeschwindigkeiten erfolgen. Diese Einteilung ist willkürlich und nicht der Weisheit letzter Schluss (den es in einer Evolution gar nicht geben kann, da er perfekt ist), bietet aber die Möglichkeit, gravierende Unterschiede mit Faktoren im Millionenbereich zu erkennen und zu benennen.

Wissenschaft ist...

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