Magic Love

Liebes-Chaos auf Sizilien
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Juli 2018
  • |
  • 220 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7528-5365-0 (ISBN)
 
Schon seit ein paar Jahren lebt Anna glücklich auf Sizilien. Gern trifft sie sich mit ihren Freunden, denen sie oft mit ihrem besonderen, ihrem magischen Talent bei den kleinen oder größeren Problemen hilft. Als sie aber selbst hineingezogen wird in das große Wirrwarr aus Freundschaft, Flirts und Eifersucht, ist das Liebes-Chaos schnell perfekt. Wie finden Anna und ihre Freunde da wieder heraus?
»Liebes-Chaos auf Sizilien« ist der erste Roman aus der Taschenbuchserie »Magic Love« von Wiebke Hilgers-Weber.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,23 MB
978-3-7528-5365-0 (9783752853650)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die Journalistin, Buchautorin und Diplom-Sozialpädagogin Wiebke Hilgers-Weber liebt Sizilien und verbringt viel Zeit auf der Insel.

»Hier fühle ich mich zu Hause«, sagt sie und schwärmt von den wunderbaren Menschen, der herrlichen Natur und dem wohltuenden Lebensstil.

Ihr Fazit: »Sizilien ist das Paradies.«

2


Am nächsten Morgen wachte ich in meinem Sessel auf. Bianco winselte, er wollte vor die Tür. Okay, raus mit dir, mein Schatz.

Die Sonne erhob sich gerade über dem Hügel. Mein Gott, ist das schön!, dachte ich überglücklich. Was für ein Paradies. Bianco sah das wohl genauso, denn er machte sich sofort daran, einen Gecko zu ärgern und hinter ihm loszuflitzen. Und obwohl die Geckos schneller waren als mein Bianco, machte ihm der Morgenlauf einen Heidenspaß. Mit wedelndem Schwanz kehrte er zu mir zurück und wir gingen ins Haus.

Es war fünf Uhr morgens, meine Zeit. Jetzt konnte ich alles am besten erledigen, hatte ich festgestellt, machte mir mein Frühstück, ging an meinen PC, schaute nach neuen Bestellungen für meinen selbst hergestellten Schafskäse und mein Öl, das ich aus den eigenen Oliven aus meinem Garten presste und in 500-ml-Flaschen nach Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich exportierte.

Heute nahm ich mir vor, auf den Markt zu gehen und frische Lebensmittel zu besorgen. Zweimal die Woche präsentierten die Bauern in der Stadt Obst und Gemüse, selbstgebasteltes Kunsthandwerk und selbstgenähte Blusen und Hemden, sogar einfache Haushaltswaren wie Messer, Dosenöffner und Kochtöpfe. Viele Händler kannte ich vom Sehen, einige waren sogar »Kunden«, die meinen Schicksalsrat mehr oder weniger regelmäßig suchten und sich von mir ihre Zukunft deuten ließen.

»Anna!«, schrie plötzlich einer aus dem Gewusel aus Verkäufern und Käufern und winkte mir wild gestikulierend zu. Es war Alessandro, einer der Restaurantbesitzer am Strand. Er fuchtelte so heftig mit seinen Armen, dass ich ihn gar nicht übersehen konnte.

»Buongiorno«, rief ich fröhlich. »Come va?«

»Na ja«, antwortete er in seinem sizilianischen Slang ein wenig bedrückt, »wann kommst du zu uns? Es gibt Neuigkeiten!«

Neuigkeiten? Was sollte es schon für Neuigkeiten geben? Ich war verwirrt.

»Kennst du Signor Ronaldo?«

Ich schüttelte den Kopf. Wer war das?

»Ein wichtiger Mann. Ein deutscher Mann«, antwortete Alessandro und lud mich zum Mittagessen in sein Restaurant ein, »vielleicht ist er wieder da, dann lernst du ihn kennen.«

Eigentlich wäre ich lieber shoppen gegangen, sagte trotzdem aber zu, kaufte mir danach schnell noch ein paar Kleinigkeiten und kutschierte meinen Wagen in eins der Nachbarorte zur Strandpromenade, wo es mal wieder an Parkplätzen mangelte. Nun gut, ein paar Schritte zu gehen, war nicht schlecht. Die fliegenden Händler aus Afrika, denen ich auf der Promenade begegnete, bestürmten mich, ihre Schmuckstücke zu kaufen, aber ich lehnte konsequent ab: »No«, sagte ich jedes Mal mit einer solchen Heftigkeit, dass sie wussten, dass ihr Werben sinnlos war.

Das Restaurant war draußen hell erleuchtet, obwohl es erst kurz nach zwölf Uhr war. Aber die Lampen und die elektrischen Terrassenheizungen strahlten so viel Wärme aus, dass man dort sogar jetzt im Winter bequem sitzen konnte, ohne zu frieren.

Alessandro hatte mir den Tisch direkt an der Straße reserviert, von wo aus ich einen herrlichen Blick auf das Meer, den Strand und natürlich auf die übergroße Statue von Padre Pio hatte, den Heiligen, der im ganzen Süden Italiens stark verehrt wird und dessen Bild in jedem Haus und in jeder Kirche hängt. Der Heilige der Armen, den alle liebten - ich auch.

Kaum hatte mich Alessandro aus der Küche heraus entdeckt, kam er mit einer Flasche Vino, einer Karaffe Wasser und der Speisekarte in der Hand an meinen Tisch. »Der Pulpo ist superlecker, nimm ihn«, empfahl er mir. »Dazu noch Spaghetti Aglio e Olio vorweg? Mit deinem phantastischen Olivenöl?« Mit seinem umwerfenden Charme hatte er mich überzeugt. Ich fand es super, dass er so oft von meinem Öl schwärmte. Okay, dachte ich, dann lasse ich mich von dem Maestro herrlich verwöhnen!

Alessandro war begeistert: »Gut gemacht, Anna, du weißt, was gut schmeckt!«

Nun wurde er ruhiger. Mit leiser Stimme verriet er mir, dass die Geschäfte nicht gut gingen und er Krach mit seiner deutschen Frau Angelina hatte. Besorgt fragte er mich, ob ich zwischen ihnen vermitteln könnte und er deshalb demnächst bei mir vorbeikommen und sich mithilfe meiner Séancekarten Rat holen dürfte. Ich sah ihn verdutzt an. Selbstverständlich durfte er das. Warum fragte er mich? Sonst kam er doch auch vorbei, wenn beide Stress hatten!

Während unseres Gespräches wurde Alessandro immer nachdenklicher. Ich spürte, dass er etwas Ernstes auf dem Herzen hatte, und schließlich gestand er mir die ganze Wahrheit:

Seit einiger Zeit kam dieser Signor Ronaldo regelmäßig zu ihm zum Essen. Der hätte sich in den Bergen niedergelassen, erzählte er, und Alessandro und Angelina hätten sich anfangs über ihren neuen Stammgast gefreut und ihm gern Auskunft über ihr Restaurant und ihre Gerichte gegeben.

Dann wären sie stutzig geworden: »Dieser Signor Ronaldo sagte nämlich, dass er mein Restaurant kaufen wollte!«

Verwirrt sah ich ihn an. Hatte ich das soeben richtig verstanden, war mein Sizilianisch so gut, dass ich seine Worte korrekt ins Deutsche übersetzen konnte?

Alessandro war empört: »Anna, stell dir vor: Dieser Kerl will mein, will unser Restaurant kaufen! So eine Frechheit!«

Seinen Ärger konnte ich verstehen. Was fiel diesem Fremden eigentlich ein? Alessandro hatte sein Restaurant von seinem Vater geerbt und es zu einem Schmuckstück mit einer hervorragenden Küche entwickelt. Erst alleine, später, nachdem er Angelina kennen und lieben gelernt hatte, gemeinsam mit seiner Frau, mit der er inzwischen fünf Kinder hatte. Beide waren ein Geheimtipp für die Liebhaber der sizilianischen Fischküche.

»Wie kommt der Mann auf so eine Schnapsidee? Willst du denn verkaufen?«, fragte ich Alessandro und überlegte, was er mir wohl verschwiegen hatte: Gab es so große Geldsorgen, dass er womöglich einen Immobilienmakler damit beauftragt hatte, sein Restaurant zu verkaufen?

»Nein!«, stieß er hervor, als hätte er meine Gedanken lesen können, »niemals. Wir sind hier zu Hause! In meine Küche kommt kein Fremder!«

»Und wie hast du auf sein Angebot reagiert?«, wollte ich von ihm wissen, »so hitzköpfig wie jetzt oder ganz cool? Hast du ihn rausgeschmissen oder etwa deine Freunde geholt.?«

»Nein, leider nicht«, meinte er ein wenig kleinlaut, «dafür bringt er uns zu viel Geld, das wir gut gebrauchen können! Ich muss still halten! Ich muss ruhig bleiben, sagt Angelina. Er soll gut essen und viele, viele Euros zahlen! Sonst aber soll er sein verdammtes Maul halten, dieser Tedesco!«

Ich konnte seinen Augen ansehen, wie sauer er war und merkte, dass es keinen Sinn hatte, ihn beruhigen zu wollen - zumal er jetzt noch böser wurde: »Er will uns demütigen! Aber das schafft der nicht! Nicht heute, nicht morgen, nie! Wir sind Sizilianer, stolze Sizilianer!«

Im Geiste stellte ich mir vor, wie dieser kleine Alessandro vor Wut in seiner Küche tobte und seine Angelina dem verhassten Fremden das Essen brachte, dabei lächelte und ein paar nette Worte sagte. Wie sollte das gehen? Ich fragte Alessandro.

»Das ist das Schlimmste!«, ereiferte er sich, »Angelina gefällt ihm! Er gibt ihr immer Trinkgeld! Manchmal über 100 Euro!«

Wow! Über 100 Euro! So viel Geld! Da konnte was nicht stimmen. Oh ja, ich verstand Alessandro. War doch klar: Welcher Mann gab Alessandros Frau über 100 Euro, wenn das Drei-Gänge-Menü auf der Speisekarte nicht mal 50 Euro kostete? Wollte er ihn aber damit wirklich demütigen oder ihn auf diese Weise »nur« mürbe machen? Oder wollte er zwischen dem Paar Zwietracht säen und benutzte dafür sein Geld?

Mir kam mir das Ganze undurchsichtig vor und ich konnte mir auf das Verhalten dieses Signor Ronaldo keinen Reim machen. Wer war dieser Mann, und was wollte er wirklich? Ein Deutscher sollte er sein, hatte Alessandro gesagt. Einer, der ausgerechnet in unsere Gegend gezogen war und dann noch ein Restaurant kaufen wollte, das einem alteingesessenen Ursizilianer gehörte?

Nein, über so einen undurchsichtigen Typen würden alle im Dorf und in der Stadt reden und keiner würde ihm eine Chance geben! Da konnte etwas nicht stimmen!

Alessandro wusste anscheinend nicht mehr als das, was er mir gesagt hatte und bat mich, am nächsten Vormittag wiederzukommen, wenn er den Fremden erwarten würde.

»Oh je!«, rief er plötzlich, »das Essen! Excuse, Anna, ich habe es ganz vergessen! Wäre doch Angelina bei mir, ich laufe schon, ich beeile mich.«

Schwuppdiwupp, war er weg, rein in die Küche, lautes Geschirrklappern war zu hören, knapp zehn Minuten später hatte ich meine Spaghetti vor mir und genoss die beste Pasta der Welt. Überhaupt war sein Essen wie immer mega! Nach dem Pulpo nahm ich noch die Feigen zum Dessert und wollte mich danach schnell...

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