Fürsten-Roman 2608 - Adelsroman

In Zukunft Prinzessin
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9924-0 (ISBN)
 
Sophie Holthusen kann es nicht glauben. Ihre Mutter Hanna liegt im Sterben und gesteht der fassungslosen jungen Frau, dass sie die Tochter von Bertram von Grunau ist. Der Fürst hat Hanna damals für eine standesgemäße Frau verlassen und ahnt nichts von seiner Tochter. Zunächst ist Sophie wütend auf ihren vermeintlichen adelsstolzen und herzlosen Vater. Aber dann findet sie alte Liebesbriefe von ihn an ihre Mutter, die so zärtlich und romantisch sind, dass Sophie Zweifel kommen. Hat Fürst Bertram ihre Mutter tatsächlich nicht geliebt und sie kaltherzig verlassen? Es lässt Sophie keine Ruhe, sie muss herausfinden, was damals wirklich geschehen ist - und so sucht sie ihren Vater auf ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,04 MB
978-3-7325-9924-0 (9783732599240)

In Zukunft Prinzessin

Als Fürst Bertram von seiner unehelichen Tochter erfuhr

Von Sandra Heyden

Sophie Holthusen kann es nicht glauben. Ihre Mutter Hanna liegt im Sterben und gesteht der fassungslosen jungen Frau, dass sie die Tochter von Bertram von Grunau ist. Der Fürst hat Hanna damals für eine standesgemäße Frau verlassen und ahnt nichts von seiner Tochter.

Zunächst ist Sophie wütend auf ihren vermeintlichen adelsstolzen und herzlosen Vater. Aber dann findet sie alte Liebesbriefe von ihm an ihre Mutter, die so zärtlich und romantisch sind, dass Sophie Zweifel kommen. Hat Fürst Bertram ihre Mutter tatsächlich nicht geliebt und sie kaltherzig verlassen? Es lässt Sophie keine Ruhe, sie muss herausfinden, was damals wirklich geschehen ist - und so sucht sie ihren Vater auf .

Schwach und bleich lag Sophies Mutter in den Kissen des Krankenhausbettes. Die Krankheit hatte ihren Körper ausgezehrt.

Sophie wusste, dass ihre Mutter im Sterben lag. Die Ärzte gaben ihr nur mehr wenige Stunden. Sophie wischte sich die Tränen aus den Augen und versuchte, stark zu sein. Sie wollte die Sterbende nicht spüren lassen, wie schmerzlich es war, die Mutter gehen zu lassen.

Hanna Holthusens bleiches Gesicht wirkte unruhig. Die Augen lagen eingefallen in ihren Höhlen. Rasch ergriff Sophie die kleine magere Hand der Mutter, als diese nun fahrig suchend über die Bettdecke fuhr. Als hätte sie nur auf diese zarte Berührung gewartet, schlug Hanna die Augen auf.

"Bertram?"

Der Name glitt so sehnsuchtsvoll über ihre Lippen, dass Sophie ihr beruhigend über die Hand strich. Sie hatte diesen Namen noch nie gehört.

"Nein, Mama. Ich bin es, Sophie!"

Der Blick ihrer Mutter schien aus einer fernen Vergangenheit zurückzukehren. In plötzlicher Klarheit musterte Hanna Holthusen ihre Tochter und lächelte verhalten. Wie immer freute sie sich an Sophies Schönheit. Rotblonde Locken umschmeichelten ein klares ebenmäßiges Gesicht, das von grauen Augen beherrscht wurde und einer geraden schmalen Nase. Hanna lächelte versonnen. Sophie sah ihr so unglaublich ähnlich.

"Dein Vater .", flüsterte sie nun entschlossen.

Doch Sophie fuhr ihr besorgt über das ergraute wirre Haar. Früher einmal war es genauso lockig und rotblond gewesen, wie das ihre.

"Er ist sicher hier, Mama", versicherte Sophie. "Auf irgendeine Weise ist er sicher hier bei uns."

Hanna drückte die Hand ihrer Tochter.

"Ich bin sicher", pflichtete sie ihr mit dünner Stimme bei, "aber ihn meine ich nicht." Hanna gab sich einen inneren Ruck, als sie die Verwirrung auf dem schönen Gesicht der Tochter bemerkte. Was hatte sie zu verlieren? "Ich spreche von deinem richtigen Vater!"

"Mama?" Sophie befürchtete, dass ihrer Mutter die Sinne schwanden. Andererseits wirkte sie so klar, wie seit Tagen nicht. "Was meinst du?"

"Versteh mich nicht falsch. Ich war nie unglücklich mit Alfred, den du als deinen Vater kennst. Aber er wusste immer, dass du nicht seine leibliche Tochter bist. Er wusste immer, dass er nicht meine große Liebe war."

Sophie stockte der Atem. "Ich verstehe dich nicht, Mama!"

Hanna lächelte. "Wie solltest du auch, Kind. Wir haben nie darüber gesprochen. Bertram war die Liebe meines Lebens. Ich habe ihn nie vergessen. Wie könnte ich das? Du hast seine Augen."

"Mama, bitte reg dich nicht auf. Das ist doch jetzt nicht wichtig", log Sophie, weil sie nicht wusste, wie sie reagieren sollte. Ein einziger kleiner Satz stellte gerade ihr Leben auf den Kopf.

"Du musst es erfahren, Sophie. Ich habe nicht mehr viel Zeit. Also höre mir bitte zu .!"

Der schwache Händedruck der Mutter wurde energischer und flehender. Sophie schloss kurz die Augen und nickte dann.

"Dein leiblicher Vater ist Bertram Prinz von Grunau", eröffnete Hanna ihrer Tochter nun mit erstaunlich fester Stimme. "Damals besaß seine Familie ein luxuriöses Sporthotel in den österreichischen Alpen. Ich arbeitete für seinen Vater als Sekretärin. So lernten Bertram und ich uns kennen, und wir verliebten uns unsterblich ineinander. Natürlich gefiel es seinen Eltern nicht, dass er sich an eine Bürgerliche binden wollte, doch Bertram stand zu mir. Sie taten alles, um einen Keil zwischen uns zu treiben. Sie bezichtigten mich des Diebstahls und entließen mich. Doch das alles konnte unserer Liebe nichts anhaben. Dachte ich.

Ich habe mich noch nie so sehr geirrt. Ich musste erfahren, dass ich nicht die Einzige war, der Bertram sein Herz versprochen hatte. Mit eigenen Augen habe ich gesehen, wie er eine andere im Arm hielt. Eine Prinzessin. Verarmt zwar, aber standesgemäß. Mir wurde klar, dass Bertram sich seinen Eltern auf Dauer nicht widersetzen würde. Ich liebte ihn so sehr, Sophie! Niemals hätte ich es ertragen, der Grund für ein dauerhaftes Zerwürfnis zwischen ihm und seinen Eltern zu sein. Meine Liebe war groß genug, ihm das Glück mit einer anderen Frau zu gönnen, einer Prinzessin, die von seinen Eltern akzeptiert wurde ."

"Du hast ihn verlassen?", entfuhr es Sophie, die bis dahin atemlos zugehört hatte.

Hanna nickte. "Bei Nacht und Nebel sozusagen. In einem Abschiedsbrief bat ich ihn, mich nicht zu suchen und ging so weit fort wie möglich. Ich ging nach Hamburg, wo ich dann Alfred kennenlernte. Ich ahnte nicht, dass ich bereits schwanger war. Alfred stand mir als treuer Freund zur Seite, bot mir die Sicherheit seines Namens an, und ich folgte ihm nach Husum. Anfangs war Alfred Holthusen nicht mehr als ein guter Freund. Aber er wurde dir ein liebevoller Vater, Sophie. Ich hätte mir keinen besseren Vater für dich wünschen können. Und mit der Zeit lernte ich ihn lieben. Doch Bertram habe ich niemals vergessen können."

Hanna schwieg erschöpft und umfasste die Finger ihrer erschütterten Tochter mit beiden Händen. Ein tiefer Seufzer entfloh ihren Lippen.

"Bitte verzeih mir, Sophie. Verzeih mir!"

Sophie zog die Hände ihrer Mutter betroffen an ihre Lippen und küsste sie zärtlich.

"Es gibt nichts zu verzeihen, Mama. Ich liebe dich!" Tränen benetzten die Hände der Mutter.

"Jetzt weißt du alles, mein Kind. Jetzt kann ich gehen!" Hannas Stimme brach. Müde schloss sie die Augen und ein letzter leiser Seufzer lag auf ihren Lippen.

Sophie sah ihre Mutter aus tränenblinden Augen an. Sie sah, dass kein Atemzug mehr ihre Brust hob. Hanna war eingeschlafen.

"Ja", flüsterte Sophie ergriffen und küsste das stille, entspannte Gesicht der Mutter, "jetzt kannst du gehen!"

Wie eine Schlafwandlerin erledigte Sophie nach dem Tod der Mutter die nötigen Formalitäten. Zu dem Schmerz über den Verlust kam das Gefühl der Hilflosigkeit. Als sei sie von einer Dampfwalze überrollt worden, hatten die letzten Worte ihrer Mutter ihr Leben komplett aus den Angeln gehoben. Nichts war mehr so wie vorher!

Sophie saß im Café der Hamburger Klinik und rührte gedankenverloren in einer Tasse Schokolade, die längst nicht mehr heiß war, als ihre beste Freundin Laura Melthner an den Tisch trat und sich zu ihr setzte. Wie selbstverständlich nahm die Freundin Sophies Hände und drückte sie tröstend.

"Es tut mir so leid für dich", sagte sie anteilnehmend. "Ich habe deine Mutter sehr gemocht. Aber du weißt, wie unerträglich ihr Leben in den letzten Jahren war, es ist besser so für sie."

Sophie nickte. "Ja, ich weiß. Aber deshalb habe ich dich nicht angerufen", gestand sie leise.

Laura Melthner musterte das schöne Gesicht der Freundin überrascht. "Nein?"

Sophie erwiderte den Blick. Sie hatte Laura immer um ihr dichtes, herrlich glattes brünettes Haar beneidet, mit dem Laura verstand, so wundervolle Frisuren zu zaubern. Auch jetzt trug sie es aufgesteckt, doch durch einige lose Strähnen wirkte es kein bisschen streng. Unter dem leicht fransigen Pony blickten Sophie strahlende grüne Augen an, umgeben von dichten dunklen Wimpern.

Wie fast alle Rothaarigen hatte Sophie selbst sehr helle Wimpern, die ihre grauen Augen ihrer Ansicht nach ein wenig wässrig wirken ließen.

Laura aber war von einer Schönheit, nach der die Männer sich umdrehten. Sie war nicht sehr groß, aber schlank und zu ihrem Leidwesen mit einer recht üppigen Oberweite gesegnet. Sophie wurde von ihr um die harmonischen Proportionen glühend beneidet.

"Was ist passiert?", wollte Laura nun eindringlich wissen, denn sie sah, wie sehr ihre beste Freundin litt.

"Bevor sie starb, hat meine Mutter mir noch gesagt, wer mein leiblicher Vater ist", eröffnet Sophie ihr, und Laura zuckte bestürzt zurück.

"Wie? Dein leiblicher Vater? Der ist doch schon vor Jahren gestorben ."

"Alfred Holthusen war nicht mein leiblicher Vater, Laura. Er war nur mein Stiefvater", klärte Sophie sie erschüttert auf. "Ich kann das nicht verstehen. All die Jahre ."

"Du hast...

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