Zoe und der mächtige Tycoon

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-162-8 (ISBN)
 
Zoes Welt zerbricht in tausend Scherben: Sie ist keine echte Balfour, ihre Mutter ist damals fremdgegangen! Ihr ist, als hätte sie niemanden, der wirklich zu ihr gehört, hätte ihre Familie für immer verloren. Zutiefst verunsichert sucht sie Vergessen in einer berauschenden Liebesnacht mit dem mächtigen Tycoon Max Monroe. Doch diese eine Nacht in New York hat süße Folgen: Zoe bekommt ein Baby - ausgerechnet jetzt, wo sie selbst kaum weiß, wer sie ist! Kann sie lernen, Liebe und Verantwortung zu übernehmen? Und vor allem: Wird der charismatische Max ihr dabei helfen?
  • Deutsch
  • 0,77 MB
978-3-86349-162-8 (9783863491628)
3863491629 (3863491629)

1. KAPITEL

Max Monroe blickte aus dem Fenster der Arztpraxis in der Park Avenue auf die leuchtenden Kirschblüten, die wie pinkfarbene Schneeflocken aussahen. Er blinzelte und zwinkerte ein paar Mal, weil sie vor seinen Augen zu einer gleichförmigen Masse verschmolzen. Bildete er sich das nur ein? Oder befürchtete er es?

Abrupt wandte er sich dem Arzt zu und wünschte, dieser würde sein Mitgefühl nicht so deutlich zeigen. Als Max sprach, klang seine Stimme gelassen und kühl. "Also, über welchen Zeitraum reden wir hier? Ein Jahr? Sechs Monate?"

"Schwer zu sagen." Dr. Ayers sah auf die Krankenakte in seiner Hand, die den Verlauf von Max' allmählicher Erblindung in knappen, medizinischen Sätzen dokumentierte. "Der temporäre Verlauf ist im Voraus schwer zu berechnen, da es sich um einen schleichenden Prozess handelt. Wie Sie ja wissen, unterscheidet man zwischen der juvenilen Variante und der Erkrankung im fortgeschrittenen Alter. Beides trifft auf Sie nicht zu. In Ihrem Fall wurde der kontinuierliche Verlust an Sehkraft erst vor Kurzem diagnostiziert."

Dr. Ayers zuckte wie entschuldigend mit den Schultern. "Meist fängt es damit an, dass man seine Umgebung verschwommen sieht. Später ist das Gesichtsfeld eingeschränkt, einzelne Objekte lassen sich nur noch schwer fokussieren, dann können gelegentliche Blackouts auftreten. Oder ."

"Oder?"

Der Arzt hob den Blick. "Es kann auch sehr viel schneller gehen", bekannte er offen. "Möglicherweise verlieren Sie bereits in den nächsten Wochen Ihre Sehfähigkeit nahezu komplett."

"Wochen .", wiederholte Max tonlos das schicksalsträchtige Wort und schaute noch einmal hinaus zu den Kirschbäumen, die sich gerade in voller Pracht präsentierten. Vielleicht würde er gar nicht mehr sehen, wie sich die Blüten an den Rändern bräunlich verfärbten und kräuselten, bevor sie langsam und kraftlos zu Boden schwebten.

Wochen!

"Max, ich ."

Rasch hob er die Hand, um etwaige Anteilnahme abzuwehren. Er wollte nicht hören, wie betroffen sein Arzt war und wie wenig er selbst dieses Schicksal verdiene. Das waren alles nur höfliche, aber nutzlose Worthülsen.

"Bitte nicht", sagte er ruhig und spürte befremdet, wie eng sich sein Hals plötzlich anfühlte.

"Ihr Fall ist eine absolute Ausnahme. Makuladystrophie als Folge eines schweren Kopftraumas nach einem Unfall war mir bisher nicht bekannt. Das Trauma scheint jedoch den Verlauf der Krankheit erheblich zu beschleunigen. Aber viele Betroffene führen auch mit einer gewissen Sehbehinderung ein durchaus aktives Leben ."

"Während andere allmählich ihr Augenlicht verlieren, bis sie nahezu blind sind", ergänzte Max ausdruckslos. Auch er hatte gründlich recherchiert, seit die ersten schwarzen Flecken aufgetaucht waren und sein Sehvermögen beeinträchtigten. Wie lange war es her, dass er mühelos hatte sehen und lesen können?

Erst drei Wochen . und doch eine kleine Ewigkeit.

Dr. Ayers seufzte. "Ohne Augenlicht zu leben, bedeutet eine große Herausforderung."

Max lachte hart auf. Eine Herausforderung?

Mit Herausforderungen konnte er leben, sie waren quasi sein tägliches Brot. Aber Blindheit bedeutete Vernichtung, Zerstörung . absolute Dunkelheit, wie sie ihn schon einmal umfangen gehalten hatte, als die Furcht ihn überwältigt hatte. Ihre Schreie gellten immer noch in seinen Ohren.

Mit aller Macht drängte er die qualvollen Erinnerungen zurück, die ihn zu erdrücken drohten. Das Verlangen, sich einfach in das schwarze Loch hineinfallen zu lassen, war fast übermächtig, doch dann wäre ihm der Weg zurück für immer versperrt.

"Ich könnte Ihnen die Adressen von verschiedenen Selbsthilfegruppen .", begann Dr. Ayers.

"Nein!" Max ignorierte die angebotene Broschüre und zwang sich, dem Blick des Arztes zu begegnen. Das gelang ihm nur, indem er den Kopf neigte, bis Dr. Ayers Gesicht in dem Teil seines Blickfelds erschien, in dem er die größte Sehkraft besaß. Dabei blinzelte er, als würde das helfen.

Doch es blieb dabei: Die Welt entzog sich ihm zunehmend. Konturen wurden weicher. Was er sah, wirkte wie alte, verblasste Fotos, deren schwarzer Rahmen immer breiter wurde und über deren Motiv helle Blitze und dunkle Schatten liefen.

Wie würde es sein, wenn er gar nichts mehr sah? Ob ihm die prallen pinkfarbenen Kirschblüten auch nur als vergilbtes Erinnerungsfoto im Gedächtnis bleiben würden? Schaffte er es, mit der unendlichen Dunkelheit um ihn herum zu leben?

Max schüttelte den Kopf, um sowohl Dr. Ayers Angebot als auch die quälenden Gedanken abzuwehren. "Ich bin an derlei Hilfen nicht interessiert. Ich finde meinen eigenen Weg."

"Ich rede nicht von gefühlsduseligen Gruppentreffen, die ."

"Ich weiß", schnitt Max ihm das Wort ab. Er hatte Dr. Ayers bewusst ausgesucht, weil dieser Militärarzt gewesen war - allerdings bei der Armee und nicht bei der Luftwaffe. Aktiv hatte er jedoch nie einen Kriegseinsatz miterlebt.

"Ich weiß", wiederholte er und zwang sich zu einem nichtssagenden Lächeln. "Vielen Dank." Langsam erhob er sich vom Stuhl und biss die Zähne zusammen. Seine Beine schmerzten höllisch, und in seinem Schädel hämmerte es wie verrückt. Sekundenlang war ihm schwindelig, sodass er die Hand ausstreckte, um sich auf der Schreibtischkante abzustützen. Doch er verfehlte sie, taumelte, während seine Hand hilflos durch die Luft fuhr, und fluchte laut.

"Max .", sagte der Arzt.

"Es geht mir gut." Hoch aufgerichtet stand er vor dem Arzt, die dunklen Augen kalt und hart. Die lange Narbe, die sein markantes Gesicht zu halbieren schien, reichte von der Innenseite der rechten Braue entlang der Nase bis zum Mundwinkel. Plötzlich spürte er sie ganz deutlich und erinnerte sich erneut an den namenlosen Schmerz .

"Danke", wiederholte Max noch einmal und verließ mit vorsichtig tastenden Schritten die Arztpraxis.

Draußen, vor dem Fenster, segelte ein einzelnes Kirschblütenblatt lautlos zu Boden.

Zoe Balfour händigte der Frau an der Garderobe ihre Stola aus - einen Hauch von Seide, bestickt mit schillernden Motiven jeder Couleur. Dann lockerte sie mit den Fingern ihre kunstvoll zerzausten blonden Locken und warf sie über die Schultern zurück.

Einen Moment posierte sie im Eingang des schicken Lofts und wartete darauf, dass alle sich zu ihr umdrehten. Sie brauchte diesen inszenierten Auftritt und verlangte geradezu schamlos nach Anerkennung und Bewunderung, die bisher so etwas wie ihr Lebenselixier gewesen waren.

Endlich wollte sie sich wieder so stark, sicher und unanfechtbar fühlen wie vor drei Wochen, als die Klatschpresse den Familienskandal über ihre illegitime Geburt noch nicht bis ins Kleinste ausgeschlachtet und in der ganzen Welt verbreitet hatte.

Damit stürzte ihre heile Welt in sich zusammen, und Zoe wusste plötzlich nicht mehr, wer sie selbst war.

Noch einmal holte sie tief Luft und betrat Sohos neueste Kunstgalerie. Sie nahm sich ein Glas Champagner von einem bereitstehenden Silbertablett und gönnte sich einen herzhaften Schluck. Das kostspielige Getränk prickelte animierend auf der Zunge.

Jetzt sah und spürte Zoe, wie zahlreiche Gäste der Vernissage die Köpfe in ihre Richtung wandten. Aber sie hatte nicht die leiseste Ahnung, aus welchem Grund sie es taten. Einfach nur, weil eine höchst attraktive Frau den Ausstellungsraum betreten hatte? Oder weil sie wussten, wer sie war - beziehungsweise nicht war?

Zoe trank noch einen Schluck Champagner, in der stummen Hoffnung, der Alkohol könnte die dumpfe Verzweiflung vertreiben, die sich trotz des festen Entschlusses, sich zu amüsieren, in ihrem Innern breitmachte. Ihr Selbstvertrauen war erschüttert. Es war, als stünde sie plötzlich vor einem gähnenden schwarzen Abgrund.

Da waren sie wieder: Furcht und Panik! Ihre treuen Begleiter, mit denen sie sich herumschlug, seit die Presse sie zur Zielscheibe ihrer widerwärtigen Sensationsgier gemacht hatte. Und ihre Panikattacken hatten sich in den letzten drei Tagen noch gesteigert, nachdem sie auf Betreiben ihres Vaters nach New York geflogen war.

Nein, nicht auf Betreiben meines Vaters! verbesserte sie sich in Gedanken. Auf Geheiß des Mannes, der sie großgezogen hatte . Oscar Balfour. Ihr leiblicher Vater lebte hier in New York.

Erst heute Nachmittag hatte sie genügend Mut gefunden, um sich vor dem glänzenden Wolkenkratzer zu postieren, in der Hoffnung, wenigstens einen flüchtigen Blick auf den Mann werfen zu können, der ihr Erzeuger sein sollte.

Anfangs war sie nervös auf- und abgelaufen und hatte über die Zeit verteilt drei Coffee-to-Go getrunken. Doch da er nach zwei Stunden immer noch nicht aufgetaucht war, schlich sie sich wie ein geprügelter Hund zurück ins Balfour-Penthouse in der Park Avenue.

Eigentlich steht es mir gar nicht zu, das Familienluxusapartment zu nutzen, schoss es ihr plötzlich durch den Kopf. Ich bin ja gar keine echte Balfour .

Sechsundzwanzig Jahre lang hatte Zoe in dem komfortablen Gefühl gelebt, eine von Oscar Balfours Töchtern zu sein. Das legitime Mitglied einer...

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