Liebesmond über Schloss Maddock

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Juni 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-155-0 (ISBN)
 
"Lady Maddock ." Die Art, wie Lorenzo de Luca es sagt, lässt Ellys Herz schneller schlagen. Wie kann nur so viel zärtliche Sinnlichkeit darin mitschwingen? Sicher, sie ist eine Lady, auch wenn der Adelstitel ihr kein bisschen hilft, das geliebte Anwesen Maddock Manor zu retten. Weshalb sie es an Lorenzo vermieten musste. Der steinreiche Unternehmer will Modeaufnahmen machen lassen - und scheint zu glauben, dass er für Geld alles bekommt. Da täuscht er sich! Lieber zeigt Elly ihm gleich die kalte Schulter. Was ihr nach seinem ersten Kuss allerdings schwer fällt .

1. KAPITEL

Ihre Augen, stellte er fest, waren kornblumenblau - ein sagenhaft intensives Blau.

"Lorenzo, hast du verstanden, was ich gesagt habe?"

Unwillig wandte Lorenzo de Luca seinen Blick vom Gesicht der Bedienung und wendete sich wieder seiner Gesprächspartnerin zu. Trotz seines wachsenden Interesses an der hübschen jungen Frau, die ihm die Suppe serviert hatte, verstand er nicht, warum die Leiterin seiner Pressestelle ihn in dieses heruntergekommene Landgut eingeladen hatte.

Das Haus war eine Ruine.

Amelie Weyton trommelte mit ihren frisch manikürten Fingernägeln auf die polierte Oberfläche des antiken Esstisches. An dem Tisch hätten sicher zwanzig Personen Platz gehabt, doch sie waren die einzigen Gäste.

"Ich meine es ernst. Dieses Haus hier ist perfekt geeignet."

Amüsiert ließ Lorenzo seinen Blick wieder zu der Bedienung schweifen. "Ja .", murmelte er, ". ich kann dir nur zustimmen." Er konzentrierte sich auf die Suppe, die die junge Frau gerade serviert hatte - Pastinakencreme mit Rosmarin. Sie roch köstlich.

Amelie trommelte wieder mit ihren Fingernägeln auf die Tischplatte. Lorenzo bemerkte eine winzige halbmondförmige Delle in der glänzenden Tischoberfläche. Aus dem Augenwinkel sah er, wie die Bedienung zusammenzuckte. Als er aufblickte, wirkte ihr Gesicht jedoch angestrengt ausdruckslos. Lorenzo sah ihr an, dass sie ihn nicht mochte.

Er hatte es in dem Moment bemerkt, als Lady Maddock ihn vor einer Stunde ins Haus hereingebeten hatte. Nun glitt ihr Blick schnell über ihn hinweg, und Lorenzo sah, dass sie ungehalten war. Der Gedanke amüsierte ihn.

Er war es gewöhnt, Menschen zu beurteilen, sie einzuschätzen und abzuwägen, ob sie für ihn von Nutzen sein könnten. Auf diese Weise hatte er sich seinen Weg nach oben erkämpft und leitete nun sein eigenes, äußerst erfolgreiches Unternehmen. Nur so konnte er seine Spitzenposition halten. Und während Lady Maddock ihn als betuchten Niemand ohne Adelstitel eingeordnet haben mochte, begann er sich für sie zu interessieren. Möglicherweise war sie sogar sehr . nützlich.

Im Bett.

"Du hast die Außenanlagen noch gar nicht gesehen", fuhr Amelie fort. Sie nahm einen winzigen Löffel Suppe.

Lorenzo wusste, dass sie nicht mehr als einen oder zwei Bissen von dem 3-Gänge-Menü, das Lady Maddock für sie zubereitet hatte, essen würde. Elly Dunant war Köchin, Bedienung und Gutsherrin von Maddock Manor. Es muss sie furchtbar ärgern, dass sie uns bedienen muss, dachte Lorenzo belustigt und mit einem gewissen Zynismus. Wahrscheinlich hasste sie es, überhaupt jemanden bedienen zu müssen.

Amelie und er hatten sich zwar einen Namen gemacht, aber einen Adelstitel konnten sie eben nicht vorweisen, sie, die typischen Neureichen. Egal, über wie viel Geld man verfügte, den Geruch der Armut wurde man einfach nicht los. Lorenzo wusste das nur zu gut.

"Die Außenanlagen?", wiederholte er nun mit hochgezogenen Augenbrauen. "Sind die denn so spektakulär?" In seiner Stimme lag gespielte Ungläubigkeit. Aus dem Augenwinkel sah er an der Art, wie Elly zusammenzuckte, dass ihr sein Tonfall nicht entgangen war.

Amelie lachte schrill auf. "Ich weiß nicht, ob spektakulär der richtige Ausdruck ist. Aber du wirst schon sehen ." Sie stützte ihre Ellenbogen auf den Tisch, während sie die Suppe vergessen zu haben schien - Amelie hatte nie so recht gute Manieren gelernt - und gestikulierte nun wild mit den Händen. Dabei fiel ihr Weinglas um, hinunter auf den abgenutzten orientalischen Teppich.

Lorenzo betrachtete ungerührt das Glas am Boden - wenigstens war es nicht zerbrochen - und den sich ausbreitenden dunkelroten Fleck. Er hörte, wie Elly scharf Luft holte. Sie ging vor ihm auf die Knie, zog das in ihrem Taillenbund steckende Geschirrtuch hervor und rieb hektisch an dem Fleck herum.

Er sah hinab auf ihr weißblondes Haar, das zu einem dürftigen kleinen Knoten gebunden war. Die Frisur war nicht gerade vorteilhaft, aus diesem Winkel jedoch gab sie den Blick frei auf ihre blasse Haut am Nacken. Lorenzo verspürte mit einem Mal den Drang, seine Finger über diese Stelle streichen zu lassen, um zu spüren, ob ihre reine milchfarbene Haut so zart war, wie sie aussah. "Ich glaube, Rotweinflecken lassen sich mit verdünntem Essig entfernen", merkte er höflich an.

Elly schaute kurz auf, ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen. Nun waren sie nicht mehr kornblumenblau, stellte Lorenzo fest, sondern sahen eher nach düsterem Gewitterhimmel aus - was zu ihrer offensichtlichen Verärgerung passte.

"Danke für den Tipp", antwortete sie mit eisiger Stimme. Sie sprach das geschliffene Englisch der Oberklasse.

Dieser Akzent ließ sich nicht imitieren. Lorenzo hatte es einst auf Teufel komm raus versucht, als er für ein schreckliches Jahr auf das Nobelinternat Eton geschickt worden war. Verhöhnt und ausgelacht hatten sie ihn, als Heuchler und Angeber bezeichnet. Er war von der Schule abgegangen, noch bevor er seine Klausuren geschrieben hatte - bevor sie ihn von der Schule hätten verweisen können. Danach hatte er nie wieder eine Schule besucht. Das Leben selbst war die beste Schule.

Elly erhob sich vom Boden, und Lorenzo nahm den leichten Hauch ihres Parfüms wahr - wobei es eigentlich kein Parfüm war, sondern vielmehr der Duft aus der Küche, entschied er. Der herbe Geruch eines Küchengartens, da sie nach wilden Kräutern duftete: Rosmarin und eine leichte Note von etwas anderem, vielleicht Thymian.

Köstlich.

"Wo Sie doch gerade sowieso in die Küche gehen .", erklärte Amelie gelangweilt, ". könnten Sie mir vielleicht noch ein Glas Wein bringen?" Sie hob eine ihrer perfekt gezupften Augenbrauen an und verzog ihre kollagengespritzten Lippen zu einem Lächeln, wobei sie ihre Boshaftigkeit nicht einmal zu verbergen suchte.

Lorenzo unterdrückte ein Seufzen. Manchmal waren Amelies Absichten einfach zu offensichtlich . Er kannte sie seit seiner Anfangszeit in London, als er im Alter von sechzehn Jahren als Botenjunge in einem Kaufhaus arbeitete.

Sie hatte in dem Coffeeshop gearbeitet, in dem Lorenzo immer die Sandwiches für die Konferenzen der Geschäftsleute besorgte. Seither war viel Zeit vergangen. Amelie hatte sich hochgearbeitet, sich aber nicht wirklich verändert. Lorenzo bezweifelte, ob Menschen sich überhaupt jemals änderten.

"Du hättest ein wenig höflicher sein können", wies er sie zurecht, nachdem Elly aus dem Esszimmer geeilt und die mit grünem Fries überzogene Tür hinter ihr zugeschwungen war.

Amelie zuckte die Schultern. "Sie war seit meiner Ankunft unfreundlich zu mir, trägt ihre eingebildete kleine Nase ganz hoch und schaut auf mich herab. Lady Muck meint wohl, sie sei etwas Besseres. Dabei sieh dir mal diesen Schuppen an."

Geringschätzig blickte sie im Esszimmer umher - zerschlissene Vorhänge und an den Wänden verblichene Stellen, wo früher sicher einmal Originalgemälde gehangen hatten. "Ihr Vater mag ein Baron gewesen sein, aber dieses Haus ist eine Bruchbude."

"Du sagtest doch, es sei spektakulär", kommentierte Lorenzo trocken. Er nahm einen Schluck Wein. Obwohl das Gutshaus ziemlich heruntergekommen war, stammte der Wein definitiv aus einem guten Jahrgang. "Warum hast du mich hierher gebracht, Amelie?"

"Spektakulär war dein Ausdruck, nicht meiner", gab Amelie hastig zurück. "Es ist eine verfallene Bruchbude, das lässt sich nicht bestreiten." Sie lehnte sich nach vorn. "Genau darum geht es, Lorenzo. Dieser Kontrast. Es ist wie gemacht für die Markteinführung von Marina."

Lorenzo zog überrascht die Augenbrauen hoch. Er konnte nicht so recht nachvollziehen, warum ein baufälliges Gutshaus sich als Schauplatz für die Markteinführung seiner neuen Modelinie eignen sollte. Aber vielleicht war das auch der Grund, warum Amelie die Leiterin seiner Pressestelle war - sie hatte ein Auge für Trends.

Er hingegen verfügte lediglich über Entschlusskraft.

"Stell dir vor, Lorenzo, wunderschöne Abendkleider in brillanten Farben - sie würden sich hervorragend von der muffigen Düsterkeit hier abheben - eine perfekte Kulisse, ein Aufeinandertreffen von alt und neu, von Vergangenheit und Zukunft der Mode."

"Das hört sich alles ein bisschen künstlerisch an", murmelte Lorenzo. Er hatte kein echtes Interesse an der kreativen Herausforderung einer Fotoproduktion, er wollte einfach nur, dass die Linie ein Erfolg wurde. Und da er sich dafür einsetzte, würde sie das auch werden.

"Es wird grandios", versprach Amelie. Ihr botoxgespritztes Gesicht zeigte nun tatsächlich ein paar Regungen. "Vertrau mir."

"Mir bleibt wohl nichts anderes übrig", antwortete Lorenzo. "Aber war es wirklich nötig, dass wir hier übernachten?"

Amelie lachte amüsiert auf. "Armer Lorenzo, nun hast du es mal eine Nacht nicht ganz so bequem." Sie gluckste. "Wie wirst du das bloß überstehen?" Ihr Lächeln wurde anzüglich. "Ich hätte da allerdings eine Idee, wie wir beide es etwas gemütlicher haben könnten."

"Keine Chance, Amelie", entgegnete er.

Amelie versuchte immer wieder, ihn zu verführen. Aber ihm würde es nicht im Traum einfallen, Arbeit und...

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