Gesetzgebungsrelevante Tatsachen und ihre Kontrolle durch den Europäischen Gerichtshof und das Bundesverfassungsgericht

 
 
Nomos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Juni 2021
  • |
  • 308 Seiten
 
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978-3-7489-2459-3 (ISBN)
 
Moderne Gesetzgebung spielt sich nicht in geschlossenen normativen Räumen ab, sondern soll evidenzbasiert sein und die ihr zugedachten Wirkungen erzielen. Die Qualität gesetzgeberischer Tatsachenfeststellungen wird deshalb zunehmend zum Gegenstand justizieller Normenkontrolle. Die Erlanger Dissertationsschrift untersucht die hierzu vom Europäischen Gerichtshof und Bundesverfassungsgericht entwickelten Maßstäbe. Das Einfallstor für richterliche Tatsachen- und Wirkungsanalysen auch gegenüber der Gesetzgebung bilden in beiden Rechtskreisen das Verhältnismäßigkeitsprinzip und das Willkürverbot. Gesetzgeberische Einschätzungsprärogativen und Prognosespielräume stehen vor diesem Hintergrund gleichfalls im Fokus der Untersuchung.
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  • Cover
  • § 1. Einleitung
  • I. Problemstellung
  • II. Forschungsstand
  • 1. Übersicht
  • 2. Rechtstatsachenforschung und empirische Rechtsforschung
  • a) Rechtstatsachenforschung
  • b) Empirische Rechtsforschung
  • 3. Rationale Gesetzgebung
  • 4. Evidence-based Legislation
  • 5. Richterliche Gesetzgebungskontrolle
  • III. Fragestellung und Gang der Untersuchung
  • § 2. Gesetzgebungsrelevante Tatsachen und Rechtsrahmen der gesetzgeberischen Tatsachenermittlung
  • I. Einordnung von Tatsachen
  • 1. Definition
  • a) Definition
  • b) Tatsachen und Erfahrungssätze
  • 2. Systematisierung von Tatsachen
  • a) Innere und äußere Tatsachen
  • b) Einzeltatsachen und legislative Tatsachen
  • c) Historische und gegenwärtige Tatsachen
  • d) Prognosen
  • 3. Tatsachenfeststellungen und Tatsachenbewertungen
  • II. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
  • 1. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz im deutschen und europäischen Recht
  • 2. Erscheinungsformen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes im Gesetzgebungsprozess
  • III. Grenzen der Tatsachenermittlung und Lösungsansätze
  • 1. Faktische Grenzen
  • a) Begrenztheit des menschlichen Verstands
  • b) Objektive und subjektive Unsicherheit
  • c) Zeitlimitation
  • d) Zweck-Mittel-Relation
  • 2. Grundrechte und Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
  • 3. Experimentelle Gesetzgebung als Lösungsansatz
  • a) Problemlage
  • b) Definition
  • c) Anwendbarkeit experimenteller Gesetzgebung
  • d) Temporäre Gesetzgebung und Sunset Legislation
  • IV. Gesetzgeberische Prämissen
  • 1. Das Postulat der optimalen Gesetzgebung
  • 2. Rationalitätspflichten des Gesetzgebers
  • a) Rationalität und Tatsachen
  • b) Rationale Gesetzgebung aus Sicht der Legisprudenz
  • 3. Bessere Rechtsetzung in der Europäischen Union
  • a) Ziele der Besseren Rechtsetzung
  • b) Konsultationen
  • V. Einzelne Vorgaben für den Umgang mit Tatsachen
  • 1. Tatsachenermittlungspflichten des Gesetzgebers
  • a) Ermittlungspflichten des Gesetzgebers im deutschen Verfassungsrecht
  • aa) Die Ermittlungspflicht in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
  • bb) Rechtsfolgen der Verletzung der Ermittlungspflicht
  • cc) Dogmatische Begründung einer Rechtspflicht zur Tatsachenermittlung
  • b) Ermittlungspflichten des europäischen Gesetzgebers im Primärrecht
  • 2. Gesetzesfolgenabschätzung
  • a) Gesetzesfolgenabschätzung in der Rechtsetzung
  • aa) Zielsetzung der Gesetzesfolgenabschätzung
  • bb) Rechtsnatur der Folgenabschätzung
  • cc) Vorverfahren
  • dd) Erstellung des Folgenabschätzungsberichts
  • b) Gesetzesfolgenabschätzung in der deutschen Rechtsetzung
  • aa) Vorblatt und Gesetzesbegründung
  • bb) Ressortübergreifende Normprüfung und Ressortabstimmung
  • cc) Experimentierklauseln, Berichtspflichten und Gesetzesbefristungen
  • dd) Nationaler Normenkontrollrat
  • 3. Prognosepflicht des Gesetzgebers
  • a) Die Prognosepflicht im deutschen Verfassungsrecht
  • b) Die Prognosepflicht im Europarecht
  • 4. Begründungspflichten des Gesetzgebers
  • a) Vorteile der Begründungspflicht
  • b) Nachteile der Begründungspflicht
  • c) Begründungspflicht und gerichtliche Kontrolle
  • d) Begründungspflicht im deutschen Verfassungsrecht
  • aa) Herleitung einer Begründungspflicht
  • bb) Begründungspflicht im Verfassungsprozess und Rechtsprechung des BVerfG
  • cc) Fallgruppen
  • dd) Zusammenhang von Ermittlungspflicht, Begründungspflicht und Nachbesserungspflicht
  • ee) Ergebnis
  • e) Die Begründungspflicht im Europarecht
  • aa) Zweck der Begründungspflicht
  • bb) Inhalt der Begründungspflicht
  • cc) Prozedurale Begründungspflicht im Europarecht?
  • dd) Rechtsfolgen bei Verletzung der Begründungspflicht
  • f) Vergleich
  • 5. Abwägungspflicht
  • a) Abwägungspflicht des deutschen Gesetzgebers
  • b) Abwägungspflicht des europäischen Gesetzgebers
  • 6. Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht
  • a) Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht im deutschen Verfassungsrecht
  • b) Die Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht im Europarecht
  • 7. Zwischenergebnis
  • § 3. Gerichtliche Kontrolle gesetzgebungsrelevanter Tatsachen
  • I. Kontrollkompetenz des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs
  • II. Prinzipien richterlicher Tatsachenfeststellungen
  • 1. Anspruch auf rechtliches Gehör und den gesetzlichen Richter
  • 2. Verhandlungsgrundsatz und Inquisitionsmaxime
  • a) Europäischer Gerichtshof
  • b) Bundesverfassungsgericht
  • c) Verwaltungsprozess
  • aa) Amtsermittlungsgrundsatz im Verwaltungsprozess
  • bb) Umfang und Grenzen des Amtsermittlungsgrundsatzes
  • cc) Freie Entscheidung des Gerichts
  • dd) Vergleich mit Sachverhaltsermittlung durch die Behörden
  • 3. Der Verfügungsgrundsatz
  • a) Europarecht
  • b) Deutsches Recht
  • 4. Beschleunigungsgebot und Konzentrationsmaxime
  • III. Darlegungslast und Beweislastverteilung
  • 1. Darlegungslast vor dem Europäischen Gerichtshof
  • a) Darlegungslast im Vertragsverletzungsverfahren
  • b) Darlegungslast im Vorabentscheidungsverfahren
  • c) Darlegungslast im Wettbewerbsrecht
  • 2. Objektive und subjektive Beweislast
  • 3. Streng- und Freibeweis
  • 4. Richterliche Beweiswürdigung
  • a) Verhältnis von Beweiswürdigung und Beweismaß
  • b) Europäischer Gerichtshof
  • c) Bundesverfassungsgericht
  • 5. Beweismaß
  • a) Europäischer Gerichtshof
  • b) Bundesverfassungsgericht
  • 6. Beweismittel und Beweisaufnahme
  • a) Europäischer Gerichtshof
  • b) Bundesverfassungsgericht
  • 7. Beweislastverteilung
  • a) Beweislastverteilung vor dem Europäischen Gerichtshof
  • aa) Beweislast im Vertragsverletzungsverfahren
  • bb) Vorabentscheidungsverfahren
  • cc) Beweislast im Wettbewerbsrecht
  • b) Beweislastverteilung vor dem Bundesverfassungsgericht
  • 8. Mitwirkungspflichten
  • IV. Intensität richterlicher Tatsachenkontrolle
  • 1. Maßstab richterlicher Kontrolle
  • a) Bundesverfassungsgericht
  • b) Europäischer Gerichtshof
  • 2. Ermessensspielräume
  • a) Ermessensspielräume im deutschen Verfassungsrecht
  • b) Ermessensspielräume im Europarecht
  • 3. Gesetzgeberische Einschätzungsprärogativen
  • a) Einschätzungsprärogativen in der Rechtsprechung des EuGH
  • b) Einschätzungsprärogativen in der Rechtsprechung des BVerfG
  • V. Die Kontrolle gesetzgebungsrelevanter Tatsachen durch das Bundesverfassungsgericht
  • 1. Bindung an die Tatsachenfeststellungen durch Vorinstanzen
  • 2. Tatsachenfeststellungen innerhalb der einzelnen Verfahren
  • a) Die Tatsachenermittlung bei Verfahren ohne feststellende Vorinstanz
  • b) Wahlprüfungsverfahren
  • c) Abstrakte Normenkontrolle
  • d) Konkrete Normenkontrolle
  • e) Verfassungsbeschwerde
  • aa) Verfassungsbeschwerden gegen Rechtssätze
  • bb) Urteilsverfassungsbeschwerde
  • 3. Bindung an die Tatsachenfeststellungen durch den Gesetzgeber
  • 4. Prozessuale und materiellrechtliche Prüfung
  • 5. Folgen defizitärer Sachverhaltsermittlung
  • VI. Die Kontrolle gesetzgebungsrelevanter Tatsachen durch den Europäischen Gerichtshof
  • 1. Keine Überprüfung der Tatsachenfeststellungen der vorlegenden nationalen Gerichte im Vorabentscheidungsverfahren
  • 2. Tatsachenkontrolle bei Verstößen gegen Primärrecht und bei Folgenabschätzungen
  • 3. Tatsachenkontrolle bei Verstößen gegen Sekundärrecht
  • a) Verstöße des Unionsgesetzgebers
  • b) Verstöße der Mitgliedstaaten
  • 4. Striktere Prüfung bei Verstoß nationaler Normen gegen Europarecht
  • 5. Strenge Tatsachenkontrolle bei Harmonisierungsmaßnahmen
  • VII. Gerichtliche Kontrolle von Prognosen
  • 1. Prognosekontrolle durch das Bundesverfassungsgericht
  • a) Grundsätzlicher Ermessensspielraum des Gesetzgebers
  • b) Grundlagen und Kriterien eines abgestuften und differenzierten Kontrollsystems aus dem deutschen Verfassungsrecht
  • c) Verfahrenskontrolle als Substitut für strenge materielle Kontrolle
  • d) Folgen fehlerhafter Prognosen
  • 2. Prognosekontrolle durch den Europäischen Gerichtshof
  • a) Kontrolle europäischer Gesetzgebung
  • b) Kontrolle nationaler Gesetzgebung
  • c) Kontrollregime
  • 3. Die zeitliche Dimension der Prognosekontrolle
  • a) Vorteile der Ex-ante- und Ex-post-Kontrolle
  • b) Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof
  • aa) Bundesverfassungsgericht
  • bb) Europäischer Gerichtshof
  • i) Prozedurale Kontrolle des Europäischen Gerichtshofs
  • ii) Übertragung der Rechtsprechung zur Ex-post-Kontrolle von Kommissionsentscheidungen auf legislatorische Akte
  • c) Zwischenergebnis
  • § 4. Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis

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