Der Kiez (Wegners erste Fälle)

Hamburg Krimi
 
 
BookRix (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. Juli 2019
  • |
  • 300 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7487-0975-6 (ISBN)
 
Der Kiez: Nur um Haaresbreite und schwer verletzt überlebt Hauptkommissar Kallsen einen feigen Mordanschlag. Wegner, der in erster Linie mit seinem Privatleben beschäftigt ist, hat plötzlich alle Hände voll zu tun: Er muss die Verantwortlichen finden und nebenbei weitere Gefahr von seinem Chef fernhalten. Ein Spagat, bei dem er Hilfe von unerwarteter Seite bekommt. Doch jeder vermeintliche Schritt nach vorne sorgt anderenorts für neues Chaos. Am Ende sind nicht nur zahlreiche Menschenleben, sondern auch der Frieden auf dem ganzen Kiez in Gefahr ... Aus der Reihe Wegners erste Fälle: - 'Eisiger Tod' (Teil 1) - 'Feuerprobe' (Teil 2) - 'Blinde Wut' (Teil 3) - 'Auge um Auge' (Teil 4) - 'Das Böse' (Teil 5) - 'Alte Sünden' (Teil 6) - 'Vergeltung' (Teil 7) - 'Martin' (Teil 8) - 'Der Kiez' (Teil 9) - 'Die Schatzkiste' (Teil 10)Aus der Reihe Wegner & Hauser (Hamburg: Mord) - 'Mausetot' (Teil 1) - 'Psycho' (Teil 2)Aus der Reihe Wegners schwerste Fälle: - 'Der Hurenkiller' (Teil 1) - 'Der Hurenkiller - das Morden geht weiter ...' (Teil 2) - 'Franz G. - Thriller' (Teil 3) - 'Blutige Rache' (Teil 4) - 'ErbRache' (Teil 5) - 'Blutiger Kiez' (Teil 6) - 'Mörderisches Verlangen' (Teil 7) - 'Tödliche Gier' (Teil 8) - 'Auftrag: Mord' (Teil 9) - 'Ruhe in Frieden' (Teil 10)Aus der Reihe Wegners letzte Fälle: - 'Kaltes Herz' (Teil 1) - 'Skrupellos' (Teil 2) - 'Kaltblütig' (Teil 3) - 'Ende gut, alles gut' (Teil 4) - 'Mord: Inklusive' (Teil 5) - 'Mörder gesucht' (Teil 6) - 'Auf Messers Schneide' (Teil 7) - 'Herr Müller' (Teil 8)Aus der Reihe Hannah Lambert ermittelt: - 'Ausgerechnet Sylt' (1) - 'Eiskaltes Sylt' (2) - 'Mörderisches Sylt' (3)Weitere Titel aus der Reihe Auftrag: Mord!: - 'Der Schlitzer' (Teil 1) - 'Deutscher Herbst' (Teil 2) - 'Silvana' (Teil 3)Unter meinem Pseudonym 'Thore Holmberg': - 'Marthas Rache' (Schweden-Thriller) - 'XIII' (Thriller)Weitere Titel: - 'Zwischen Schutt und Asche' (Nachkrieg: Hamburg in Trümmern 1) - 'Zwischen Leben und Tod' (Nachkrieg: Hamburg in Trümmern 2) - 'E.S.K.E.: Blutrausch' (Serienstart E.S.K.E.) - 'E.S.K.E.: Wiener Blut' (Teil 2 - E.S.K.E.) - 'Ansonsten lächelt nur der Tod' (unter Trevor Hill)Noch mehr Bücher, aktuelle Informationen und einen Newsletter-Service findet ihr auf meiner Homepage Brandneu: 'Die Schatzkiste' Wegners erste Fälle (Teil 10)
  • Deutsch
  • 0,88 MB
978-3-7487-0975-6 (9783748709756)

1


 

Ein paar Stunden später, mitten auf dem Kiez

 

»Willst du mich verarschen, Ronny? Ich hab doch gesagt, ihr sollt den Scheißkerl kaltmachen . nicht bloß erschrecken!« Theo Engelbrecht lehnte im Hinterzimmer seiner Kiezkneipe an seinem Schreibtisch. Darauf türmten sich allerlei Papiere, auf den ersten Blick Rechnungen und Lieferscheine. Das Gegröle aus dem Schankraum erreichte an einem Freitagabend kurz vor Mitternacht seinen Zenit und schaffte es mit Leichtigkeit durch die geschlossene Tür. Durch die war kurz zuvor das Ziel seiner Attacke hereingekommen: Ronny, ein breitschultriger Riese, der so auch eins zu eins in die Zeit der Höhlenmenschen gepasst hätte.

»Du bist noch bekloppter, als du aussiehst!«, fuhr Theo wütend fort. Danach stieß er sich mit lässiger Bewegung vom Schreibtisch ab und machte ein paar Schritte nach vorne, bis er direkt vor Ronny angekommen war. »Und kannst du mir mal verraten, warum du allein bist? Wo ist Alex geblieben?«

»Den hat's erwischt!«

Theos Augenbrauen wanderten nach oben. Ansonsten schien ihn der Tod eines seiner Handlanger nicht besonders zu interessieren.

Ronny versuchte es stammelnd mit einer Erklärung: »Wir sind in die Wohnung rein, wie du gesagt hast. Aber da war plötzlich so'n Köter - und dieser Kallsen hatte 'ne Waffe. Du hast doch gesagt, dass er .«

»Kann mich nicht erinnern, euch zwei Idioten gegenüber von 'nem Spaziergang gesprochen zu haben. Dafür hätt ich euch wohl kaum bezahlt.« Theo machte einen weiteren Schritt nach vorne. Mit seinem rechten Zeigefinger tippte er dem Riesen vor sich gegen die Stirn, als hätte er vor, ein Loch hineinzubohren. Und auch die Beschimpfungen gingen weiter: »Dein alter Herr hätte lieber'n Gummi benutzen sollen. Hast du 'ne Ahnung, was los ist, wenn Kallsen den Anschlag überlebt und herausfindet, dass ich hinter allem stecke?«

»Ich hab ihn zweimal getroffen, Boss. Der überlebt garantiert nicht.«

»Da hab ich von meinem Informanten aus dem Krankenhaus aber was anderes gehört«, erklärte Theo kopfschüttelnd. »Wenn Kallsen überlebt, war alles umsonst. Und falls jemand das Maul nicht halten kann, weiß der Scheißkerl gleich, wo er suchen muss.«

»Wer sollte denn .?« Ronny verstummte mitten im Satz. Sein Gesicht verzog sich. Wahrscheinlich hatte er sich die Frage zwischenzeitlich selbst beantwortet. »Ich kann nichts dafür«, jammerte er wie ein kleiner Junge. »Woher hätten wir denn wissen sollen, dass der Typ sich wehrt? Und dass er 'nen Hund hat, hast du uns auch nicht gesagt. Dann hätten wir bestimmt nicht .«

»Der Auftrag war doch eindeutig!«, fuhr Theo aufgebracht dazwischen. »Ihr fahrt hin, erledigt Kallsen und bekommt eure Kohle. Mal ehrlich: Kann es noch einfacher sein?«

Die Antwort klang jämmerlich: »Der Scheißköter hat mich gebissen.« Zur Erklärung hielt Ronny seinen rechten Arm empor. Im unteren Bereich wies seine Lederjacke mehrere Löcher auf. »Jacky vom Tresen hat 'nen Verband drum gemacht, ansonsten wär ich wahrscheinlich schon .«

»Ich will den ganzen Mist nicht hören!«, fauchte Theo dazwischen. »Wenn's nach mir ginge, hätte dir der Köter den Arm auch gerne abbeißen dürfen - dann müsste ich mir wenigstens dein bescheuertes Gelaber nicht anhören.«

Nach dieser eindrucksvollen Mitleidsbekundung herrschte eine Weile Schweigen. Und während Ronny noch immer mit hängenden Schultern vor der Tür stand, war Theo hinter seinem Schreibtisch angekommen. Er zog eine Schublade weiter unten heraus.

»Ich kann's noch mal probieren, Boss. Wenn Kallsen aus dem Krankenhaus rauskommt, dann .«

». versaust du's garantiert wieder!«, vervollständigte Theo, von freudlosem Lachen begleitet. Er richtete sich hinter seinem Schreibtisch auf. Danach war auch klar, was er aus der Schublade geholt hatte: einen Revolver. Von kleinem Kaliber, wie ihn Frauen gern in ihrer Handtasche verstauen. Dessen Mündung zeigte direkt in Ronnys Gesicht.

Doch der sah noch relativ unbekümmert aus, war solche Drohgebärden offensichtlich gewohnt. »Ich bring das wieder in Ordnung, Boss. Indianerehrenwort!«

»Indianerehrenwort«, wiederholte Theo gedehnt. »Du hast sie echt nicht mehr alle.«

Ronny zuckte mit den Schultern. Was sollte er auf eine solche Feststellung auch erwidern?

Sein Chef hingegen kam immer mehr in Fahrt. »Was ist, wenn die Bullen dich schnappen und unter Druck setzen? Hältst du dann auch artig die Fresse . als großer Indianerhäuptling?«

»Logisch!«

»Und wenn einer von denen genauso korrupt wie seine Kiez-Kollegen ist - was willst du anstellen, wenn sie deiner kleinen Schwester 'ne Wumme an den Kopf halten? Ganz entspannt 'ne Friedenspfeife stopfen und die Sache am Lagerfeuer aussitzen?«

Ronnys Miene verzog sich angestrengt, ein Anzeichen dafür, dass er den Sinn von Metaphern nicht auf Anhieb erkannte. Und weil er sich mit seiner Antwort zu viel Zeit ließ, stand Theo kurz darauf nur noch zwei Meter von ihm entfernt. Die Mündung des Revolvers zeigte mittlerweile auf Ronnys Eingeweide.

Auf dessen Stirn standen inzwischen Schweißperlen, was seine demonstrierte Zuversicht nicht gerade glaubhafter erscheinen ließ. »Ich krieg das schon hin, Boss. Gib mir'n bisschen Zeit, dann .«

»Zeit?«, wiederholte Theo. Sein höhnischer Tonfall verriet, was er von dieser Bitte hielt. »Du hast es immer noch nicht kapiert: Wir haben alles, aber keine Zeit. Kallsen war ganz dicht davor, uns allen auf die Schliche zu kommen. Und wenn er die Aktion heute tatsächlich überlebt, dann ist er morgen vielleicht schon einen Schritt weiter. Das kann uns alle hinter Gitter bringen . oder Schlimmeres.«

Ronny brachte nicht mehr als ein fragendes Gesicht zustande.

»Kallsen ist mir im Prinzip scheißegal«, erklärte Theo mit beinahe versöhnlicher Stimme. »Wenn's nach mir ginge, hätte er sich gern in die Rente verabschieden und bis zum Abnibbeln mit seinem Köter Gassi gehen dürfen. Dahinter steckt viel mehr, du dämlicher Hornochse!«

Trotz dieser neuen Beschimpfung entspannte sich Ronnys Gesicht zusehends. Seine nächste Frage läutete er mit einem Grinsen ein. »Für wen arbeiten wir eigentlich, Boss?«

»Wenn ich das erzähle, müsste ich dich hinterher erschießen.«

»Dann lässt du's lieber«, kam es dümmlich lachend zurück.

Theo setzte einen halben Schritt nach hinten. Die Mündung des Revolvers zeigte unverändert auf die Eingeweide seines Handlangers. Im Schankraum schwoll das allgemeine Gegröle noch weiter an. Der Streit dort lief wohl langsam aus dem Ruder.

Ronny nutzte die Gelegenheit für einen unbeholfenen Vorstoß: »Alex ist tot und wegen mir brauchst du dir keine Sorgen zu machen: Ich halt garantiert die Fresse.«

»Ich weiß!« Theo setzte noch einen halben Schritt zurück. Die Hand, in der er den Revolver hielt, wanderte ein paar Zentimeter empor. Der Schuss war nicht viel lauter als das Knallen einer Schranktür; war nebenan vermutlich niemandem aufgefallen. Und selbst wenn: Auf dem Kiez herrschten raue Sitten und es gab nur selten jemanden, der Mumm genug hatte, vor Gericht bei seiner Aussage zu bleiben. Spätestens, wenn bezahlte Schläger vor der Tür standen, verlor manch einer spontan das Gedächtnis und alle zuvor noch so farbenfrohen Erinnerungen.

Und käme in diesem Moment jemand durch die Tür ins Hinterzimmer, dann würde der nur über einen Muskelberg mit einem kleinen Loch in der Brust stolpern. Ronnys Kampf mit Gevatter Tod hatte lediglich ein paar Sekunden gedauert. Nach einem letzten schweren Atemzug sah sein Gesicht völlig entspannt aus. Beneidenswert!

Theo wollte sich gerade zu seinem Opfer hinunterbücken, da klingelte hinter ihm auf dem Schreibtisch das Telefon. Und das war sicherlich kein Zufall. Diese Nummer hatte nur eine Handvoll Leute. Einem davon hätte er sie - rückblickend betrachtet und allein nach den Ereignissen des heutigen Tages - lieber nicht geben sollen. Aber es gab eben Dinge, die man nicht rückgängig machen konnte.

Nach zwei langen Schritten stand Theo vor seinem Schreibtisch. Er hoffte, das Klingeln würde aufhören. Doch das Schicksal tat ihm diesen Gefallen nicht, also nahm er den Hörer ab.

Am anderen Ende der Leitung hörte er jemanden atmen. Dessen erste Frage erklang mit leiser, aber eiskalter Stimme: »Ist er tot?«

»Ich hab keine Ahnung«, erklärte Theo übereilt. Den verzweifelten Unterton hätte er sich lieber erspart. »Von den Typen, die ich auf Kallsen angesetzt hab, ist einer tot und der andere .« Sein Blick fiel auf Ronny, der ein paar Meter entfernt reglos auf dem Teppichboden lag. ». auch. Aber der Trottel meinte, er hätte Kallsen zweimal getroffen - einmal davon in Hals oder Kopf.«

»Ist er tot?«, fragte die Stimme ein weiteres Mal...

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