Juni und ich - Flunkern wie gedruckt

Band 1
 
 
cbj (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. April 2013
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09241-2 (ISBN)
 
Das erste Kinderbuch des Bestsellerduos!

Endlich! Juni alias Carla, 12 Jahre, na ja, fast, darf bei der Schülerzeitung mitmachen. Blöd nur, dass sie keiner ernst nimmt. Doch dann wird der Chefredakteur krank, und die Oberstufenzicken schmeißen hin - schon kommt Carlas Chance: Sie flunkert, nur ein bisschen! Und schwupps, schon denken alle, ihre Vorschläge und Artikel stammen eigentlich von der berühmten Bloggerin Juni, die aus dem Hintergrund der Chefredaktion unter die Arme greift . Klar, dass damit das Flunkern erst so richtig anfängt - aber ein Mädchen muss tun, was ein Mädchen tun muss!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 8
  • |
  • 8 s/w Abbildungen
  • |
  • Mit s/w Vignetten
  • 1,32 MB
978-3-641-09241-2 (9783641092412)
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2. Kapitel

Vorm Schulgebäude. Alles wie immer.

Aber einige Leute wissen nicht, was sie tun.

»Hey, Vorsicht! Willst du mich über den Haufen rennen?« Das Mädchen mit den kinnlangen roten Haaren guckt erschreckt hoch – sie hat mich erst in dieser Sekunde bemerkt. Dabei ist sie eigentlich direkt auf mich zugesteuert. Nur leider eben rückwärts. Und da hat der Mensch nun mal keine Augen im Kopf.

Gibt’s ja nicht! Was macht die bloß?

»Tschuldigung«, stottert sie, »ich hab dich gar nicht gesehen.«

»Ich hab’s gemerkt.«

»Tja, war so beschäftigt mit den Fotos«, fügt sie erklärend hinzu. Fotos? Jetzt sehe ich es auch: In den Händen hält sie eine Kamera. Offenbar hat sie die ganze Zeit unsere Schule fotografiert und dabei den Rückwärtsgang eingelegt. Seltsam.

»Machst du Fotos von unserer Schule?«, will ich wissen. Sie nickt.

»Ja.«

»Und warum?«

»Ich fotografiere eben gern. Schon immer. Ich werde mal Fotografin.«

»Aha. Aber wieso gerade unser Schulgebäude?« So besonders aufregend sieht das ja nun nicht gerade aus und sie selbst gehört nicht zum Henri-Nannen-Gymnasium. Da sie ungefähr so alt ist wie ich, wäre sie mir sonst schon mal aufgefallen.

»Ich bin neu hierhingezogen. Heute ist mein erster Schultag am Henri Nannen, den dokumentier ich.« Sie macht eine kurze Pause. »Ich heiße übrigens Lilli.«

Dann will ich mal freundlich sein und den Neuzugang herzlich willkommen heißen.

»Ich bin Carla. 6b bei Frau Willich und Herrn Andres. Hoffe, dir gefällt es hier.«

Lilli nickt wieder.

»Ja, danke. Ich weiß noch nicht, in welche Klasse ich komme. Erfahre ich bestimmt gleich. Ich mach dann mal weiter.« Ohne ein weiteres Wort hebt sie ihre Kamera und fotografiert schon wieder. Die ist ja schräg. Ich drehe mich um und gehe die Stufen zum Eingang hoch. Schnell Isa finden – die sechs Wochen, ohne sie jeden Tag zu sehen, waren ganz schön lang!

Eine Stunde später.

Man sieht sich immer zweimal im Leben.

Während wir den ersten Klassenrat im neuen Schuljahr abhalten, der im Wesentlichen daraus besteht, sich die wichtigsten Neuigkeiten der letzten sechs Wochen zu erzählen, klopft es.

»Herein!« Frau Willich guckt neugierig Richtung Tür. Ich und die anderen sechsundzwanzig Schüler der 6b auch. Als Erstes taucht der Kopf von Frau Hansmann, unserer Unterstufenleiterin auf. Und zwei Sekunden später folgt ein Gesicht, das ich heute schon einmal gesehen habe: Lilli.

»Hallo 6b!«, begrüßt uns Frau Hansmann fröhlich. »Ich möchte euch eine neue Mitschülerin vorstellen: Lilli Weidinger. Lilli kommt aus München und ist in den Sommerferien zu uns nach Hamburg gezogen. Ich hoffe, sie wird sich bei uns wohlfühlen. Ihr könnt ihr bestimmt dabei helfen, sich hier gut einzuleben.«

Wir nicken brav, Frau Willich steht auf, geht zu Lilli und reicht ihr die Hand.

»Hallo, Lilli! Schön, dass du da bist. Dann wollen wir mal einen Platz für dich suchen. Oder hast du vielleicht eine Idee, neben wem du sitzen möchtest?«

Unsicher sieht sich Lilli im Klassenzimmer um, dann entdeckt sie mich.

»Da!« Sie zeigt auf mich. »Ich würde gern neben Carla sitzen, wenn das kein Problem ist.«

Frau Willich lächelt. »Ach, ihr kennt euch schon? Das ist ja nett. Na, dann machen wir das so. Es ist sowieso nicht gut, dass Carla und Isa immer nebeneinandersitzen. Die beiden quatschen mir ohnehin ein bisschen zu viel.«

Waaas? Och Mann, nö! Das kann doch wohl nicht wahr sein. Steht das nicht sowieso im Grundgesetz, dass jeder Mensch das Recht auf freie Sitzplatzwahl hat? Das muss doch dann auch für mich gelten. Und ich will weiter neben meiner besten Freundin sitzen!

Frau Willich legt kurz die Stirn in Falten, dann verkündet sie die neue Sitzordnung: »Also, Isa, setz dich bitte auf den freien Platz neben Ben. Dann kann sich Lilli links neben Carla setzen. Wunderbar. Das ging ja schnell.«

Wunderbar? Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Isa und ich sehen uns an und verdrehen gleichzeitig die Augen, dann nimmt Isa ihre Tasche und trottet zu Ben, dem Streber. Das ist ja ein super Start ins neue Schuljahr …

»Hi, Carla!«, sagt Lilli zu mir, grinst mich fröhlich an und lässt sich auf Isas Stuhl plumpsen. Ich nicke nur mürrisch und sage nichts. Wegen dieser rothaarigen Irren kann ich jetzt nicht mehr neben Isa sitzen! Auch die guckt böse zu Lilli rüber. Aber die merkt überhaupt nichts, sondern grinst einfach nur blöd weiter. »Ist ja toll, dass wir jetzt wirklich in einer Klasse sind!«, sagt sie dann noch.

Ja, supertoll! Vielen Dank.

Vielleicht können Isa und ich mit Frau Willich reden und sie bequatschen, dass sie die Sitzordnung wieder ändert. Allerdings muss das noch bis morgen warten, denn heute habe ich nach der Schule etwas viel Wichtigeres vor: meine erste Redaktionskonferenz der Feder !

Einen halben Tag später.

Ort des Geschehens: Redaktionsraum der »Feder«.

Adrenalinspiegel: am oberen Limit.

Der Gemeinschaftsraum des Henri-Nannen Gymnasiums ist gleichzeitig das Redaktionsbüro der Feder. An den Wänden hängen die Titelblätter der vergangenen Ausgaben. Die Zeitung gibt es bereits einige Jahre und sie hat sogar schon ein paar Preise gewonnen. Allerdings nicht mehr in den letzten Jahren, aber das soll sich ab sofort ändern. Die alten Sofas und Sessel, die im Raum herumstehen, sind bis auf den letzten Platz besetzt. An einem Tisch am Kopfende des Zimmers sitzt der Chefredakteur Hendrik Aschenbach und wartet darauf, die erste Redaktionskonferenz zu eröffnen. Hendrik geht schon in die Zwölfte und sieht mit seinen schwarzen Haaren und den blauen Augen echt ziemlich toll aus. Was mir als Vollprofi natürlich völlig egal ist, solange er seine blauen Augen dazu benutzt, mein Talent zu erkennen. Ich selbst sitze direkt links neben der Tür und warte gespannt darauf, dass es endlich losgeht. Mann, ich bin ganz zittrig! Zur Unterstützung habe ich deshalb sogar Isa mitgebracht, obwohl der die Schülerzeitung eigentlich wurscht ist

»Willkommen im neuen Schuljahr!«, begrüßt Hendrik die Anwesenden. »Schön, dass ihr alle gekommen seid! Ich fange dann gleich mal mit dem wichtigsten Punkt an: In acht Wochen läuft die Frist für den jährlichen Wettbewerb Zeitung macht Schule ab, und ich habe mir fest vorgenommen, dass wir den Preis dieses Jahr mal wieder gewinnen! Nach sechs Wochen Ferien habt ihr bestimmt einen Sack toller neuer Themenideen für die nächste Ausgabe mitgebracht. Dann lasst mal hören!«

Alle schauen betreten zu Boden. Grabesstille senkt sich über den Raum. Hendrik Aschenbach lässt seinen Blick von einem zum anderen wandern, nickt hier und da jemandem aufmunternd zu, aber genauso gut könnte er versuchen, die Bewohner eines Aquariums zum Reden zu bringen. Schließlich sieht er mich an, ganz direkt, und ich glaube sogar, dass er mir ebenfalls ermutigend zunickt. Wirklich irre, diese blauen Augen!

Ich stehe auf, schlagartig sind alle Blicke auf mich gerichtet. »Hi, ich heiße Carla Ehrenthal und gehe in die 6b. Hier habe ich«, ich mache ein paar Schritte auf Hendrik zu und strecke ihm ein Blatt Papier mit meinen Notizen entgegen, »ein paar Ideen für die neueste Ausgabe aufgeschrieben.«

»Dann lies doch mal vor«, sagt er.

»Okay.« Ich nehme das Blatt und fange an, meine Themen vorzulesen. Noch bevor ich bei meinem dritten Punkt bin, sehe ich aus den Augenwinkeln, dass Hendrik von einem Ohr zum anderen grinst. Habe ich irgendwas Blödes gesagt? Unsicher mache ich eine Pause.

»Tja, weißt du, Carla – es ist toll, dass du dir schon so viele Sachen überlegt hast. Allerdings müsstest du deine Ideen einem anderen überlassen, neue Mitglieder setzen wir noch nicht als Redakteure ein. Die müssen sich erst mal im Back Office bewähren.«

Back Office? Was meint er denn damit? Ich gucke kurz zu Isa, auch die zuckt mit den Schultern. Etwas ratlos lächle ich...

"Eine schöne Geschichte vom Erfolgsduo 'Anne Hertz' über den Glauben an die eigenen Fähigkeiten und das Stolpern über kleine und große Lügengespinste."
 
"Der Auftakt ist mehr als gelungen."
 
"Das Schwestern-Duo Anne Hertz liefert allerfeinsten Lesespaß. Urkomisch und lebensweise."
 
"Ein humorvolles Buch für junge Mädchen, mit einer liebenswerten, chaotischen Hauptperson, die man einfach gern haben muss."
 
"In den Büchern des Autorenschwesternpaars Anne Hertz steckt so viel Liebe und Ehrlichkeit, Spaß und Alltagsdramatik, dass man sich einfach darin verkriechen muss."
 
"Juni und ich bietet alles, was ein Mädchenherz höher schlagen lässt"
 
"Dieses Buch ist nicht nur wunderschön gestaltet und lädt zum Lesen ein, sondern ist auch vom Inhalt wundervoll."
 
"Die Lehre, welche sich in diesen wunderschön gestalteten Seiten verbirgt, ist wirklich super dargestellt und durch die detailverliebte Aufmachung des gesamten Werkes, noch mehr hervorgehoben."

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