Entfesselt

Roman
 
 
Maennerschwarm (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Februar 2011
  • |
  • 119 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86300-009-7 (ISBN)
 
Auf der Suche nach dem schnell verdienten Geld bewirbt sich Leon bei einer Filmfirma. Ein Freund hatte ihm den Job empfohlen, was ist bei Aktfotos auch schon dabei! Leons erster Schock: hier gibt's gar keine Frauen! Und gleich darauf der zweite: die Fotos werden nicht etwa gestellt, hier geht es ganz real und eher heftig zur Sache. Auch wenn er nicht mehr ganz so jung ist: Leon braucht das Geld, und so lässt er sich auf einige gänzlich neue Erfahrungen ein. Dafür wird er belohnt: Tristan, sein Filmpartner, ist sofort von Leons Schönheit verzaubert, und Leon entpuppt sich als Bondage-Naturtalent. Nach anfänglichen Schwierigkeiten können die beiden vor der Kamera ganz einfach das tun, was sie ohnehin am liebsten miteinander anstellen würden. (RoteReihe)
  • Deutsch
  • 0,19 MB
978-3-86300-009-7 (9783863000097)
3863000099 (3863000099)
weitere Ausgaben werden ermittelt

«Name?»

«Leon Owen.»

«Alter?»

«29.»

«Größe?»

«Ein Meter zweiundachtzig.»

«Gewicht?»

«75 Kilo.»

«Schwanz?»

«Bitte?»

«Penislänge. Los, Kleiner, ich hab‘ nicht den ganzen Tag Zeit.»

«Acht Zentimeter.»

«Erigiert natürlich.»

«Ach so. Fünfzehn Zentimeter.»

«Beschnitten?»

«Nein.»

«Irgendwelche Krankheiten?»

«Heuschnupfen.»

«Sag mal, willst du mich auf den Arm nehmen? AIDS? Pilze?»

«Nein.»

«Tabus?»

«Bitte?»

«Irgendwas, das du nicht machst?»

«Fällt mir jetzt nichts ein ...»

«Aber du wirst doch wohl wissen, ob du etwas absolut nicht magst? KV? NS? DS? FFT? LL? Na?»

«Ich … bin für alles offen.»

«Ja, Süßer, offen musst du hier auch sein. Tut mir Leid. Kleiner Scherz. So, unterschreib bitte hier, da und da auch noch mal. Deinen Ausweis brauche ich noch. Danke. Jetzt kannst du in die Umkleide gehen und dich ausziehen. Bist du rasiert?»

«Um ehrlich zu sein ... nein?»

«Immer diese Anfänger. Rasierer findest du in der Dusche. Beeil dich. Die Aufnahme beginnt in fünfzehn Minuten in Studio Drei.»

«Wie ist das mit der ...»

«Bezahlung? Gibt’s bar auf die Kralle, wenn du fertig bist. Hier ist dein Vertrag. Und jetzt: husch, husch!»

 

Leon wischt seine feuchten Hände an der Jeans ab, nimmt die Papiere entgegen und steckt sie gefaltet in die hintere Hosentasche. Er wirft einen letzten Blick auf die Frau am Schreibtisch hinter dem Empfangstresen: Kurze rote Haare, ein silbernes Piercing in der Nase, die grünen Augen schwarz umrandet, zwischen den Lippen eine Kaugummiblase. Für sie ist Leon anscheinend nur das alltägliche Geschäft, nicht mehr als eine der Karteikarten, die sie nun in den großen Aktenschrank hinter sich einordnet. Wahrscheinlich würde sie ihn auslachen, wenn sie wüsste, dass ihm das Herz bis zum Hals schlägt.

 

Das laute Plopp der platzenden Kaugummiblase holt ihn aus seinen Gedanken.

«Noch Fragen?» Die Frau hebt eine Augenbraue und Leon schüttelt rasch den Kopf. Er scheint bisher keinen besonders guten Eindruck gemacht zu haben und möchte sich nicht noch mehr Minuspunkte einhandeln.

Er dreht sich um und geht in Richtung Umkleideraum. Der dicke Teppich verschluckt das Geräusch seiner Schritte.

In der Umkleide riecht es nach Seife. An der Wand ist ein verrosteter Duschkopf installiert, der Boden beige gefliest. Auf der Holzbank vor sich findet er ein Handtuch und dunkle Shorts.

Er zieht sich aus und steigt unter die Dusche. Auf der Seifen­ablage liegen verpackte Einmal-Rasierer und kleine Fläschchen Waschlotion.

Leon hat sich noch nie den Intimbereich rasiert und zögert, bevor er sich üppig einschäumt und schließlich vorsichtig die ersten Schamhaare entfernt. Als die Haut um Schwanz und Eier herum glatt ist, fährt er mit der Brust fort, beschließt jedoch, die Haare unter den Achseln stehen zu lassen. Ein wenig Männlichkeit würde man ihm wohl gewähren.

 

Vor einem Spiegel gleich neben der Tür bleibt er stehen und seufzt. Nie hätte er vermutet, dass er einmal mit Sex sein Geld verdienen würde. Doch seine Stelle im Tiefbau hatte er vor einem Vierteljahr verloren. Leon muss für seine beiden Töchter Unterhalt bezahlen – unmöglich ohne einen anständigen Job. Wenn er die Zahlungen nicht aufbringt, kann seine Ex-Frau ihm das Besuchsrecht verweigern – und um das zu verhindern würde Leon alles tun.

Er streift die Shorts über – eng, aber bequem – und macht sich auf die Suche nach Studio Nummer Drei. Mit klammen Fingern klopft er an und horcht. Langsam öffnet er die Tür und geht hinein.

Der Raum ist weitläufig, die Wände sind in einem dunklen Rot gestrichen. Es riecht nach Leder und jungem Holz. Mehrere hohe Scheinwerfer sind auf ein niedriges Podest gerichtet. Für die intime Atmosphäre sollen ein paar Kerzenständer sorgen. Verschiedene Einrichtungsgegenstände geben Leon Rätsel auf, so etwas hat er noch nie gesehen.

Die einzigen Möbel, deren Funktion er eindeutig zuordnen kann, sind ein Bett und ein Schrank, beide außerhalb des Aufnahmebereichs.

 

«Du musst Leon sein. Ich habe dich schon erwartet.»

Erschrocken dreht er sich zur Seite. Der Mann ist gut einen Kopf größer als Leon und blickt freundlich, aber auf eine gewisse Art auch gebieterisch auf ihn hinab. Mit seiner dunklen Kleidung und den langen schwarzen Haaren erinnert er an ein Mitglied einer Heavy Metal Band.

Leon tritt einen Schritt zurück und nickt höflich. «Leon Owen. Guten Tag.» Unsicher, was als Nächstes geschehen wird, wartet er ab.

«Nun, wenn du bereit bist, von mir aus können wir loslegen.» Der Mann lächelt. Seine Zähne blitzen auf.

Leon nickt erneut. Je eher sie beginnen, desto eher würden sie fertig sein, sagt er sich. Er sieht sich um, auf der Suche nach einer Partnerin. Er wird ja wohl nicht alleine …

«Du bist das erste Mal hier, nicht wahr?» Die Augen des Mannes mustern ihn ausgiebig. Ein eisiger Schauer läuft über Leons Rücken und ganz plötzlich kommt er sich so … nackt vor.

«Ja.» Seine eigene Stimme klingt ihm fremd, so kleinlaut und schwach.

Der Mann mustert ihn von allen Seiten und erwidert barsch: «Das heißt ‹Ja, Herr›.»

Leon meint, sich verhört zu haben. «Bitte?»

«Deine Antwort hat ‹Ja, Herr› zu lauten. Dieses Mal werde ich es durchgehen lassen. Wieso bist du hier, Leon?»

«Ich brauche Geld.»

«Herr!»

«Was?»

«Ich brauche Geld, Herr.»

«Ich verstehe nicht.»

Leon schaut zu, wie der Mann vor die Scheinwerfer tritt und auf den Boden zeigt. «Knie dich dort hin und leg die Hände auf den Rücken.»

Irritiert weicht Leon zurück. «Warum?»

«Wenn du Geld verdienen möchtest, solltest du tun, was ich dir sage.» Der Tonfall wird ein wenig ungeduldig.

Leon sinkt auf die Knie und kreuzt die Arme hinter seinem Rücken. Dann hebt er den Kopf, um den Mann über sich anzusehen.

«Gesicht zur Wand gerichtet.»

Leon gehorcht, auch wenn ihm die Situation ganz und gar nicht geheuer ist. Doch er möchte sein Bestes geben, um seinem neuen Arbeitgeber zu gefallen.

«Du weißt, dass wir hier Fotos machen, richtig?»

«Das wurde mir gesagt.»

«HERR!»

Ein Zucken durchfährt Leons Körper, als er das strenge Brüllen hört. Er beginnt zu verstehen und in das kuriose Spiel einzusteigen. Wo ist er hier nur hineingeraten? «Das wurde mir gesagt, Herr.»

«Geht doch. Brav. Nun, ich möchte dir etwas erklären.» Die Worte klingen sanfter. «Wir schneiden jede Session per Video mit und stellen nachher die besten Szenen zum Download ins Internet. Deswegen ist es wichtig, dass du einige Regeln lernst, die du während der Aufnahmen zu beachten hast.»

Leon rutscht unruhig auf den Knien hin und her. Auf der Wand, die er anstarrt, löst sich an einigen Stellen die Farbe. Der Boden, auf dem er hockt, ist mit einem schwarzen Teppich ausgelegt, der sich rau anfühlt. Als er den Vertrag unterschrieb, hatte er mit Nacktaufnahmen und gestellten Sexszenen gerechnet. Aber danach sieht es überhaupt nicht aus. Eine dicke Gänsehaut überzieht seinen Körper. Warum hatte er seinen Kumpel nicht gründlicher ausgefragt? Und was noch viel wichtiger ist: Wieso ist er mit diesem Mann allein? Ganz ohne Frauen?

 

«Hörst du mir eigentlich zu, wenn ich mit dir spreche?»

Leon schreckt aus seinen Überlegungen. «Natürlich … Herr.» Den Mann so formell anzusprechen ist merkwürdig und allmählich dämmert ihm, was...

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