Die Welt der 1000 Reiche #5: Der Magnetfels

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2020
  • |
  • 120 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4382-5 (ISBN)
 
Goyan, der Tischlermeister, muss vor den Soldaten des Königs von Sibornien fliehen, die ihn wegen seiner Überfälle auf Warentransporte für Adrian Hemida, einem sehr einflussreichen Händler, suchen und stößt dabei auf die Hüter des Magnetfelses, die ihn bereits erwartet haben. Er soll für sie eine wichtige Aufgabe erfüllen, nämlich den "Eisenmann", wie sie Henry den Roboter nennen, dessen weitreichende Körperstrahlung einen unheimlichen und zudem schädlichen Einfluss auf die Hüter und den Magnetfels hat, aus ihrem Einflussbereich bringen, da er selbst dazu nicht in der Lage ist. Jovana kann ihn schließlich überzeugen, diese Aufgabe zu übernehmen. Doch wird ihr gemeinsamer Weg von Heimtücken und Hinterhalten überschattet und droht dadurch, kläglich zu scheitern ...
  • Deutsch
  • 0,34 MB
978-3-7389-4382-5 (9783738943825)

Prolog


 

Hurdy Gowan hatte schon ruhigere Tage erlebt.

An diesem Morgen erwartete ihn eine Nachricht, die er neben all den anderen Aufgaben, die er zu erledigen hatte, gerne einfach ignoriert hätte. Sein Ehrgeiz, sein Pflichtbewusstsein vor allem, ließ dies jedoch nicht zu.

Als Basiskommandant dieses Sektors war er oberste Behörde der terranischen Regierung und hatte sich um alles zu kümmern, was in seinen Verwaltungsbereich fiel.

Die militärische Lage war ruhig und stabil, Gott sei Dank, die kleineren Scharmützel mit den regionalen Herrschern liefen ohne viel Waffeneinsatz ab. Die Flotte konnte sich ohne sein Zutun darum kümmern.

Lediglich die Piraten bereiteten ihm wieder einmal Kummer. Sie verstärkten ihre Aktivitäten in einem bestimmten Bereich, der in seinem Sektor lag. Er musste sich also darum kümmern. Vielleicht konnte er hier sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn genau aus diesem Bereich war von Sharon Belinda das letzte Mal eine Nachricht eingetroffen.

Sharon Belinda arbeitete als freier Scout und war Schiffseignerin. In gewisser Hinsicht war sie selbstständig und eigenverantwortlich für ihr Tun. Sie musste sich allerdings ebenfalls an die Gesetze des Reiches halten und war damit ihm unterstellt. So einfach, wie sie wollte, konnte sie innerhalb des Reiches nicht herumkurven. Erst wenn sie das offizielle Hoheitsgebiet verließ, besaß sie Narrenfreiheit. In diesem Fall musste sie sich jedoch offiziell abmelden. Bislang hatte Sharon sämtliche Auflagen gewissenhaft erfüllt. Nun gab es allerdings seit Wochen keinen Kontakt mehr zu ihr. Dies war umso tragischer, als er ihr erlaubt hatte, ja ihr geradezu den Befehl erteilt hatte, nach ihrem verschwundenen Roboter zu forschen.

Während einer Fahrt bemerkte Sharon Belinda plötzlich das Fehlen ihres Roboters. Das Raumschiff befand sich im All und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf den nächsten Eintauchpunkt in den Hyperraum zu. Leider hatte Sharon nicht sofort das Verschwinden bemerkt, denn die Automatik führte das Schiff und deshalb bestand für sie kein Grund, ständig in der Zentrale anwesend zu sein. Wie viele Hyperraumeintritte das Schiff in der Zeit vom Verschwinden Henrys - so hieß der Roboter - bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie sein Verschwinden bemerkte, zurückgelegt hatte, wusste sie nicht.

An und für sich war das Verschwinden eine Unmöglichkeit. Tatsache blieb lediglich, dass der Roboter verschwunden war, auch wenn sich niemand erklären konnte, wie dies vor sich gegangen sein konnte.

Nicht nur Belinda ließ dies keine Ruhe.

Nach ihrer Rückkehr in die Basis drängte sie ziemlich bald darauf, den entsprechenden Raumabschnitt erneut nach ihrem Roboter abzusuchen.

Hurdy Gowan hatte ihr dies genehmigt.

Eine Meldung, dass sie ihr Zielgebiet erreicht hatte, kam von ihr noch. Seither galt auch sie als verschollen.

Hurdy stieß einen tiefen Seufzer aus. Jetzt hielt er eine Nachricht in der Hand, die von einem erneuten Übergriff der Piraten sprach. Das Schiff war zwar nach Entrichtung einer beträchtlichen Summe Lösegeldes wieder ungeschoren freigelassen worden, aber trotzdem konnte er dies in seinem Bereich nicht tolerieren.

Es wurde Zeit, einen Mann in diesen Sektor zu entsenden, der das Piratenunwesen untersuchen sollte.

 

*

Harold McCormick war jener Mann, der Hurdy Gowan als Erster über den Weg lief, als er aus seinem Büro trat. Weil er ohne lange zu überlegen den erstbesten Mann mit dieser Situation betrauen wollte, denn schließlich arbeiteten für ihn nur die besten Kräfte, war es unnötig, nach einem besser geeigneten Mitarbeiter zu forschen.

"Ah, wie gut, dass ich dich treffe", sagte Gowan in geschäftlichem Ton. "Du kannst gleich mit mir in mein Büro kommen."

"Das klingt nach harter Arbeit", versuche McCormick noch zu scherzen, folgte aber seinem Chef widerspruchslos.

"Du fliegst den Aufklärer Nummer drei?", vergewisserte sich Gowan und blickte McCormick an, als wüsste er es nicht sicher, dabei wusste jeder, dass Hurdy Gowan jedes Detail der Basis sehr wohl kannte - und dazu gehörte auch, wer welche Maschine flog.

Gleich nach diesen Worten bat er den Piloten, Platz zu nehmen.

McCormick brauchte gar nicht zu antworten, denn er kannte die psychologischen Spielchen seines Chefs. Das war dessen Art, ihn auf eine unangenehme Aufgabe vorzubereiten. McCormick befürchtete bereits das Schlimmste.

"Die Piraten werden wieder aktiv!", sagte Gowan dann endlich nach einer Weile, in der die Spannung immer mehr gestiegen war.

"Ein Kampfeinsatz?", fragte McCormick gleich.

Hurdy Gowan konnte ihn beschwichtigen. "Vorerst geht es um reine Aufklärung. Einen Mann allein kann ich nicht in einen Kampfeinsatz schicken. Nein, es geht darum ."

Zuerst berichtete Hurdy Gowan von der Nachricht, die er heute Morgen vorgefunden hatte, und anschließend erzählte er die Geschichte von dem verloren gegangenen Roboter, obwohl die schon allgemein die Runde gemacht hatte, aber aus dem Mund des Chefs bekam sie natürlich einen anderen Stellenwert. Schließlich endete er mit dem Verschwinden von Sharon Belinda.

"Irgendetwas tut sich da draußen", sagte Hurdy Gowan. "Ich bin mir nicht sicher, ob die Piraten die eigentlich Verantwortlichen dafür sind, aber so ganz unbeteiligt sind sie sicherlich nicht."

"Das soll ich also herausfinden?"

McCormick überlegte, wie er das in der Enge der Kanzel eines Aufklärers bewerkstelligen sollte. So einfach, wie es sich zu Beginn anhörte, dürfte der Flug doch nicht werden.

"Ich soll wohl das Wunder vollbringen und die Piraten finden, nach denen wir seit Jahren Ausschau halten?", vermutete er.

"In der Tat. Nach dem Motto: Wenn wir es nicht versuchen, finden wir sie nie. Du suchst den gesamten Raumabschnitt ein weiteres Mal ab und vielleicht wirst du diesmal fündig."

 

*

 

McCormick begründete seine Hoffnung natürlich darauf, weil er überraschend in diesem Raumabschnitt erscheinen würde und ein Aufklärer zu den kleinsten Schiffstypen zählte, die interstellare Entfernungen zurücklegen konnten. Als Aufklärer musste das Schiff sowohl All- wie auch Atmosphärentauglich konstruiert sein. Im Prinzip glich das Schiff einer spitz zulaufenden Pyramide. Für den Atmosphärenflug konnten auf zwei Schenkelseiten bei Bedarf Flügel ausgefahren werden. An der Spitze waren die Waffensysteme untergebracht. Die stärkste Waffe, eine starr eingebaute Laserkanone, war mit der Steuerung des Piloten gekoppelt. Die restlichen Waffen konnten individuell gesteuert werden. Dafür begleitete bei einem Kampfeinsatz ein zweiter Mann den Piloten.

Harold McCormick flog diesmal allein.

Als er aus dem Hyperraum kam, schlug seine Ortung bereits nach drei Sekunden Alarm.

McCormick richtete die Nase seines Schiffes aus, bis sie auf den georteten Gegenstand zielte.

Ein kleines Schiff, das scheinbar bewegungslos im All hing.

Drei weitere Sekunden dauerte es, bis die Funkanlage ansprach.

"Die haben wohl ein schlechtes Gewissen", sagte sich McCormick und blickte mehrere Sekunden auf die aufblinkenden Leuchtanzeigen, ehe er das Gerät aktivierte.

"Aufklärer drei auf Kontrollflug. Ich hoffe, Sie können sich ausweisen!"

McCormicks Stimme klang befehlsbetont und ließ von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hatte.

"Nicht gleich so aggressiv", kam postwendend die Antwort zurück. "Wir haben dich weder mit unseren Kanonen empfangen noch hast du uns bei einer kriegerischen Handlung erwischt. Wir sind ein privates Raumschiff und untersuchen hier ein interessantes Phänomen, das die Flotte durchaus ebenfalls interessieren könnte. Also verscherz es nicht gleich in der ersten Sekunde mit uns. Noch haben wir uns ja nicht einmal von Angesicht zu Angesicht gesehen."

"Wenn ich mich überzeugt habe, wer ihr seid, können wir uns gerne freundlich weiter unterhalten. Also, mit wem habe ich es tun?"

"Mister Unbekannt, bevor du weiter in dein Unglück rast: Stopp die Maschinen des Schiffes. Mit gleichbleibender Geschwindigkeit gerätst du in etwa vier Minuten in den Einflussbereich eines Planeten, den deine Sensoren vermutlich erst zu spät entdecken würden. Dieser Planet besitzt die unangenehme Angewohnheit, sämtliche auf Energiebasis laufenden Maschinen unbrauchbar zu machen."

Die Worte klangen so bestimmt, dass McCormick ein eigenartiges Gefühl ergriff.

Wie sollte er sich entscheiden.

Wenn er den Worten glaubte und sie stellten sich im Nachhinein als Falle heraus, war er der Geleimte, wenn sie allerdings der Wahrheit entsprachen .

"Die Zeit läuft", klang die Stimme aus dem Funkgerät.

McCormick entschied sich zuerst, eine Schleife zu fliegen. Das gab ihm immerhin Zeit. In der Zwischenzeit liefen sämtliche Erfassungsgeräte auf Hochtouren, doch alle Ergebnisse, welche sie brachten, lagen in einem prächtigen Mittelwert.

"Ich kann keinen Beweis liefern", sagte da unvermittelt wieder die Stimme. "Wenn es allerdings zu spät ist, kannst du dich über die Richtigkeit meiner Warnung - ärgern. Verdammt, Mann, ich meine es ernst.

Wir versuchen die Welt dort unten seit Jahren zu ergründen, und jetzt kommst du daher geprescht und glaubst, jahrelange Arbeit einfach ignorieren zu müssen. Nur zu, flieg die Welt an! Gib uns allerdings deine Daten weiter. Wir können sie gebrauchen."

"Wer sind Sie?", rief McCormick. Diesmal hatte er eigentlich damit gerechnet, den Namen eines Instituts oder einer bekannten Firma zu hören, doch dass er stattdessen den Namen eines der...

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