Der Triumph der Zwerge

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Februar 2015
  • |
  • 656 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96961-1 (ISBN)
 
Der Krieg um das Geborgene Land scheint vorüber. Frieden kehrt ein und die Völker festigen ihre Freundschaft, um geeint jeder Gefahr zu trotzen. Doch die Elben schmieden in ihren alten Reichen einen bedrohlichen Bund. Und im Grauen Gebirge wird ein Menschenkind aus dem Jenseitigen Land gefunden, das die Sprache der Albae spricht. Auf wundersame Weise gewinnt das Mädchen die Gunst vieler Bewohner des Geborgenen Landes, während die Zwerge dem Neuankömmling misstrauisch gegenüberstehen. Als ein übermächtiger Feind im Gebirge gesichtet wird, stellt sich heraus, dass das Mädchen ein Geheimnis hat, das die Zukunft des Volkes der Zwerge verändern wird. Wird eine letzte Schlacht geschlagen werden müssen? Und handelt es sich bei dem zurückgekehrten Tungdil tatsächlich um den legendären Helden der Axtschwinger? ... Der heiß ersehnte letzte Band macht die Bestsellerserie um »Die Zwerge« endlich komplett.
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  • 4,08 MB
978-3-492-96961-1 (9783492969611)
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Markus Heitz, geboren 1971, lebt als freier Autor im Saarland. Mit »Ulldart« begann seine einzigartige Karriere. Seine Romane um »Die Zwerge« wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und standen wochenlang auf den Bestsellerlisten. Mit »Die Legenden der Albae« führte Markus Heitz alle Fans in die Welt der Dunkelelfen. Als einziger deutscher Autor gewann er bereits elf Mal den Deutschen Phantastik Preis.

PROLOG


Das Geborgene Land,

Elbenreich Ti Lesinteïl

(einstiges Albaereich Dsôn Bhará),

6492. Sonnenzyklus, Frühsommer

Raikan von Auenwald zügelte sein Pferd, als der kaum noch wahrnehmbare Rand des Kraters erschien, in dem das Albaereich der verhassten Drillinge gelegen hatte. Die vierköpfige Begleiterschar des Thronanwärters von Tabaîn schloss auf, fächerte rechts und links von ihm auseinander, bevor sie anhielt. Noch in den Sätteln ließen die drei Männer und zwei Frauen, die sichtlich teure Kleidung und leichte, helle Mäntel trugen, die ungläubigen Blicke schweifen. Mit einer solchen Veränderung hatte keiner von ihnen gerechnet.

»Ich hätte jede Wette verloren.« Der hochgewachsene, dunkelhaarige Raikan gehörte einem alten Adelsgeschlecht an und galt als kommender Regent, sofern sein älterer Bruder Natenian wie versprochen aus Krankheitsgründen seine Ansprüche zurückzog. Daher lag es an ihm, die Unterredung mit den Elben zu führen, die sich nach der Befreiung von den Albae an diesem Ort niedergelassen hatten.

»Ich auch«, gab sein Freund Tenkil von Hoge verblüfft zu und legte eine Hand als Blendschutz waagrecht gegen die Stirn; mit dem Daumen strich er einige schwarze Strähnen zur Seite. Er war der Kräftigste der Truppe, die Muskeln verlangten nach vielen Ringen, um das Kettenhemd in seiner Größe zu flechten. Der Krieger hatte sich nicht von der Rüstung abbringen lassen, obwohl es sich um einen friedlichen Besuch bei Nachbarn handelte. Er schleppte auch die meisten Waffen an seinem Wehrgehänge. »Wie gelang das?«

Lilia, Ketrin und Irtan indes schwiegen, sie waren noch zu sehr mit Staunen beschäftigt.

Raikan dachte an die vergangenen Umläufe von Herbst, Winter und Frühjahr, die Heldentaten, Sterben und Siege bargen.

Welle um Welle an Kriegern war ausgerückt, um die Dsôn Aklán und die letzten Schwarzaugen im Norden des Geborgenen Landes zu vernichten. Letztlich gelang es den tapferen Streitern - unter unglaublichen Verlusten.

Danach hatte man begonnen, die Behausungen der Albae einzureißen, den Palastberg abzutragen und das Loch aufzufüllen; der Elb Ilahín und seine Gemahlin Fiëa hatten die Arbeiten überwacht.

Einen Zyklus nach dem Ende von Lot-Ionan, den Albae, des Drachen Lohasbrand und seiner Orks sowie des Kordrion kehrte im Geborgenen Land allmählich Ruhe ein. Die Throne der Menschenreiche waren besetzt, der Willkür sowohl der Einzelnen als auch der Massen wurden Riegel vorgeschoben. Recht und Ordnung hielten Einzug.

Das Königreich Tabaîn befand sich nach Raikans Empfinden auf einem guten Weg. Ein paar Fürsten und Emporkömmlinge wollten noch in die Schranken gewiesen werden, um der Kornkammer im Nordwesten des Geborgenen Landes zur inneren Beständigkeit zu verhelfen.

Mitten in den Vorbereitungen zum Kronverzicht hatte die Brüder die Einladung des Elbenpaares Ilahín und Fiëa erreicht, nach Ti Lesinteïl zu kommen.

An den Hof.

Raikan hatte nicht gewusst, dass die wenigen Elben bereits einen König gewählt hatten oder dass ihre Anzahl so rasch gestiegen war, um einen Hof zu bilden. »Reiten wir hin und bestaunen das Wunder aus der Nähe.«

Die kleine Schar lenkte ihre Pferde auf die leicht abschüssige, breite Straße.

Die einstige Tiefe des Kraters, in denen die Hauptstadt der Nord-Albae gestanden hatte, war allenfalls zu erahnen, sofern man die alten Erzählungen kannte. Die Elben hatten es geschafft, durch Aufschüttung eine meilenweite, kreisrunde Senke daraus werden zu lassen. Doch für Raikan war der dichte, üppige Wald, der sich darin erhob, das wahre Wunder.

Die Wipfel bildeten ein stattgrünes, wogendes Blättermeer, in das er und seine Begleiter eintauchten und zwischen den mehr als hundert Schritt hohen Bäumen versanken wie auf den Grund eines Meeres.

Raikan erfreute sich an dem flirrenden Lichtspiel, den vielen Farbtönen von Laub, Rinde und frischen Knospen. Der Geruch in der Luft erinnerte an Honig, an ausgefallene Gewürze und Weihrauch. Er belebte und betörte seine Sinne.

»Ich habe noch nie Bäume gesehen, die solche Blüten hervorbringen«, sagte Tenkil und klang argwöhnisch. »Oder so schnell wachsen.«

»Ich kann daran nichts Schlechtes finden, da sie das Grauen unter der lebendigen Natur verschwinden lassen.« In Raikan stellte sich ein gutes Gefühl ein, eine übergroße Zuversicht, aus der Zusammenkunft am elbischen Hof etwas Herausragendes für Tabaîn zu erreichen.

Insgeheim war er einem Pakt mit dem Elbenreich oder gar allen dreien nicht abgeneigt. Es würde Tabaîn einen Vorteil gegenüber Gauragar und Idoslân bringen.

Zwar begann eine neue Ära im Geborgenen Land, aber Raikan traute Königin Mallenia nicht. Bei aller Kampfkraft und Entschlossenheit, die sie an den Umlauf legte, störte ihn eine Sache gewaltig: ihr Verhalten, wenn es um das Zusammenleben ging. Was kann man von einer Herrscherin erwarten, die sich einem Schauspieler hingibt, der zugleich eine offene Liebschaft mit einer Maga hat?

Raikan rechnete nicht mit einem Angriff durch Mallenia, aber er hielt sie für launisch und vorschnell. Hätte er die Elben auf seiner Seite, würde das Eindruck machen, auch beim eigenen Volk. Er wollte Sicherheit für sein Land, mehr nicht.

Die Abordnung aus Tabaîn folgte der gewundenen Straße, die sich zwischen den mächtigen Stämmen dahinschlängelte.

Der lichtdurchflutete Wald umgab sie von allen Seiten. Moos und Farne wuchsen auf dem Boden, dichtes Unterholz fehlte, sodass Raikan gelegentlich Wild entdeckte, das den Reitern nachschaute. Es wusste, dass es nichts vor den Menschen zu befürchten hatte.

»Sieh nach rechts«, meldete Tenkil. »Scheint, als wären die Elben nicht ganz so gründlich gewesen.«

Raikan drehte den Kopf und erkannte die Überreste eines imposanten Standbildes aus Knochen, das unverkennbar albischen Ursprungs war.

Es wirkte wie ein gewaltiger Kriegeroberkörper, der sich aus dem Boden stemmte, um sich auf seine Feinde zu werfen. Ranken hatten sich um das schaurige Gebeinkunstwerk geschlungen und sich straff gespannt.

»Es wird nicht lange dauern, und die Gewächse zerreißen es«, schätzte Raikan und fühlte einen Schauer über den Rücken rinnen. Die Albae werden getilgt. Sie und alles, was sie erschufen.

Die fünf Reiter gelangten auf einen großen Platz, in dessen Mitte sich ein kolossaler Baum erhob, der mit seinen Ästen und Zweigen einen natürlichen Schirm über der Siedlung aufspannte. Raikan vermochte sich nicht auszumalen, wie tief die Wurzeln reichen mussten, um das Gewicht zu halten.

In lichten Schatten des Baumes erhoben sich geschätzt vier Dutzend Häuser, gänzlich aus Stein errichtet, die nach kleinen Festungen aussahen und doch genügend verspielte Elemente in sich bargen, um nicht wie verloren gegangene Bauklötze eines Riesen umherzustehen. Die behauenen Quader waren in Grüntönen sowie mit geschwungenen Ornamenten bemalt und von Pflanzen bewachsen. Sie fügten sich perfekt in die Umgebung ein.

Tenkil schien sich bereits Gedanken zu machen. »Wer die Siedlung einnehmen will, müsste sich von Haus zu Haus kämpfen.«

Raikan verübelte dem Krieger die Bemerkung nicht. Er hatte lange Zeit gegen die Feinde von Tabaîn gefochten; daher beurteilte er jeden Ort nach taktischen Maßstäben, bevor er ihn mit friedlichen Augen betrachten konnte.

Elbinnen und Elben gingen auf den befestigen Straßen umher, man warf den Neuankömmlingen freundliche Blicke zu. Raikan zählte mindestens vierzig Bewohner, die durch die Siedlung liefen. Er gab das Zeichen zum Anhalten. »Ich hörte etwas von einer Handvoll Elben, die ins Geborgene Land kamen.«

»Das sind mehr.« Tenkil atmete laut aus. »Viel mehr.«

»Aber unbewaffnet.« Raikan lächelte seinem Freund zu. »Man will uns nichts Böses.«

In der Mitte der kleinen Siedlung stand ein hundert mal hundert Schritt großes Haus, dessen geschwungenes Dach sich gut fünfzig Schritte über ihnen befand. Vier Balustraden zogen sich im Abstand zehn Schritt außen entlang.

Es war überwiegend aus Holz errichtet, die Balken kunstvoll mit Schnitzereien versehen, und zahllose weiße Lampions mit roten Runen pendelten leicht. Zwei riesige schwarze Banner hingen von ganz oben bis auf den Boden herab, die weißen Ornamente leuchteten beinahe. Sie rahmten im unteren Teil ein massives doppelflügeliges Bronzetor ein, auf dem sich noch mehr Runen befanden.

»Die Elben sind die schnellsten Baumeister, die ich jemals sah«, bekannte Tenkil, ohne es lobend zu meinen. In seinen Worten schwang sein Unglaube mit, es sei mit rechten Dingen zugegangen.

Nun reicht es mit seiner Unkerei. Raikan wollte etwas Rügendes erwidern, als der Eingang aufschwang und ein Elb in weiten, dunkelgrünen Gewändern heraustrat. Auf seinen Händen balancierte er ein Tablett mit einer Wasserkaraffe und fünf Kelchen. Seine kurzen schwarzen Haare hatte er streng nach hinten gelegt, was die leicht spitz zulaufenden Ohren betonte; am Gürtel um seine schmale Hüfte trug er einen unterarmlangen Dolch.

Er näherte sich der Gruppe getragenen Schrittes.

Raikan empfand es nicht als angemessen, den Trunk aus dem Sattel heraus anzunehmen, also stieg er ab; Tenkil, Lilia, Ketrin sowie Irtan taten es ihm nach.

Ein leichter Wind zog durch das Waldmeer und ließ zahlreiche Glöckchen erklingen, die unsichtbar in den Ästen hingen. Es machte den Moment feierlich.

Der Elb deutete eine...

»Hier handelt es sich tatsächlich um ein Muss. Ein Muss, das gekonnt an seine Vorgänger anknüpft. Die Zwerge sind eben von einem Meister seines Faches geschrieben.«, literaturmarktinfo, 23.03.2015
 
»Geprägt von unerwarteten Wendungen, von Verrat, von Wahnsinn, von großartigen Helden und von tiefsinnigen Fragen, die der Autor glücklicherweise nicht trivial beantwortet.«, Die Rheinpfalz, 07.03.2015
 
»Ein unterhaltsamer Roman, der den Leser ein weiteres Mal in das Geborgene Land entführt. Hoffentlich lässt der sechste Band der Reihe nicht so lange auf sich warten, damit die noch offenen Fragen aufgelöst werden.«, literatopia, 16.02.2015
 
»Ein Buch für jeden, der in eine abenteuerliche und spannende Welt voll bösartiger Orks, magischer Geschöpfe und weiser Zauberer eintauchen möchte.«, Fürstenfeldbrucker Tagblatt, 10.02.2015
 
»Ihm ist gelungen, wovon viele seiner Kollegen ein Leben lang nur träumen. Mit >Die Zwerge< startete Markus Heitz eine Fantasy-Reihe, deren Erfolg hierzulande ihresgleichen sucht. Kauzig, stets ein wenig missmutig, aber durchschlagend kraftvoll begegnen die bärtigen Helden lebensbedrohlichen Situationen, schließen Bündnisse und trotzen ihren dunklen Feinden.«, Sonic Seducer
 
»ein sehr gutes Buch mit großem Unterhaltungswert, das definitiv in die Sammlung jedes Zwergenliebhabers gehört«, necroweb.de
 
»Zwergischer Humor, tolle Kämpfe, eine fantastische Erzählung und das alles in einem gut abgestimmten Kontext der gesamten Reihe. Hier passt quasi alles.«, book-walk.de
 
»Jetzt, wo die Bedrohung von innen kommt, verschwimmen die Grenzen von Gut und Böse immer mehr, wodurch die Handlung an Komplexität gewinnt und trotz des Fantasy-Hintergrunds realistischer wirkt. Dennoch: Action und Spannung... gibt es immer noch mehr als genug«, agm Magazin
 
»Dank einiger großartiger Einfälle wird es nie langweilig. Auch weil der fünfte Band wieder ein herrlicher Mix aus Fantasy, Thriller und Horror geworden ist. Ganz so, wie sich das ein >Zwerge<-Fan eben wünscht.«, booksection

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