Aralandia

Kriminalroman
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 7. Februar 2020
  • |
  • 272 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-6745-3 (ISBN)
 
Der dreizehnjährige Lukas Grimm wird von einem Tierpfleger tot in der Freiflugvoliere ARALANDIA aufgefunden. Neben ihm liegt ein ebenfalls toter Hyazinth-Ara. Mathilde Krähenfuß, Politredakteurin a.D. und freie Mitarbeiterin der Ronsdorfer Gazette, begibt sich auf eine Spurensuche quer durch Wuppertal und den Zoo. Was verbindet die faszinierende Intelligenz der Vögel mit einem der meist gehüteten Geheimnisse der Weltgeschichte? Was wusste Lukas Grimm? Weshalb musste er sterben?
Mit ARALANDIA realisierte der Zoo-Verein Wuppertal e.V. das bislang größte Projekt seiner Geschichte. Die begehbare Anlage dient als "Hochzeitsvoliere", in der sich Paare finden können. Dies ist eine einzigartige Maßnahme zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere. Nicht nur Aras, sondern ebenfalls Sittiche, Flamingos und Pudus, die kleinsten Hirsche der Welt, erhalten in ARALANDIA ein neues Zuhause. Die fast 1.100 Quadratmeter große und bis zu 10 Meter hohe Freiflug-Voliere ist eine der größten Ara-Volieren Europas. Der Grüne Zoo Wuppertal ist somit weltweit federführend.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,54 MB
978-3-7504-6745-3 (9783750467453)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Tanja Heinze, 1975 in Wuppertal geboren, lebt und arbeitet in dieser Stadt bis heute. Sie studierte Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal.

Veröffentlichungen: Der Schnee des letzten Sommers, Leipziger Literaturverlag
Donna Juana, Leipziger Literaturverlag
Das Lächeln der Teddybären, BoD Norderstedt
In Arbeit: Im Garten des Lebens, BoD Norderstedt

Montag, 30. September 2019


Mysteriöser Todesfall im Wuppertaler Zoo!

Ein Tierpfleger entdeckt in der neu gebauten Freiflugvoliere »Aralandia« die Leiche eines dreizehnjährigen Jungen.

Von Elvira Potterfeld

SONNBORN. Gestern am frühen Morgen fand José A., ein Tierpfleger des Wuppertaler Zoos, in der großen Vogelvoliere die Leiche von Lukas G. Die Wuppertaler Kriminalbeamten der Mordkommission konnten am Tatort keine Gewalteinwirkung feststellen. Die Spurensicherung wurde ebenfalls nicht fündig. Der Junge scheint die Nacht auf den Sonntag allein im Gehege verbracht zu haben. Nach Angaben von Kriminalhauptkommissar Herbert Mucke werde die Leiche obduziert. Neben ihr wurde eine weitere gefunden, die eines der seltenen, vom Aussterben bedrohten Hyazinth-Aras. Mucke schließt einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen nicht aus. Er ordnete eine Veterinäruntersuchung des Vogels an. Eine weitere Frage bleibt bislang ungeklärt: Wie gelangte Lukas G. mitten in der Nacht unbemerkt in die Voliere? Nach Angaben von José A. war der Junge kein seltener Gast in Aralandia. Er sei auffällig oft dort und sehr an den Vögeln interessiert gewesen. Tatsächlich habe sich Lukas G. mit einem Hyazinth-Ara angefreundet, dem toten Vogel an seiner Seite.

Verärgert legte Kriminalhauptkommissar Herbert Mucke die Ronsdorfer Gazette beiseite.

»Jetzt haben wir den Salat«, sagte er zu seinem jüngeren Mitarbeiter, dem dreißigjährigen, hochaufgeschossenen Florian Vogel.

»Wieso? Was ist geschehen?«, wollte dieser verwundert wissen. Er hielt sich einen Handspiegel vor sein Gesicht und begutachtete eingehend die kleine Narbe neben seiner Nase. Der rothaarige Mann war von Sommersprossen übersät, und ein Muttermal hatte vorsorglich entfernt werden müssen.

»Potti konnte es nicht lassen«, murmelte Herbert und zwirbelte seinen braunen Schnurrbart.

»Wer bitte ist Potti?«, fragte Florian und legte den Spiegel neben der Tastatur seines Computers ab.

»Meine Tante nennt ihre Kollegin Elvira Potterfeld scherzhaft so«, klärte Herbert seinen Mitarbeiter auf. »Potti hat in der Gazette über den Mord an dem Jungen berichtet, obwohl ich sie gebeten habe zu schweigen, bis wir mehr über den Fall wissen.«

»Ist doch halb so schlimm«, entgegnete Florian schulterzuckend. »Diesmal können wir ungestört ermitteln. Die Adlerkralle ist schließlich in Hessen bei deiner Mutter. Wie du gesagt hast, bleibt sie dort eine weitere Woche. Diesmal erfährt sie nichts von der Geschichte.«

»Du verstehst das Problem nicht. Und nenn Tante Mathilde nicht immer so«, erwiderte Herbert schmunzelnd und öffnete die im Computer angelegte Akte Lukas Grimm. »Tante Mathilde wird die Gazette mit Gewissheit online lesen. Oder schlimmer noch, wahrscheinlich hat sie den Artikel bereits studiert und sich mit Lotte auf die Heimfahrt nach Wuppertal gemacht.«

»Manchmal hat deine Tante einen guten Riecher.« Florian warf einen Blick auf die Wanduhr ihres Büros im Polizeipräsidium an der Friedrich-Engels-Allee. »Es ist fünfzehn Uhr. Ich mache uns Kaffee. Wie alt ist Lotte eigentlich?«

»Lotte?« Herbert zog fragend die Augenbrauen hoch. »Ich glaube, sie wird acht.« Seine Tante hatte die Mischlingshündin mit dem schwarzen Fell und den weißen Vorder- und Hinterläufen aus dem Tierheim geholt, als sie Ende fünfzig gewesen war. Lottes Schwanzspitze, Blesse und ein runder Kreis auf dem Rücken waren ebenfalls weiß gefärbt. Diese Fellzeichnung assoziierte Mathildes Haushälterin Martha Awolowo mit der Märchenfigur des gestiefelten Katers.

Schwungvoll öffnete sich die Bürotür, und Hans Flachs, ihr Kollege mit dem Bauchansatz und dem schütteren Haar, trat ein. In der Hand hielt er den sehnsüchtig erwarteten USB-Stick mit den Ergebnissen der Veterinäruntersuchung.

»Der zuständige Tiermediziner des Zoos meint, der Vogel sei tatsächlich vergiftet worden«, plapperte Hans aufgeregt drauf los. »Steck schnell den USB-Stick rein, dann erfahren wir mehr.« Er reichte ihn Herbert und hängte die nasse Jacke über die Lehne seines Schreibtischstuhls.

Wenig später erschien das gespeicherte Dokument auf dem Monitor.

»Batrachotoxin«, las Florian vor und stellte drei Tassen Kaffee auf Herberts Schreibtisch. »Das Pfeilgift der Indianer.«

»Es entstammt der Haut kleiner gelber Frösche«, las Herbert weiter. »Bereits eine minimale Menge an Batrachotoxin, die der Größe von zwei Kristallkörnern Kochsalz entspricht, führt zu Herzversagen.« Er griff zum Telefon und wählte die Nummer des Gerichtsmediziners Dr. Mathis.

»Batrachotoxin«, sagte er statt einer Begrüßung. »Jetzt weißt du, wonach du in der Leiche des Jungen suchen darfst. Wie schnell kannst du mir das nachweisen?« Herbert nahm einen Schluck Kaffee und nickte zufrieden. »Super, dann warte ich auf deinen Rückruf.«

»Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vogel der gleichen Todesursache wie der Junge erlegen ist, ist groß«, bemerkte Hans und griff beherzt in die Plätzchenschale.

»In wenigen Stunden wissen wir mehr.« Herbert öffnete Google und gab Hyazinth-Ara ein.

*

Gut gelaunt schloss Mathilde Krähenfuß die Haustür auf. Unmittelbar nach dem Nachmittagskaffee war sie aus dem hessischen Örtchen Rosenthal losgefahren. Der von ihrer Kollegin in der Ronsdorfer Gazette veröffentlichte Artikel hatte ihr keine Ruhe gelassen. Sie konnte es kaum abwarten, ihren Neffen bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Doch zunächst freute sie sich darauf, ihre Haushälterin und die Papageien wiederzusehen. In der Küche roch es verlockend nach Sauerbraten, Rotkohl und Klößen. Ihre aus Afrika stammende Haushälterin hatte ein Faible für deftige deutsche Hausmannskost. Trotzdem wurde Mathilde von einer der vielen Schwestern Marthas häufig mit afrikanischen Spezialitäten versorgt.

»Lotte, jetzt überraschen wir Martha«, sagte sie zu der mit ihrer Rute wedelnden Hündin und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Was sie sah, ließ sie überrascht zusammenzucken.

Neben ihrer Haushälterin saß eine zierliche, dunkelhäutige Person in Marthas Alter und goss aus einer Flasche Flüssigkeit in zwei Schnapsgläser. Die Überraschung schien beiderseitig zu sein, denn der Frau lief ein guter Tropfen daneben. Zu Mathildes Erstaunen blieb die erwartete Schimpftirade Marthas aus. Sie tupfte den Wohnzimmertisch lediglich mit einem Taschentuch trocken und sagte: »Guten Abend, Mathilde. Zunächst dachte ich, die zwei getrunkenen Gläschen des afrikanischen Amarula Cream Likörs hätten mir die Sinne benebelt, aber du bist es tatsächlich.«

»Ich habe Roswitha eher verlassen, weil ich online einen spannenden Bericht von Potti gelesen habe.« Mathilde stellte ihre Handtasche auf dem Tisch ab und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Sie wies mit der Hand auf die Flasche. »Einen Likör könnte ich jetzt auch vertragen.«

»Das ist unser Aperitif.« Martha grinste schief. »Mach dir keine Sorgen, ich habe ausreichend gekocht.«

»Jetzt stell mir bitte unseren Besuch vor«, forderte Mathilde und streichelte Lotte liebevoll über den Kopf.

»Mathilde, Mathilde«, machten sich die Papageien lautstark bemerkbar. Aufgeregt liefen sie auf ihren Stangen hin und her. Seufzend erhob sie sich, ging zum Wohnzimmerschrank und öffnete die Schublade, in der sie die Knusperstangen aufbewahrte. Anschließend begab sie sich zur Voliere und begrüßte ihre gefiederten Freunde ausgiebig.

»Das ist meine Cousine Bintou Babangida aus Kapstadt. Von ihr habe ich dir schon viel erzählt«, hörte sie Martha sagen. »Sie ist seit gestern hier bei mir und bleibt bis morgen. Anschließend besucht sie meine Schwestern.«

»Und wo bitte schlaft ihr?«, fragte Mathilde mit hochgezogenen Augenbrauen, während sie erneut am Wohnzimmertisch Platz nahm.

Betreten blickte ihre Haushälterin zu Boden. »Na ja, wo soll Bintou schlafen, im Schlafzimmer natürlich«, druckste sie herum.

»Und in welchem Schlafzimmer?«, hakte Mathilde nach, obwohl sie die Antwort bereits wusste.

»Ach Mathilde, woher sollte ich wissen, dass du nach nur einer Woche nach Wuppertal zurückkehrst?« Martha schenkte ihnen Likör nach. »Jetzt trink etwas, anschließend isst du dich satt, und alles ist gut. Eine Nacht wirst du wohl auf der Wohnzimmercouch übernachten können. Dort habe ich gestern geschlafen. Es ist bequem.«

»Und wo wirst du nächtigen, wenn deine Cousine die obere Etage bezieht?« Mathilde nippte kopfschüttelnd an ihrem Glas.

»Ich fahre in meine Wohnung. Jetzt benötigst du keinen Papageien-Sitter mehr. Morgen komme ich wie gewohnt wieder...

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