Bikefitting

Von Kopf bis Fuß richtig eingestellt
 
 
Delius Klasing (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. September 2021
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-667-12337-4 (ISBN)
 
Alles Einstellungssache: Mit Bikefitting zu besserer Performance auf dem Rad

Ob Rennrad-Einsteiger, erfahrener Mountainbiker, oder ambitionierter Triathlet - wer nicht mit seinem Rad harmoniert, büßt Fahrspaß und Leistung ein. Im Ernstfall sorgt ein schlecht eingestelltes Bike für Rückenprobleme und Schmerzen beim Fahren. Aber worauf kommt es bei der richtigen Abstimmung von Mensch und Material an?

Autor Daniel Hechenblaickner ist professioneller Bikefitter und Physiotherapeut. In seinem Ratgeber für Radsportler beleuchtet er, wie Sie Ihre anatomischen Bedürfnisse und sportlichen Ziele mit der Radgeometrie in Einklang bringen. So decken Sie Verbesserungspotenziale auf und machen jedes Rad zu Ihrem Rad!

Bikefitting von Kopf bis Fuß für Rennradfahrer, Mountainbiker und Freizeitsportler
Mehr Spaß, weniger Schmerz: Wie die richtige Sitzposition auf dem Rad Fahrkomfort und Leistung beeinflusst
Alles eine Frage der Einstellung: Sattelhöhe berechnen, Pedale anpassen, Lenker ausrichten und vieles mehr
Gut informiert zum Fitting-Termin mit hilfreichen Tipps und Tricks vom Profi

Von Aerodynamik bis Sitzposition: Alle Stellschrauben für das perfekte Bikefitting

Die optimale Sitzposition auf dem Rennrad oder Mountainbike ist wesentlich, damit die Kraftübertragung auf die Pedale bestmöglich funktioniert. Doch die richtige Haltung ist sehr individuell. Dieses Buch zeigt verständlich und praxisnah, wie Sie Ihr Rad vom Sattel über die Pedale bis hin zur Gangschaltung optimieren und auf Ihre Bedürfnisse abstimmen können. Alle Aspekte von Aerodynamik über körperliche Ansprüche des Fahrers bis hin zu biomechanischen Prinzipien werden ausführlich beleuchtet und erklärt.

Egal ob Wettkampfambitionen oder Freizeitsport - machen Sie den Weg frei für eine bessere Performance auf dem Bike!
1. Auflage 2021
  • Deutsch
  • Bielefeld
  • |
  • Deutschland
  • 14,37 MB
978-3-667-12337-4 (9783667123374)
weitere Ausgaben werden ermittelt

ENTWICKLUNG UND ERFINDUNGEN BIS HEUTE - MEILENSTEINE


Um sein eigenes Rad besser kennenzulernen, helfen der Händler, das Studium von Fachzeitschriften, Herstellerprospekten oder diversen Radforen im Internet. Doch erst der Einsatz in der Praxis bringt Klarheit für den Einzelnen. Hat man mit dem neuen Gefährt die Katze im Sack gekauft, macht sich das oft schon auf den ersten Kilometern bemerkbar.

Das Wunschrad ist mehr als der Kauf beim Händler oder gar Online-Versandshop. Die Hardware reagiert erst mit dem Menschen, der sie bedient. Das ist beim Fahrrad mehr als entscheidend, schließlich treibt es der darauf Sitzende aus eigener Kraft an und mit Softskills an Hindernissen vorbei.

Der Designgrundsatz »Form follows function« gilt im Fahrradbereich gefühlt erst seit dem Zeitpunkt, als sich Radfahren als Breitensport etabliert hat (man denke nur an die kraftfordernde Bedienung von so manchem Bremshebel eines Vintage-Rennrads). Die Radprofis aus dieser Zeit waren, wohl auch wegen der Natur der Sportart, hart im Nehmen und hegten keine großen Ansprüche ans Material. Es gab noch nicht einmal einen ordentlichen Kopfschutz.

Die technische Entwicklung der letzten Jahre hat zuletzt ein enormes Potenzial eröffnet. Neue Fahrradtypen bringen mit ihrer veränderten DNA frischen Wind in das Geschäft. Davon profitieren schlussendlich alle Fahrradfahrer, und der gegenseitige Transfer lässt nicht nur Radsportherzen höher schlagen.

DER LUFTDRUCK


Historisch darf sich dabei ein Grundelement ganz in den Mittelpunkt stellen: Die Luft im Reifen ist sozusagen ebenso selbstverständlich wie jene beim Einatmen. Im Jahr 1888 gelingt es dem Arzt John Dunlop, den Luftreifen zu entwickeln; er hat das Durchrütteln beim Radfahren aus gesundheitlichen Gründen gründlich satt. Edouard Michelin bringt 1889 den abnehmbaren Drahtreifen auf den Markt, und für verbesserte Haltbarkeit sorgt Charles Goodyear, der 1898 die Vulkanisierung erfindet. Der Druck im Schlauch bestimmt auch über 100 Jahre später maßgeblich den Komfort und die Fahreigenschaften, ausprobieren lohnt sich also auch bei Ihrem Rad.

Die Fahrradkette, wie wir sie heute kennen und beanspruchen, wird 1898 als Doppelrollenkette von den Brüdern Nevoigt erfunden. Die verminderte Reibung der sich drehenden Rollen auf Hülsen bringt die Räder mit enormem Wirkungsgrad zum Drehen.

DIE LUFT IST NOCH LANGE NICHT RAUS


Revolutionär ist auch die Idee von John Rader. Weil er sein Mountainbike leichter machen will, erfindet er 1990 den gewindelosen Steuersatz - der neue Standard macht den Vorbauwechsel zum Kinderspiel. Fast spielerisch gelingt auch der Umstieg von Haken- auf Klickpedale, die Giro- und Toursiege durch Bernard Hinault 1985 helfen der festen und fixen Verbindung zusätzlich auf die Sprünge. Effizienter Tritt plus Umhergehen in Radschuhen, ohne wie ein Pinguin zu wirken, ist seit 1990 möglich, als Shimano das Cleat in der Sohle versenkt. Der erste Mountainbike-Weltcupsieg auf 29-Zoll-Laufrädern bringt das bisherige 26-Zoll-Format in Bedrängnis, was spätestens im Jahr 2011 als veraltet gilt.

Sporthistorisch drängt sich aber jenes Bauteil ins Rampenlicht, das erst durch eine sportliche Geschichte richtig ins Bewusstsein kommt.

DER 23. JULI 1989 SCHREIBT SPORTGESCHICHTE


Die letzte Etappe der 76. Tour de France von Versailles nach Paris soll eigentlich ein Showdown für den Gesamtführenden werden, den Franzosen Laurent Fignon, genannt der Professor. Wäre da nicht sein ehemaliger Teamkollege, nun aber Dauerwidersacher Greg LeMond aus den USA. Er vermasselt die vermeintliche Triumphfahrt für ganz Frankreich, indem er auf einer Distanz von 24,5 Kilometer den Rückstand von 50 Sekunden in den knappsten Vorsprung der Tour-Geschichte verwandelt - mit dem revolutionären Aerolenkeraufsatz, an dem LeMond noch kurz vor dem Start herumschraubt, sowie seinem Zeitfahrhelm ist sein Setup weitaus windschlüpfriger als das von Fignon, der die Tour somit auf der letzten Etappe um mickrige acht Sekunden verliert. Der Triathlonlenker erfährt seine weltweite Feuertaufe.

Eine andere Art der Kraftunterstützung beim Zeitfahren bildeten Sättel mit Steißbeinstütze. Sie erleben einen ähnlich kurzen Auftritt wie die Miniaerolenker von Spinaci und Tiramisu.

DER DIAMANTRAHMEN


Das Fahrrad existiert in seiner Grundkonstruktion seit über 100 Jahren: Die Anordnung aus Trapez und Dreieck wird Diamantrahmen genannt. Das Trapez besteht aus dem Steuerrohr, Unterrohr, Sitzrohr sowie Oberrohr, das hintere Dreieck teilt sich mit dem Sitzrohr die gepaarten Ketten- und Sitzstreben. Diese Anordnung ergibt eine leichte, steife und kompakte Form. Spektakuläre andersartige Rahmenformen sind ein nach heutigen UCI-Regeln unzulässiger Versuch, das konventionelle Rahmendesign zu sprengen.

DAS EGO DER RAHMENGEOMETRIE


Die Winkel der Steuer- und Sitzrohre bestimmen maßgeblich die Fahreigenschaften eines Fahrrades. Die daraus resultierende Geometrie verleiht dem Rad seinen charakteristischen Wesenszug. Je nach Einsatzgebiet kann dem jeweiligen Naturell nachgeholfen werden. Bei der aktuellen Bikegeometrie können einer Körpergröße gleich mehrere Rahmengrößen zugeordnet werden. Jede einzelne verleiht dem Rad ein spezifisches Handling und dem Fahrer ein anderes Fahrgefühl.

Beim Rennrad unterscheiden sich die verschiedenen Rahmengrößen schlussendlich im Radstand und der Vorbaulänge. Ein kurzer Vorbau liefert ein agiles, kurvenfreundliches Fahrverhalten, während der lange Vorbau Laufruhe vermittelt. Will sich der Radsportler partout mit der vorliegenden Geometrie seines Renners nicht anfreunden und hält diese Paarung auch nach der notwendigen Einstellung und Adaption keine gemeinsame Zukunft bereit, wird es schwierig. Ein Bikefitting kann deshalb nur so erfolgreich sein, wie es die Rahmenbedingungen hergeben. Die Größe desjenigen, der die perfekte Radposition ermittelt haben möchte, muss halbwegs zum verwendeten Material passen. Andere orthopädische Voraussetzungen definieren in weiterer Folge den Rahmen des sogenannten Fitting-Fensters. Dieser von der perfekten Sitzposition ausgehende Spielraum ist begrenzt, was darüber hinaus Probleme verursacht.

DER WINKEL- UND DISTANZEN-KOMPLEX


Der eigene Fahrstil, die gewünschten Fahreigenschaften und die Körpergröße bestimmen also das Wunschrad. Beim Mountain- und Gravelbike kann die Geometrie direkt am Rahmen durch drehbare Inserts an bestimmten Stellen, sogenannte Flip Chips, und zusätzlich durch unterschiedliche Laufradgrößen verändert werden. Beim Rennrad ist spätestens seit Einführung von Steckachsen Schluss mit verstellbaren hinteren Ausfallenden. Da Radsportnovizen ihre eigenen Bedürfnisse noch nicht erkundet haben, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Empfehlungen und Bewertungen anzunehmen. Eine Testfahrt ist anzuraten, sie zeigt auch minimale Unterschiede auf, sollten sie überhaupt als Entscheidungskriterien in Betracht kommen.

DAS RENNRAD


Das Rennrad ist durch seine reduzierte Bauweise ein leichtes, auf Effektivität getrimmtes Sportgerät. Das Rahmendesign orientiert sich an einer endlosen Linienführung ohne markante Übergänge. Vor allem die Compact- und die Sloping-Form bringen eine moderne Formsprache in die konservative, horizontale Oberrohrlinie. Größenangaben im T-Shirt-Format von S bis XL lösen nach und nach die bewährten Angaben in Zentimetern ab.

ENDURANCE ODER RACE


Der knallharte Radsport entwickelt sich zum Breitensport, Fahrkomfort wird dadurch immer mehr ein Thema. Dem Material wird mehr Leichtigkeit entlockt, neue Formen erweitern die müde gewordene Tradition. Indem das Steuerrohr verlängert wird, steigt auch der Lenker eine Stufe höher. Das bringt für den Rücken etwas Entlastung, und der Lenker ist näher in Reichweite. So wird aus dem Rennradprofil ein eher sanftmütiges, aber nicht unsportliches Vehikel, zusammengefasst unter der Bezeichnung »Endurance« für längere Strecken.

Unmissverständlich vermittelt die Kategorie »Race« mehr Dynamik. Für Rennfahrer, ganz harte Knochen oder all jene, die es immer noch sein wollen, stellt die Replika aus der Pro-Tour mehr als nur eine Kopie dar. Derart rasant wie der Profi, der sich seinem Körper täglich widmet, wird der sportliche Alltagsradler in der Regel leider nicht die Pedale treten, außer das eigene Spiegelbild ist ein durchtrainierter, flexibler und belastbarer Körper. Dann gelingt auch eine geduckte, aerodynamische Rennhaltung vergleichsweise lässig.

Auf der für längere Strecken ausgelegten Rahmenkonstruktion beeindruckt die neutrale Sitzposition, ohne dabei allzu viele Opfer in der Effizienz bringen zu müssen. Sind beim RaceModell selbst kleine Unebenheiten im Teer noch Krater, so bügelt das Ausdauerpendant Unebenheiten geschmeidiger weg, das Fahren an sich ist weniger ermüdend. Auch hinterlässt das Fahrgefühl einen deutlich angenehmeren Eindruck. Sowohl die Formkurve als auch die Mundwinkel des ambitionierten Radfahrers zeigen nach oben.

DAS MOUNTAINBIKE


Die verfügbare Auswahl im Geländeradsektor ist riesig, und diverse Geometriekonzepte machen viel Freude. Die Rahmen wachsen dabei nicht unbedingt in die Höhe, sondern in die Länge. So wird mit dem...

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