Lord Finnegans süßeste Versuchung

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Januar 2019
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-3680-4 (ISBN)
 
Wie erstarrt bleibt Lord Finnegan Matlock in der Tür stehen: Vor dem Kamin in seinem Salon steht eine Fremde in einem zarten Nachthemd. Der Feuerschein enthüllt ihre höchst verführerischen Kurven! Heftiges Verlangen überkommt ihn, und dafür verflucht er sich. Denn sein Herz gehört noch immer seiner verstorbenen Frau Olivia. Seit drei Jahren hat er keine andere angeschaut, geschweige denn begehrt. Doch als er erfährt, wer diese Fremde ist, beginnt Finn zu fürchten, dass die lange Zeit der Enthaltsamkeit ein jähes Ende finden könnte ...

2. KAPITEL

Sie riss den Kopf herum, und ihr dichtes kastanienbraunes Haar schwang über ihre Schulter und fiel fast bis hinab zu ihren Hüften. Unwillkürlich hob sie vor Schreck eine Hand ans Herz, was seinen Blick auf die tatsächlich prachtvollen Brüste lenkte. Dann wurde ihre Miene ärgerlich.

"Oh, Fergus! Du hast mich erschreckt."

"Fergus?" Wenn sein Bruder hier war, dann musste seine erste Annahme zutreffen. Sie war eine Schankhausdirne. "Ich bin nicht Fergus."

Die Frau hatte ein herzförmiges Gesicht, das zwar nicht im klassischen Sinn schön, aber fraglos eindrucksvoll war. Ihr Mund war ein bisschen zu groß, ihre Nase etwas zu kräftig, aber ihre Augen! Ihre Augen waren wirklich hübsch.

"Bist du betrunken, Fergus?"

"Ich bin nicht Fergus."

"Natürlich bist du das, und dieses Spielchen ist nicht lustig."

Noch während Evie diese Worte aussprach, begann sie, sich unbehaglich zu fühlen. Je genauer sie den Mann betrachtete, der in der Tür stand und sie anstarrte, desto überzeugter wurde sie, dass er vielleicht tatsächlich nicht Fergus war.

Allerdings sah er Fergus zum Verwechseln ähnlich.

Nur waren seine Züge nicht so weich. Er hatte das gleiche dunkle Haar, trug es jedoch anders. Fergus' Locken waren stets gnadenlos mit Pomade verklebt, damit sie den modischen Brutus-Stil zeigten, der von der Mehrheit der Londoner Gentlemen bevorzugt wurde. Doch dieser Mann hatte keine Pomade im Haar, und nun, da sie darauf achtete, schien es auch etwas länger zu sein. Es war so windzerzaust, wie Fergus es niemals getragen hätte. Dunkle Stoppeln bedeckten sein Kinn. Ebenfalls etwas, das Fergus nur über seine Leiche zugelassen hätte. Selbst in volltrunkenem Zustand brachte er es immer noch fertig, sich zu rasieren. Auch die Kleidung stimmte nicht. Ihr Verlobter war ein ziemlicher Dandy und hatte eine Schwäche für Spitze und kunstvoll geknotete Krawatten. Die Kleidung dieses Mannes war schlicht und entschieden schnörkellos. Außerdem waren seine Augen etwas dunkler, er war breiter in den Schultern, und seine Haltung wirkte gebieterischer. Aber sein Blick war ebenso kalt. Wie er dort in seinem Reitmantel in der Tür stand und den Rahmen beinahe ausfüllte, wirkte er durchaus furchteinflößend.

"Wenn Sie nicht Fergus sind, wer sind Sie dann?" Nun klang sie erbärmlich kleinlaut und unsicher.

"Ich bin sein Bruder. Sein Zwillingsbruder. Finnegan."

Fergus hatte zwar einmal beiläufig erwähnt, dass er einen verheirateten Bruder hatte, aber er hatte ihr nicht erzählt, dass sie Zwillinge waren. Außerdem hatte er seinen Bruder anscheinend auch nicht über ihren Besuch in Kenntnis gesetzt, daher sein unerwartetes Erscheinen mitten in der Nacht. "Auch wenn dies alles ziemlich ungewöhnlich ist, freut es mich doch, Ihre Bekanntschaft zu machen, Lord Finnegan. Ich bin Miss Evelyn Bradshaw, Fergus' Verlobte."

Er hob die Brauen und ließ den Blick unverschämt langsam von ihrem Gesicht über ihren Körper wandern. Für einen Moment verharrte er unverhohlen bei ihren Brüsten, bevor er ihr wieder in die Augen sah. "Sie sind nicht sein Typ."

Soweit Evie es einschätzen konnte, war sie niemandes Typ, aber das war nebensächlich, und sie würde sich mit einem Fremden auf keine derartige Unterhaltung einlassen. "Ich versichere Ihnen, wir sind verlobt und werden heiraten, Lord Finnegan. Daher hat sich Fergus zur Wahrung des Anstands während meines Aufenthalts hier in das nächstgelegene Gasthaus zurückgezogen."

Seine Miene blieb reglos, doch er verschränkte die Arme vor der Brust. "Ach, tatsächlich?"

Evie lächelte. Es war ein sinnloser Versuch, ihre nächsten Worte etwas abzumildern. Es fiel ihr nicht leicht, so bestimmt aufzutreten, aber in diesem Fall musste sie es tun. "Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen nach Ihrer späten Anreise solche Umstände machen muss, doch um den Anstand zu wahren, muss ich darauf bestehen, dass Sie sich ebenfalls umgehend ins Gasthaus begeben. Meine Großtante und ich werden hier in Stanford Hall wohnen."

Vor Nervosität zitterte ihre Stimme, und sie verspürte den überwältigenden Drang, sich zu entfernen, aber sie rief sich ins Gedächtnis, dass sie fest entschlossen war, nie wieder als die unsichtbare Evelyn aufzutreten. Also straffte sie die Schultern und zwang sich dazu, ihm in die Augen zu sehen. Mehrere angespannte Momente vergingen.

"Er hat es Ihnen nicht erzählt, nicht wahr?"

"Mir was nicht erzählt?" Fergus' Doppelgänger schien nun amüsiert zu sein. Er schüttelte den Kopf und hob den Blick zur Decke, als bäte er den Herrn um Stärke.

"Dies hier ist nicht Stanford Hall. Dies ist Matlock Hall. Mein Haus."

Sprachlos starrte Evie ihn an. Als sie ihre Stimme endlich wiedergefunden hatte, klang es eher wie ein Quietschen. "Ich wurde in dem Glauben gelassen, dass dies hier der Landsitz meines Verlobten ist! Er hat mich am Abend hierhergebracht und mit keinem Wort erwähnt, dass es Ihr Haus ist."

"Ja. Nun, meiner Erfahrung nach hatte Fergus es noch nie sehr mit der Wahrheit. Wahrscheinlich hat er Sie hierhergebracht, weil Stanford Hall in keinem bewohnbaren Zustand ist. Zweifellos wird er mir eine vollkommen vernünftig klingende Erklärung vortragen, wenn ich ihn am Morgen mit all dem hier konfrontiere. Wie auch immer, ich gehe jetzt zu Bett."

Er wandte sich ab und steuerte zu ihrem Verdruss auf geradem Weg auf die Treppe zu, wobei er seine Stiefel in der Hand hielt. "Sie können doch nicht ernsthaft hierbleiben wollen!" Nun klang das Quietschen schrill.

Er ließ die Stiefel mit einem vernehmlichen Poltern fallen, wandte sich langsam zu ihr um und kehrte in die Bibliothek zurück, offenbar halb verwirrt, halb verärgert. "Dies hier ist mein Haus, Madam."

"Aber aus Gründen des Anstandes dürfen Sie nicht unter demselben Dach wohnen wie ich!"

Er stemmte die Hände in die Hüften und legte den Kopf schief. Diese unverschämte, kampflustige Haltung ließ ihn noch größer wirken. "Und warum nicht?"

Unsicher, wie sie ihm erklären sollte, weshalb seine Anwesenheit hier ungeheuerlich war, stotterte sie irgendwelche unzusammenhängenden Worte vor sich hin, während er sie anstarrte, als wäre sie verrückt. Letztendlich brachte sie nur ein einziges Wort heraus.

"Deswegen!"

"Weswegen? Haben Sie Angst, dass mich im Laufe der Nacht meine männlichen Triebe übermannen? Befürchten Sie, ich könnte Ihre Tür einschlagen und über Sie herfallen, Miss Bradshaw?" Evie nickte schwach, und ihr war schmerzlich bewusst, dass nun eine heftige Röte ihr Gesicht und ihren Hals überzog. Um sie vollends zu demütigen, lachte er angesichts seiner Andeutungen auch noch auf. "Wenn ich ein Mann wäre, der seine Triebe nicht unter Kontrolle hat, dann würde ich wohl kaum bis später warten, um ihnen nachzugeben, Madam. Besonders, weil der Feuerschein Ihr Nachthemd vollkommen durchsichtig macht und mir damit einen ungehinderten Blick auf Ihren nackten Körper darunter gewährt." Unwillkürlich hob sie die Arme, um sich zu bedecken. Vor Schreck klappte ihr der Mund auf. Er dagegen betrachtete sie mit höflicher Gleichgültigkeit.

"Ich bin todmüde, und ich habe keineswegs die Absicht, mein Haus jetzt oder in naher Zukunft wieder zu verlassen. Gute Nacht, Miss Bradshaw. Machen Sie sich nicht die Mühe, Ihre Tür abzuschließen. Ihre kostbare Unschuld ist bei mir vollkommen sicher."

"Da er nicht dein Verlobter und schon verheiratet ist und weil sich außerdem neben mir noch viele Bedienstete im Haus aufhalten, glaube ich nicht, dass dein Aufenthalt hier als unschicklich missdeutet werden kann." Tante Winnie knabberte an dem winzigen dreieckigen Toaststück, das sie sich von dem reichhaltigen Frühstücksbuffet ausgesucht hatte. Traurig starrte Evie auf ihr identisches Stück hinab und versuchte, den verführerischen Duft des gebratenen Schinkens zu ignorieren, der ihr in die Nase stieg.

"Das ist schon möglich, aber jetzt bin ich ernsthaft besorgt, Fergus könnte mich belogen haben. Sein Bruder behauptet, dass Stanford Hall unbewohnbar ist, und ich habe nicht die Absicht, die ganze Zeit hier zu bleiben." Das Haus war zwar wirklich hübsch, doch sie hatte gehofft, allein sein zu können. Stattdessen nur ein Gast zu sein, dämpfte ihre Freude, besonders da ihr unvorhergesehener Gastgeber äußerst unfreundlich zu sein schien. Sie hatte nicht geplant, so schnell eine andere Unterkunft finden zu müssen. Im Grunde hatte sie überhaupt keinen richtigen Plan.

"Wir werden das Beste daraus machen, Liebes. Und sieh es einmal so: Wenn er wirklich geflunkert hat, dann liefert dir das einen weiteren glaubwürdigen Grund, eure Verlobung zu lösen, wenn es so weit ist."

Da hat Tante Winnie wohl recht, dachte Evie. Ihr falsches Verlöbnis mit Fergus war nur ein vorübergehendes Mittel zum Zweck. Sie bekam ihre Freiheit, und er erhielt fünftausend Pfund für das Jahr, das sie ihre Scharade, wie Evie fand, aufrechterhalten mussten. Wichtig war nur, dass Fergus diesen Bedingungen zugestimmt hatte. Im Großen und Ganzen hätte sie diesen Handel wohl trotzdem getätigt, auch wenn sie gewusst hätte, dass sein Haus unbewohnbar war - nur hätte sie ihrem Anwalt dann aufgetragen, ein passendes Cottage für sie selbst und Tante Winnie zu suchen, bevor sie Hyacinth über ihre Verlobung informiert hätte. Wenn Stanford Hall tatsächlich eine Ruine war, dann war es nur glaubwürdig, dass es ewig dauern würde, bis dort eine Hochzeit gefeiert werden konnte. So werde ich es jahrelang...

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