Analysen - Symbole 6304-05 (Deutung)

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 15. Januar 2018
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  • 748 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7460-8704-7 (ISBN)
 
"... Wir alle haben keine Gedanken. Alles ist ein Schrei - ein Schrei der
Ohnmacht.
Lass Bilder kommen!
Sie betäuben mich. Ich möchte das Leben in die Hand nehmen und es
dauernd bewegen - einmal hierhin, einmal dorthin. Die Kinder tun
es ähnlich. Sie schaufeln den Sand und sie klettern auf den Baum. Sie
kriechen in Schlupfwinkel und sind ganz erfüllt. Sie träumen von der
Kraft ihres Lebens. Und wir? - Es ist ein wilder Schrei, der sich selbst
erstickt.
Du musst beten, du darfst nicht schreien! Bewundere deine Welt, spüre
sie auf, beschreibe das! Das musst du tun, nicht aufsässig sein!
Ich höre dich und ich höre den Fluch meiner Seele. Was treibt den Keil in
die Harmonie? Wie kommen Fluch und Andacht zusammen? Rätselhaft,
wie alles geht. Aber es geht. Spiralen dreht mein Herz, tönende Spiralen."
-
In seinem dritten Lebensjahrzehnt, wo er Gott und die Welt kritisierte
und anzweifelte, nahm der Autor im Rahmen seiner Tagebuchführung
unbewusst Verbindung zu geistigen Welten auf. In Dialogen - wie oben
- erfährt er seelischen Beistand, und es wird ihm, ohne dass er dieses
Geschehen begreift, unter anderem der Vorgang der Inspiration erklärt. In
den Gesprächen, in welchen auch niedere Geistwesen mit entsprechenden
Absichten zu Wort kommen, bedient er sich oft der Traumsymbolsprache,
die ihm damals noch völlig unbekannt war.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,86 MB
978-3-7460-8704-7 (9783746087047)
374608704X (374608704X)
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2. April 1963

Ohren, ...

Ach!

Ohren, hört sie euch an! Es kommt auf euch zu wie ein "Hm". - Ihr steht da, für Geld steht ihr da. Ihr habt ja keine Gedanken. Wir alle haben keine Gedanken. Alles ist ein Schrei, ein Schrei der Ohnmacht.

Lass Bilder kommen!

Sie betäuben mich. Ich möchte das Leben in die Hand nehmen und es dauernd bewegen, einmal hierhin, einmal dorthin. Die Kinder tun es ähnlich. Sie schaufeln den Sand und sie klettern auf den Baum. Sie kriechen in Schlupfwinkel und sind ganz erfüllt. Sie träumen von der Kraft ihres Lebens. Und wir? - Es ist ein wilder Schrei, der sich selbst erstickt.

Du musst beten, du darfst nicht schreien! Bewundere deine Welt, spüre sie auf, beschreibe das! Das musst du tun, nicht aufsässig sein!

Ich höre dich und ich höre den Fluch meiner Seele. Was treibt den Keil in die Harmonie? Wie kommen Fluch und Andacht zusammen? Rätselhaft, wie alles geht. Aber es geht. Spiralen dreht mein Herz, tönende Spiralen.

Es ist spät, drei Fenster werden geschlossen. Blut füllt die Straßen, tönendes Blut, wild in der Bewegung.

Es hat kein Zuhause!

Aber die Farbe der Kirschen. Und schleimig scheinen manche Straßen im Blut.

Sieh, kleiner Junge, den Mond auf dem Berg! Er kommt herab. Bleibe stehen! Begrüße den Mond! Sieh, kleiner Junge, er spielt in den Wellen, spielt im Blut! Spiele mit ihm, einen Augenblick lang! - Ja, er hat Augen, der Mond! Warum fragst du das? Ob sie dich lieben? Einen Augenblick lang, wenn du atmest, wenn du an ihn denkst!

Große schwarze Augen. Sein Gesicht ist weiß. Ich meine, es ist etwas schief, als ob der Kopf schief auf den Schultern säße.

Kleiner Junge, siehst du, wie dein Blut in der großen Flut strömt? Weine nicht! Der Mond ist zu dir gekommen und nimmt dich in seinen silbernen Mantel. Engel sind deine Gefährten.

Wie dein Herz schlägt, nimmt es der Augenblick! Reiße dich los! Lass dich nicht fassen! Sie wollen dich, der Glanz blendet dich! Schick sie zurück! Dann schau!

Weite Fläche mit Mond und Farbe, Sekunden und Lügen. Sie haben die Fenster geschlossen, weil die Zeit vorgerückt ist. Sie lieben alle das Frühjahr und den Schnee. Sie sagen, der Wind treibt uns das Wasser herein. Und meinen Blut, und meinen Wind. Die Straße ist ja abgebrochen. Die Zahlen blieben stehen. Sie ragen aus der Flut. Hier sehe ich mir gegenüber die Zwölf. Sie schrieb mir neulich einen herzlichen Brief und fragte nach meinem kleinen Jungen.

Die Menschen meinen, ein Sturm komme auf. Ich sehe den Mond bei unserer Erde. Weit ist er fort, auf dem Berg. Er liebt mich, der ich ihn hasse. Runde Scheibe für mein Auge, dein Antlitz ist Lüge. Du bist Lüge wie das Blut, du bist mehr Lüge als die Lüge selbst. Der Maler nimmt dich auf den Pinsel und setzt dich in eine dunkle Fläche. Dann nimmst du sie alle auf den Arm. Du schmückst ihnen das Leben. Du schaust romantisch in die Nacht, beinahe wie ein Mensch. Aber ich sehe Fetzen von dir, sehe dich zerrissen und wild bewegt, wie das Blut dich trägt, wie es Erde trägt, wie es in die Häuser rinnt, wie seine Fläche Imaginationen spiegelt.

Blut und Mond, Erde und Mensch, hört ihr den kleinen Jungen weinen? Hört ihr den Fluch im Gebet, die Lästerung? Seht, er mordet sich selbst! Habt Zeit für ein liebes Lächeln!

Deutung

  • Tagebucheintrag inspiriert.

Ohren, ...

Ach!

Ohren,

  • Gemeint sind die Ohren der Leser. hört sie euch an!
  • hört euch meine inneren Stimmen an! Es kommt auf euch zu wie ein "Hm". -
  • "Hm" als einfacher stimmhafter Ausdruck einer abwertenden Kritik, aber auch einer Bestätigung oder Zustimmung.

Ihr steht da, für Geld steht ihr da.

  • Synonyme für "stehen" sind nach dem Duden unter anderem "auf den Beinen/Füßen sein, an seinem Platz/Posten sein, seinen Platz haben, sich postieren". Übersetzt: Ihr verbringt euer Leben damit, Geld zu verdienen.

Ihr habt ja keine Gedanken. Wir alle haben keine Gedanken.

  • Synonyme für Gedanke sind nach dem Duden unter anderem "Einfall, Idee, Plan, Eingebung, Inspiration, Geistesblitz".

Alles ist ein Schrei,

  • Synonyme für Schrei sind nach dem Duden unter anderem "Aufschrei, Hilferuf, Jammerlaut, Notschrei". - "Im Schreien drücken sich ursprüngliche Gefühle wie Freude, Lust, Aggressivität, Angst, Schmerz und Verzweiflung aus." (Günter Harnisch)

ein Schrei der Ohnmacht.

  • Synonyme für Ohnmacht sind nach dem Duden unter anderem "Einflusslosigkeit, Handlungsunfähigkeit, Machtlosigkeit, Schwäche, Unfähigkeit, Unvermögen".

Lass Bilder kommen!

  • Im Sinne von: Drücke dich in Bildern aus!

Sie betäuben mich.

  • Synonyme für "betäuben" sind nach dem Duden unter anderem "einschläfern, gefühllos machen, beruhigen, den Verstand trüben, ruhigstellen".

Ich möchte das Leben in die Hand nehmen und es dauernd bewegen, einmal hierhin, einmal dorthin.

  • Im Sinne von: Ich möchte einfach leben, unbeschwert leben.

Die Kinder tun es ähnlich. Sie schaufeln den Sand und sie klettern auf den Baum. Sie kriechen in Schlupfwinkel und sind ganz erfüllt. Sie träumen von der Kraft ihres Lebens. Und wir? - Es ist ein wilder Schrei, der sich selbst erstickt.

  • Zu "ersticken" heißt es im Wörterbuch der deutschen Sprache von Bertelsmann unter anderem: "aus Mangel an Sauerstoff, aus Mangel an Luft sterben". - Ein Schrei ist - physikalisch gesehen - geformte mobilisierte Luft. Und zu Luft schreibt Günter Harnisch unter anderem: "Sie gilt als Symbol für schöpferisches Denken und die Kräfte der Fantasie ." An Letztere bzw. an einen materieunabhängigen Geist glaubte ich damals nicht. Daraus folgert, dass ich den Schrei rein physikalisch beurteilte, ihm eine geistige Existenz absprach und er dann aus Mangel an Geist (Luft) erstickte.

Du musst beten, du darfst nicht schreien! Bewundere deine Welt, spüre sie auf, beschreibe das! Das musst du tun, nicht aufsässig sein!

Ich höre dich

  • Ich höre dich (meinen geistigen Freund) und ich höre den Fluch meiner Seele.
  • Synonyme für Seele sind nach dem Duden unter anderem "Empfindungsleben, Gefühlsleben, Gemüt, Innenwelt, Inneres, Psyche, Seelenleben".

Was treibt den Keil in die Harmonie? Wie kommen Fluch und Andacht zusammen? Rätselhaft, wie alles geht. Aber es geht.

  • ... Aber es geht im Rahmen dieses (inspirierten) Dialoges (den ich damals als solchen nicht erkannte).

Spiralen dreht mein Herz, tönende Spiralen.

  • "Das Bild der Spirale zeigt im Traum psychische Dynamik. Es gehört zu den positivsten Signalen. Nach Phasen eines seelischen, geistigen oder sonstigen Stillstandes in der Entwicklung zeigt sie stets einen Fortschritt an." (Günter Harnisch). - "Das Herz ist das Symbol für körperliche Lebensenergie, aber auch für Liebe, für Gefühlsfähigkeit. Nach der Symbolik des Mittelalters war das Herz das Bild der Sonne im Menschen. Auch dieses Bild weist deutlich auf die Bedeutung dieses Organs für die Versorgung mit Lebensenergie hin ." (Günter Harnisch)

Es ist spät, drei Fenster werden geschlossen.

  • Ich folge jetzt der obigen Aufforderung "Lass Bilder kommen!" - "Seit dem Altertum gilt die Drei als magische Zahl. In Indien sind Brahma, Vishnu und Shiva eine göttliche Dreiheit. Auch altägyptische und die christlichen Religionen gehen von der Dreifaltigkeit Gottes aus. Neptun, der Gott des Meeres, trägt einen Dreizack. In den Märchen sind drei Rätselfragen zu lösen. Die Drei hat ein männliches Vorzeichen. Sie ist Symbol des Geistes und der schöpferischen Dynamik." (Günter Harnisch). - Synonyme für Fenster sind nach dem Duden unter anderem "Auslage, Ladenfenster, Schaufenster".

Blut füllt die Straßen,

  • "Blut symbolisiert Lebenskraft, Liebe und Leidenschaft ." (Günter Harnisch). Im Textzusammenhang übersetzt: Junge Menschen sind unterwegs,

tönendes Blut,

  • sie sind laut,

wild in der Bewegung.

  • Synonyme für "wild" sind nach dem Duden unter anderem "nicht domestiziert,...

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