Straße ins All 6: Rote Sonne im Multiversum

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. August 2020
  • |
  • 190 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4390-0 (ISBN)
 
Am 15. September 2063, um 4:37 Uhr, wollte ein Team mittels Transmittertor von Phönix zur Erde zurückspringen. Genau im Moment seiner Materialisation im Erd-Star-Gate bei Mechanics Inc. wurde dieses von Saboteuren des Konkurrenten Flibo gesprengt. Das erzeugte eine schreckliche Katastrophe - nämlich die Transmitter-Katastrophe. Vierundzwanzig Menschen sind von der Katastrophe betroffen. Sie sind seitdem spurlos verschwunden. Was ist aus ihnen geworden? Mit betroffen: Das Randall-Team. Nach einigen Abenteuern treffen sie wieder auf den geheimnisvollen Fremden mit Namen Xybrass, der ihnen diesmal sogar ein Raumschiff überlässt. Nicht, um damit zur Erde zurückzukehren, sondern um der Galaxis der Prupper einen Besuch abzustatten. Dort geraten sie in die verbotene Todeszone. Nur Ken Randall und Dr. Yörg Maister überleben, wie es aussieht, weil sie sich der tödlichen Gefahr durch rasche Flucht entziehen können. Doch ihr Raumschiff ist nur noch ein Schrotthaufen, und ihr Leben hängt an einem seidenen Faden, obwohl die Prupper sich bemühen, ihnen zu helfen. Und die Prupper interessieren sich brennend selbst für das, was in der Todeszone vor sich geht, denn davon hatten sie bislang selbst keine Ahnung... Dieser Band enthält folgende SF-Abenteuer von Wilfried A. Hary: Wie das jüngste Gericht Die rote Sonne Multiversum
  • Deutsch
  • 0,82 MB
978-3-7389-4390-0 (9783738943900)

Wie das Jüngste Gericht


Wilfried A. Hary


Der einhundertzwanzig Meter im größten Durchmesser messende Riese hatte keinen richtigen Namen, nur eine Art Spitznamen. Seine Besatzung hatte ihn GÖTTERFÄHRE genannt, als sie noch vollzählig gewesen war. Jetzt fehlten von den sieben Besatzungsmitgliedern fünf, die nach Lage der Dinge nicht mehr am Leben waren, obwohl die restlichen zwei diese Tatsache mit aller Macht vor sich selbst zu leugnen versuchten. Dabei waren sie selbst dem Tode näher als dem Leben. Denn sie befanden sich allein an Bord - und das Schiff ächzte und stöhnte, doch das konnte man außerhalb nicht hören, weil es vom Vakuum des freien Weltraums umschlossen wurde. Im Innern klang es umso schlimmer.

Survival-Spezialist und Kommandant Ken Randall schaute sich forschend in der Zentrale des ehemaligen »Götter«-Schiffes und jetzigen quasi terranischen Forschungsraumers GÖTTERFÄHRE um. Er war der Kommandant - der Kommandant eines Wracks. Für ihn war das so, als würde das Schiff sterben - und mit ihm die Besatzung. Obwohl Hilfe da war. Aber die Helfer hatten keine Möglichkeit mehr, sich mit ihnen von außerhalb des Wracks in Verbindung zu setzen. Sie waren draußen mit ihren Beibooten, abgesetzt vom prupperischen Bergungsraumer DAR-EL-SOM - und die Havarierten waren drinnen. Noch nicht einmal untereinander gab es mehr eine Kommunikationsmöglichkeit, falls sie beide sich trennen würden. Weder per Innerkom, noch per Helm­funk. Obwohl beide Raumanzüge angelegt hatten. Weil die ständigen Strahlenschauer der Energieerzeuger und defekten Triebwerke jegliche Funkverbindung unmöglich machten. Und niemand war in der Lage, sie abzuschalten. Somit waren sie nicht nur ein Problem aufgrund der Störstrahlen, sondern vor allem bildeten sie tickende Zeitbomben. Mit anderen Worten: Der eher klägliche Rest des einst so stolzen Raumschiffs GÖTTERFÄHRE konnte jeden Augenblick explodieren und dabei nicht nur die beiden eingeschlossenen Havarierten, sondern auch ihre um Rettung bemühten Helfer draußen in den Tod reißen!

Es war erstaunlich, dass der Betrieb in der gewissermaßen vom Rest des Universums abgeschnittenen Zentrale den Umständen entsprechend geordnet ablief, angesichts der aussichtslos erscheinenden Situation und vor allem angesichts der Tatsache, dass der Computer nur noch auf winziger Sparflamme lief, wenn überhaupt. Aber nach der Hypnoschulung und auch den zahlreichen Simulationen, die von Xybrass überwacht worden waren - von jenem Wesen also, dem sie dieses Raumschiff verdankten -, waren sie so etwas wie echte Profis geworden.

Beide hatten Todesangst, doch keiner verlor die Beherrschung. Auch Dr. Yörg Maister nicht, obwohl sich Ken Randall darüber eher wunderte. Wenn er zurückdachte, wie Yörg Maister gewesen war, am Anfang all ihrer haarsträubenden Abenteuer ... Er hatte sich gewissermaßen weiterentwickelt, war an den Aufgaben gewachsen.

Randall trat neben ihn.

Dr. Yörg Maister schaute kurz auf. Den Raumhelm hatte er zurückgeklappt, solange die Atmosphäre in der Zentrale atembar blieb. Das war auch besser so, denn es half nicht nur, kostbare Sauerstoffvorräte des Anzuges zu sparen, sondern ermöglichte zumindest eine verbale Kommunikation, bei der man auf den Helmfunk nicht angewiesen war. Trotz der bedrohlichen Geräuschkulisse des »sterbenden« Schiffes ringsherum.

Randall betrachtete seinen einzig noch verbliebenen Gefährten und verdrängte dabei gewaltsam die Gedanken an die anderen, die gewissermaßen vor seinen Augen gestorben waren, obwohl er das immer noch nicht wahrhaben mochte. Dr. Yörg Maister war erst zweiundzwanzig Jahre alt, geboren in Frankfurt, im ehemaligen Germany. Er war klein, dick, schwarzhaarig, hatte einen Backenbart und Stirnglatze. Sein eher gemütliches Äußeres täuschte: Er sprühte förmlich vor Ideen, war aber dennoch von unglaublicher Faulheit. Deshalb hatte er sich auch in keiner Weise widersetzt, als es hieß, er solle an Bord des Schiffes zurückbleiben, während die anderen freiwillig den von ihnen gerade erst entdeckten seltsamen Asteroiden besuchten. Was sich ja im Nachhinein als eine tödliche Falle erwiesen hatte. Jedenfalls, Yörg war ein Genie, das trotz des »Alters« von erst zweiundzwanzig Jahren bereits erfolgreicher Bioniker und Energiespezialist war - und längst einen Doktortitel hatte...

Außer diesem einzigen Blick gönnte er seinem Freund und Kommandanten keinen weiteren Sekundenbruchteil mehr seiner Aufmerksamkeit, denn es galt, endlich wieder Kontakt mit außerhalb aufzunehmen, und dazu musste er erst einmal die vermaledeite Funkanlage reparieren - und dabei hoffen, dass die Störungen sich nicht doch als zu nachdrücklich erwiesen. Aber wenn es zumindest gelänge, das Daten-Gate, das sich hinter der Verkleidung befand, wieder auf Vordermann zu bringen ... Er hatte sich davon überzeugt, dass es zumindest äußerlich völlig unbeschädigt geblieben war. Es gab sogar noch das Initialfeld in der Spitze der Dreieckspyramide aus einem in besonderer Weise geflochtenen Metall. Aber wieso funktionierte es trotzdem nicht mehr? Woran konnte das liegen? War es denn möglich, dass außer den messbaren Störungen auch noch Störfelder der multidimensionalen Art entstanden waren? Aber das war doch eigentlich physikalisch unmöglich, oder?

Anderseits: Der Sternenantrieb des Schiffes war sowieso ein Rätsel. Er erzeugte eine Art »Mini-Black-Hole«, kurz MBH genannt, durch das es schlüpfen konnte, um an genau vorausberechenbarer Stelle wieder ein solches zu verlassen. Xybrass hatte es ihnen erklärt, aber verstanden hatten sie das natürlich in keiner Weise. Nur eines war sicher: Diese Art von Sternenantrieb hatte sich nicht durchsetzen dürfen, weil durch zu häufige Anwendung irreparable Störungen des Raum-Zeit-Gefüges entstanden - mit katastrophalen Folgen.

Gab es bereits jetzt solche Störungen innerhalb des Wracks, verursacht durch die enormen Beschädigungen, die immerhin durch einen energetischen Beschuss während einer Sprungeinleitung erfolgt waren? Waren darin ihre entsprechenden Probleme begründet?

Eigentlich sah alles danach aus...

Normalerweise jedoch galt laut Xybrass, diesen besonderen Sternenantrieb betreffend: Ein einzelnes Schiff wie dieses hier, ja, das war gerade noch vertretbar.

Dabei fliegt es sowieso keinen einzigen Zentimeter mehr aus eigener Kraft, dachte er zerknirscht. Weil es nur noch ein großer Schrotthaufen ist, den wir so schnell wie möglich verlassen würden, wenn wir noch Zugang zum Personen-Star-Gate hätten oder zumindest den Zugang zur Außenschleuse öffnen könnten.

Aber ob das Personen-Star-Gate überhaupt noch funktionierte, wo es doch schon unüberbrückbare Probleme mit dem vergleichsweise winzigen Daten-Gate gab?

Randall neben ihm schüttelte den Kopf. Er wusste mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, die Bemühungen des untersetzten Wissenschaftlers würden letztlich sinnlos bleiben. Nicht, weil Dr. Yörg Maister ungeeignet gewesen wäre - es lag weniger am Gerät, sondern mehr an den Störstrahlen, und gegen die war jeder machtlos, der es nicht vermochte, die Quelle des Unheils zum Versiegen zu bringen.

Survival-Spezialist Ken Randall wandte sich ab und schaute zum hinteren Ausgang der Zentrale. Er wirkte völlig unbeschädigt, hatte sich jedoch als unüberwindbares Hindernis erwiesen.

Seit sie von den Fremdraumern angegriffen und beschossen worden waren, sah es wahrlich schlecht aus für die GÖTTERFÄHRE und für sie beide, die sie den Angriff bis jetzt überlebt hatten - sehr schlecht sogar! Die Bemühungen, hier etwas zu reparieren, waren eher dazu geeignet, sich nicht ständig die Aussichtslosigkeit ihrer Lage bewusst werden zu lassen; ansonsten waren die Aussichten auf echten Erfolg in der Tendenz nahe null!

In diesem Augenblick ging ein Schlag durch das Wrack und ließ Randall taumeln. Er fand im letzten Augenblick irgendwo Halt und konnte gerade noch vermeiden, der Länge nach hinzufallen. Was war das denn gewesen? War das Schiff auseinandergebrochen, trotz der Sicherungsmaßnahmen der Retter draußen? Oder war das nur eine weitere Störung, diesmal des künstlichen Schwerefeldes, das trotz aller Ausfälle wie durch ein Wunder die ganze Zeit über noch tadellos funktioniert hatte?

Ja, vielleicht sind das wirklich nur die Schwerkrafterzeuger gewesen, deren Energie inzwischen irgendwelchen Schwankungen unterworfen ist!, beruhigte er sich selbst. Ein Wunder in der Tat, dass diese überhaupt noch funktionieren. Aber es war bislang schon angenehmer, nicht auch noch zusätzlich mit der Schwerelosigkeit kämpfen zu müssen. Und wie lange halten die Schwerkrafterzeuger überhaupt noch durch?

Survival-Spezialist Ken Randall ließ zögernd los und schickte sich an, die Zentrale weiter zu durchqueren. Er wollte zu Yörg zurück, der Glück gehabt hatte: Der Pneumosessel hatte ihn geschützt. Jederzeit darauf gefasst, dass die Schwerkrafterzeuger wieder verrückt spielten, erreichte er ihn. Hier, seitlich von Yörg, war die Beschädigung der Wandungen besonders schlimm. Der Weltraum erschien greifbar nahe - und doch war noch genügend verbogenes Material dazwischen, dass die Bergungsmannschaft nicht so ohne Weiteres an sie herankam, wie es schien. Oder lag das an dem besonderen Material, aus...

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