Der junge Zauberer Lavandula

 
 
Papierfresserchens MTM-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Juni 2020
  • |
  • 96 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96074-274-6 (ISBN)
 
Der junge Zauberer Lavandula geht auf Wanderschaft, um die Menschen kennenzulernen. Er erlebt zahlreiche Abenteuer und trifft viele neue Freunde. Lavandula zaubert nur im Notfall, er versucht die Probleme immer erst ohne Zaubern zu lösen. Auf seiner Reise merkt er, dass es aber am schönsten bei Mama und den Hexentanten und Zaubereronkeln zu Hause ist.
Erstauflage
  • Deutsch
  • Langenargen
  • |
  • Deutschland
  • Für Kinder
schwarz-weiß Illustrationen
  • 4,00 MB
978-3-96074-274-6 (9783960742746)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Horst Ingwert Hartmann wurde auf der Insel Fehmarn in der Stadt Burg geboren und ist mit drei Jahren nach Radolfzell an den Bodensee gekommen, wo er Technischer Zeichner für Maschinenbau gelernt hat.
Er ist seit 45 Jahren verheiratet und hat eine Tochter und einen Enkel, der fünf Jahre alt ist und ihm heute schon hilft, die Geschichten spannend zu schreiben. Kindergeschichten schreiben hat ihn schon sein ganzes Leben begleitet und sein Wunsch war es immer, als Rentner sein Hobby richtig auszuleben.
Weitere Hobbys sind segeln am Bodensee, malen und Bogenschießen. Er liebt es, Rentner zu sein.

*

Lavandula


Hallo Kinder, ich bin der junge Zauberer Lavandula.

Hoch über der Stadt, ganz oben auf dem Berg, da ging etwas Geheimnisvolles vor sich. Dort wohnte nämlich eine Frau ganz allein und die Menschen hatten ein bisschen Angst vor ihr, denn sie kleidete sich eigenartig und hatte immer einen spitzen Hut auf. Ihre lange Nase guckte stets unter dem Hut hervor und sie war sehr wortkarg. Meistens ging sie den Menschen aus dem Weg und so kannte sie auch niemanden richtig.

Aber eines Abends war etwas anders als sonst, es sammelten sich alle dunklen Wolken der ganzen Welt um den Berg und es blitzte und donnerte. Es war einfach unheimlich und laut und die Menschen in der Stadt machten an diesem Abend alle ihre Fenster und Türen fest zu.

Was natürlich niemand ahnte, war, dass die Frau an diesem Abend ein Kind bekommen sollte, einen Jungen, und weil die Frau immer so alleine war, kamen die lieben Zauberer und Hexen aus der Gegend zusammen und halfen der einsamen Frau.

Eine liebe Hexe brachte ihr schließlich den Jungen, das Baby, das frisch gebadet war, und legte der Mutter das Kind in ihre Arme. Das Baby lachte seine Mama an und schlief dann selig ein, geborgen in den Armen der Mutter.

"Wie soll der Junge denn heißen, gute Frau?", fragte jetzt ein Zauberer die frisch gebackene Mutter.

"Oh, darüber habe ich noch überhaupt nicht nachgedacht", antwortete diese. "Nein ich weiß es wirklich nicht."

Die Zauberer und die Hexen berieten sich, und dann sagten sie zur Mutter: "Nenne den Jungen doch einfach Lavandula."

"Ja", antwortete die Mutter, "er soll Lavandula heißen, Lavandula ist ein schöner Name." Die Hexen und die Zauberer gingen alle zu dem Jungen und streichelten ihm über den Kopf und sprachen alle noch einmal den Namen des Jungen: "Lavandula."

Was die Mutter nicht wusste, war, dass sie einen kleinen Zauberer geboren hatte. Jede Hexe und jeder Zauberer hatte, als er oder sie dem Jungen über den Kopf gestrichen hatten, den Zauberstaub über das Köpfchen gerieben, was ihm Zauberkräfte verliehen hatte. Und so hatte der kleine Lavandula von nun an auch immer Tanten und Onkel zu Besuch und diese brachten dem Jungen alles bei, was er zum Leben brauchte.

Der Junge wurde größer und größer und wollte in die Welt hinaus. Nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem die Hexen und Zauberer ihm sagen mussten, dass auch er ein Zauberer war.

"Ach", sagte der Junge überrascht, "das ist ja toll."

Die Hexen und Zauberer gaben dem Jungen mit dem Namen Lavandula ihr Zauberwissen weiter und eines Tages musste der junge Zauberer Lavandula seinen Zauberereid sprechen. Er musste den Hexen und Zauberern versprechen, keinen Unsinn mit seinen magischen Fähigkeiten anzustellen.

Jetzt war er also so weit, dass er alleine in die Welt gehen konnte. Die Hexen und Zauberer und auch seine Mama standen am Wegesrand, und als der Junge Zauberer loszog, um in die Stadt hinunterzugehen, winkten sie dem jungen Zauberer Lavandula hinterher, bis er nicht mehr zu sehen war. Sie wischten ihre Abschiedstränen ab und gingen in das Haus zurück. Alle Hexen und Zauberer begleiteten nun seine Mutter, tranken Kaffee und wer noch wollte, der zauberte sich schnell ein feines, leckeres Stückchen Kuchen dazu.

Lavandula sah unterdessen die Stadt schon von Weitem und freute sich darauf, endlich einmal normale Menschen kennenzulernen. Er kam der Stadt immer näher und näher. Es waren jedoch keine Menschen zu sehen oder zu hören. Das war seltsam, denn sonst arbeiteten die Menschen vor der Stadt und in ihr. Das wusste er von seinen Tanten und Onkeln. Man hatte sonst kaum Platz zum Laufen, aber heute war kein einziger Mensch zu finden.

"Da muss doch etwas passiert sein, aber was?", fragte sich der kleine Zauberer. Lavandula setzte sich auf dem Marktplatz auf eine Bank und überlegte, was er machen könnte.

Doch was war das? Er sah, dass nicht weit vor der Stadt eine mittelalterliche Burg stand. Viele Fahnen waren aufgestellt und wehten im Wind. Auf diesen Fahnen war ein böser, grüner Drache abgebildet.

War das vielleicht die Lösung? Hielt der böse, grüne Drache die vielen Menschen auf der alten Burg gefangen? Jetzt wurde der junge Zauberer Lavandula neugierig und zauberte sich heimlich in die Burg hinein. Plopp, Plopp machte es und er stand im Keller in einem einsamen Raum, in dem es nur graue Mäuse gab.

Der Zauberer fragte eine liebe, graue Maus: "Was geht denn hier in dieser alten Burg so vor sich?"

Die Maus erzählte dem Jungen, dass der alte grüne Drache wieder aus seinem langen Schlaf aufgewacht war und jetzt die Menschen gefangen hielt. Sie mussten für den Drachen kochen, putzen oder lustige Sachen machen. Sie mussten auch Lieder singen und selbst die Kinder mussten arbeiten, durften überhaupt nicht mehr spielen.

"Danke, liebe Maus", sagte Lavandula, "ich muss jetzt erst einmal nachdenken, was ich als Nächstes mache. Wie bringe ich den Drachen dazu, wieder in seine Höhle zu gehen und weitere 100 Jahre zu schlafen?"

Seine Gedanken gingen bereits weiter. "Ja" ,dachte der Zauberer, "ich muss es ihm hier in der Burg so ungemütlich wie möglich machen, sodass er von ganz alleine wieder geht. Aber wie mache ich das? Ich muss den Drachen erst einmal beobachten, das kann ich am Besten, wenn ich eine Fledermaus bin."

Gesagt, getan, denn schon verzauberte sich Lavandula in eine ganz kleine Fledermaus und flog in den Thronsaal, wo der Drache wie ein König auf dem alten Thron saß und die vielen Menschen ihn bedienen mussten.

Die kleine Zaubererfledermaus konnte in dem großen Saal alles in Ruhe beobachten. "Ja, zuerst muss ich alle Menschen wieder nach Hause zaubern", sagte er sich und schon sprach er seinen Hokuspokus. Es machte Plopp, Plopp und alle Menschen waren wieder zu Hause in ihrem Heim. Der Drache rief genau in diesem Moment: "Ich habe Hunger, Leute, ich habe Hunger, bringt mir etwas zu essen, aber dalli, dalli!"

Als aber überhaupt kein Essen erschien, machte der große, grüne Drache seine alten Augen auf und sah ... nichts! Kein Mensch war mehr in dem großen alten Thronsaal. Der Drache setzte sich gerade hin und schaute sich noch einmal um, aber er sah tatsächlich keine Menschen in dem ganzen Raum. Er war einfach leer. Er holte seine Brille hervor und schaute noch einmal genau hin, aber nein, da waren auch mit Brille keine Leute mehr zu sehen. Da erschrak der alte grüne Drache ganz schön, waren doch gerade noch so viele Leute hier herumgerannt. Aufgebracht rief er: "Alle Kinder müssen mir sofort etwas zu essen bringen!"

Es blieb jedoch alles still und es kamen auch keine Kinder mehr. "Das ist aber seltsam", dachte sich der alte Drache und stand ganz langsam und vorsichtig auf. Er lief leise durch den Thronsaal bis zum nächsten Raum, dem Rittersaal, wo viele Ritterrüstungen standen. "Vielleicht haben sich die Menschen nur versteckt", dachte er sich, "oder sie wollen Verstecken spielen und ich soll sie suchen. Ja, das wird es sein! Darum kann ich niemanden sehen." Also rief er laut: "Eins, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein. Ich komme!"

Schnell rannte er in den Rittersaal hinein. Hier standen sehr viele alte verrostete Ritterrüstungen. Der Drache rannte zur ersten Rüstung und klappte den Helm auf. Nein, da war niemand drin versteckt. Er schaute nacheinander in alle Ritterrüstungen hinein, aber da auch war niemand.

Der alte grüne Drache überlegte sich, wo sich alle versteckt haben könnten. "Ich glaube, sie verstecken sich unter den alten Betten", dachte er und ging zu den Schlafsälen. Beim Laufen klapperte es hinter ihm, und als er sich umdrehte, sah er, dass alle leeren, verrosteten Ritterrüstungen hinter ihm herliefen und laut sangen!

Der alte Drache hörte genau hin und da konnte er verstehen, was die leeren Ritterrüstungen sagten. "Eins, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein." Sie sangen es immer und immer wieder. Da kicherte der Tyrann und dachte, dass es ein lustiges Spiel wäre. So kamen sie beim alten Schlafsaal an, der grüne Drache und hinter ihm die vielen, leeren, verrosteten Ritterrüstungen, die immer noch den gleichen Vers sangen.

Der alte grüne Drache war jetzt so aufgeregt, weil er dachte, die vielen Menschen hätten sich unter den kaputten Betten versteckt, dass er das erste Bett vorsichtig hochhob und ...? Enttäuscht stellte er das Bettchen wieder zurück und nahm das nächste hoch, doch - oh nein - da war auch niemand! Die kleine Fledermaus flog jedoch dem Drachen immer hinterher und lachte über diesen.

Als der grüne Drache unter alle Betten geschaut hatte und niemand in diesem Raum zu finden war, dachte er sich: "Natürlich, warum habe ich da nicht gleich daran gedacht? Die haben sich wahrscheinlich im Keller versteckt."

Er lief in Richtung Kellertreppe, aber da klapperte und rumpelte es so laut hinter ihm, dass er erst einmal nach hinten schauen musste. Ihr glaubt es nicht! Es liefen 100 verrostete Ritterrüstungen und 100 alte Betten hinter dem Drachen her und alle sangen im Chor: "Eins, zwei, drei,...

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