Kurs auf Neues im Beruf

Wann wir Veränderungen brauchen und wie sie gelingen
 
 
Kreuz Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Juli 2013
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-451-80010-8 (ISBN)
 
Es gibt keine sicheren, vorhersehbaren Berufswege mehr. Ständige Veränderung in der Arbeitswelt fordert von den Menschen, ihren beruflichen Kurs permanent zu reflektieren und immer wieder neu auszurichten. Dazu gibt die langjährige Beraterin für berufliche Entwicklung wertvolle Hilfe: Menschen, die sich neu orientieren wollen oder müssen, erhalten einen Kompass für das realistische Ausloten ihrer beruflichen Chancen und den klugen Einsatz ihrer individuellen Fähigkeiten.
  • Deutsch
  • Freiburg im Breisgau
  • |
  • Deutschland
  • 3,86 MB
978-3-451-80010-8 (9783451800108)
weitere Ausgaben werden ermittelt
ist Soziologin, Logotherapeutin und Management-Beraterin. Sie gibt Seminare und berät Unternehmen wie Einzelpersonen in Zeiten von Veränderungen, Umbrüchen und Krisen. Als Expertin und Interviewpartnerin wirkt sie häufig an Zeitschriftenartikeln mit.
  • Intro
  • [Impressum]
  • VORWEG Warum gerade jetzt?
  • I Zeit für eine Veränderung?
  • II Welches Lebenskonzept ist das richtige?
  • 1. Begabungen entwickeln
  • 2. Einen Beruf finden und erlernen
  • 3. Ins Arbeitsleben starten
  • 4. Seinen Platz finden
  • 5. Erntezeit
  • 6. Abschied aus dem Arbeitsleben
  • III Wo sind unsere Träume geblieben?
  • IV Beim Alten bleiben oder Neues wagen?
  • Bei der Sache bleiben
  • Flexibel sein
  • Netzwerke schaffen und pflegen
  • Handwerkszeug überprüfen und erneuern
  • V Wie viel ist genug?
  • VI Auf Umwegen zum Ziel
  • VII Bleiben oder gehen?
  • VIII Allein stark, gemeinsam stärker?
  • IX Stimmt die Balance?
  • X Was treibt Sie an?
  • Entscheidungen absichern
  • Ziele setzen
  • Profil entwickeln
  • Profil zeigen
  • Prioritäten setzen
  • Selbstkritisch sein
  • Visionen verwirklichen
  • XI Alles zu seiner Zeit?
  • ZUM SCHLUSS Es kommt immer anders .
  • Anmerkungen
  • REGISTER Personen und Begriffe

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.

Wolf Biermann (* 1936)

I Zeit für eine Veränderung?

Was wir von den Blues Brothers lernen können * Die magische Sieben * Vom Glück im Unglück

Wenn ein bestimmtes Wort, ein bestimmter Satz in bestimmten Situationen immer wieder fällt, dann nennt man das im Kino einen Running Gag. Ein Running Gag soll vor allem das Publikum zum Lachen bringen, aber auch den Film im Gedächtnis verankern. »Wir sind im Namen des Herrn unterwegs«: Wer »Blues Brothers«2 gesehen hat, denkt bei diesem Satz unweigerlich an den Film zurück.

Running Gags gibt es auch im echten Leben. Ein Klassiker beginnt mit den Worten »Wenn ich erst …«. Auf den Beruf bezogen, kann der Running Gag zum Beispiel lauten: »Wenn ich erst …

… die Ausbildung fertig habe …«

… im ersten festen Job bin …«

… die Beförderung bekommen habe …«

… nach der Elternzeit wieder fest im Sattel sitze …«

… bei Firma X eingestiegen bin …«

Und dann? »… dann ist alles gut! Dann habe ich es geschafft!«

Vielleicht sind Sie gerade an so einer Stelle. Ein Ziel erreicht, ein Punkt auf der To-do-Liste des Lebens ab gehakt. Dann lesen Sie dieses Buch vielleicht vor allem, um sich einzustimmen auf etwas, was jederzeit kommen kann.

Leben ist Veränderung. Es gibt Menschen, die es kaum aushalten, wenn einmal eine Weile nichts passiert. Und die bei jedem Stillstand gleich wieder Bewegung in ihren Alltag bringen. Andere fühlen sich wohl bei der Vorstellung, »angekommen« zu sein. Die meisten sind ambivalent: Sie mögen Veränderung und haben gleichzeitig Angst davor. Deshalb können sie in der Nacht vor dem ersten Arbeitstag im neuen Job kaum schlafen. Und selbst wenn sie an ihrem Arbeitsplatz lieber heute als morgen alles hinwerfen würden, macht ihnen die Vorstellung Angst, ihn zu verlieren. Ein Szenario, das jeder fürchtet: Unternehmen verkauft und/oder Abteilung aufgelöst, Arbeitsplatz weg. Und schon ist sie da, die Wendezeit.

Andere erleben eine private Erschütterung, einen Schicksalsschlag: Trennung, Scheidung, ein Pflegefall in der Familie oder gar der Tod eines nahe stehenden Menschen. Und plötzlich steht auf dem Prüfstand, auch im Beruf: Wozu noch Kompromisse eingehen, warum an einem Arbeitsplatz bleiben, der einem nichts mehr bedeutet – wenn von einem Tag auf den anderen alles zu Ende sein kann?, fragen sich Menschen nach solchen Erfahrungen.

Wann haben Sie zuletzt eine Wendezeit erlebt? Und wie hat sie angefangen? Möglicherweise können Sie das im Nachhinein gar nicht mehr sagen. Das wäre durchaus typisch. Viele Wendezeiten haben etwas gemeinsam mit den regelmäßig wiederkehrenden Erkältungs- und Grippezeiten oder auch mit den Wechseljahren der Frauen. Es beginnt mit Symptomen, die schwer einzuordnen sind: starker Schnupfen, fiebrige Erkältung oder Grippe? Überheizte Räume – oder war das womöglich die erste Hitzewallung?

Angenommen, an Ihrem Arbeitsplatz ist es üblich, den Mitarbeitern Projekte zuzuteilen, etwa das Abwickeln eines Auftrags oder das Organisieren einer Veranstaltung. Neue Projekte werden vorrangig an die Mitarbeiter vergeben, die sich von sich aus bereit erklären. Bisher waren Sie meist unter den Ersten, die den Finger hoben – möglicherweise auch, um sich so die für Sie interessantesten Aufgaben zu sichern. Plötzlich ertappen Sie sich aber bei Gedanken wie: »Immer wieder dasselbe.« – »Das lade ich mir jetzt nicht auch noch auf.« – »Soll sich doch mal ein anderer anstrengen.« Das kann viele Gründe haben. Vielleicht haben Sie sich in letzter Zeit überfordert und spüren, dass Sie kurz vor dem Ausbrennen sind. Oder Sie haben keine Lust mehr, für diejenigen mitzuarbeiten, die sich bisher gern drücken. Ihre plötzliche Unlust kann aber auch ein Signal dafür sein, dass Sie eine Veränderung brauchen.

Solche Wendezeiten haben manchmal mit Veränderungen im Unternehmen zu tun: ein neuer Abteilungsleiter oder womöglich gleich eine neue Geschäftsleitung, etwa nach dem Verkauf des Betriebes oder einer Fusion. In solchen Situationen ist für die Beschäftigten plötzlich nichts mehr sicher. Selbst wenn der Arbeitsplatz erhalten bleibt, kann es sein, dass die angestammte Abteilung aufgelöst wird oder eine sicher geglaubte Beförderung ausbleibt – weil die neuen Chefs ihre eigenen Vertrauten mitbringen.

Manchen kommt nach einigen Jahren im Berufsleben die Erkenntnis: »Ich durfte ja noch nie zeigen, was in mir steckt, wie gut ich wirklich bin.« Dafür gibt es viele mögliche Ur sachen. Wer zum Beispiel in einer Zeit hoher Jugendarbeitslosigkeit in die Ausbildung gegangen ist, hat möglicherweise seinen Beruf ausschließlich deshalb erlernt, weil dort gerade noch eine Lehrstelle frei war. Viele Frauen müssen irgendwann den Preis dafür zahlen, dass sie ihren beruflichen Werdegang überwiegend nach den Bedürfnissen einer (zu dem Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht existierenden) Familie ausgerichtet haben. Sind ihre Kinder »aus dem Gröbsten heraus« und sie wollen durchstarten, bekommen sie das zu spüren: »Trauen Sie sich das auch wirklich zu?« oder: »Ach – so lange sind Sie jetzt schon raus?«

Falls Sie jetzt in Gedanken sagen: »Nichts von dem trifft auf mich zu, ich bin einfach so irgendwie nicht mehr zufrieden« – dann wäre auch das typisch. Ich könnte Sie jetzt noch fragen, wann Sie denn zuletzt eine Wendezeit erlebt haben. Vor etwa sieben Jahren vielleicht? Das wäre ebenfalls nicht ungewöhnlich. Von den Biografieforschern, die sich mit Lebensrhythmen befassen, sagen einige, dass ein Mensch etwa alle sieben Jahre an einem Wendepunkt steht, und nach meiner Erfahrung trifft das häufig zu. Sehr viele Menschen erreichen so einen Wendepunkt im Berufsleben im Alter zwischen etwa 39 und 45 Jahren. Dann haben sie ihre Lehrjahre hinter sich, sie kennen das Arbeitsleben, sie wissen, wo sie stehen. Und sie haben in ihren täglichen Aufgaben so viel Routine entwickelt, dass Freiraum entsteht für Neues. Und dann sollte auch bald etwas passieren: neue Aufgaben, eine Weiterbildung, eine Beförderung.

Wenn nichts von dem geschieht, entsteht ein Gefühl vom Stillstand. Bei vielen äußert sich das in Fragen und Gedanken wie: »Soll das jetzt so weitergehen bis zur Rente?« oder in dem klassischen Satz: »Das kann doch nicht alles gewesen sein.« In so einer Situation besinnen sich manche auf Wünsche und Ziele – auch außerhalb des Berufs –, die sie eine Zeit lang aus den Augen verloren hatten. Und es gibt ja Wünsche, deren Erfüllung sich nicht bis ins Unendliche aufschieben lässt – etwa der Wunsch nach einem Kind. In einer Phase der Unzufriedenheit im Beruf wird manchen das schlagartig bewusst.

Ich habe das bei einigen meiner Klientinnen erlebt. Immer wieder hatten sie ihren Kinderwunsch zurückgestellt, »weil es gerade nicht passt«. Weil noch ein Ziel zu erreichen war, weil sie »ausgerechnet jetzt« ihre Abteilung oder den Chef nicht im Stich lassen wollten. Manche hatte sich im Alter von Mitte oder Ende 30 schon fast damit abgefunden, kinderlos zu bleiben. Als dann eine Position, auf die sie selbst lange hingearbeitet hatte, an eine andere, womöglich weniger geeignete Person vergeben wurde und sie selbst mit einer fadenscheinigen Ausrede abgespeist wurde: »Wir schätzen ja Ihren Einsatz, aber an dieser Stelle brauchen wir jetzt mal neue Impulse …«, da waren sie plötzlich da, die Fragen: »Wann, wenn nicht jetzt?« und: »Worauf warte ich noch?« Auf einen günstigeren Zeitpunkt? Davon werden nicht mehr viele kommen für eine Frau von Ende 30, wenn es um eine Schwangerschaft geht. Auf den Dank des Chefs oder der Firma für den Fall, dass sie freiwillig oder unfreiwillig auf ein Kind verzichtet, also auch nicht »ausfällt« für Mutterschutz- und Elternzeit? Der kommt nie – und falls doch, wäre er das Opfer nicht wert.

Ich erinnere mich an zahlreiche Gespräche über diese Fragen mit Klientinnen um die 40, die bisher einen großen Teil ihrer Entscheidungen – auch in so grundlegenden Bereichen wie Partnerschaft und Familiengründung – vom Beruf, von einem bestimmten Arbeitgeber oder sogar vom Wohlwollen einer einzelnen Führungskraft abhängig gemacht hatten. In einigen Fällen war das Nächste, was ich dann von der Klientin hörte, die Nachricht, sie erwarte ein Kind.

Was ist Unwohlsein, wo beginnt die Unzufriedenheit, wann geht es bereits um Leidenschaft – und wann gibt es keine Alternative mehr zum radikalen Schnitt? Die Frage ist leicht zu beantworten, wenn Veränderungen erzwungen werden. Der Betrieb schließt, die Abteilung wird aufgelöst. Oder der Chef, die Chefin ruft zum Gespräch: »Wir möchten uns von Ihnen trennen …« Wenn es sich so verhält, gibt es nur eine mögliche Antwort. Ja, es ist Zeit für einen radikalen Schnitt – und zwar jetzt. Wir müssen etwas ändern, weil andere es erzwingen. Wir haben keine Wahl. Auf den ersten Blick die denkbar schlechteste Ausgangsposition für den Start in ein neues Leben. Auf den zweiten Blick oder sonst spätestens in der Rückschau der Beginn einer Lebenskrise, die sich auch als einmalige Chance, als Glücksfall erweisen kann.

Vor Jahren hatte ich gelegentlich mit einer Journalistin zu tun, die als »Pauschalistin« für eine Zeitschriftenredaktion tätig war. Sie bekam monatlich ein festes Honorar, das sie »abarbeitete«, durch das Schreiben eigener Beiträge und durch Urlaubsvertretungen in der Redaktion. In ihrer Freizeit schrieb sie Kurzgeschichten und arbeitete an einem Kriminalroman. Schon längst wollte sie ihre literarischen Manuskripte einem Verlag anbieten, schob es aber immer wieder auf: »Wenn ich erst die Zeit dazu habe, werde ich mich darum kümmern.«

Eines Tages bat die...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: ohne DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "glatten" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Ein Kopierschutz bzw. Digital Rights Management wird bei diesem E-Book nicht eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

12,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB ohne DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

12,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen