Anonym - Briefe der Lust

 
Megan Hart (Autor)
 
Mira Taschenbuch Verlag
1. Auflage | erschienen am 10. November 2011 | 432 Seiten
 
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978-3-86278-120-1 (ISBN)
 
Ein anonymer Brief weckt die Sehnsucht nach Unterwerfung in Paige DeMarco. Hemmungslos gehorcht sie den erotischen Aufforderungen auf edlem Papier: Sie kleidet sich aufreizend, befriedigt sich selbst, ohne zum Höhepunkt zu kommen ... Immer neue Nachrichten findet Paige in ihrem Briefkasten, immer gewagter und erregender werden die Befehle. Bis sie eines Tages plötzlich ausbleiben - und Paige einen neuen, ungeahnt dominanten Zug an sich entdeckt. Sie beginnt ein gefährlich heißes Spiel ...

Megan Hart schreibt seit ihrer Kindheit. Doch zum Beruf machte sie ihr Hobby erst nach der Geburt ihrer Tochter. Sie verfasste mehrere Kurzgeschichten, ehe sie sich an ihren ersten Roman wagte. Mittlerweile hat sie zahlreiche Bücher in den verschiedensten Genres veröffentlicht: Romance, Science-Fiction, Fantasy und natürlich Erotik. Megan Hart hegt einen großen Traum: Sie würde gern all ihre Romane verfilmen: mit ihr selbst in der weiblichen Hauptrolle ... und in der männlichen Keanu Reeves.
Mira Erotik
Deutsch
0,95 MB
978-3-86278-120-1 (9783862781201)
3862781208 (3862781208)
weitere Ausgaben werden ermittelt

2. KAPITEL


Sollen wir anfangen?

Dies ist deine erste Aufgabe.

Du wirst dich ganz genau an die Anweisungen halten. Fehler werden nicht akzeptiert. Die Strafe für Dein Versagen ist das Ende unseres Spiels.

Dein Lohn werden meine Aufmerksamkeit und meine Anordnungen sein.

Du wirst eine Liste mit zehn Punkten schreiben. Fünf Schwächen. Fünf Stärken.

Schicke sie unverzüglich an die unten angegebene Adresse.

Der quadratische Umschlag in meiner Hand hatte die sanften, kaum wahrnehmbaren Rillen von wirklich teurem Papier. Die Klappe war nicht gummiert. Der Rückumschlag, der der Nachricht beilag, war von derselben Qualität. Ich betrachtete die schwere cremefarbene Karte, die ich aus dem Umschlag gezogen hatte, immer wieder von vorne und von hinten. Das Material fühlte sich wie hochwertiges Leinen an. Ebenfalls sehr kostspielig. Ich strich an der leicht rauen Kante entlang. Möglicherweise war das Stück, welches ich in der Hand hielt, aus einem größeren Bogen herausgeschnitten worden. Es war nicht schwer genug, um als Briefkarte durchzugehen, jedoch zu dick für einen Tintenstrahldrucker.

Ich hob den Umschlag an die Nase und schnupperte daran. Ein leichter Moschusduft ging von dem Papier aus, das glatt, aber auch porös war. Ich konnte den Geruch nicht identifizieren, aber zusammen mit dem Aroma von teurer Tinte und frischem Papier erregte er ein leichtes Schwindelgefühl in mir.

Mit den Fingerspitzen strich ich über die schwarzen geschwungenen Buchstaben. Die Schrift war mir unbekannt, und der Brief war nicht unterschrieben. Jedes Wort präzise aufs Papier gebracht, jeder Buchstabe sorgfältig geformt, ohne die nachlässigen Schwünge, Häkchen und Windungen, die die Handschrift der meisten Menschen zeigt. Das hier sah geübt aus und effizient. Anonym.

Der Rückumschlag war an ein Postfach in einer der örtlichen Postfilialen adressiert, ohne weitere Zusätze. Seit ich vor fünf Monaten ins Riverview Manor gezogen war, hatte ich einige Werberundschreiben erhalten, außerdem Spendenaufrufe, die an zwei der vorherigen Bewohner meines Apartments gerichtet waren, dazu viel zu viele Rechnungen. Ich hatte keinen einzigen privaten Brief bekommen.

Wieder drehte ich die Karte um und lauschte dem leisen Wispern, mit dem meine Finger über das Papier strichen. Auf der Vorderseite stand weder eine Anschrift noch ein Name. Nur eine Zahl, die ebenso unpersönlich und sorgfältig geschrieben war wie die Nachricht. Ich schaute genauer hin und entdeckte, was ich vorher in der Eile nicht bemerkt hatte.

114

Das erklärte alles. Dieser Brief war nicht für mich bestimmt. Die Tinte war ein wenig verwischt, sodass die Eins auf den ersten Blick als Vier durchging. Jemand hatte den Umschlag versehentlich in meinen Briefkasten mit der Nummer 414 gesteckt.

Wenigstens war es keine Einladung zu einer Geschenkparty für eine werdende Mutter oder zur Hochzeit von "Freunden", die ich seit Jahren nicht gesehen hatte. Ich legte keinen gesteigerten Wert darauf, nur deswegen auf eine Gästeliste gesetzt zu werden, um die Geschenkausbeute größer zu machen. Vor allem nicht, wenn ich das Brautpaar kaum kannte und nur vor undenklichen Zeiten mit einem der beiden in einem Mathekurs gesessen hatte.

"Was ist das?" Kira trat in einer Wolke aus Zigarettendunst hinter mich und bohrte ihr Kinn in meine Schulter.

Ich weiß nicht, warum ich ihr die Nachricht nicht zeigen wollte. Ich schob die Karte zurück in den Umschlag, suchte nach dem richtigen Briefkasten und steckte sie durch den Schlitz. Durch das Glasfenster konnte ich sehen, wie sie in dem Metallkasten ruhte, schmal, einsam und allein.

"Nichts", antwortete ich auf Kiras Frage. "Es war nicht für mich."

"Dann komm. Lass uns nach oben gehen. Ich plane einen flotten Dreier mit Jose, Jack und Jim." Sie hob eine Papiertüte hoch, in der die Flaschen klirrten.

Jede Frau sollte eine schlampige Freundin haben, sodass sie sich besser fühlt. Denn egal, wie sehr sie sich am vergangenen Abend betrunken und mit wie vielen Kerlen sie auf der Party herumgemacht hat oder wie kurz ihr Rock ist, diese schlampige Freundin wird immer noch . nun . schlampiger gewesen sein.

Kira und ich hatten uns in dieser Rolle während der vergangenen Jahre immer wieder abgewechselt. Darauf war ich nicht stolz, konnte es aber dennoch nicht bestreiten. "Es ist noch nicht mal acht. Vor elf ist sowieso nichts los."

"Genau deshalb bin ich noch schnell im Spirituosenladen gewesen." Sie schaute sich in der Eingangshalle um und zog die Brauen hoch. "Wow! Hübsch!"

Auch ich sah mich begeistert um. Das tat ich immer noch, obwohl ich jede Bodenfliese kannte. "Danke. Komm mit, wir entern den Aufzug."

Eigentlich hätte sie ebenso beeindruckt von meinem Apartment sein müssen, aber sie sagte nichts. Sie rauschte durch die Zimmer, öffnete Schranktüren und schaute in mein Medizinschränkchen, und als es Zeit wurde, die Sandwiches zu essen, die wir zum Dinner gekauft hatten, machte sie ein großes Getue darum, meinen zerschrammten Küchentisch mit richtigen Tellern anstelle von Papierservietten als Unterlagen zu decken. Aber sie sagte mir nicht, dass meine Wohnung hübsch war.

Es war fast wie in alten Zeiten, als wir kichernd unser Essen verschlangen und dabei Realityshows sahen. Ich hatte nicht vergessen, was für einen bizarren, äußerst komischen Humor Kira besaß, aber es war lange her, seit ich so furchtbar gelacht hatte, dass mein Magen sich zu verknoten schien. Plötzlich war ich froh, dass ich sie zu mir eingeladen hatte. Es ist schön, mit jemandem zusammen zu sein, der jeden deiner Fehler kennt und dich trotzdem mag . oder dich zumindest deswegen nicht weniger mag.

Sie hatte einen neuen Freund. Tony Irgendwer. Der Name sagte mir nichts. Kira hatte ihn in ihren SMS oder ihren gelegentlichen E-Mails nie erwähnt. Doch an der Art, wie sie ganz nebenbei von ihm sprach, erkannte ich, dass sie nach ihm gefragt werden wollte.

"Wie lange bist du schon mit ihm zusammen?" Ich goss mir einen Schluck Tequila ein und betrachtete die gelbe Flüssigkeit in meinem Glas, weil ich mir nicht sicher war, ob ich sie überhaupt trinken wollte. Früher einmal war ich fähig gewesen, das Zeug ohne Angst vor den Folgen hinunterzuschütten. Doch in letzter Zeit hatte ich nur wenig Alkohol getrunken. Schließlich schob ich Kira das Glas hin.

Routiniert stürzte sie den Drink hinunter. "Wir haben uns kennengelernt, kurz nachdem du weggezogen warst. Also schon ziemlich lange."

Es kam mir nicht vor, als sei das schon sehr lange, aber alles, was länger als drei Monate hielt, war für sie ein echter Rekord. "Wie schön für dich."

Sie kräuselte die Nase. "Na ja. Er ist gut im Bett und macht mir jede Menge Geschenke. Und er hat ein richtig tolles Auto. Einen Job. Er ist kein Loser."

"Das klingt gut." Ich war ein kleines bisschen anspruchsvoller, was meine Vorstellung von einem idealen Partner betraf, jedenfalls neuerdings. Doch ich lächelte, als sie ihn beschrieb, und faltete dabei das Papier zusammen, in das unsere Sandwiches eingepackt gewesen waren.

Kira stand auf, um mir zu helfen. "Stimmt. Er ist ein netter Mann."

Was mehr sagte als alles, was sie mir vorher erzählt hatte. Ich warf ihr einen kurzen Blick zu. Die Zeiten ändern sich, machte ich mir klar. Und mit ihnen die Menschen.

Als es Zeit zum Ausgehen war, trat dann aber doch die altbekannte Kira wieder in Erscheinung. "Himmel, darin kannst du nicht ernsthaft losziehen wollen!"

Ich schaute hinunter auf meine Jeans. Sie saßen tief auf der Hüfte und hatten einen Bootcut. Dazu wollte ich Stiefel tragen, wie es sich gehörte. Ich hatte sogar ein hübsches ärmelloses T-Shirt dazu. Die vielen Stunden im Fitnessstudio begannen sich langsam auszuzahlen. "Was stimmt nicht mit den Sachen, die ich anhabe?"

Kira öffnete meinen Kleiderschrank und begann, darin herumzuwühlen. "Hast du nichts . Besseres?"

Wir gehen schon ziemlich lange nicht mehr in die Highschool, wollte ich sagen, doch als ich ihren kurzen Jeansrock und ihre enge, bauchfreie Bluse betrachtete, wurde mir klar, dass ich mir diese Bemerkung schenken konnte. Stattdessen zuckte ich mit den Schultern.

"Ich weiß, dass du heißere Sachen hast." Kira kehrte von meinem Schrank mit einem Armvoll Blusen und Röcke zurück, an die ich mich zwar erinnerte, die ich aber schon ewig nicht getragen hatte. Sie warf die Sachen auf mein Bett, wo sich nun ein Monatseinkommen in Form von Kleidungsstücken türmte.

Ich griff nach einem seidigen Tanktop in einem hübschen Lavendelton und einem schwarzen Stretchrock. Dann hielt ich mir die Sachen vor den Körper und schaute in meinen Standspiegel. Schließlich warf ich sie wieder aufs Bett.

"Nein, danke", sagte ich. "Ich werde das tragen, was ich anhabe. Es ist bequem."

Kira schüttelte den Kopf. "Pfui, bäh. Ich bitte dich, Paige!"

"Pfui?" Ich betrachtete mich noch einmal im Spiegel. Die Jeans lagen eng und perfekt an meinen Hüften und meinem Hintern an, und das T-Shirt betonte, wie flach mein Bauch bereits geworden war. Ich fand, dass ich verdammt gut aussah. "Was soll pfui bedeuten?"

"Es ist nur, du weißt schon ." Kira schlenderte zu mir herüber und schob sich vor mich, sodass nur sie im Spiegel zu sehen war. "Du musst zeigen, was du hast."

Ich sah über ihre Schulter. Selbst in meinen hochhackigen Stiefeln war ich noch einen halben Kopf kleiner als sie. Sie hatte ihr von Natur aus rotes Haar wachsen lassen, und...

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