Girl Stuff - Beste Freundinnen halten zusammen

 
 
Schneiderbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Juni 2021
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-505-14428-8 (ISBN)
 
Freundinnen Forever Fonda, Drew und Ruthie sind seit Ewigkeiten beste Freundinnen. Als sie endlich alle drei an dieselbe Schule kommen, sind sie sich sicher: Vor ihnen liegt das beste Jahr aller Zeiten! Doch jede von ihnen hat dafür einen anderen Plan. Fonda will, dass sie die It-Clique der Schule werden. Drew wartet darauf, dass der süße Skateboarder aus dem Urlaub sie küsst. Und für Ruthie zählt nur, dass sie als Freundinnen alles gemeinsam machen. Aber manchmal ist der beste Plan eben, keinen Plan zu haben. Denn für die drei Freundinnen kommt in diesem Sommer alles anders! Bester Sommer-Lesespaß von Bestsellerautorin Lisi Harrison (Die Glamour-Clique)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Mehr als 8 Millionen verkaufte Exemplare, übersetzt in 21 Sprachen und mehr als 200 Wochen auf der New-York-Times-Bestsellerliste! Jeder kennt Lisi Harrisons Megaerfolg »Die Glamour-Clique«, gegen den sie ihren Job bei MTV getauscht hatte. Jetzt hat sie eine neue Trilogie geschrieben, das erste Buch heißt: »Girl Stuff ¿ Beste Freundinnen halten zusammen«. Lisi lebt in Laguna Beach, Kalifornien.

1. Kapitel


Fonda Miller klebte ein Foto auf ihre Wunschcollage und lächelte. Aber es war ein schiefes Lächeln, eins, für das man zwei Emojis braucht, weil man gleichzeitig glücklich und traurig ist.

Auf dem Foto lag sie mit ihren beiden besten Freundinnen Drew Harden und Ruthie Goldman Arm in Arm im Garten vor ihrem Haus, und alle drei lachten sich schlapp. Es war vor zwei Monaten entstanden, im Juni, kurz bevor sie von ihren herzlosen Eltern auseinandergerissen worden waren.

Als sie erfahren hatten, dass sie die Sommerferien getrennt voneinander verbringen mussten, hatten sie sich aus Protest an den Füßen zusammengebunden. Während sie das ausgefranste Springseil verknoteten, hatte Fondas Mutter Joan auf sie eingeredet und behauptet, dass die acht Wochen wie im Flug vergehen würden.

Von der Auffahrt nebenan hatte sich Drews Dad eingeschaltet. »Die Trennung wird euch guttun«, hatte er gesagt. »Ihr geht nach den Ferien doch sowieso alle auf dieselbe Schule.«

»Da hat er recht«, sagte Drews Mom. »Auch Nesties brauchen hin und wieder mal ein Päuschen.«

Drew verdrehte ihre grünbraunen Augen. Sie konnte es nicht ausstehen, wenn ihre Mutter Wörter kombinierte. »Warum kann sie nicht wie jeder normale Mensch einfach >Besties< und >Nachbarn< sagen?«, schnaubte sie, was Ruthie und Fonda noch mehr zum Lachen brachte.

Ruthies Eltern waren noch bei der Arbeit und brachten dort alles unter Dach und Fach, ehe sie zu ihrem Familien-Roadtrip nach Washington aufbrachen. Aber wären die Goldmans da gewesen, hätten sie garantiert so was gesagt wie: »Poplar Creek ist ja wunderschön, aber es mangelt an kreativer Vielfalt. Es ist wichtig, dass wir unser sonniges Paradies hier in Südkalifornien ab und an verlassen und unseren Horizont erweitern.« Solche Sachen sagten sie ständig. Lernen war so was wie ihr Fitnessprogramm.

Natürlich wollten die Eltern nur helfen. Trotzdem konnten ihre Worte die einsame Leere in Fondas Bauch nicht füllen. Genauso wenig wie Worte dafür sorgen konnten, dass die langen Sommertage schneller verflogen. Und Worte konnten auch nicht mit Fonda in die Stadt radeln und Frozen Yoghurt essen. Sie waren eher so wie Blasenpflaster: gut gemeint, aber nicht wirklich hilfreich.

Und so marschierten Drew, Ruthie und Fonda mit ihren zusammengebundenen Beinen im Gleichschritt auf die Stichstraße zu, in der sie wohnten. Leb wohl, Poplar Creek, hallo, unbekanntes Paradies, in dem Erwachsene ihren »Nesties« erlauben, den Sommer gemeinsam zu verbringen und es den ganzen Tag kostenlos Fro-Yo gibt, mit so vielen Toppings, wie man will!

Und dann . rumms!

Nach wenigen Schritten gerieten sie aus dem Takt und plumpsten auf den Rasen. Und einen Tag später mussten sie trotz Widerstand getrennter Wege gehen.

Jetzt, zwei Monate später, konnte Fonda es gar nicht abwarten, ihre Freundinnen wiederzusehen. Und noch viel weniger konnte sie es abwarten, Ruthie und Drew ihre neue, superstylishe Frisur vorzuführen. Nur noch dreimal schlafen .

»Joan, können wir jetzt bitte gehen?«, fragte Fondas sechzehnjährige Schwester Winfrey. Seit Neuestem redete sie ihre Mutter mit Vornamen an. Sie lehnte am Küchentisch und ließ eine Schere an den Fingern baumeln wie ein Handtäschchen. »Ich krieg sonst gleich einen Wunsch-Coll-er

Winfrey hatte heute endlich ihre Führerscheinprüfung bestanden (aller guten Dinge sind drei!) und hielt sich seitdem für was ganz Besonderes - was sie auch irgendwie war mit ihren kaktusgrünen Augen, den karamellbraunen Strähnchen und drei Siegen in Surfwettbewerben.

»Ich colla-bier gleich«, stöhnte Amelia und klapperte mit den Wimpern. Sie war vierzehneinhalb und auf ihre Art genauso einschüchternd cool wie Winfrey: groß und schlank und eine leidenschaftliche Beachvolleyballspielerin, bei der sogar ein Badeanzug als vollständiges Outfit durchging. Aber ihre riesige Meute an Fans verdankte sie vor allem ihren leuchtend rotbraunen Locken und ihren auffälligen Sonnenbrillen.

Und dann war da noch Fonda. Klein, zierlich, flach wie ein Brett und insgeheim begeistert von der Aktion mit der Wunschcollage zum Thema Schulanfang. Die Papierschnipsel, Pappschachteln vom Chinesen und Klebstoffdämpfe lösten ein wohliges Kribbeln in ihrem Bauch aus. Aber vielleicht kam das Kribbeln auch nur daher, dass sich die Abwesenheit ihrer Freundinnen zum ersten Mal in diesem Sommer nicht anfühlte wie das fiese Brennen, wenn man sich den Magen verdorben hat. Zum ersten Mal musste sie ihren Schwestern nicht hinterherhecheln und fühlte sich nicht ausgeschlossen. Sie hatte auch nicht das Bedürfnis, durch Insta zu scrollen und ein Herzchen neben die #bestezeit-Fotos anderer Leute zu setzen, während sie sich eine Netflix-Serie nach der anderen reinzog. Heute Abend hingen die Miller-Mädels miteinander ab. Heute Abend nannten Winfrey und Amelia sie nicht »nervige Klette«. Heute Abend gehörte Fonda dazu.

»Jetzt mal im Ernst, Joan«, sagte Winfrey und biss in ein Wan Tan. »Was soll die ganze Aktion eigentlich bringen?«

»Wunschcollagen helfen uns dabei, uns klare Ziele zu setzen«, erwiderte ihre Mom geduldig, obwohl sie es schon mehrfach erklärt hatte.

»Und was soll das bringen?«

»Wenn man seine Ziele nicht visualisiert, also vor Augen führt, erreicht man sie auch nicht.«

Amelia begann, auf ihrem Smartphone herumzutippen. »Dafür gibt's doch garantiert eine App.«

»Wofür?«

»Zielvisualisierung.«

Ihre Mom nahm Amelia das Telefon ab und stopfte es in ihre Overalltasche. »Keine Displays heute. Wir benutzen unsere Hände, das bringt mehr.«

»Hey, Amelia, wieso klebst du nicht ein Bild von einer Wunschcollagen-App auf deine Wunschcollage?«, witzelte Fonda. »Dann bekommst du garantiert irgendwann eine.«

Niemand lachte. Stattdessen hielt Winfrey sich den Bauch und stöhnte: »Ups, Flitzekacke! Darf ich aufstehen?«

»Ich auch«, sagte Amelia und versuchte, ein Grinsen zu unterdrücken. »Ich glaube, das Mu-Shu-Hühnchen war schlecht.«

Kichernd rauschten die beiden ab und ließen zwei armselige Wunschcollagen zurück, eine mit einem zerknickten Foto von einem Tropenstrand, die andere mit einem Bild von Surfern am Lagerfeuer.

Die meisten Moms hätten darauf bestanden, dass die beiden zurück an den Tisch kamen. Aber Fondas Mom war nicht nur Professorin für Feminismuswissenschaften an der UC Irvine, sondern auch sehr für freie Meinungsäußerung. Selbst wenn es sich um Meinungen handelte, die keine Freiheit verdienten.

»Hast du auch verdorbenes Hühnchen gegessen?«, fragte sie und wollte Fonda damit die Gelegenheit geben, ebenfalls zu verschwinden.

Aber Fonda schüttelte den Kopf. Denn mal ehrlich, was sollte sie an einem Dienstagabend schon groß machen? Die Ferienjobs, mit denen sie sich den Sommer über abgelenkt hatte, waren vorbei. Was auch gut so war. Denn irgendwann hatte man so viele Babys gesittet, Hunde ausgeführt und Pommes im Schwimmbad verkauft, dass man anfing, ein bisschen merkwürdig zu werden. Aber Drew und Ruthie kamen erst am Freitag zurück, und die Schule fing erst nächste Woche wieder an. Und deswegen blieb Fonda nichts anderes übrig, als weiter ihre Wünsche zu visualisieren.

Ganz abgesehen davon, hatten ihre Schwestern sie nicht unbedingt angebettelt, sich ihrer Hühnchen-Masche anzuschließen. Vermutlich planten sie wie so oft, sich aus dem Haus und an irgendeinen Geheimstrand oder auf die Party von einem süßen Typen zu schleichen. Und wie so oft war für Fonda in ihren Plänen kein Platz.

Es war nicht so, dass sie Fonda nicht mochten. Sie konnten nur nichts mit ihr anfangen. In ihren Augen war Fonda noch ein Baby. Es spielte keine Rolle, dass sie gerade dreizehn geworden und damit nur anderthalb Jahre jünger war als Amelia. Bis Fondas Körper sie zur Frau machte, würden ihre Schwestern weiter Sachen zu ihr sagen wie: »Ähm, hallo? Wir hätten gern ein bisschen Privatsphäre?!«, oder: »Dieses Gespräch ist nicht jugendfrei.« Sie würden sich weiter im Flüsterton unterhalten, ihre Freundinnen direkt in ihre Zimmer schleifen und Fonda die Tür vor der Nase zuknallen. Sie würden Fonda weiter belabern, ihnen ihre Haushaltspflichten abzunehmen, wenn sie ihre Tage hatten, und anschließend vergessen, sich zu bedanken. Ihre herablassende Art tat weh wie tausend frische Piercings im Herzen. Wenn Drew und Ruthie da waren, tat es viel weniger weh. Aber selbst dann verging kein Tag, an dem Fonda sich nicht sehnlichst wünschte, von ihren Schwestern akzeptiert zu werden.

Zum Glück wechselte Amelia im nächsten Schuljahr auf die Highschool. Dann würde Fonda endlich die einzige Miller an der Poplar Middle School sein. Die Jungs würden sie nicht mehr fragen, an welchem Strand ihre Schwestern am Wochenende abhingen, und die anderen Mädchen würden sie nicht mehr löchern, wo ihre Schwestern ihre Klamotten kauften. Fonda würde nur noch Fragen beantworten müssen, bei denen es tatsächlich um sie selbst ging. Endlich würde keine ältere, coolere Version von ihr durch die Gänge geistern. Und...

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