Mein geliebter griechischer Boss

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Mai 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-047-8 (ISBN)
 
Stille Dörfer, uralte Olivenbäume und türkisblaues Meer: Für Kate ist die griechische Insel Sifnos das Paradies - und Nikos Soumakis, Chef einer Reederdynastie, ihr Traummann! Als Nikos sie zum ersten Mal unter der heißen Sonne zärtlich küsst, beginnt für Kate ein Sommer der Liebe. Doch kein Paradies ohne Schlange: Das berühmte Model Ana Fouras will den attraktiven Millionär für sich. Vor keiner Intrige scheut Ana zurück, um den Ruf der Rivalin zu ruinieren. Als eine wertvolle Kette verschwindet und man sie bei Kate entdeckt, scheint Anas heimtückischer Plan aufzugehen .
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,54 MB
978-3-86349-047-8 (9783863490478)
3863490479 (3863490479)

1. KAPITEL

Nikos Soumakis lehnte sich gegen die Feldsteinbalustrade, die die Terrasse umgab, und beschattete seine Augen. Wie sehr er die Aussicht von hier oben genoss! Bis zum Horizont erstreckte sich glitzernd die azurblaue See, deren Wellen weit unter ihm, am Fuß der Steilklippe, auf den Strand rollten. Uralte Olivenbäume wuchsen auf dem steinigen Abhang vor der Terrasse, der in einiger Entfernung jäh abbrach und beinahe senkrecht in die Tiefe zum Meer hinabstürzte, wo er als halbmondförmige Felswand eine wahrhaft paradiesische kleine Bucht umgab. Beim Anblick ihrer unberührten Schönheit überkam Nik jedes Mal eine Ahnung von Ewigkeit, und wie schon so oft wurde es ihm auch jetzt wieder bewusst, dass er dieses Haus, diesen Flecken Erde liebte wie keinen anderen Ort auf der Welt. Er fühlte sich ihm unauflöslich verbunden und empfand ihn als Teil seiner Seele. Hier lagen die Wurzeln seiner Familie.

"Guten Tag, Mr Soumakis. Ich bin Katherine Redfield."

Nik drehte sich um.

Kate streckte die Hand aus, halb hoffend, halb fürchtend, dass er sie auf Anhieb wiedererkannte, doch Nikos Soumakis kniff lediglich seine dunklen Augen zusammen.

"Guten Tag, Miss Redfield." Sein Händedruck fühlte sich fest und warm an.

Nik musterte sie: Zierlich, wie sie war, reichte Kate ihm nur bis knapp zur Schulter. Ihr dichtes nussbraunes Haar trug sie zu einem Bob geschnitten, der ihren Kopf wie eine glänzende Kappe umgab. In ihren Gesichtszügen spiegelten sich Lebhaftigkeit und Intelligenz.

Als Nikos Soumakis auf einen Sessel deutete, nahm Kate Platz und lehnte sich zurück. Die Nachmittagshitze hatte nachgelassen, doch in der Sonne konnte man es immer noch nicht aushalten, und sie war froh, im Schatten zu sitzen.

Nik musterte sie erneut. Normalerweise vergaß er weder Orte noch Gesichter, und er war sicher, dass er Katherine Redfield schon einmal gesehen hatte. Die Frage war nur wo. "Sie wissen, was mir vorschwebt?", erkundigte er sich sachlich.

Kate spürte einen winzigen Stich der Enttäuschung - er schien sich nicht an sie zu erinnern. Nervös fuhr sie sich mit der Zungenspitze über die Lippen. Es war ein beinahe unwirkliches Gefühl, Nik nach all den Jahren wiederzubegegnen, auch wenn er sich kaum verändert hatte. Sie entdeckte ein paar zusätzliche Fältchen in seinen Augenwinkeln, doch abgesehen davon war er so attraktiv wie in ihrer Erinnerung. Womöglich sogar attraktiver - die vergangenen Jahre hatten ihm noch größere Selbstsicherheit verliehen, und zweifellos war er der wahr gewordene Traum einer jeden Frau. "Sie wollen ein Buch über die Finanzmärkte schreiben", beantwortete sie seine Frage. "Und ich bin hier, um das Manuskript zu erfassen und Ihnen bei allen Problemen der Textbearbeitung zur Seite zu stehen."

Er nickte. "Genau. Seit Jahren habe ich vor, dieses Projekt zu verwirklichen, fand aber bisher nie Zeit dazu. Ich möchte die druckreife Version in ungefähr vier, fünf Wochen vorlegen können." Er war stehen geblieben, so, als wolle er demonstrieren, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. "Normalerweise hätte ich mich selbst an den PC gesetzt und anschließend jemand beauftragt, dem Manuskript den letzten Schliff zu geben, aber wie Sie sehen", er hob kurz die rechte Hand, die in einem dicken Verband steckte, "bin ich behindert."

Kate strich sich das Haar hinter die Ohren und richtete ihren Blick demonstrativ auf die weiße Bandage. Seine Stimme, samtig und stählern zugleich, weckte Erinnerungen in ihr. Er sprach ohne die leiseste Spur eines griechischen Akzents. "Der Angestellte, der mich herbrachte, erwähnte, dass Sie bei einem Flugzeugunglück verletzt wurden", erwiderte sie höflich. "Es muss schrecklich gewesen sein."

Er entgegnete nichts darauf, und seine Miene gefror. Das Schweigen drohte lastend zu werden, doch plötzlich war das leise Klirren von Porzellan zu hören. Die Haushälterin, die Kate ihr Quartier gezeigt und sie anschließend zu Nik geführt hatte, trat zum Tisch und stellte ein Tablett mit Kaffeegeschirr aus weißem Goldrandporzellan vor sie hin.

"Danke, Helena."

Die Angestellte zog sich zurück. Nik setzte sich. "Kaffee?", fragte er und wies auf die Kanne.

"Ja, danke. Soll ich eingießen?"

Er nickte.

Der Kaffee war stark und schmeckte ungewohnt. Kate fragte sich, wie sie Nik darauf hinweisen sollte, dass sie sich kannten. Sie warf sich vor, dass sie es nicht gleich getan hatte. Je länger du wartest, desto wahrscheinlicher ist es, dass er verärgert reagieren wird, hielt sie sich vor. Als er seine Tasse klappernd auf dem Unterteller absetzte, sah sie ihn an. Er hatte fragend die Brauen gehoben. "Ihrem Lebenslauf entnehme ich, dass Sie einen Hochschulabschluss haben?", sagte er und stand auf.

"Das ist richtig", bestätigte sie. "In Fremdsprachen. Meine Partnerin ist eine qualifizierte Buchhalterin, und wir haben beide eine Sekretärinnenausbildung, sodass wir quasi jede Büroarbeit erledigen können."

Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. "Heute lohnt es sich nicht mehr, anzufangen. Stattdessen packen Sie am besten Ihre Koffer aus. Haben Sie in Ihrem Quartier alles vorgefunden, was Sie brauchen?" So wie er fragte, schien er genau die Antwort zu erwarten, die sie gab.

"Ja, danke."

"Gut." Wieder musterte er sie und kam zu dem Schluss, dass er sie kannte. Was bedeutete, dass er herausfinden musste, wer sie war. Er konnte nicht riskieren, eine Person in seine Nähe zu lassen, die ihm womöglich schadete. "Haben Sie noch Fragen?", erkundigte er sich kurz angebunden.

"Um wie viel Uhr fangen wir an?" Wieder überlegte Kate, wie sie ihm sagen sollte, dass sie sich kannten.

Er stand vor ihr und schob die gesunde Hand in die Tasche seiner Khakihose. "Um acht. In der Regel halten wir die normalen Bürozeiten ein, aber wenn wir in Rückstand geraten, fallen Überstunden an. Sobald der Arzt es erlaubt, werde ich meine Arbeit in der Firma wieder aufnehmen; das Buch muss also vorher fertig sein. Ach ja, Ihre Mahlzeiten können Sie sich selbst zubereiten, wenn Sie mögen - außer dem Abendessen, das Sie mit mir gemeinsam einnehmen. So ist es einfacher für Helena."

"In Ordnung." Kate hätte nichts dagegen gehabt, sich komplett selbst zu versorgen.

"Wir essen um halb neun." Er bemerkte, wie sie erstaunt die Brauen hob, und setzte hinzu: "In Griechenland ist das normal."

Kate erhob sich ebenfalls. Sie holte Luft, um Nik endlich aufzuklären, doch er kam ihr zuvor. "Miss Redfield, Ihr Gesicht kommt mir bekannt vor. Sind wir uns schon einmal irgendwo begegnet?"

Kate wurde rot. "Ja", gestand sie. "Vor acht Jahren, an der Uni. Wir waren Kommilitonen."

Seine Miene verriet, dass er angestrengt nachdachte. Dann breitete sich auf seinen Zügen ein Lächeln aus. "Du meine Güte! Kate, nicht wahr? Natürlich, du bist es! Die Augen, die Stimme . aber du siehst so anders aus! Und dein Name sagt mir auch nichts."

Sie räusperte sich. "Nun ja, du kanntest mich als Kate, nicht als Katherine. Und Nachnamen waren für uns als Studenten nicht sonderlich wichtig, wenn ich mich recht entsinne."

"Stimmt, aber dein verändertes Aussehen hat mich aus dem Konzept gebracht."

"Das überrascht mich nicht." Wieder stieg Kate eine leichte Röte in die Wangen. "Ich war damals viel dicker, hatte mir das Haar rot gefärbt und trug tonnenweise Make-up." Unbehaglich sah sie Nik an. "Ich wollte es dir gleich zu Anfang sagen, aber ich wusste nicht recht, wie, und wenn du lieber jemand anderen einstellen möchtest ."

Freundlich erwiderte Nik: "Ach wo! Jedenfalls nicht, solange du deine Arbeit gut machst. Und davon gehe ich aus, nachdem mir deine Agentur von einem Freund empfohlen wurde." Er betrachtete sie eingehend. "Ist es wirklich schon acht Jahre her, dass wir uns zuletzt gesehen haben? Du lieber Himmel, ein halbes Leben!" Er lachte auf und fuhr sich mit den Fingern durch sein widerspenstiges schwarzes Haar.

Kate lächelte. "Ich bin froh, dass es dir nichts ausmacht. Sally hat den Auftrag angenommen, als ich nicht da war, und bis gestern wusste ich nicht, dass du mein Arbeitgeber sein würdest. Es erschien mir das Beste, erst einmal herzukommen und wenigstens so lange einzuspringen, bis du einen Ersatz gefunden hättest, wenn du nicht mit mir arbeiten wolltest."

Nik blickte in ihre jadegrünen Augen und lächelte anerkennend. "Gut gemacht." Er hatte Kate als unkompliziert und fleißig in Erinnerung. Sie war ihm sympathisch, und er mochte ihre klaren Ansichten. Es war kaum zu glauben, dass diese zartgliedrige Frau mit dem fein geschnittenen Gesicht dieselbe Kate sein sollte, die er damals als pummelig und pausbäckig gekannt hatte. "Die Welt ist klein, nicht wahr?"

Wieder überzog eine leichte Röte ihre Wangen. "Stimmt. Wie kommt es, dass du nicht mit deiner eigenen Sekretärin arbeitest?"

Er zuckte mit den Schultern. "Ich beschäftige gar keine. Das meiste erledige ich am Laptop, und wenn ich etwas auf Papier brauche, schicke ich eine E-Mail an die Zentrale. Dort kümmert sich dann eine der Schreibkräfte darum."

"Und warum hast du keine von ihnen genommen?"

"Hey, versuchst du etwa, den Job loszuwerden?" Er grinste, und ein Grübchen erschien an seinem Kinn. "Aber im...

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