Der Kuss der schönen Fremden

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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978-3-7337-5520-1 (ISBN)
 
Schüsse fallen, und verletzt erkennt der breitschultrige Rafe, dass es gefährlich ist, die schöne April zu lieben. Denn irgendwer scheint etwas dagegen zu haben, dass April, die ihr Gedächtnis verloren hat, in seinen starken Armen Schutz findet ...
  • Deutsch
  • 1,33 MB
978-3-7337-5520-1 (9783733755201)
3733755200 (3733755200)

1. KAPITEL

Rafael Sanchez schob den Stetson zurück, richtete sich im Steigbügel auf und betrachtete das Tal, das sich vor ihm erstreckte. Nach dem morgendlichen Wolkenbruch war die Luft sauber, doch es hatte Überschwemmungen gegeben. Rafe musste nach seinem Vieh sehen.

Da hörte er ein Stöhnen. Rafe stockte, sah sich genauer um und entdeckte neben der Straße etwas Gelbes. Büsche und Blumen blühten um diese Jahreszeit noch nicht. Ob das Geräusch von dort gekommen war?

Als er das Pferd den steinigen Hang hinuntertrieb, erkannte er, dass es sich um ein gelbes Stück Stoff handelte.

Rafe bekam Gänsehaut, aber nicht von der Kälte. Hier stimmte etwas nicht.

Unter dem gelben Stoff zeichnete sich ein Körper ab - der Körper einer Frau. Hastig trieb er das Pferd weiter und stieg neben der Fremden ab. Sie lag mit dem Gesicht nach unten. Das Haar war blond, fast von der gleichen Farbe wie die Jacke.

Die Frau stöhnte.

"Hallo!" Rafe kniete sich neben sie. "Miss, sind Sie verletzt?" Vorsichtig berührte er sie an der Schulter. "Miss?"

Sie öffnete die Augen und versuchte, ihn anzusehen, verzog jedoch schmerzhaft das Gesicht und schloss die Augen wieder. Und sie schaffte es nicht, sich auf den Rücken zu drehen.

"Nicht bewegen", warnte er, stand auf und holte die Wasserflasche, löste das Halstuch und befeuchtete es. Als er ihre Wange berührte, hielt die Frau seine Hand fest und zog sie an die Schläfe. Rafe konnte die Stelle nicht sehen, fühlte jedoch eine Beule.

Langsam öffnete sie erneut die Augen. "Danke." Diesmal half er ihr, sich umzudrehen. Auf eine solche Schönheit war er nicht vorbereitet. Von Frauen wie dieser träumten die meisten Männer nur.

An der Schläfe hatte sie eine dunkle Schwellung. Behutsam wischte Rafe die Blutspuren weg. "Haben Sie noch andere Verletzungen?", fragte er.

"Ich glaube nicht", erwiderte sie verwirrt.

"Lassen Sie mich nachsehen." Er wartete auf ihre Erlaubnis.

"Einverstanden."

Er strich über Arme und Beine, fand jedoch nichts. Erst als er ihren linken Knöchel berührte, rang sie nach Luft.

"Tut mir leid." Ganz sachte tastete er den Fuß ab. "Scheint ziemlich schlimm zu sein. Ich weiß nicht, ob der Knöchel gebrochen ist. Sicherheitshalber bringe ich Sie zum Arzt, auch wegen der Wunde am Kopf."

Sie nickte und biss sich auf die Unterlippe. Rafe wartete auf keine Antwort, reichte ihr das Halstuch und stand auf.

"Wohin gehen Sie?", fragte die Frau ängstlich.

Er kauerte sich neben sie, um mit ihr auf gleicher Höhe zu sein, und nahm den Stetson ab. Vielleicht wirkte er dann nicht ganz so einschüchternd. "Ich hole mein Pferd her. Das ist einfacher."

Nachdem er den Hut wieder aufgesetzt hatte, führte er das Pferd zu der Fremden, beugte sich herunter und hob sie hoch. Sie verzog vor Schmerzen das Gesicht.

"Legen Sie die Arme um meinen Nacken", verlangte er. Als sie gehorchte, hob er sie in den Sattel. Mit der einen Hand am Sattelhorn und der anderen an der Taille der Frau schwang er sich selbst in den Sattel, rückte sie vor sich zurecht und achtete darauf, nicht gegen ihren Knöchel zu stoßen. "Geht es so?"

Sie nickte.

Von sich konnte er das nicht behaupten. Sie drückte sich so fest an ihn, dass sein Körper sich aufführte wie der eines Jugendlichen, der seine Hormone nicht kontrollieren konnte. Dabei war er ein Mann des Gesetzes, der dieser Frau helfen wollte!

Rafe wendete das Pferd und ritt den Hang wieder hinauf. Durch die Neigung wurde die Frau gegen ihn gedrückt. Jetzt fühlte er jeden Zentimeter ihres Körpers durch ihre nasse Kleidung hindurch. Das hatte ihm gerade noch gefehlt.

Offenbar war sie in den Regen geraten. Als sie fröstelte, legte Rafe den Arm fester um sie, um sie zu wärmen.

"Ich mache Sie ganz nass", wandte sie schwach ein.

"Keine Sorge. Sobald wir die Ranch erreichen, gebe ich Ihnen trockene Sachen. Dann erst fahren wir zum Arzt." Er versuchte, sich abzulenken. "Wieso waren Sie denn bei dem Unwetter im Freien?"

Sie sah ihn verwirrt an. "Wie bitte?"

"Was haben Sie bei dem Unwetter gemacht? Und wie kommen Sie überhaupt in diese einsame Gegend?" Er ließ den Blick über das raue Land gleiten, das sein Zuhause war. "Ich habe keinen Wagen und auch kein Pferd gesehen."

Sie schwieg eine Weile, ehe sie antwortete. "Ich erinnere mich nicht."

"Was heißt, Sie erinnern sich nicht?", fragte er.

Sie richtete die grünen Augen ängstlich auf ihn. "Ich weiß nicht, was ich hier gemacht habe."

"Erzählen Sie mir, woran Sie sich erinnern", schlug er vor. "Dann sehen wir weiter."

Sie blickte zum Horizont, biss sich auf Unterlippe und schwieg.

"Was haben Sie heute Morgen hier draußen gemacht?", fragte er behutsam, um ihr Gedächtnis anzuregen. "Waren Sie zu Fuß unterwegs? Hatten Sie ein Pferd? Oder haben Sie irgendwo Ihren Wagen abgestellt?"

Sie schüttelte den Kopf. "Ich erinnere mich nicht", wiederholte sie und warf ihm einen scheuen Blick zu.

"Woran erinnern Sie sich dann?", drängte er.

Sie schloss die Augen. "An nichts", flüsterte sie verstört.

"An gar nichts?"

"Nein. Ich weiß nur, dass ich wach wurde und Sie sah."

"Schlimme Geschichte, wenn ich Ihre einzige Erinnerung darstelle", sagte er leise lachend.

Sie sah ihm in die Augen, und es berührte ihn so tief, dass er hastig den Blick zu den vor ihm liegenden Hügeln richtete. Er hatte eine völlig durchnässte Frau mit einem verletzten Fuß und ohne Gedächtnis gefunden - und plötzlich begehrte er sie. Was für ein unmöglicher Zeitpunkt!

Der Ritt zum Ranchhaus dauerte ungefähr eine Viertelstunde. Die Frau seufzte erleichtert. Ihre Zähne klapperten, und sie zitterte am ganzen Körper. Rafe stieg ab und hob sie vom Pferd.

"Sie haben ein schönes Haus", sagte sie, als er die Stufen zur Veranda hinaufstieg.

"Danke." Rafe war auf das Ranchhaus, das sein Großonkel gebaut hatte, stolz. Nachfolgende Generationen hatten es erweitert und modernisiert. Im Arbeitszimmer des Großonkels hingen Bilder der Kavallerieeinheit, der er angehört hatte. Dort standen auch der ans Internet angeschlossene Computer, der Laserdrucker und das Faxgerät.

Rafe lebte zwar im Llano Estacado meilenweit von der Zivilisation entfernt, hatte jedoch Verbindung zur modernen Welt. Für einen Texas Ranger war das unerlässlich.

Vor der Fliegengittertür blieb er stehen. "Ich habe die Hände voll. Könnten Sie die Tür öffnen?"

Die Frau zog am Griff. Rafe drückte die Tür mit der Schulter weiter auf und wartete, bis sein Schützling auch die eigentliche Haustür öffnete, die nach innen aufschwang. Er ging direkt ins Bad, setzte die Frau auf den Toilettendeckel und reichte ihr ein Handtuch.

"Ziehen Sie die nassen Sachen aus." Er drehte sich um und gab ihr seinen Bademantel. "Ich warte draußen. Wenn Sie etwas brauchen, rufen Sie."

"Ja, danke."

Er trat auf den Korridor und schloss die Tür. Am liebsten hätte er in der Praxis angerufen und gemeldet, dass er eine Patientin mit einer Beule am Kopf, Gedächtnisverlust und verletztem Knöchel brachte. Doch es war besser, er ließ die Unbekannte nicht zu lange allein. Also nahm er den Hut ab, hängte ihn auf den Kleiderständer in der Ecke des Wohnraums und wartete vor der Tür des Badezimmers.

"Ich bin fertig!", rief sie, sobald sie sich ausgezogen und abgetrocknet hatte und in den Bademantel geschlüpft war.

Die Tür öffnete sich. Der Mann - sie wusste nicht einmal seinen Namen - kam herein. In diesem Albtraum war er wie ein Fels in der Brandung - attraktiv, hochgewachsen, dunkles Haar und braune Augen, in denen eine Frau sich verlieren konnte.

"Ich habe alles geschafft, bis auf ." Sie blickte auf die Jeans hinunter. "Ich brauche Hilfe, um sie über den verletzten Fuß zu ziehen."

Er kauerte sich hin, zog Jeans und Slip über den Fuß und legte die Sachen auf den Wannenrand. Sie wurde verlegen, als er ihre Unterwäsche berührte.

"Wie heißen Sie?", fragte sie.

Er blickte überrascht hoch. Das schwarze Haar fiel ihm in die Stirn und betonte seine dunkle Haut.

"Als ich Sie eben rufen wollte, wurde mir klar, dass ich Ihren Namen nicht kenne." Sie lachte nervös. "Meinen allerdings auch nicht."

Er legte die Hand auf ihr Knie. Der Bademantel glitt zur Seite. Bei seiner Berührung fühlte sie ein heftiges Prickeln. Er zog hastig die Hand zurück.

"Machen Sie sich keine Sorgen", meinte er. "Der Zustand ist bestimmt nur vorübergehend."

"Wie heißen Sie?", wiederholte sie.

"Rafael Sanchez." Er reichte ihr die Hand. "Ich führe diese Ranch und bin gleichzeitig Ranger."

Ranger waren harte, unabhängige Männer, die in Texas für Recht und Ordnung sorgten. Wenn er ein Ranger war, hieß das also, dass sie in Texas war.

Sie ergriff seine Hand. "Ich hatte Glück, dass ein Ranger mich gefunden hat."

"Machen Sie sich wegen Ihres Gedächtnisses keine Sorgen. Ich verstehe nicht viel von Amnesie, aber Sie werden sich schon wieder an alles erinnern. Wahrscheinlich ist die Beule am Kopf schuld."

Sie wollte aufstehen, doch er hob sie hoch. Prompt öffnete sich der Bademantel wieder und bot ihm freien Blick auf ihre Beine. Ihre Blicke trafen...

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