Der Weg des Schamanen

Das praktische Grundlagenwerk zum Schamanismus
 
 
Ansata (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Oktober 2011
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-07193-6 (ISBN)
 
Dieses berühmte, zeitlose Grundlagenwerk von Michael Harner enthält alle wichtigen Informationen über den Schamanismus und seine praktische Anwendung. Der Autor versteht es dabei meisterhaft, dem westlichen Leser die jahrtausendealten Heiltechniken verschiedener schamanischer Kulturen ebenso spannend wie verständlich nahe zu bringen. Er erklärt, was Schamanismus bedeutet und beschreibt ausführlich die Methoden, mit denen jeder in einen Bewusstseinszustand gelangen kann, der in eine andere Wirklichkeit führt. Ein praktischer Weg, gerade für den modernen Menschen, um die eigene Schamanenkraft zu entdecken und diese für ein bewusstes, gesundes und glückliches Leben zu nutzen.

  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
  • 1,39 MB
978-3-641-07193-6 (9783641071936)
3641071933 (3641071933)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Michael Harner (geb.1929, gest. 2018), promovierter Anthropologe, lehrte u.a. in Yale und Berkeley und gilt als einer der weltweit renommiertesten Experten zum Thema Schamanismus. Über 50 Jahre lang betrieb er ausgiebige Feldforschungen in Nord- und Südamerika, in der Kanadischen Arktis, in Lappland sowie in Zentralasien. Die Essenz seiner vergleichenden Studien wird als "Core-Schamanismus" bezeichnet und bietet einen eigenen Ansatz im Umgang mit Schamanismus, der den Bedürfnissen westlicher Menschen entspricht. Dr. Harner ist Gründer der Foundation for Shamanic Studies, die sich vor allem der weltweiten Bewahrung, der weiteren Erforschung und der Lehre des schamanischen Wissens widmet.
1 - Inhaltsverzeichnis [Seite 2]
2 - Vorwort zur deutschen Ausgabe 2007 [Seite 3]
3 - Einleitung zur deutschen Ausgabe 1999 [Seite 4]
4 - Einleitung zur amerikanischen Ausgabe 1999 [Seite 7]
5 - Einführung [Seite 10]
6 - I Entdeckung des Weges [Seite 16]
7 - II Die schamanische Reise [Seite 29]
8 - III Schamanismus und Bewusstseinszustände [Seite 47]
9 - IV Krafttiere [Seite 62]
10 - V Die Reise zur Wiedererlangung der Kraft [Seite 73]
11 - VI Die Praxis der Kraftanwendung [Seite 97]
12 - VII Extrahieren schädlicher Eindringlinge [Seite 111]
13 - Nachwort [Seite 129]
14 - Ergänzung zur Neuausgabe 2007 Michael Harner: [Seite 136]
15 - Anhang A - Trommeln, Rasseln, CDs und MCs, Seminare [Seite 150]
16 - Anhang B - Das Handspiel der Flathead-Indianer beschrieben von Alan P. Merriam [Seite 152]
17 - Anmerkungen [Seite 156]
18 - Literatur [Seite 169]
19 - Namensregister [Seite 175]
20 - Sachregister [Seite 180]
21 - Register der Schamanentiere [Seite 183]
22 - Copyright [Seite 184]

Einleitung zur amerikanischen Ausgabe 1999


Seit dem ersten Erscheinen dieses Buches sind fast zwanzig Jahre vergangen, und diese Jahre waren für das Wiedererstehen des Schamanismus höchst bedeutsam.

Zuvor war der Schamanismus überall unaufhaltsam auf dem Rückzug gewesen, denn Missionare, Kolonialherren, Regierungen und kommerzielle Interessen hatten die indigenen Völker und Stämme zurückgedrängt und viele alte Kulturen ausgelöscht. Mit überraschender Kraft ist jedoch in die letzte Dekade der Schamanismus ins menschliche Bewusstsein zurückgekehrt, auch in solchen Hochburgen westlicher Zivilisation wie New York, Wien oder München. Diese Renaissance ging allerdings so subtil vor sich, dass die Öffentlichkeit die Existenz des Schamanismus meist überhaupt nicht bemerkte. Freilich gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika und auch anderswo eine zweite, rasch wachsende Öffentlichkeit. Sie hat die Methoden des Schamanismus aufgegriffen und zu einem Bestandteil ihres täglichen Lebens gemacht. Sie zählt inzwischen viele Tausende von Anhängern.

Diese unerwartete Wiederkehr des Schamanismus hat auch außerhalb der schamanischen Bewegung für Erstaunen gesorgt. So verwunderlich ist das allerdings nicht, denn die Ursachen sind klar erkennbar: Ein Grund für das zunehmende Interesse am Schamanismus ist, dass viele gebildete, denkende Menschen die Epoche blinden Gehorsams ein für alle Mal hinter sich gelassen haben. Sie glauben nicht länger an kirchliche Dogmen und vertrauen, wenn es um spirituelle Angelegenheiten geht, nicht länger irgendeiner Autorität, sondern der einzig wahren - nämlich der spirituellen. Anekdotische, kulturspezifische Berichte aus zweiter oder dritter Hand in Sachen vergleichender Religionswissenschaft befriedigen nicht länger; vor allem bieten sie keine überzeugende persönliche Hilfe. Heutzutage ist Klarheit, sind Beweise gefragt.

Das sogenannte New Age ist ein Produkt des wissenschaftlichen Zeitalters: Die Paradigmen, Vorstellungen und Lösungsansätze zweier Jahrhunderte seriöser wissenschaftlicher Arbeit dringen ungehindert ins persönliche Leben ein. Die Kinder des Wissenschaftszeitalters, zu denen auch ich gehöre, ziehen Ergebnisse aus erster Hand, eigene Beobachtungen und Schlussfolgerungen über die Natur und die Grenzen der Wirklichkeit vor.

Schamanismus ist solch eine Methode für persönliche Experimente, denn bei ihm handelt es sich um eine Technik und nicht um eine Religion.

Ein Produkt dieses Zeitalters der Wissenschaft ist das LSD. Viele, die für sich den Schamanismus entdeckten, haben diesbezügliche Experimente hinter sich, Trips mit psychedelischen Drogen. Sie fanden in den Büchern Carlos Castanedas und anderer ein System, in das sie ihre Erfahrungen einordnen können. Seither wissen sie: Hilfe kommt vom Schamanismus.

Auch die nunmehr weithin bekannten Nahtodeserfahrungen sind Kinder des Wissenschaftszeitalters. Grundlage hierfür ist eine neue Art medizinischer Technologie, die Millionen Amerikaner aus dem klar definierten klinischen Tod ins Leben zurückgeholt hat. Obwohl sie nicht geplant ist, stellt jede Nahtodeserfahrung doch eine Art Experiment dar: in dem Sinne, dass die Weltsicht genauso wie die Vorurteile der »Testperson« geprüft, infrage gestellt und durch die Erfahrung meist nachhaltig beeinflusst werden - vor allem das Wirklichkeitsverständnis und die Einstellung zur Spiritualität.

Die Methoden des Schamanismus erfordern sozusagen »entspannte Disziplin«, dazu Konzentration und Ausrichtung auf ein Ziel. Der Schamanismus der Gegenwart verwendet, so wie in den Traditionen der meisten Stammeskulturen, den monotonen Klang von Schlaginstrumenten, um einen veränderten Bewusstseinszustand zu erreichen.

Der große Vorteil dieser klassischen drogenfreien Methode: Sie ist erstaunlich sicher. Wenn den Ausübenden Aufmerksamkeit und Disziplin fehlen, fallen sie einfach in den Zustand des Normalbewusstseins zurück. Zudem gibt es auch keinen vorherbestimmten veränderten Bewusstseinszustand, wie das bei Drogenerfahrungen häufig der Fall ist.

Zudem wirken diese Methoden überraschend schnell. Das hat zur Folge, dass die meisten Menschen in wenigen Stunden Erfahrungen machen können, für die andere jahrelang meditieren, beten oder chanten müssen. Schon allein deshalb ist der Schamanismus für moderne, meist viel beschäftigte Menschen bestens geeignet - mindestens ebensogut wie für die Inuit (Eskimo), deren Tagesarbeit dem Überlebenskampf gewidmet war, deren Abende jedoch dem Schamanismus gehörten.

Ein weiterer Faktor für die Wiederkehr des Schamanismus ist die ganzheitliche Sicht vom Menschen, die bewusst geistige Kräfte zur Gesundung und zur Erhaltung der Gesundheit einsetzt. Viele Methoden der ganzheitlichen New-Age-Gesundheitsbewegung basieren auf dieser Wiederentdeckung individueller Versuche - und letzten Endes auf den Methoden und Sichtweisen der Stammes- und der Volksmedizin.

Der Schamanismus, der vieles von diesem alten Wissen enthält, wird von jenen immer stärker beachtet, die neue Lösungen von Gesundheitsproblemen suchen, seien sie nun körperlich oder geistig-seelisch. Hochspezifische Techniken, wie sie seit Langem Bestandteil des Schamanismus sind (etwa Änderung des Bewusstseinszustandes, Stressbekämpfung, Visualisierung, positives Denken und Hilfe seitens Instanzen der nichtalltäglichen Wirklichkeit) sind zugleich Beispiele aus der ganzheitlichen Praxis.

»Spirituelle Ökologie« ist ein weiteres Schlagwort, das auf die Bedeutung des Schamanismus hinweist. In der gegenwärtigen weltweiten Umweltkrise bietet der Schamanismus etwas, das keine der großen anthropozentrischen Religionen enthält: Ehrfurcht vor und spirituelle Kommunikation mit allen Wesen und mit der Erde selbst. Schamanismus besteht nicht einfach in Verehrung der Natur, sondern ist wechselseitiger Erfahrungsaustausch, der die verloren gegangenen Verbindungen unserer Vorfahren zu den spirituellen Kräften und Schönheiten unserer Erde wiederherstellt.

Die Schamanen waren, wie Mircea Eliade, der leider verstorbene führende Forscher in Sachen Schamanismus und vergleichender Religionswissenschaften, formulierte, »die letzten Menschen, die imstande waren, mit den Tieren zu reden«. Ich würde noch hinzufügen, dass sie auch die letzten waren, die mit der gesamten Natur - mit den Wassern, der Luft und den Steinen - reden konnten. Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, wussten, dass ihre Umwelt über ihr Leben und ihren Tod bestimmte; Kommunikation mit ihr hielten sie für lebensnotwendig.

Auch wir werden jetzt auf diesen Punkt hingewiesen. Nach der erbarmungs- und rücksichtslosen Vernichtung vieler Arten auf dieser Erde, der Zerstörung und Vergiftung des Wassers, der Böden und des gesamten Planeten, beginnt uns langsam zu dämmern, dass unser Überleben letztendlich von dem Umfeld abhängt, das uns die Erde bietet. Aber - dieses allein zu achten ist zu wenig. Was wir brauchen, ist innigste Kommunikation mit ihm und liebende Zuwendung zu dem, was der Lakota »alle unsere Verwandten« nennt. Wir brauchen das Gespräch nicht nur mit den Menschenwesen, sondern auch mit den Tierwesen, den Pflanzenwesen und allen anderen Teilen der Umwelt, einschließlich des Bodens, der Steine und des Wassers. Aus der Sicht des Schamanen ist unsere Umgebung nicht »Umwelt«, sondern Familie.

Heutzutage gehen viele Menschen zwischen Zürich und Auckland, zwischen Chicago und São Paulo wieder den alten Weg des Schamanen - sehr häufig in Trommelgruppen, die sich regelmäßig zu schamanischer Arbeit und zum Heilen treffen. Diese Gruppen arbeiten vollkommen selbstständig - so wie das Schamanen seit undenklicher Zeit gemacht haben: Zusammenarbeit in kleinen Gemeinschaften, um sich und einander zu helfen. Und diese formlosen Kleingruppen sind Teil von größeren Gemeinschaften: vollkommen international, ohne jede Hierarchie und ohne jegliche Dogmen, denn die wahren spirituellen Autoritäten sitzen, wie zu den Zeiten der Stammesgesellschaften (und wie von jedem schamanisch Reisenden überprüft werden kann), in der nicht alltäglichen Wirklichkeit.

Die Trommelgruppen kommen üblicherweise wöchentlich oder zweimal im Monat zusammen; meistens sind es zwischen drei und zwölf Menschen, die sich einander in der Organisation der Abende und in der Verantwortung ablösen. Sie trommeln nicht nur miteinander, sondern sie helfen sich auch gegenseitig und Freunden, Verwandten und Bekannten - und das ohne Geld.

Andere wieder arbeiten allein, mit Tonbändern, CDs, Kopfhörern - mit allen Hilfsmitteln des modernen schamanisch Tätigen. Mit richtig verwendetem Tonband (oder CD) - siehe Anhang A dieses Buches - sind die Ergebnisse oft überraschend gut. Das Tonband und andere technische Hilfsmittel werden auch in der Problemlösungsmethode Shamanic Counseling (Schamanische Beratung) verwendet.

Core Shamanism - Basis-Schamanismus, wie er in diesem Buch beschrieben und in den Seminaren der Foundation gelehrt wird, hat nichts mit »Indianerspielen« zu tun. Der moderne Mensch verwendet dieselben schamanischen Techniken wie seine Vorfahren, und er kommt zu denselben spirituellen Quellen wie die Schamanen der alten Kulturen. Die, die diese Techniken anwenden, behaupten nicht, Schamanen zu sein - wichtig ist, dass sie schamanisch arbeiten und konkrete Ergebnisse haben. Ihre Erfahrungen sind echt und mit den Berichten der Schamanen aus schriftlosen Kulturen absolut wesensgleich, ja sogar miteinander vertauschbar.

Die schamanische Arbeit ist immer und überall gleich; Herz, Hirn und Körper sind gleich - nur die kulturelle Ausformung ist verschieden.

Diejenigen, die Schamanismus betreiben, stoßen auch in besondere...

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