Dr. Gallagher und die Eisprinzessin

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Februar 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-2978-3 (ISBN)
 
"Die Verabredung mit Abigail geht an ..." Abigail stockt der Atem. Warum ersteigert Dr. Lewis Gallagher bei der Tombola ein Date mit ihr? Die Frauen stehen doch Schlange, um mit dem attraktiven Playboy auszugehen. Ihr Typ ist er allerdings überhaupt nicht ... oder?
Kate Hardy wuchs in einem viktorianischen Haus in Norfolk, England, auf und ist bis heute fest davon überzeugt, dass es darin gespukt hat. Vielleicht ist das der Grund, dass sie am liebsten Liebesromane schreibt, in denen es vor Leidenschaft, Dramatik und Gefahr knistert? Bereits vor ihrem ersten Schultag konnte Kate Hardy fließend lesen. Mit blühender Fantasie dachte sie sich Geschichten aus und schrieb sie auf einer Schreibmaschine nieder, die sie zu ihrem sechsten Geburtstag bekommen hatte. Ihren ersten Liebesroman, der niemals veröffentlicht wurde, schrieb sie mit dreizehn Jahren. Kate Hardy studierte englische Literatur des Mittelalters, heiratete und bekam zwei Kinder. Sie arbeitete freiberuflich als Journalistin im Gesundheitsbereich, doch ihre wahre Berufung fand sie erst, als sie ihr Interesse für Medizin mit Romantik verband und ihren ersten Arztroman schrieb, der auf Anhieb das Lesepublikum begeisterte. Seitdem hat sie weitere 33 Arztromane, einige erotische Liebesromane und mehrere Sachbücher zum Thema Gesundheit geschrieben.

1. KAPITEL

"Abigail, Sie sind zwar noch nicht so lange bei uns", sagte Max Fenton, der diensthabende Oberarzt, "aber nachdem Marina sich so mächtig ins Zeug gelegt hat, um diese Tombola auf die Beine zu stellen, frage ich Sie einfach, ob Sie vielleicht auch etwas beisteuern wollen."

Es wäre ein Leichtes gewesen, ihren Vater um ein paar Autogramme oder einen Backstage-Pass für das nächste Brydon-Konzert zu bitten. Aber eines hatte Abigail aus bitterer Erfahrung gelernt: Sie tat gut daran, nicht in die Welt hinauszuposaunen, dass ihr Vater der Rockgitarrist und Leadsänger Keith Brydon war, Gründer der gleichnamigen Band. Oder dass er den Hit "Cinnamon Baby" am Tag ihrer Geburt für sie geschrieben hatte. Damit hätte sie sich zwar ganz schnell beliebt, ihr Leben jedoch viel zu kompliziert gemacht.

"Ich, hm . Einverstanden", erwiderte sie, denn sie wusste, dass mit dem Erlös medizinische Geräte angeschafft werden sollten, die das Krankenhaus dringend benötigte. "Woran hatten Sie gedacht?"

"Max, du bettelst doch wohl nicht unsere neue Ärztin an?", fragte Marina, die eben hinzugekommen war und den Arm um die Hüfte ihres Mannes schlang.

"Doch, in deinem Namen." Er drehte sich um und küsste sie.

Das perfekte Paar, dachte Abigail. So verliebt. Obwohl sie wusste, dass sie als Single besser dran war, beneidete sie die beiden ein wenig. Wie es sich wohl anfühlen mochte, so geliebt zu werden?

Marina verdrehte die Augen. "Ignorieren Sie ihn einfach, Abigail. Sie brauchen sich da wirklich nicht zu engagieren."

Was mich wieder zur Außenseiterin macht, dachte Abigail. So wie immer. Ist es denn so schwer, wenigstens einmal dazuzugehören? "Nein, ich möchte wirklich helfen", entgegnete sie. "Was schlagen Sie mir vor?"

"Tatsächlich?" Marina sah sie erfreut an. "Hm, manche bieten eine Einladung zum Abendessen an, einen Hausputz oder einen Präsentkorb." Sie dachte kurz nach. "Wie wäre es mit Kinokarten, inklusive Popcorn und Getränken, oder etwas in der Art?"

"Oder einem Date. Das wäre mal was", warf Max ein.

"Halt die Klappe, Max. Setz Abigail nicht unter Druck. Du weißt doch, was ." Marina unterbrach sich abrupt.

Abigail wusste, was Marina hatte sagen wollen. "Ist schon gut. Ich weiß, dass man mich die Eisprinzessin nennt", versetzte sie trocken. "In meiner letzten Klinik war es genauso."

"Die Leute wollen nicht unhöflich sein", meinte Marina verlegen. "Es ist nur so, dass Sie . immer so für sich sind. Sie machen es einem wirklich nicht leicht, Sie näher kennenzulernen."

"Ja." Mehr gab es dazu nicht zu sagen. Es war die Wahrheit. Sie kapselte sich ab. Und das aus gutem Grund. Sobald die Leute herausfanden, wer sie war, suchten sie ihre Nähe, aber nicht um ihretwillen, sondern um ihren berühmten Vater kennenzulernen. Das kannte sie alles zur Genüge. Abigail stieß einen leisen Seufzer aus. "Na gut. Dann also ein Date."

"Bitte glauben Sie nicht, wir wollen Sie bedrängen", sagte Marina rasch. "Wenn Sie lieber einen Korb mit Schminksachen oder Kinokarten anbieten möchten, wäre das auch super."

Das wäre ein Ausweg. Der aber nur zur Folge hätte, dass ihre Kollegen noch schlechter über sie denken würden, wenn sie darauf einging. "Nein, nein. Ich bleibe bei dem Date."

Marina war sichtlich erleichtert. "Vielen Dank, Abigail. Das ist echt klasse."

Und vielleicht, dachte Abigail, wäre das ein neuer Anfang. Ein Weg, um Freunde zu finden. Richtige Freunde diesmal. Etwas, was ihr bisher immer so schwergefallen war.

An die Alternative - dass sie damit einen Riesenfehler beging - wollte sie lieber nicht denken.

Die Tombola fand am Freitagabend statt. Der Raum war brechend voll, alle Mitarbeiter der Notaufnahme, die dienstfrei hatten, waren gekommen, und auch viele Kollegen aus den anderen Abteilungen, die Abigail vom Sehen oder der Patientenübergabe kannte.

Max Fenton und Marco Ranieri, zwei Ärzte ihrer Abteilung, spielten eine Doppelrolle: Sie leiteten nicht nur die Versteigerung, sondern boten sich auch als Putzdiener für einen Tag an und trieben gegenseitig ihre Preise in die Höhe.

Abigail ersteigerte erfolgreich zwei Karten für ein klassisches Konzert. Dann war es so weit: Ihr eigenes Angebot kam unter den Hammer.

Eine Verabredung mit ihr.

Vor Aufregung wurde ihr abwechselnd heiß und kalt. Warum hatte sie nicht jemanden beauftragt, auf ihr Angebot zu bieten? Dann hätte sie die Kosten selbst tragen und sich diese missliche Situation ersparen können.

Andererseits war sie schließlich als Eisprinzessin bekannt. Wahrscheinlich ist ohnehin niemand an einem Date mit mir interessiert, überlegte sie hoffnungsvoll.

Marco und Max allerdings schienen alles daranzusetzen, einander zu überbieten.

Abigail stockte der Atem, als das Gebot einen dreistelligen Betrag erreichte.

Schließlich verkündete eine dunkle Männerstimme: "Fünfhundert Pfund."

Um Himmels willen! Was für eine verrückte Summe . Der einzige Grund, den sie sich vorstellen konnte, warum ein Mann so viel Geld für eine Verabredung mit ihr investieren sollte, war, dass er herausgefunden hatte, wer sie war.

Bitte, bitte, das durfte nicht sein!

Sie hielt die Luft an, wagte nicht, sich umzudrehen, um zu erfahren, wer das letzte Gebot abgegeben hatte, wollte keinen Augenkontakt herstellen.

Im Raum wurde es plötzlich ganz still.

Dann fragte Max leichthin: "Höre ich noch mehr als fünfhundert Pfund?"

Schweigen.

"In Ordnung. Die Verabredung mit Dr. Abigail Smith geht also an Dr. Lewis Gallagher."

Lewis Gallagher?

Abigail staunte nicht schlecht. Lewis Gallagher, Oberarzt in der Notaufnahme, war der einzige Mann im ganzen Krankenhaus, der sich eine Verabredung nun wirklich nicht erkaufen musste. Die Frauen standen Schlange, um mit ihm auszugehen. Und jede schien zu hoffen, die eine zu sein, der es gelang, seine "Drei Verabredungen und das war's dann"-Politik zu durchbrechen. Was bislang keiner gelungen war, soweit Abigail wusste.

Nur sie hatte kein Interesse an ihm. Sie hatte Lewis, der sich letzte Woche mit ihr hatte verabreden wollen, einen Korb gegeben.

Und jetzt hatte er sich ein Date mit ihr erkauft.

Mist! Sie brauchte frische Luft und Zeit zum Nachdenken, wie sie sich aus dieser Sache wieder herausmanövrieren könnte.

Zu spät. Lewis war bereits mit langen Schritten auf sie zugekommen.

"Das ist meiner, Dr. Smith", sagte er leise und wedelte mit dem Gutschein, den Marina sie für die Tombola hatte unterschreiben lassen - die versprochene Verabredung.

"Fünfhundert Pfund sind viel Geld. Ich danke Ihnen für die großzügige Unterstützung dieser Tombola." Abigail schob das Kinn vor. "Gut, Sie haben Ihre Verabredung, aber erwarten Sie nicht, dass ich in Ihrem Bett lande."

Er lachte. "Wie kommen Sie darauf, dass ich das erwarte?"

Sein Ruf. Abigail errötete. "Warum haben Sie sich dann ein Date mit mir erkauft, Dr. Gallagher?" Weil er weiß, wer ich bin?

"Weil Sie mich neulich haben abblitzen lassen."

Ah, weil sie sein männliches Ego gekränkt hatte. Abigail entspannte sich. Aber nur ein wenig.

Lewis sah sie direkt an. "Jetzt haben Sie keine Entschuldigung mehr."

"Vielleicht will ich einfach nur nicht mit einem Playboy ausgehen." Sie hatte ihn schon bei der ersten Begegnung so eingeschätzt. Sehr attraktiv, geschliffene Manieren - und seicht wie eine Pfütze.

Nicht ihr Typ.

Überhaupt nicht.

Lewis bedachte sie mit dem charmantesten Lächeln, das sie sich vorstellen konnte. Sie könnte wetten, dass er das vor dem Spiegel geübt hatte.

"Vielleicht täuschen Sie sich ja mit dem Partylöwen", meinte er leichthin. "Und, wohin gehen wir?"

"Das habe ich noch nicht entschieden", entgegnete sie spitz und ärgerte sich gleichzeitig über ihre herablassende, arrogante Art. Das war doch lächerlich. Normalerweise gab sie sich nicht wie eine verwöhnte Diva, die sie so gar nicht war. Abigail Smith war eine stille, hart arbeitende Ärztin, sie tat, was getan werden musste.

Trotzdem schaffte es Lewis Gallagher, dass sie sich benahm wie eine verwöhnte Prinzessin, die mit dem Fuß aufstampfte und sich lauthals beschwerte, wenn sie ihren Willen nicht bekam. Warum um alles in der Welt reagierte sie so auf ihn?

"Irrtum, Prinzessin. Ich habe ein Date mit Ihnen ersteigert, deshalb entscheide ich, wohin wir gehen."

Halt die Klappe, Abigail. Lass dich nicht provozieren. Doch es platzte förmlich aus ihr heraus: "Falsch. Das bedeutet, dass ich dieses Date organisiere und die Rechnung übernehme."

"Nein. Das bedeutet ganz einfach, dass wir uns am Sonntagvormittag treffen."

Sie wollte gerade einwerfen, dass sie da Dienst hätte, als er hinzufügte: "Denn da haben Sie frei. Das habe ich gecheckt."

Sie saß in der Falle.

Und das sah er ihr offenbar an, denn seine Stimme wurde sanfter. "Es ist nur eine Verabredung, Abby."

Abby? Niemand nannte sie so. Nicht mal ihr Vater.

Besonders nicht ihr Vater. Er nannte sie bei ihrem richtigen Namen. Und den hielt sie bei der Arbeit sorgsam unter Verschluss, um zu vermeiden, mit ihrem Vater in Verbindung gebracht zu werden. Nicht, dass sie ihn nicht liebte - Keith Brydon war für sie der...

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