Daddy, wir brauchen dich!

 
Barbara Hannay (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 23. Juli 2011 | 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-188-8 (ISBN)
 
Wie konnte Freya ihm sein Kind vorenthalten? Gus ist schockiert! Zwölf Jahre lang hat er seine große Jugendliebe nicht gesehen, nie ihren letzten Sommer am Strand vergessen. Und jetzt steht Freya plötzlich vor ihm, schöner denn je, und macht ein dramatisches Geständnis: Ihr gemeinsamer Sohn Nick ist krank und braucht seine Hilfe. Hin- und hergerissen zwischen Wut und Verzweiflung schwört Gus, Nick das Leben zu retten - und danach wieder zu verschwinden. Doch dann fühlt er sich gegen seinen Willen immer mehr zu Freya hingezogen. Soll er ihrer Liebe eine neue Chance geben?
Bianca Romane | 1795
Deutsch
0,43 MB
978-3-86349-188-8 (9783863491888)
3863491882 (3863491882)

1. KAPITEL

Als am späten Freitagnachmittag das Telefon in Gus Wilders Büro klingelte, war er mit den Gedanken schon halb im Wochenende.

"Ein Ferngespräch für dich, Boss", sagte Charlie vom Empfang. "Eine Freya Jones aus Sugar Bay in Queensland."

Freya Jones.

Blitzartig fühlte Gus sich von seinem mobilen Büro im äußersten Norden Australiens an einen kleinen Küstenort in Queensland versetzt. Er war wieder achtzehn Jahre alt und stand vor der tosenden Brandung, neben ihm ein wunderschönes Mädchen, das ihn mit seinen meergrünen Augen lachend ansah.

Zwölf Jahre war es her, seit er von Sugar Bay weggegangen war, und seitdem hatte er Freya nicht mehr gesehen. Natürlich erinnerte er sich an sie, sehr gut sogar.

Jeder erinnerte sich doch an den süßen, zerbrechlichen Zauber der ersten Liebe.

Seit damals war viel passiert. Er hatte sein Studium beendet und in einem anderen Erdteil gearbeitet, und er hatte glückliche und schwierige Zeiten in der Liebe erlebt. Freya hatte sich gewiss auch verändert. Sicher war sie verheiratet. Irgendein Glückspilz hatte sie sich mittlerweile bestimmt geangelt.

Er konnte sich nicht vorstellen, weshalb sie ihn nach so langer Zeit anrief. Gab es vielleicht ein Klassentreffen? Oder schlechte Nachrichten von einem ihrer Mitschüler?

"Willst du das Gespräch nicht entgegennehmen, Boss?", kam die Stimme seiner Assistentin.

"Doch, doch." Gus schluckte, weil ihm plötzlich die Kehle eng war. "Stell Freya durch."

Dann hörte er ihre Stimme. "Gus?"

Erstaunlich. Noch immer schaffte sie es, selbst eine einzige Silbe melodisch klingen zu lassen. Schon immer war ihre Stimme so gewesen - hell, gefühlvoll, sinnlich.

"Hallo, Freya."

"Du bist sicher überrascht, von mir zu hören. Eine geballte Ladung Vergangenheit."

Jetzt klang sie nervös, ganz anders als das lachende, selbstbewusste Mädchen, an das Gus sich erinnerte. Ein ganzer Schwall von Fragen lag ihm auf der Zunge, aber instinktiv ließ er das übliche "Wie geht es dir?" beiseite und fragte direkt: "Was kann ich für dich tun, Freya?"

Ein leises Seufzen kam vom anderen Ende der Leitung. "Ich fürchte, das ist nicht so einfach am Telefon zu erklären. Es ist aber sehr wichtig, Gus. Wirklich sehr wichtig. Ich . können wir uns irgendwo treffen?"

Er war so überrascht, dass er nicht gleich antworten konnte. "Ja, sicher", sagte er schließlich. "Aber ich bin gerade ziemlich beschäftigt. Wann wolltest du mich denn treffen?"

"So schnell wie möglich."

Ganz klar, hier ging es nicht um ein Klassentreffen. Gus warf einen kurzen Blick aus dem Fenster seines behelfsmäßigen Büros auf das Buschland, das sich endlos bis zu den roten Klippen am Horizont ausstreckte. "Du weißt sicher, dass ich hier oben in Arnhemland bin, oder?"

"Ja, ich habe gehört, dass du ein Siedlungsprojekt bei einem Stamm der Aborigines betreust."

"Ja, das stimmt." Es war ein sehr wichtiges und anspruchsvolles Projekt und erforderte von Gus sehr viel diplomatisches Geschick. "Im Moment kann ich hier unmöglich weg. Um was geht es denn?"

"Ich könnte zu dir kommen."

Gus schluckte. Wieso wollte Freya denn zu ihm? Nach so vielen Jahren? Was um Himmels willen konnte denn plötzlich derart wichtig sein?

Er stellte sich Freya vor, wie sie früher gewesen war, mit langem, von der Sonne gebleichtem braunen Haar und bronzefarbener Haut, meistens im Bikini, ein langes Baumwolltuch lose um die schlanken Hüften geschlungen. Selbst wenn sie ihre Hippieattitüde mittlerweile abgelegt hatte, würde ihre Erscheinung garantiert einen Aufruhr auf seiner männerdominierten Baustelle verursachen.

"Das könnte etwas schwierig werden", erwiderte er. "Wir sind hier so ungefähr im entlegensten Winkel von Australien."

"Gibt es keine Flüge dorthin?"

"Nein, zumindest keine Linienflüge."

"Oh." Das klang ziemlich enttäuscht.

Gus zog eine Grimasse und strich sich über das Kinn. "Du hast gesagt, es sei sehr wichtig."

"Ja, das ist es." Nach einer kleinen Pause fügte Freya mit leiser, ängstlicher Stimme hinzu: "Es geht um Leben und Tod."

Sie verabredeten sich in Darwin, der Hauptstadt dieses nördlichsten Bundesstaates. In vielerlei Hinsicht war es ein idyllischer Fleck für ein Wiedersehen, besonders an einem Samstagabend bei Sonnenuntergang, am Ende eines milden tropischen Winters. Über dem Hafen glühte der Himmel in grellem, mit Goldfäden durchwebtem Rosa. Die Palmen an der Promenade sahen aus wie tanzende Silhouetten, und die Farben des Himmels spiegelten sich auf der ruhigen Wasseroberfläche.

Doch Freya hatte kaum Augen für diese wundervolle Szenerie.

Auf der Hotelterrasse saßen nur wenige Leute. Sie war etwas zu früh dran, und so setzte sie sich an einen der freien Tische, um auf Gus zu warten. Nervös wippte sie mit dem Fuß und hielt krampfhaft ihre Handtasche umklammert.

Sie hasste diese nervösen Anwandlungen, denn normalerweise war sie sehr entspannt. Schließlich war sie in der freizügigen, lockeren Atmosphäre eines Badeortes aufgewachsen und machte Yoga und meditierte.

Doch ihr Gleichmut hatte sie an dem Tag verlassen, als sie ihn am meisten gebraucht hätte - als der Arzt ihr die Diagnose mitteilte.

Freya schloss die Augen und atmete tief durch, während sie an ihren Sohn dachte, der zu Hause bei ihrer Mutter Poppy war. Falls Nick nicht gerade mit Urchin, seinem Hund, im Sonnenuntergang am Strand entlanglief, lag er bestimmt auf dem Teppich im Wohnzimmer und spielte mit seinem solarbetriebenen Grashüpfer-Roboter. Nebenan in der Küche kochte Poppy wahrscheinlich das Abendessen und verwendete dafür so viel Gemüse, wie sie sich traute, damit Nick das Essen noch mochte.

Schon jetzt vermisste Freya ihren Sohn. Noch nie war sie so weit von ihm entfernt gewesen, und wenn sie an die schwierige Aufgabe dachte, die vor ihr lag, dann wurde ihr ganz weinerlich zumute. Himmel, jetzt bloß nicht schwach werden!

Du schaffst das. Du musst es schaffen. Für Nick.

Alles würde sie für ihren Sohn tun, sogar Gus Wilder nach so langer Zeit die Wahrheit sagen.

Dieser Gedanke rief erneut einen Angstschauder hervor. Gus ausfindig zu machen und ihn anzurufen war relativ einfach gewesen, doch der schlimmste Teil stand ihr noch bevor.

Ein großer, auffallend gut aussehender Kellner ging mit einem Tablett voller Drinks an Freya vorbei und schenkte ihr ein bewunderndes Lächeln. "Darf ich Ihnen einen Drink bringen, Madam?"

"Noch nicht, danke. Ich warte auf ." Der Rest des Satzes blieb unausgesprochen, denn Freya spürte plötzlich einen Kloß im Hals.

Hinter dem Kellner sah sie einen Mann durch die geöffnete Glastür auf die Terrasse treten.

Gus.

Groß, dunkelhaarig, im weißen Hemd, das seine gebräunte Haut betonte. Vielleicht nicht mehr ganz so schlank wie in ihrer Erinnerung, aber so gut aussehend und attraktiv, dass alle Frauen auf der Terrasse ihm ihre Blicke zuwandten.

Nein, Angus Wilder war mit den Jahren keineswegs uninteressanter geworden.

Was für ein Mann er wohl heute war? Wie viele Gräben mochten sich mit den Jahren zwischen ihnen aufgetan haben? Und wie würde er auf ihre Nachricht reagieren?

Während er sich einen Weg zwischen den Tischen hindurchbahnte, kamen ihr blitzlichtartig Erinnerungsbilder in den Sinn. Gus mit sechzehn an seinem ersten Schultag in Sugar Bay, wie er verzweifelt versuchte, sein Eliteschulen-Image loszuwerden. Gus, triumphierend auf dem Sportplatz, nachdem er seiner Mannschaft mit einem Treffer zum Sieg verholfen hatte.

Und sie sah sich selbst, wie sie beim Abschlussball in seinen Armen tanzte, berauscht vor Glück. Dann sie beide, wie sie im Mondschein Hand in Hand am Strand entlangliefen. Ihr wahnsinnig romantischer erster Kuss .

Plötzlich stand Gus vor ihr, beugte sich über sie und küsste ihre Wange. "Freya, wie schön, dich zu sehen."

Er roch angenehm frisch, als hätte er gerade geduscht und ein dezentes Aftershave benutzt. Seine Lippen fühlten sich warm auf ihrer Haut an.

Ohne Vorwarnung fingen Freyas Augen an zu brennen. "Ja, ich freue mich auch, dich zu sehen, Gus." Sie blinzelte heftig, um die Tränen zurückzuhalten. Das war nicht der Zeitpunkt, um nostalgisch zu werden. Sie musste Haltung bewahren und sich auf ihr Ziel konzentrieren. "Danke, dass du gekommen bist."

Er rückte sich einen Stuhl zurecht und setzte sich. Dann streckte er die langen Beine aus und lehnte sich zurück, als versuche er bewusst, entspannt zu wirken. Sein Lächeln war zurückhaltend, aber in seinen braunen Augen lag ein warmer Ausdruck. "Wie geht es dir?", fragte er und fügte schnell hinzu: "Du siehst fantastisch aus."

Sie fühlte sich von seinem Kompliment geschmeichelt, doch sie antwortete nur: "Danke, mir geht es gut. Und dir? Was macht deine Arbeit?"

"Danke, beides läuft hervorragend." Sein Lächeln war nun schon weniger zurückhaltend, doch sie sah an seinem Hals, wie er nervös schluckte. "Ich vermute, du lebst immer...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,49 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

2,49 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen